Die Heimfahrt nahm Sabine nur vage wahr, zu sehr waren ihre Gedanken mit den Geschehnissen des Tages beschäftigt. Was hatte sie nur geritten, sich zu einem derartigen Verhalten hinreißen zu lassen?
Barfuss im Supermarkt? Klar, das war kein großes Ding mehr für sie und sie hatte die Erfahrung genossen.
Das sie für ein paar Fuß-Fotos posiert hatte, nachdem sie Matthias geheime Aufnahmen bemerkt hatte, das konnte als kleine Aufmerksamkeit für ihn durchgehen, auch wenn jede andere wohl eher empört und entrüstet reagiert hätte. Für Erika wäre es vielleicht sogar ein Grund gewesen, ihre kleine Leidenschaft aufzugeben, wer weiß?
Ihr kleines Foto-Shooting im Büro sprengte definitiv den Rahmen, das musste nicht diskutiert werden. Auch wenn es nur eine Rückansicht von ihr war, die Wahrheit war, dass sie sich vor einem Arbeitskollegen an ihrem Arbeitsplatz zumindest teilweise ausgezogen hatte. Sollte Herr Voss jemals davon erfahren, würde ihr nächster Besuch beim Arbeitsamt direkt von ihm gebucht werden.
Aber die Krone hatte sie sich selbst aufgesetzt, als sie dann so gut wie nackt mit Matthias das Büro verlassen hatte. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit, jemandem auf der Straße zu begegnen, zu der späten Stunde eher gering war, es hätte sich wohl trotzdem schnell herumgesprochen, dass es hier zumindest eine Frau gibt, die sehr fragwürdig gekleidet ist. Vielleicht hätten die Leute noch vermutet, dass sie nach Arbeitsschluss noch Pornos in den Büroräumen drehen würden. Daher konnte sie nur von Glück reden, dass sie niemandem begegnet war. Trotzdem, die ganze Situation hatte sie mehr als nur ein bisschen erregt, was die warme Feuchte zwischen ihren Beinen bewies.
Ehe sie sich versah, parkte sie schon vor ihrem Haus und stürmte praktisch über die Straße, so dass das lose geknöpfte Kleid um ihre Beine flatterte. Leicht zittrig schloss sie die Tür auf und war froh, dass die Lehmanns anscheinend nicht zuhause waren. Sie wollte jetzt keinen Smalltalk führen, keine Verzögerung, ihr Körper hatte die Prioritäten ganz genau gesetzt und Sabine war nur allzu bereit zu folgen.
Noch bevor sie ihre Wohnung betrat, hatte sie bereits die letzten Knöpfe geöffnet und so fiel das Kleid bereits in der Diele achtlos zu Boden. Sofort wanderten die Hände zu ihren Brüsten ,rissen die Silikonkappen von ihren Nippeln und ließen sie direkt neben ihr Kleid fallen, damit sie sich in einer hastigen Bewegung den String vom Körper ziehen konnte. Sie beugte sich leicht in der Hüfte, um den feuchten String an ihren Beinen hinab zu führen und drückte dabei ihren Hintern heraus. Sie spürte die Kühle zwischen ihren Beinen und fuhr mit ihren Händen langsam die Beine hinauf, während sie sich wieder aufrichtete, ihre Nägel strichen kitzelnd über die gebräunte Haut.
Sobald ihre Hände die richtige Höhe erreicht hatten, fingen sie wie von selbst an über ihre Scham zu streicheln, wobei immer wieder der ein oder andere Finger ihre Schamlippen entlang fuhr oder diese auffordernd teilte, um kurz in der feuchte Wärme zwischen ihren Beinen zu verschwinden. Mal um Mal verschwanden ihre Finger, um feucht glänzend wieder zum Vorschein zu kommen und Sabine spürte, wie sich ein kleines Rinnsal an der Innenseite ihrer Schenkel bildete.
Die Versuchung, sich einfach hier und jetzt zu einem Orgasmus zu bringen, war überaus verführerisch, doch Sabine hatte andere Pläne. Mit aller Willenskraft, die sie gerade aufbringen konnte, ließ sie von sich ab und ging zielstrebig ins Schlafzimmer. Auf dem kurzen Weg konnte sie nicht anders und spielte etwas mit ihren steil aufgestellten Brustwarzen, was ihr ein gedämpftes Stöhnen entlockte. Rasch ließ sie sich auf die Knie sinken und zog ihre Spielzeugkiste unter dem Bett hervor. Mit fliegenden Fingern kramte sie durch ihre Sammlung auf der dringlichen Suche nach… ‘Hab dich!’, triumphierte sie innerlich und mit einem breiten Grinsen holte sie einen Dildo aus den Tiefen der Kiste empor. Beinahe vorsichtig hielt sie ihn in den Händen und betrachtete ihn mit einer Mischung aus Vorfreude und einer kleinen Spur Respekt. Sie hatte ihn kurz nach ihrem Einzug online gekauft, sozusagen als Symbol, das sich ihr Leben jetzt ändern würde. Endlich in den eigenen vier Wänden hatte sie mit ihm eine neue, befreite Phase einläuten wollen. Sie war noch nicht bereit gewesen, einen Sexshop zu betreten, diesen Schritt hatte sie erst später gewagt und nie bereut und hatte stattdessen Online bestellt. Als das Paket ein paar Tage später unschuldig im Treppenhaus auf sie gewartet hatte, war sie furchtbar aufgeregt gewesen. Zum einen wollte sie nicht, dass ihre neuen Nachbarn etwas von ihrer Neuerwerbung mitbekommen, zum anderen hatte sie sich seit der Bestellung mehrfach ausgemalt, wie sie sich ab jetzt ungehemmt von Höhepunkt zu Höhepunkt bringen würde. Als sie dann ihren neuen Freund ausgepackt hatte, war die Ernüchterung fast greifbar gewesen. In der Aufregung ihrer Bestellung hatte sie damals nicht auf die Maße des Dildos geachtet und er war massiver ausgefallen, als sie es erwartet hatte. Die ersten Versuche ihn einzuführen, waren nicht nach ihrer Vorstellung gelaufen. Er war schlicht einen Tick zu dick, als dass sie ihn ohne Probleme aufnehmen konnte, also hatte sie ihn in der Kiste gelassen.
Doch jetzt fühlte sie, dass es heute soweit war. Sie wollte ihn endlich in seiner ganzen Pracht fühlen. Langsam fühlte sie den hautfarbenen, geäderten Schaft entlang und drückte leicht das Material, wie um ihn geschmeidig zu kneten, fuhr mit den Fingerspitzen über die modellierte Eichel, während die andere Hand die nachgebildeten Hoden an der Basis hielt. Oh ja, heute hatte sie großes vor und ihr Freund in ihren Händen würde eine entscheidende Rolle dabei spielen. Sie leckte sich genussvoll über die Handfläche und schmeckte die Reste ihrer eigenen Säfte, bevor sie den Saugfuß des Dildos damit befeuchtete. Zufrieden drückte sie den Dildo auf das Laminat vor sich, rüttelte kurz daran und rutschte dann zufrieden auf den Knien vorwärts, bis ihre Spalte über der Eichel positioniert war.
Mit einer Hand griff sie unter sich und hielt den Dildo in Position, während sie sich langsam darauf niederließ. Sie spürte, wie die Eichel ihre Schamlippen teilten und langsam tiefer in sie eindrang, bis sie an dem bereits bekannten Punkt ankam, wo die Dicke ihres Freudenspenders sie bislang immer gebremst hatte. Doch heute sollte es anders sein, das war ihr fester Vorsatz. Ebenso langsam erhob sie sich wieder, bis die Eichel beinahe wieder aus ihr herausrutschte. Dann wiederholte sie das Spiel und senkte ihre Hüften, nur dass sie diesmal spürte, wie die glitschige Spitze sich ein bisschen tiefer in sie versenkte.
Mal um mal hob und senkte sich ihr Becken und bei jeder Bewegung drang der Dildo etwas weiter ein, während ihre eigenen Säfte das Material schmierten. Sabine spürte die Dehnung ihrer Scheide, doch wo sie früher ihre Versuche abgebrochen hatte, spornte sie dieses Gefühl jetzt nur noch weiter an. Sie erhöhte den Takt und fing an, den Dildo bei jedem Stoß etwas weiter in sich zu treiben, bis sie spürte, dass sie die breiteste Stelle bereits erreicht hatte. So weit war sie bislang noch nie gekommen und mit einem zufriedenen Lächeln fing sie wieder an ihre Brüste zu streicheln, während sie weiter auf dem Dildo ritt. Sie spürte, wie sich ein Orgasmus anfing anzukündigen und drückte ihren Körper immer tiefer, um ihn möglichst tief aufzunehmen. Das Streicheln ihrer Brüste wechselte zu einem Kneten, bei dem sie auch anfing, die Brustwarzen leicht zu ziehen und zu kneifen. Diese zusätzliche Stimulation steigerte ihr Verlangen sowie den aufkommenden Sturm in ihrem Schoß. Sabine schloss die Augen und keuchte bei jedem Stoß, der fast die gesamte Länge des Dildos in sie trieb. Sie steigerte den Takt erneut und neben ihrem eigenen Keuchen mischte sich das feuchte Schmatzen des Dildos, den sie schon fast hektisch ritt.
Als sich der herbeigesehnte Orgasmus endlich ankündigte, erhob sie sich noch einmal so weit, dass die Kunsteichel beinahe aus ihr heraus rutschte, um sich dann mit ihrem gesamten Gewicht fallen zu lassen. Das Gefühl der Hoden, die gegen ihre Schamlippen klatschten, war der Auslöser, der dem Orgasmus die Tore öffnete. Sabine warf den Kopf in den Nacken und ein erlösender Schrei löste sich aus ihrer Kehle, während die aufgestauten Wellen ihre Körper durchschüttelten. Es dauerte etwas, bis die Anspannung ihren Körper soweit verlassen hatte, dass sie erschöpft vornüber kippte und sich mit den Händen abfangen musste, wollte sie nicht mit dem Gesicht auf den Boden aufschlagen. Außer Atem hockte sie auf dem Boden, den Dildo noch immer in sich versenkt und stützte sich auf den Ellbogen ab, als ihr Unterbewusstsein versuchte, sie auf etwas aufmerksam zu machen. Sie verdrängte die Störung, waren die Nachwehen des Orgasmus doch noch immer spürbar, genau so wie das Gefühl ihres Lustspenders, der sie komplett ausfüllte. Sie war gleichermaßen stolz und erstaunt, endlich in seinen Genuß gekommen zu sein und ihn dann auch noch in seiner Gesamtheit aufgenommen zu haben. Bei jedem ihrer tiefen Atemzüge bewegte sich der Dildo ganz sacht in ihr, als wenn er sie zu einer zweiten Runde auffordern wollte.
‘Wenn ich schon so nett gefragt werde…’, grinste Sabine in den Raum und wollte sich gerade in Position bringen, als sie das Geräusch einer schließenden Tür hörte. Sie ordnete es als unbedeutend ein, im Moment hatte sie etwas besseres zu tun als sich um ihre heimkehrenden Nachbarn zu kümmern. Ihre Hand strich sanft über ihren Schamhügel und näherte sich langsam mit suchenden Fingern ihrer Perle, als sie in der Bewegung erstarrte.
‘Die Tür… wie kann ich die Tür hören.’ Die Gedanken brachen sich ihren Weg durch ihren noch immer leicht schwummerigen Kopf und als sie die Bedeutung realisierte, war es, als wenn ihr ein Eimer eiskaltes Wasser über den Körper geschüttet worden wäre. Ihre Wohnung hatte die herausragende Eigenschaft, alle Geräusche fast vollständig zu dämpfen, selbst wenn sie den Fernseher voll aufdrehen würde, ihre Nachbarn würden davon nichts mitbekommen. So hatte sie in der Vergangenheit ihren kleinen Spielchen frönen können, ohne zu befürchten, dass verräterische Geräusche zu ihren Nachbarn durchdringen. Dass sie also jetzt eine Tür gehört hatte, war also praktisch unmöglich. Es sei denn…
Vorsichtig kroch Sabine auf allen vieren vorwärts und lauschte auf alle verdächtigen Geräusche. Doch momentan hörte sie nur das leise Brummen des Kühlschranks, gepaart mit dem feuchten Schmatzen, als der Dildo Stück für Stück aus ihr gezogen wurde. Das Gefühl das sie verspürte, als der Kunstschwanz sich langsam aus ihr zurückzog, kämpfte gegen ihre Aufregung um die Vorherrschaft und als die Eichel aus ihr heraus flutschte, konnte sie ein gedämpftes Stöhnen nicht unterdrücken.
Noch immer kriechend spähte sie aus dem Schlafzimmer in den Flur, doch es war niemand zu sehen oder zu hören. Alles machte einen normalen Eindruck. Ermutigt stand Sabine auf und schlich auf Zehenspitzen den Flur entlang zu ihrer Haustür. Auch hier sah alles normal aus, abgesehen von ihrer achtlos abgelegten Kleidung. Vorsichtig ging sie zur Haustür und drückte mit der Hand dagegen, doch sie war fest verschlossen und bewegte sich keinen Millimeter.
“Muss meine Einbildung gewesen sein.”, murmelte sie vor sich hin und wollte gerade wieder zurück gehen, als sie im einfallenden Sonnenlicht etwas bemerkte. Auf dem Boden waren vage Spuren zu sehen. Sabine ging in die Hocke, um einen besseren Blick zu bekommen und sah die Flecken, die von ihrer auslaufenden Muschi stammten.
Verschmitzt lächelnd betrachtete sie die Spur, die sich in Richtung Schlafzimmer zog, doch dann sah sie eine andere, nicht sehr ausgeprägte zweite Spur, die in die gleiche Richtung führte. Doch diese Spur war von einem beschuhten Fuß zurückgelassen worden, sie konnte zumindest ansatzweise ein Profil ausmachen. Und da sie jetzt schon seit einiger Zeit nur barfuß unterwegs war, konnte es nur bedeuten, dass jemand anders in ihrer Wohnung gewesen war.
‘Nein, dass jemand kurz nach mir hier war, zusammen mit mir. Und womöglich noch immer hier ist…’
Mit einem Sprung war sie wieder auf den Beinen, rannte in die Küche und zog ein großes Kochmesser aus dem Messerblock. Wer sich auch immer hier versteckte, er sollte kein leichtes Spiel mit ihr haben. Zittrig, mit dem Messer in beiden Händen, ging sie von Raum zu Raum und prüfte jedes mögliche Versteck auf den Eindringling. Sie ging sogar so weit und riss die Schränke auf, in der Erwartung, dass eine Gestalt darin auf sie warten würde.
Doch egal wo sie auch suchte, es war niemand zu finden. In der Gewissheit, dass sie tatsächlich allein und sicher war, legte sie das Messer zurück und überlegte, was sie jetzt tun sollte. Kurz war sie versucht die Polizei zu rufen, schließlich hatte es ja einen Einbruch gegeben, auch wenn nichts gestohlen worden war. Doch außer dieser Spur von Schuhabdrücken konnte sie nichts vorweisen und auch die Erklärung der Situation stellte sie äußerst kompliziert vor.
‘Ja Herr Wachtmeister, ich war da also in meinem Schlafzimmer und hab diesen Dildo, ja genau den, der da vorne steht, also ich war gerade dabei, dieses Teil wie wild in meine Muschi zu rammen und da muss jemand in meine Wohnung gekommen sein. Sehen Sie da, man kann noch die Spuren am Boden erkennen, wo er lang gegangen ist. Wie? Nein, von mir können die gar nicht sein, weil ich schon lange nur noch barfuß laufe, das macht doch Sinn, oder?’
Nein, das wäre wohl keine wirkliche Option, dessen war sie sich sicher. Aber zumindest könnte sie die anderen Fragen, ob jemand etwas bemerkt hatte. Auf diesem Weg könnte sie auch dafür sorgen, dass die anderen ein wachsames Auge haben würden.
Mit diesem Entschluss trat Sabine in den Hausflur und machte sich auf den Weg zu den Wendts in der Etage über ihr. Insgeheim war sie froh, dass hier nur insgesamt drei Wohnungen waren, auch wenn es sich um ein ernstes Thema handelte, hatte sie kein Interesse, z.B. zehn oder mehr Parteien zu besuchen.
Sie drückte zweimal kurz auf die Klingel und wartete leicht ungeduldig vor der verschlossenen Tür.
‘Hoffentlich ist auch jemand da.’, dachte sie sich und tappte unruhig mit dem Fuß auf den Boden. Bei dem Geräusch, das ihrer nackten Sohle auf den Fliesen machte, wurde ihr erst wieder bewusst, das sie gerade dabei war ihren Nachbarn über einen Einbruch zu informieren, und das während sie komplett nackt und es wahrscheinlich auch unschwer zu erkennen war, das sie erst vor kurzem noch Sex gehabt hatte, wenn auch nur mit einem Dildo.
Nun gut, das mit der Nacktheit war ja zum Glück kein Thema mehr, aber sie hätte sich doch gerne etwas zurechtgemacht. Sie wollte sich gerade abwenden, um sich zumindest kurz mit einem nassen Waschlappen zu reinigen, als die Tür geöffnet wurde. Uwe sah sie verlegen an und wirkte, als wäre ihm die Situation peinlich.
‘Was hat er? Bei unserer letzten Begegnung im Treppenhaus war doch alles in Ordnung gewesen.’, grübelte Sabine, doch das war etwas, das sie auch später noch in Erfahrung bringen konnte.
“Hallo Uwe.”, brach sie das Schweigen. “Tut mir leid, wenn ich störe, aber ich glaube, da war heute jemand in meiner Wohnung und ich wollte fragen ob…”
Sie konnte sehen, wie ihm das Blut ins Gesicht schoss und ehe sie wusste, was los ist, sprudelten die Worte nur so aus ihm heraus.
“Es tut mir so leid, es ist alles meine Schuld. Ich wollte es gar nicht, aber… weisst du… ich bin da also auf dem Weg nach oben und…”
Sabine hob beschwichtigend die Hände.
“Hey, jetzt mal ganz langsam. Atme mal tief durch und fang von vorne an, aber ganz ruhig.”
Uwe nickte dankbar, holte einmal tief Luft und fing an zu erzählen.
“Ich wollte nach Hause gehen und bin im Treppenhaus, als ich bemerke, dass deine Tür sperrangelweit offen steht. Soweit ist das ja nichts schlimmes, wir lassen die Tür auch immer auf, wenn wir mal in den Keller müssen oder zum Briefkasten. Ich hab dann aber im Vorbeigehen gesehen, dass deine Sachen einfach im Flur lagen und das kam mir irgendwie verdächtig vor. Also hab ich angeklopft und nach dir gerufen, doch es kam keine Reaktion. Wie gesagt, ich bin davon ausgegangen, dass du im Keller bist und wollte weitergehen, da hab ich, ich sag mal, Laute gehört, die irgendwie merkwürdig waren. Also bin ich vorsichtig rein, es hätte ja sein können, das ein Notfall, irgendwas medizinisches, du weißt schon.”
Sabine hörte die Erläuterung und in ihrem Magen bildete sich ein kalter Klumpen. Hatte sie wirklich in ihrem Eifer vergessen, die Tür hinter sich zu schließen?
Doch Uwe war mit seiner Erzählung noch nicht am Ende: “Ich gehe also weiter, gedanklich sehe ich schon wie du mit einem epileptischen Anfall oder so auf dem Boden liegst, und dann… warst du zwar auf dem Boden, aber es war ganz eindeutig kein Anfall, den du da hattest.”
Der kalte Klumpen in ihrem Magen breitete sich aus und ihre Knie wurden leicht zittrig. Hatte ihr Unterbewusstsein ihr versucht, das zu sagen, dass sie dabei beobachtet wurde, wie sie sich zu ihrem Orgasmus gesteigert hatte?
“Ich bin dann direkt wieder raus und hab die Tür zugemacht. Ich dachte, dass du mich wahrscheinlich nicht bemerkt hast und ich wollte auch nicht, dass du mich siehst, weil… nun ja… du verstehst”
Uwe war damit am Ende seiner Erklärung angekommen. Sabine stand mit offenem Mund vor ihm und konnte es nicht fassen. Sie hatte es so eilig gehabt, sich die lang ersehnte Erleichterung zu verschaffen, dass sie daraus unwissentlich eine Art Peep-Show gemacht hatte. In Ihrem Kopf spielte sie das ganze nochmal ab, sie, wie sie auf dem Boden hockte und den Dildo ritt und dabei ihre Brüste knetete, wild keuchend und stöhnend. Und dann Uwe, wie er keine zwei Meter von ihr entfernt steht und sich das Schauspiel ansieht, dass sich bietet. Fassungslos hockte sie sich hin und umfasste ihre Knie.
“Ich bin ganz schnell raus, das kannst du mir glauben.”, versuchte Uwe sie zu beruhigen, doch seine Worte drangen wie durch Watte an ihre Ohren.
Es reichte nicht, dass sie sich nackt im ganzen Haus aufhalten konnte, ohne dass ihre Nachbarn dagegen Einwände hatten. Oh nein, sie waren mehr als bereit sie zu unterstützen, das hatten sie alle gesagt. Und jetzt, als wenn das nicht mehr für sie reichen würde, lieferte sie so eine Show ab. Als wenn sie sagen wollte: ‘Seht her, ich bin ein geiles Luder und besorge es mir vor euer aller Augen. Na los, genießt die Show.’
Sie beide blieben still, Sabine hockte wie ein kleines Kind da und blickte ins Nichts, Uwe stand unsicher vor ihr und wusste nicht, was er tun sollte.
“Hättest du es mir gesagt?”, fragte Sabine leise.
“Was meinst du?”, wollte Uwe wissen.
“Hättest du mir von dir aus gesagt, was passiert ist? Oder hättest du so getan, als ob nichts gewesen wäre?”, präzisierte Sabine die Frage und sah zu ihm hoch.
Uwe kratzte sich an der Wange und überlegte eine Zeitlang.
“Wenn du es nicht bemerkt hättest, hätte ich womöglich nichts gesagt. Zu niemanden, das möchte ich noch klarstellen.”, sagte er und Sabine glaubte seinen Worten.
Wie sollte man so etwas auch zur Sprache bringen? Bei ihrer nächsten Begegnung im Flur, oder wenn man sich bei den Lehmanns zum Kaffee trifft? ‘Ach übrigens Sabine, mach doch bitte das nächste Mal die Tür zu, bevor du dich selbst befriedigst, ja? Dein Gestöhne war ja im ganzen Haus zu hören.’
Ja, wahrscheinlich hätte sie ebenso reagiert und so getan, als wenn nichts gewesen wäre. Mit einem Seufzer stand Sabine wieder auf und Uwe sah sie erleichtert an.
“Ok. Danke, dass du ehrlich warst und mir alles gesagt hast. Jetzt muss ich das erstmal verdauen.”, meinte Sabine.
“Natürlich, natürlich. Ich hoffe, zwischen uns ist alles noch in Ordnung?”, fragte Uwe und Sabine nickte die Frage ab.
“Von meiner Seite ja, es ist ja…”, ihre Stimme versagte. ‘Es ist ja nichts passiert’, passt hier nicht wirklich, es war definitiv etwas passiert und sie musste jetzt erstmal schauen, wie sie das verarbeiten würde.
“Dann… ist gut, ich verstehe.”, quittierte Uwe ihre Aussage und sie war sich sicher, dass er es nicht völlig verstehen konnte, dazu war die Situation zu speziell gewesen.
“Dann danke nochmal und hab einen schönen Abend.”, verabschiedete sich Sabine und bereute die Worte fast direkt wieder, als sie sie aussprach. Uwe hingegen war schlau genug, einfach nichts zu sagen und einfach nur zu nicken, bevor er die Tür wieder schloss. Ein ‘Du auch’ wäre das schlimmste gewesen, was er hätte erwidern können.
So trottete Sabine die Stufen hinab, in Gedanken noch immer bei der Szene, die sie geboten hatte. Wie konnte sie es nicht bemerkt haben, dass sich jemand direkt vor ihr befunden hatte? Obwohl, bemerkt hatte sie es ja, aber sie hatte dem keine Beachtung geschenkt.
In ihrer Wohnung pickte sie die achtlos weggeworfene Kleidung auf und trug sie ins Schlafzimmer. In der Tür sah sie auf den Dildo hinab, der noch immer leicht glänzend auf dem Laminat pappte. Hier etwa muss er gestanden haben, während sie den Dildo geritten hatte, ihre Umgebung völlig ausgeblendet.
“Alles deine Schuld.”, sagte sie anklagend und trat leicht gegen den Dildo, der daraufhin hin und her schaukelte. Nein, es war gänzlich ihre Schuld und das wusste sie auch. Sie konnte eigentlich von Glück reden, dass das Ganze doch keine ernsthaften Konsequenzen gehabt hatte. Zwar würde sich das Verhältnis zwischen Uwe und ihr sich wahrscheinlich in nächster Zeit etwas komisch anfühlen, doch verglichen mit ihrer anfänglichen Befürchtung eines Einbruchs, war das ein akzeptabler Preis.
‘Wie muss es wohl für ihn ausgesehen haben?’, überlegte Sabine. Der Gedanke bewirkte ein erneutes leichtes Kribbeln bei ihr. War sie so ein verruchtes Luder, das sie es sich vor ihren Nachbarn besorgen musste? Oder vor wem sonst noch?
Nachdenklich starrte sie auf den noch immer wippenden Dildo, während sich eine Idee in ihrem Kopf bildete. Sollte sie es wirklich…? Neugierig war sie ja schon. Also warum eigentlich nicht. Schnell holte sie ihr Handy aus der Bürotasche und lehnte es gegen den Türrahmen. Kurz prüfte sie die Ausrichtung und nach einem kleinen Zögern startete sie die Aufnahme.
“Runde zwei”, flüsterte sie und ging zu dem wartenden Dildo.
Neugierig, wie es weitergeht?
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