Am nächsten Morgen erwachte Sabine unausgeschlafen nach einer unruhigen Nacht. Immer wieder war sie kurz aufgewacht, wenn sie sich im Schlaf auf ihren wunden Hintern gedreht hatte.
Schlaftrunken taumelte sie ins Badezimmer und wusch sich die Müdigkeit nach besten Möglichkeiten unter der Dusche ab. Ein kleines Frühstück und eine große Tasse Kaffee taten ihr Übriges, um Sabine die nötige Energie für den Tag zu geben. Das sie dabei auch auf dem gepolsterten Küchenstuhl die gestrige Arbeit von Hannelore noch spüren konnte, sorgte für Zwiespältige Gefühle bi Ihr. Zum einen war ihr bei dem Gedanken unwohl, dass sie wohl heute auf der Arbeit den ganzen Tag ihren Hintern spüren würde, andererseits sorgte gerade dies bei ihr für ein angenehmes Kribbeln, das ihre Brustwarzen hart werden ließ.
Als sie sich ihre Kleidung für den Tag raussuchen wollte, konnte sie nicht anders als sich ihre Rückseite im Spiegel anzusehen. Erschrocken zog sie die Luft ein, als sie das Farbenspiel auf ihrem Hintern erblickte. Die Striemen des gestrigen Nachmittags hatten sich zwar zurückgebildet, aber dafür waren nun ineinander laufende Blutergüsse zurück geblieben, die die gesamte untere Hälfte ihres Hinterns und den oberen Bereich ihrer Oberschenkel zierten.
‘Da fallen die kurzen Röcke dann wohl aus der Auswahl raus.’, dachte sich Sabine, während sie ihre Hände über die verfärbte Haut wandern ließ. Trotzdem kam der Gedanke in ihr hoch, wie sie wohl in dem kurzen Kleidchen aussehen würde, wenn Hannelore sie jetzt wieder damit auf die Straße schicken würde. Im Gegensatz zum letzten Mal wäre es für jeden offensichtlich, was ihr widerfahren ist, wenn man sie von hinten sehen würde.
Während sie diese Situation in ihrem Kopf weiter spielte, wanderte eine ihrer Hände wie von selbst zu ihrer Scham und fing wie von selbst an, sie sanft zu streicheln. Mit einer Hand auf ihrem Hintern und einer an ihrer Spalte stand Sabine so vor ihrem Schrank und wollte nichts anderes, als diesen Moment, diesen Gedanken, weiter zu verfolgen und sich zu einem befreienden Höhepunkt zu streicheln. Genießerisch legte sie den Kopf in den Nacken und wollte sich ihren Gefühlen hingeben, als sie aus dem Augenwinkel ihren Wecker neben dem Bett ansah.
“Verdammt, ich bin schon spät dran.”, zischte sie zwischen den Lippen hervor und zwang sich dazu, ihre Streicheleinheiten einzustellen. Schnell legte sie ihre Version der Unterwäsche an, einen knappen String und die Silikonkappen für ihre Brüste, und suchte hastig etwas Passendes für den Tag aus ihrem Schrank. Die Wahl fiel auf ein schlichtes blaues Jeanskleid, das über die gesamte Länge in der Front geknöpft war. Mit fliegenden Fingern schloss sie die Knöpfe und verließ die Wohnung, während sie das Gefühl nicht loswurde, dass sie etwas vergessen hatte. Auch während der Fahrt zur Arbeit konnte sie nicht bestimmen, was ihr ihr Unterbewusstsein wohl zu sagen hatte. In Gedanken stellte sie eine Checkliste auf, in der Hoffnung, doch noch darauf zu kommen, was sie beschäftigte.
‘Meine Tasche hab ich, Portemonnaie und Handy sind auch da, Schlüssel sind da …’, ging sie ihre Liste durch, während sie die letzten Abbiegungen bis zum Büro nahm.
‘Meine Klamotten sind in Ordnung, das Kleid ist lang genug, damit keiner das Farbenspiel auf meinem Hintern sehen kann und …’, mit einem Grinsen wackelte sie kurz mit den Zehen auf dem Gaspedal, ‘... meine Schuhe sind brav daheim geblieben.’
Sie empfand es noch immer als leicht aufregend, diesen Teil ihrer Kleidung so bereitwillig zurückzulassen und jetzt klopfte etwas gerade bei diesem Gedanken leicht an ihren Nerven. Bevor sie sich jedoch weiter nachgrübeln konnte, sah sie Erika, die gerade aus ihrem Auto stieg. Mit einem Lächeln quittierte sie die Tatsache, wie zuerst ihren hellen, nackten Füße zum Vorschein kamen und einen wunderbaren Kontrast zu der dunklen Fahrbahn bildeten.
Im Vorbeifahren winkte Sabine ihr kurz zu und nahm den nächsten freien Parkplatz, während Erika neben ihrem Auto auf sie wartete. Flink nahm sie ihre Bürotasche unter den Arm und ging zu der wartenden Kollegin.
‘Warum sieht es eigentlich immer so süß und unschuldig aus, wenn eine Frau barfuß ist?’, überlegte Sabine.
“Guten Morgen Sabine”, begrüßte sie Erika, was diese prompt erwiderte.
Auf dem kurzen Weg ins Büro plauderten die beiden über belanglose Themen und ein wenig über die anstehenden Arbeiten, bis sie sich in ihre jeweiligen Büros zurückzogen. Sabine setzte sich vorsichtig auf ihren Stuhl, doch zu ihrer Erleichterung war die Polsterung gut genug, so dass sie nur dumpf ihren empfindlichen Hintern fühlte.
Sabine hatte gerade angefangen, ein paar komplexere Formulare zu bearbeiten, als sie durch ein Klopfen aus ihrer Konzentration gerissen wurde. Als sie hoch sah, stand Erika mit ihrer Tasse auffordernd in der Tür. Wortlos nickte Sabine, griff sich ihre eigene Tasse und zusammen gingen sie in die Kaffeeküche.
“Hast du dir schon den Wetterbericht für die Woche angesehen?”, fragte Erika an der Kaffeemaschine.
“Nein, wieso?”, gab Sabine zurück. Aus dem Augenwinkel beobachtete sie Erikas Reaktion. Bei ihrer Antwort rutschten ihre Mundwinkel ein wenig nach unten und in ihren Augen spiegelte sich… Enttäuschung? Bevor es jedoch schlimmer werden konnte, knuffte Sabine sie auf den Arm und kicherte: “Natürlich hab ich. Ich möchte bei unserem kleinen Ausflug am Wochenende doch nicht in einen Regenschauer kommen.”
Bei ihren Worten hellte sich die Miene von Erika auf und diesmal knuffte sie Sabine. Tatsächlich prüfte Sabine jeden Tag mindestens einmal die Wettervorhersage und jedes Mal wurde die Prognose besser und besser. Anscheinend bewegte sich ein ausgeprägtes Hochdruckgebiet in ihre Region und wenn die Meteorologen recht behielten, würde es wohl eine Weile Bestand haben. Zumindest das Wochenende versprach bestes Wetter für ihr Vorhaben.
“Weisst du schon an welchem Tag du los möchtest?”, fragte Sabine und nippte an ihrem Kaffee.
Erika nickte und Sabine sah die Begeisterung in ihrem Gesicht.
“Ich dachte, wir könnten am Samstagvormittag los. Dann sind vielleicht noch nicht so viele Leute unterwegs und es ist auch noch nicht ganz so warm.”
Sabine dachte kurz darüber nach. Wenn sie früh unterwegs waren, bestand tatsächlich die Möglichkeit, dass sich noch nicht allzu viele Personen aufgerafft haben würden. Andererseits, aufgrund der Tatsache, dass es sich ja um einen eher speziellen Naturwanderpfad handelte, rechnete sie nicht wirklich damit, dass sich irgendwelche Familien mit ihren Kindern dorthin verirren würden.
Sie wollte gerade ihre Zustimmung geben, als sie hinter sich eine Stimme hörte: “Wohin wollt ihr denn?”
Die beiden Frauen schauten gleichzeitig in den Gang, wo Matthias mit seiner Tasse stand und sie neugierig ansah. Bevor Erika reagieren konnte, übernahm Sabine die Initiative.
“Na na, wer wird denn da so neugierig sein? Belauscht du jetzt schon die Gespräche deiner Kollegen?”, konfrontierte sie ihn, ließ aber etwas Belustigung in ihre Stimme einfließen, damit ersichtlich wurde, dass sie es nicht wirklich so ernst meinte, wie es vielleicht klingen würde.
“Nein, ich dachte… das war nicht meine Absicht…”, stammelte Matthias und Erika nutzte die Gelegenheit, um an ihm vorbei zu huschen. Kaum dass die beiden alleine im Raum waren, legte Sabine ihre Hand beruhigend auf seinen Arm.
“Lass dich dich nicht verarschen. Alles gut.”, versicherte sie ihm.
Unsicher schaute Matthias sie an und hob eine Augenbraue fragend an: “Wirklich? Bei dir bin ich mir nie ganz sicher.”
Jetzt war es an Sabine, verunsichert zu schauen. Sie war sich nicht im Klaren gewesen, wie er sie eingeschätzt hatte.
“Ja, wirklich. Ich glaube doch, dass wir uns gut genug kennen, dass so eine kleine Frage kein Grund zur Aufregung sein kann.”, versicherte sie ihm.
‘Wir kennen uns ja praktisch schon bis auf die nackte Haut, da kann man nicht mehr viel verstecken.’, überlegte sie und dachte kurz an ihr nacktes Beisammensein in der Sauna zurück. Wie sie da noch vor kurzem wie selbstverständlich nackt neben ihm gesessen hatten und wie er dann zu ihr ins Tauchbecken gestiegen war, sein Penis kaum eine Armlänge von ihr….
Sie zuckte kurz zusammen, als sie sich aus ihren Gedanken riss und sich wieder auf den Augenblick konzentrierte. Sie sah in Matthias fragendes Gesicht und erst da wurde ihr bewusst, dass er anscheinend auf eine Antwort von ihr wartete. Als er merkte, dass Sabine anscheinend nicht mehr ganz bei der Sache gewesen war, wiederholte er die Frage.
“Verräts du mir also, was ihr vorhabt?”
Sabine sah ihn unschuldig an und meinte: “Ach, nichts besonderes. Wir wollen am Wochenende nur mal etwas in die Natur raus, uns ein wenig den Wind um die Nase wehen lassen.”
Langsam ging sie an ihm vorbei und führte ihre Tasse dabei zum Mund. Als sie auf gleicher Höhe war, fügte sie leise hinzu: “Nur dass wir wohl dabei rein zufällig unsere Schuhe vergessen werden, wir kleinen Dummerchen.”
Sie bildete sich ein, wie sie ihn bei dieser Äußerung heftig atmen hörte, doch sie war mit den nächsten Schritten schon zu weit weg, um sich dessen sicher zu sein.
Mit frischem Kaffee und guter Laune machte sich Sabine wieder an die Arbeit und sie arbeitete sich zügig durch den Stapel ihrer Formulare, bis sie erneut durch ein Klopfen aus ihrer Arbeit gerissen wurde. Als sie aufsah, standen Erika und Matthias in ihrer Tür und winkten sie zu sich.
“Was wollt ihr beide?”, wollte sie wissen.
“Mittagessen natürlich.”, erwiderte Erika überrascht. Sabine schaute auf die Uhr und nun war sie es, die überrascht war. Sie war wohl so in ihre Arbeit vertieft gewesen, dass sie die Zeit komplett aus den Augen verloren hatte. Rasch schnappte sie sich ihre Tasche und trat zu ihren Kollegen auf den Flur. Auf dem Weg die Treppe hinunter hörte sie nur beiläufig dem Smalltalk zu, den Erika und Matthias abhielten. Viel lieber lauschten sie dem leisen Platschen der nackten Sohlen von ihr und Erika zu, wenn sie auf den gefliesten Stufen auftraten, in Kombination mit dem eher harten Geräusch, das Matthias Schuhe verursachten. Es waren Momente wie diese, eher Kleinigkeiten, die ihr zeigten, was sie für sich erreicht hatte. Die Tatsache, dass sie in Erika eine, zumindest teilweise, Gleichgesinnte gefunden hatte, stimmte sie zusätzlich glücklich. Dazu dann noch das leichte Zwicken und Brennen auf ihrem Po, das sie heute begleitete… Sabine war beinahe rundum zufrieden. Wenn sie jetzt noch ihr Kleid ausziehen könnte…
“Hallo, Erde an Sabine.”, hörte sie Erikas Stimme. Erschrocken blinzelte sie kurz und konzentrierte sich wieder auf die Realität.
“Sorry, ich war mit dem Kopf woanders.”, entschuldigte sie sich.
“Ja, das haben wir wohl gemerkt. Manchmal würde ich gerne wissen wo.”, stichelte Erika und sah einen Punkt etwas unterhalb von Sabines Hals an.
Unsicher was sie damit meinte, legte Sabine den Kopf etwas schief und sah sie fragend an. Gerade wollte sie nachfragen, was damit gemeint war, als ihr bewusst wurde, worauf Erika da schaute. In ihren Tagträumereien gefangen, hatte Sabine unbewusst den obersten Knopf ihres Kleides geöffnet. An für sich war das nicht schlimm oder dramatisch, zeigte sie damit doch lediglich etwas mehr Haut. Wesentlich dramatischer war jedoch die Tatsache, dass ihre Hand noch immer an der Kopfleiste verweilte und die Finger den zweiten Knopf schon beinahe gelöst hatten. Würde er auch aufgehen, würde sie zwar nicht blank dastehen, doch zumindest ein Teil ihres Dekolletés würde sichtbar werden.
‘Verdammt, was ist mit mir los? Will ich mich echt hier vor allen ausziehen?’
In Gedanken ohrfeigte sich Sabine für ihre Dummheit und versuchte es normal aussehen zu lassen, als sie ihre Hand sinken ließ.
“Hauptsächlich bei der Arbeit.”, versuchte sie sich aus der Affäre zu ziehen. “Heute liegt echt eine Menge an.”
Erika und Matthias wechselten einen kurzen Blick miteinander und diesmal war es Matthias, der meinte: “So viel, dass dir anscheinend einfach zu warm wurde.”
Sabine griff nach dem metaphorischen Strohhalm: “Ne, das nicht. Aber findet ihr nicht, dass es im Büro bei dem Wetter einfach viel zu warm ist? Keine Ahnung, wie Herr Voss das in seinem Anzug den ganzen Tag aushält.”
Das war zumindest nicht ganz weit ab von der Wahrheit. Es wurde zwar schon zur Mittagszeit etwas wärmer in den Räumen, doch es würde nicht rechtfertigen, dass sie sich noch luftiger anziehen würde als jetzt schon. Obwohl der Gedanke doch ganz verführerisch war, vielleicht nur in ihrem Bikini und dem Netztuch um ihre Hüften gewickelt zu arbeiten, gemeinsam mit ihren Kollegen in ähnlichem Outfit. Dass man sich dann auf dem Flur begegnet, lose anliegende Hemden, locker geschnittene Badehosen… oder doch lieber die eng anliegenden, bei denen sich genau abzeichnet, was sich darunter verbirgt und regt, wenn man dann zusammen…
Schnell schob sie ihre Gedanken zur Seite, bevor sie sich wieder in Träumereien verlieren konnte.
“Stimmt, es ist schon erstaunlich, wie er das aushält.”, stimmte Matthias zu. Sabine musterte ihn kurz von der Seite. In seiner langen Jeans, Sneakern und einem kurzärmeligen Hemd war er eher lässig gekleidet, aber im Vergleich zu Erikas oder ihrem Outfit musste es auch für ihn recht warm werden. Matthias schaute zu Sabine hinüber und tat ihre Musterung mit einem Schulterzucken ab: “Es kann halt nicht jeder so minimalistisch rumlaufen wie ihr.”
Nun war es an Erika und Sabine, sich gegenseitig zu mustern. Sie in ihrem Kleid war eigentlich normal gekleidet, auch Erika in Rock und Bluse sprang jetzt nicht aus dem Rahmen. Lediglich das Nichtvorhandensein ihrer Schuhe war ein Alleinstellungsmerkmal von ihnen.
“Ich würde uns jetzt nicht als ‘minimalistisch’ bezeichnen.”, merkte Erika an.
“Da hat sie recht.”, stimmte Sabine zu. “Wenn ihre Bluse jetzt durchscheinend wäre und der Rock deutlich kürzer, dann könnten wir darüber reden.”
Bei diesen Worten flog Erikas Kopf zu ihr herüber und es bildete sich ein rötlicher Schimmer auf ihren Wangen.
“A… Ach ja?”, stammelte sie. “Dann müsste dein Kleid auch deutlich kürzer sein.”
Sabine musste nicht an sich hinab sehen, um zu wissen, dass der Saum des Kleides etwa einen Fingerbreit über ihren Knien endete. Aus irgendeinem Grund fasste sie diese Bemerkung als Herausforderung auf und fasste den Stoff des Kleides an ihren Hüften.
“Meinst du? Und wie kurz sollte es dann sein?”, neckte sie Erika und fing langsam an, den Stoff aufzukrempeln.
Sie spürte, wie der Saum langsam an ihren Oberschenkeln hoch wanderte und immer mehr von ihren Beinen freilegte. Erst war es knapp eine Handbreit, doch weder Erika noch Matthias machten irgendwelche Anstalten, sie zu stoppen. Stattdessen starrten die beiden sie an und so wanderte der Stoff immer etwas höher. Schon bald reichte der Saum nur noch bis zur Mitte ihrer Oberschenkel, doch noch immer kam keine Reaktion.
Sabine biss sich leicht auf die Unterlippe. Sollte sie dieses Spiel noch weiter treiben? Wann würde einer von ihnen aus der Schockstarre erwachen und sie stoppen? Wie weit war sie selbst bereit zu gehen?
Ihre Hände raften den Stoff noch etwas mehr zusammen, langsamer als zuvor. Sie spürte, dass sie sich gefährlich einem Punkt näherte, ab dem es kein Zurück mehr geben konnte, doch ihre Finger griffen weiter zu und hoben das Kleid an.
Es waren nur noch ein paar Zentimeter übrig, bis sie praktisch mit freiem Hintern auf der Straße stehen würde, als Erika hastig rief: “Stopp, stopp. Du hast gewonnen.”
Erleichtert hörte Sabine auf ihr Kleid zu raffen und sah zu Matthias hinüber, der sie noch immer mit großen Augen ansah.
“Meinst du auch, dass es so kurz genug wäre?”, fragte sie ihn und hielt das Kleid in Position, während sie sich leicht zu ihm hin drehte.
“Ähh, ja, auf jeden Fall.”, meinte er leicht abwesend, während seine Augen ihre Beine hoch und runter liefen.
“Na dann wäre das ja geklärt.”, sagte Sabine im besten Gewinnertonfall und ließ den Stoff wieder an ihrem Körper hinabgleiten. Sie strich sich noch ein paar Mal über die Beine, um kleine Fältchen zu glätten und wurde sich erst in diesem Augenblick wirklich bewusst, was gerade passiert war.
‘Verdammt, was machst du da. Benimmst dich wie eine kleine pubertierende Göre und ziehst hier beinahe vor deinen Arbeitskollegen blank. Nur weil du etwas beweisen willst?’, tadelte sie sich.
Leise meldete sich eine kleine Stimme in ihrem Kopf: ‘Nein, beweisen muss ich nichts. Ich mag es so. Und das wird sich auch nicht ändern.’
Gemeinsam gingen sie weiter zu ihrem Imbissstand, nur um dort vor verschlossenen Türen zu stehen.
“Wegen Krankheit geschlossen.”, las Erika den Zettel vor, der groß in der Tür hing.
“Na toll, und jetzt?”, wollte Sabine wissen. Sie hatte sich so auf die Zuverlässigkeit ihrer Pommesbude verlassen, dass sie sich noch nicht einmal einen Apfel für den Notfall eingepackt hatte.
“Es gibt da noch einen Stand am Supermarkt, zwei Straßen weiter.”, gab Matthias zu bedenken.
Ein Schatten des Zweifels huschte über Erikas Gesicht. Sabine wusste, dass es für ihre Kollegin schon eine Überwindung gewesen war, regelmäßig barfuß bis hierhin zu gehen. Die Vorstellung jetzt eine derart weite Strecke zu gehen war wahrscheinlich schon herausfordernd für sie, und die Tatsache, das sie dann auch noch an einem wahrscheinlich stark frequentierten Supermarkt für alle auf dem Präsentierteller stehen musste, würde sie unter Garantie vollends aus ihrer Komfortzone werfen.
Sabine fand die Idee nicht schlecht. Zum einen hatte sie jetzt spürbar Hunger bekommen, zum anderen verursachte der Gedanke, sich vor vielen Leuten barfuß zeigen zu müssen, noch ganz andere Gefühle in ihrer Magengegend.
Auch wenn Matthias den Vorschlag neutral vorgebracht hatte, war sich Sabine sicher, dass er sich freuen würde, wenn er sie beide dorthin begleiten würde. Seine Neigungen hielt er zwar sehr gut unter Kontrolle, aber es wäre für Sabine doch sehr verwunderlich gewesen, wenn er nicht jeden ihrer Schritte insgeheim genießen würde.
“Klingt gut. Dann lasst uns gehen, bevor ich noch zum Kannibalen werde.”, verkündete Sabine und hakte sich bei Erika unter. Bevor diese realisierte, was gerade passierte, zog Sabine sie schon mit sich die Straße entlang, während Matthias ein kleines Stück hinter ihnen herging.
“Ich weiss nicht, ob das so eine gute Idee ist.”, flüsterte Erika ihr im Gehen zu.
“Entspann dich.”, flüsterte Sabine zurück. “Wir machen ja nichts Verbotenes, das musst du dir immer nur vor Augen halten. Wenn einer einen dummen Spruch macht, gib es ihm mit gleicher Münze zurück. Außerdem ist das doch ein toller Vorgeschmack für das Wochenende, oder findest du nicht?”
Erika nickte leicht und Sabine fühlte, dass Erika zwar noch immer etwas zögerlich neben ihr her lief, aber nicht mehr permanent gezogen werden musste. So gingen die drei die Straße entlang, wobei Sabine darauf achtete, bei jedem Schritt besonders betont den Fuß abrollen, um Matthias ihre Sohlen zu zeigen. Er sollte ja schließlich auch auf seine Kosten kommen.
Zusammen wanderten sie die Straße entlang, trafen aber zu Erikas Erleichterung auf keine weitere Passanten. Ein paar Mal fuhr ein Auto an ihnen vorbei und jedes Mal spürte Sabine, wie sich Erika leicht verkrampfte. Sabine hingegen genoss die Empfindungen, die der Spaziergang ihr bescherte. Die Textur des Gehwegs änderte sich alle paar Meter aufs neue, wechselte von eher glattem Asphalt zu huckeligem Kopfsteinpflaster, gefolgt von grobem Asphalt mit Teerflicken, wo nur notdürftig Schäden ausgebessert worden waren. Ab und an spürte Sabine das warme Metall von Schachtabdeckungen unter den Füßen, dann kamen plötzlich Stellen, wo der Boden von kürzlich beendeten Bauarbeiten noch von feinem Sand und kleinen Steinchen bedeckt war. Gerade bei letzterem ging Erika sehr vorsichtig voran und blieb dann anschließend kurz stehen, um sich über die Sohlen zu wischen. Sabine hingegen war im Gegensatz schon etwas abgehärtet, sie spürte das leichte Pieksen an ihren Füßen, ging aber trotzdem weiter und entfernte die Steinchen bei ihren nächsten Schritten automatisch wieder.
Trotzdem kamen die drei recht flott voran und nach einer letzten Kurve kam der versprochene Supermarkt in Sicht. Es war ein eher kleiner Laden, mit einem Parkplatz für vielleicht zehn Autos davor, von denen nur ein paar belegt waren. Neben dem Eingang stand ein Food-Truck mit drei kleinen Campingtischen und ein paar alten Plastikstühlen.
Erika und Sabine wurden etwas langsamer, als sie die Szenerie betrachteten und Matthias holte zu ihnen auf.
“Ist zwar nicht viel, aber für uns wird es schon reichen.”, meinte er und deutete den beiden Frauen wieder voran zu gehen.
Sabine war das Äußere recht egal, solange das Essen gut war und ging mit Erika im Schlepptau zielstrebig voran. Dabei musste sie erneut etwas an Erika ziehen, da diese eher zögerlich und vorsichtig ging.
Gemeinsam gingen die drei über den Parkplatz und näherten sich dem Truck, als aus dem Supermarkt eine Gruppe Männer in Arbeitsmontur traten. Sabine ruckte unsanft zurück, als Erika an ihrer Seite plötzlich stehenblieb.
“Jetzt komm, geh einfach weiter.”, flüsterte sie ihr zu und zog Erika ein Stück weiter. “Wenn du dich so auffällig verhältst ist es ja kein Wunder das alle Leute anfangen zu starren.”
Kaum merklich nickte Erika und ging weiter, während sie aus dem Augenwinkel der Gruppe folgte. Jedoch waren die Bauarbeiter so in ein Gespräch vertieft, dass sie die beiden barfüßigen Frauen gar nicht richtig bemerkten.
Ohne weitere Zwischenfälle legten die drei die letzten Meter zurück und standen dann vor dem Truck.
“Servus die Herrschaften. Was darf es sein?”, fragte ein dicklicher Mann im weißen Shirt aus dem Wagen heraus und lächelte sie an.
Sabine überflog die recht überschaubare Karte, die hinter dem Mann an der Wand angeschlagen war.
“Eine Currywurst, Pommes, Mayo und eine Cola.”, meinte Matthias neben ihr.
“Nehme ich auch.”, sagte Sabine.
“Ich auch.”, stimmte Erika zu.
Der Mann klopfte einmal kurz mit der flachen Hand auf den Tresen und schob dann drei Flaschen Cola zu ihnen hinüber.
“Setzt euch, ich sag Bescheid wenn’s fertig ist.”
Jeder nahm sich eine Flasche und zusammen setzten sie sich an einen der Tische. Erika setzte sich direkt so, dass der Tisch zwischen ihr und dem Parkplatz stand. So blieben für Matthias und Sabine nur die Plätze an den Seiten. Sabine war klar, dass Erika versuchte, den Tisch als eine Art Barriere zu nutzen, doch viel brachte es nicht. Er war nicht annähernd massiv genug, um sich dahinter zu verstecken und so saß sie eher wie auf dem Präsentierteller da, mit Blick auf den Parkplatz, während ihre nackten Füße unter dem Tisch deutlich sichtbar waren.
‘Das sie nach der ganzen Zeit noch immer so verklemmt ist’, dachte Sabine und setzte sich Matthias gegenüber. Sie spürte ihren Hintern auf dem ungepolsterten Plastikstuhl nun deutlicher als auf ihrem schönen, gepolsterten Bürostuhl, aber es war gut zu ertragen. Gerne hätte sie noch die Beine übereinander geschlagen, doch ihr Kleid ließ es nicht zu. Stattdessen streckte sie die Beine aus und stellte die Füße auf die Hacken, so dass die Zehen frei in der Luft wackeln konnten. Dass sie dabei Matthias sehr nahe kam, war ihr nur recht, war dies alles doch mehr oder weniger seine Idee gewesen.
“Ist doch recht nett hier.”, meinte Matthias und nahm einen Schluck aus der Flasche.
“Ja, man muss zwar etwas laufen, aber das ist ja nicht so schlimm, nicht wahr Erika?”, stimmte Sabine zu und prostete ihr mit der eigenen Flasche zu.
“Nein, nicht so schlimm.”, gab Erika zu.
Trotz dieser Zusicherung war sich Sabine sicher, dass dies wohl die weiteste Strecke war, die Erika bislang barfuß in der Öffentlichkeit zurückgelegt hatte. Sie nahm sich vor, sie diesbezüglich heute noch zu fragen. Doch jetzt genoss Sabine erstmal das schöne Wetter und lehnte sich zurück. Sie wippte leicht mit den Füßen und spürte das Prickeln ihrer Sohlen, die durch die unterschiedlichen Untergründe stimuliert worden waren, während ein leichter Wind über ihren Körper strich.
‘Wie schön wäre es, den Wind jetzt überall an meinem Körper zu spüren.’, dachte sie nach und malte sich aus, wie es wohl sein würde, hier nackt auf dem Plastikstuhl zu sitzen. Hüllenlos und ungeniert, während die Leute an ihr vorbei gingen, um einzukaufen, schutzlos ihren Blicken ausgeliefert. Die Bauarbeiter hätten sie dann bestimmt zur Kenntnis genommen, das stand außer Frage.
Schweigend saßen sie zusammen und hielten sich an ihren Getränken fest. Erikas Augen huschten immer wieder hastig hin und her, wenn sich ein Auto dem Parkplatz näherte, doch niemand fuhr tatsächlich auf den Parkplatz. Sabine mimte die Entspannte, doch insgeheim fand sie die Situation auch leicht aufregend. Sich hier so zu präsentieren, war noch nicht alltäglich für sie, vor allem da sie in Begleitung ihrer Kollegen war.
‘Hätte ich jetzt das Kleid von Hannelores Tochter an, würde wohl mein nackter Arsch auf dem Stuhl sitzen und Matthias hätte eine wunderbare Aussicht zwischen meine Beine.’, überlegte Sabine. Bei dem Gedanken daran, sich so zeigen zu müssen, ohne Möglichkeit sich zu bedecken oder verstecken, gezwungen, sich allen zufälligen Passanten zu zeigen und begaffen zu lassen… Sie schüttelte sich kurz, als sich eine Gänsehaut über ihren Rücken und die Arme ausbreitete.
“Ist dir etwa kalt?”, wollte Matthias wissen.
Anscheinend hatte er sie die ganze Zeit beobachtet und selbst diese kleine Veränderung ihres Körpers bemerkt.
“Ne, in der Sonne ist es eher zu warm.”, gab sie zurück. Mit einem kleinen Grinsen fügte sie noch hinzu: “Da ist man doch glatt verleitet, noch einen Knopf zu öffnen, bevor man sich kaputt schwitzt.”
Bei diesen Worten spielten ihre Finger am nächsten Knopf ihres Kleides, so als ob sie wirklich darüber nachdachte, ihn zu öffnen.
Matthias Augen klebten förmlich an ihren Händen, während Erika sie leicht erschrocken ansah. Doch bevor es kritisch werden könnte, tönte ein “Euer Essen ist fertig!” aus dem Foodtruck.
“Bleibt ruhig sitzen, ich hol’s schon.”, meinte Matthias und stand auf. Sabine meinte zu bemerken, das seine Hose nicht mehr ganz so locker saß wie noch vor ein paar Minuten, doch sie könnte sich auch irren.
Kaum hatte er ihnen den Rücken zugewandt, beugte sie Erika über den Tisch und flüsterte ihr zu: “Was ist denn mit dir los?”
Sabine zuckte nur mit den Schultern: “Was meinst du? Ist doch alles nicht ernst gemeint, wir blödeln nur ein bisschen rum.”
Mit leicht zusammengekniffenen Augen fragte sie dann zurück: “Und was ist mit dir? So verklemmt wie du dich verhältst, ist doch auch etwas im Busch, oder nicht?”
An Erikas Gesichtsausdruck konnte sie erkennen, dass sie zumindest teilweise ins Schwarze getroffen hatte. Doch bevor sie das Thema weiter diskutieren konnten, kam Matthias mit zwei Tabletts in den Händen zu ihnen zurück. Sein Blick wanderte unschlüssig zwischen den beiden Frauen hin und her.
“Hab ich was verpasst?”
Sabine lehnte sich betont entspannt zurück: “Nö, nur ein bisschen Getuschel zwischen Frauen.”
Auch Erika lehnte sich wieder zurück, sagte aber nichts.
Schulterzuckend stellte Matthias das Essen auf den Tisch und setzte sich wieder zu ihnen. Schweigend aßen sie zusammen, während ab und an jemand an ihnen vorbei ging. Jedes Mal folgten Erikas Augen den Personen, als ob sie auf irgendeine Reaktion warten würde. Sabine bemerkte zwar, wenn jemand an ihnen vorbei ging, doch sie blieb nach außen hin völlig unbeeindruckt. Zumindest hoffte sie es, denn ihre innerliche Stimme blieb nicht still, während sie mit ihren Pommes beschäftigt war.
‘Ja, schaut nur genau hin. Seid ihr neidisch, weil ihr nicht den Schneid habt, mal etwas abseits der Norm zu leben? Stellt ihr euch insgeheim vor, wie es sich wohl anfühlt, wenn der Wind zwischen euren Zehen hindurch streicht? Oder verurteilt ihr mich, weil ich mich etwas traue, das ihr nicht schafft?’
Zumindest Matthias schien die Situation zu genießen. Er wirkte unbeschwert und sein Blick wanderte immer mal wieder kurz auf Sabines nackten Fuß, der sich neben dem Tisch in seine Richtung streckte.
Es dauerte keine 5 Minuten, da hatten sie alle ihre Mahlzeit beendet. Gesättigt nuckelte Sabine den letzten Rest Cola aus der Flasche, während sie einer jungen Mutter und ihrem Kind aus dem Augenwinkel hinterher sah. Die Frau hatte eine prall gefüllte Einkaufstasche in der einen Hand, ihr Kind an der anderen. Ihre Blicke trafen sich und diesmal war sich Sabine sicher, dass sie Neid in dem Blick der Frau erkannt hatte.
‘Ja, schau genau hin. Ich lebe eine Freiheit aus, die du nicht hast.’, stichelte die Stimme in ihrem Kopf und Sabine konnte dem nur komplett zustimmen. Trotzdem war da auch wieder dieses Gefühl, dass sie etwas vergessen hatte und diesmal war es besonders stark. Sie spürte diesem Gefühl nach, in der Hoffnung endlich zu ergründen, was sie da die ganze Zeit so beschäftigt. Als sie ihre leere Flasche auf den Tisch stellte, fiel endlich der Groschen.
Sie hatte heute morgen beim Frühstück in einen weitesgehend leeren Kühlschrank geschaut und hatte sich eigentlich vorgenommen zumindest ein paar grundsätzliche Lebensmittel zu besorgen.
Das hatte ihr Unterbewusstsein ihr die ganze Zeit versucht begreiflich zu machen. Eigentlich wäre das ja nichts gravierendes gewesen, doch für sie war es jetzt eine einmalige, neue Situation. Sie hatte jetzt drei Optionen:
1: Ihrer neue Lebensweise treu bleiben und zum ersten mal barfuss einen Supermarkt betreten
2: Einen Lieferdienst beauftragen, der ihr die Lebensmittel bis an die Tür bringt
3: Nach der Arbeit schnell nach Haus fahren, sich ein paar Schuhe schnappen und dann wieder zum nächsten Supermarkt fahren
Option zwei wäre zwar möglich, jedoch wusste Sabine, dass es nur einen Lieferdienst gab, der auch ihre Gegend abdeckte. Und bislang hatte sie bewusst auf ihn verzichtet, da er nicht wirklich billig war. Option drei klang im ersten Moment verführerisch, doch es würde auch einen Rückschritt in ihrer persönlichen Entwicklung bedeuten. Damit war eigentlich schon entschieden, welche Wahl sie treffen würde. Und bei dem Gedanken daran spürte sie ein angenehmes Prickeln zwischen ihren Beinen.
Neugierig, wie es weitergeht?
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Wie immer wunderbar geschrieben. Auch wenn nicht viel erotisches passiert. Trotzdem gerne weiter so