"Wie schwer kann es eigentlich sein, Ohren zu zählen?" Ursula trommelte mit den Fingern auf die Steintheke und fixierte diese tiefenentspannte Schnecke von einem Sachbearbeiter der Abenteurergilde.
"Er macht auch nur seinen Job", hielt Onael dagegen und zog das gelockerte Lederband ihrer Dolchscheide am Oberschenkel fest.
Walter Stein, seit achtzehn Jahren Sachbearbeiter für Monsteridentifikation bei der Gilde, schluckte seinen Ärger hinunter. Mal wieder. Was ihn betraf, waren alle Abenteurer gleich. Erst letzte Woche hatte so ein Hirni versucht, ihm ein gewöhnliches bemaltes Ei als Basiliskenei zu verkaufen. Von der Belohnung überzeugt, hatte der junge Herr offenbar erst nach Annahme der Quest begriffen, dass Basilisken verdammt gefährliche Biester waren. Das mit dem versteinernden Blick war ihm wohl ebenfalls erst aufgegangen, als er vor der Höhle den Steingarten mit seinen täuschend echten Statuen entdeckte und im Schatten dahinter zwei böse, rot leuchtende Augen aufblitzen sah.
Ursula schnaubte. Der Kerl war einfach nicht aus der Ruhe zu bringen. Onael trat näher, stemmte die Hände in die Hüften und sah Ursula streng an. "Lass ihn seine Arbeit machen. Oder sehnst du dich nach Richter Wilbers?"
Die Nasenflügel der Paladinin weiteten sich. Aus schmalen Augenschlitzen musterte sie diesen seelenlosen Verwaltungsgolem. Wenn sie ihm stark genug auf den Hinterkopf schlüge, fielen ihm womöglich die Dienstvorschriften aus dem Mund, die ihn am Leben hielten.
Walter schob das geprüfte Ohr beiseite, nahm das nächste und hielt es gegen das Licht. Er war nicht immer so gewesen. Als junger Mann hatte er selbst Abenteurer werden wollen. Ursprünglich. Aber ein Pfeil im Knie hatte ihm diese Karriere ausgestochen. Nun war er hier und begutachtete mal blutige, mal zerfetzte, aber immer übelriechende Zeugnisse dieser wandernden Aushilfsschlachter, die ihm seinen Job erklären wollten. Er selbst hatte das Schlachterhandwerk wenigstens von der Pike auf gelernt, was ihm am Ende diese Anstellung eingebracht hatte. Gutes Gold für gute Nerven.
"... siebenundzwanzig ... achtundzwanzig ..." Akribisch zählte er die Goblinohren und betrachtete dabei jedes einzelne mit gebührender Skepsis.
Ursulas Blutdruck stieg genau wie die Zahlen, nur schneller. Ihr rechtes Unterlid zuckte.
Walter hatte keine Probleme mit Regeln. Allerdings war er alt genug, um zu wissen, dass Regeln selten ohne Ausnahmen daherkamen. Von den Ausnahmen von den Ausnahmen ganz zu schweigen. Diese unnötigen Verkomplizierungen gestalteten sein Leben deutlich interessanter, als ihm lieb war. Selbst der Vizegildenmeisterin Roswita Kent, die sich sehr wohl mit den Vorzügen einer ordentlichen Verwaltung auskannte, kamen viel zu oft verschachtelte Nebensätze über die Lippen, die ihn regelmäßig erschaudern ließen.
"... neunundzwan..." Walter stockte. Er legte Nummer neunundzwanzig auf den Tresen und stupste das Ohr mit dem Zeigefinger an.
Ursula zog die Brauen zusammen. Was sollte das? Wollte er prüfen, ob es noch lebte? Befürchtete er, es könnte jeden Augenblick davonlaufen?
"Das ist ein rechtes Goblinohr", monierte er und zeigte streng auf den stinkenden, blutigen Fleischklumpen vor ihnen. Ursulas ungläubigem Blick begegnete er mit dem sicheren Wissen, dass die Fakten unumstößlich auf seiner Seite standen.
"Na und?" Ursula baute sich auf und zeigte schulterzuckend ihre offenen Handflächen. "Ohr ist Ohr."
"R-E-C-H-T-E-S Ohr ist kein L-I-N-K-E-S", buchstabierte Walter überdeutlich, als hätte er es mit einer Idiotin zu tun. Er musste die Monster nicht nur identifizieren, sondern auch deren Anzahl und Authentizität bestätigen. Außerdem musste er die Gildenaufträge bis ins Detail, Buchstabe für Buchstabe, berücksichtigen.
Ursula zog die Stirn kraus. Ihre offenen Hände schlossen sich zu Fäusten. Onael trat sofort näher und hielt sie am Arm. Weniger, um ihre Kameradin zu unterstützen, als vielmehr, um Walter Stein vor ihr zu beschützen. Sie hatte keine Lust, den Vormittag schon wieder in der Hauptwache zu verbringen.
"Willst du wieder sieben?", rief Onael sie zur Ordnung.
Ursula ignorierte sie, nahm das R-E-C-H-T-E Ohr und hielt es sich vor den Mund. "Ich weiß, dass das ein R-E-C-H-T-E-S Ohr ist."
Walter nahm ein L-I-N-K-E-S Ohr vom Stapel und hielt es seinerseits vor den Mund. "R-E-C-H-T-E Ohren werden nicht bezahlt." Er schob den Questauftrag über die Theke und zeigte auf die entsprechende Stelle.
Onael fragte sich, ob das Meeresrauschen aus den hohlen Dickschädeln einen räumlichen Effekt bekäme, wenn sie sich deren Köpfe an die Ohren hielte. Andererseits ... diese einfach mal zünftig aneinanderzuschlagen. Der Gedanke gefiel ihr.
Ursula konnte sich nicht entscheiden, was sie Walter zuerst in den Hals schieben wollte: das R-E-C-H-T-E Ohr oder den Questauftrag.
"Sie hätten dem Goblin das andere Ohr abschneiden müssen", erklärte Walter unnachgiebig.
Onael musste an Richter Wilbers denken. Dessen beste Eigenschaft war, justiziable Vorfälle nicht unnötig in die Länge zu ziehen. Er kam immer sehr schnell zu seinen Urteilen. Mit langen Wartezeiten war nicht zu rechnen. Das Ausziehen dauerte meistens länger.
"Und wie ...", setzte Onael an und drängte sich vor Ursula. Ihr jetzt das Reden zu überlassen, wäre definitiv die Eintrittskarte zur Wilbers-Show gewesen. Erste Reihe. Ehrenplätze. "... wie soll man ein linkes Ohr abschneiden, wenn es komplett verbrannt ist?"
"Da bin ich überfragt." Sachbearbeiter Walter Stein verschränkte die Arme. "Aber es wäre vielleicht hilfreich, die Goblins von der anderen Seite anzugreifen."
"Wie viel?" Ursula sprach plötzlich sehr, sehr leise, und Onael wurde plötzlich sehr, sehr kalt.
"Vierzig", kam die prompte Antwort. "Steht doch so im Questauftrag." Walter tippte erneut auf die entsprechende Stelle.
Onael griff reflexartig nach dem Papier, nahm es Walter aus der Hand und zeigte ihm die Passage mit dem zusätzlichen Kopfgeld. Für jeden getöteten Goblin wurde ein Bonus ausgelobt.
Walter nahm das Pergament wieder an sich und studierte es mit gesenkten Brauen. Ursula studierte Walter mit gesenkten Brauen.
"Aber da steht Kopfgeld, nicht Ohrgeld." Walter machte niemals Witze. Er hatte vor Jahren vergessen, was ein Witz war.
Onaels Reflexe waren gut, aber Ursula war kräftiger. Die Waldläuferin wollte noch einschreiten, wurde jedoch von der Paladinin entschieden zur Seite geschleudert. Bereits mit beiden Armen und einem Bein auf dem Tresen wollte Ursula gerade mit Herrn Sachbearbeiter Walter Stein das Für und Wider umgangssprachlicher Begriffe und ihrer Auslegung erörtern. Die Argumente dafür lagen bereits in ihren Händen.
Plötzlich kühlte die Hitze des Moments rapide ab.
Eine elegante Frau mit strenger Aura näherte sich der Truppe. Selbstbewusst, hüftschwingend und mit versteinerter Miene zog sie alle Aufmerksamkeit auf sich. Ursula stieg augenblicklich von der Theke. Walter Stein stand unverzüglich stramm.
Onael hingegen musterte die Frau aufmerksam. Sie hätte schwören können, dass sich unter deren Füßen Raureif bildete. Das unerschöpfliche Portfolio an beeindruckender Arroganz imponierte ihr.
Ihr schwarzes Kleid folgte dem formellen Schnitt der Gilde und bestand aus raffiniert verflochtenen Stoffbahnen. Eine davon umschloss den Nacken, bedeckte die Brüste und führte hinab zum breiten Stoffgürtel an den Hüften. Von dort verlief eine schmale Bahn über ihren Hintern und verdeckte dürftig die Pofalte. Eine zweite tat vorn dasselbe mit ihrer Scham.
Anstelle der üblichen Abenteurerstiefel trug sie hochhackige, kunstvoll verzierte Sandalen. Ihr schwarzes Haar war streng zu einem Dutt hochgesteckt. Auf ihrer Nase saß eine schwarze Hornbrille, an deren Bügeln silberne Kettchen herabhingen.
Wenn gute Laune und Ausgelassenheit sichtbare Substanzen gewesen wären, hätte man beobachten können, wie sie in ihrer Nähe angezogen, zu dünnen Fäden geschreddert und schließlich schreiend im Ereignishorizont ihrer Ernsthaftigkeit verschwunden wären.
Roswita Kent.
Vizegildenmeisterin, Klerikerin des Tempels der Zucht. Ein Orden, dessen Angehörige sämtliche Formen der Disziplin nicht nur für erstrebenswert hielten, sondern darin den einzig möglichen Weg sahen, das Sein an sich zu rechtfertigen.
Schwarzes Kleid. Schwarze Hornbrille. Schwarzer Humor.
Sich mit Roswita anzulegen, gehörte zu jenen wirklich dummen Dingen, die man sich im Leben nie zweimal traute. Sie beherrschte alle Tricks: die unbequemen, die bösartigen und die wirklich miesen.
Sie zog eine Spur aus unerfüllten Begierden und beklemmender Verzweiflung hinter sich her.
Männliche Abenteurer waren davon überzeugt, ihnen verdorrten die Hände, wenn sie sie ungefragt berührten.
Tatsache war, dass sie dafür genug Nekromantie beherrschte.
Sie konnte Erschlaffungen allein durch Handauflegen heilen.
Roswita schaute zu Walter.
Dieser prüfte den Questauftrag noch einmal und stellte fest, dass er etwas übersehen hatte. Das rechte Ohr wurde als linkes anerkannt, und bei der Berechnung von Kopfgeldern galten Ohren als hinreichender Nachweis.
Ursula sah, wie sich sämtliche Einwände gegen ihre Abrechnung mit einem Mal auflösten. Sie fühlte sich in ihrem Recht bestätigt. Das würde diesem Walter eine Lehre sein.
Onael studierte noch immer die hauchzarten Nuancen in der Mimik der Vizegildenmeisterin. Etwas daran machte ihr Sorgen. Irgendetwas fühlte sich falsch an.
Roswita schnippte ungehalten. Zwei Männer der Stadtwache, die ihren freien Tag eigentlich in der Trinkhalle der Abenteurergilde hatten genießen wollen, fanden sich unvermittelt wieder im Dienst. Dabei war Frau Kent ihnen gegenüber überhaupt nicht weisungsbefugt.
"Sie werden die Damen zur Stadtwache bringen und den Vorfall schildern. Richter Wilbers wird wissen, wie mit ihnen zu verfahren ist. Wenn Sie zurückkommen, warten ein gutes Essen und eine angemessene Menge Alkohol auf Sie."
Zum Teufel mit dem Weisungsrecht. Bauch vollschlagen und Freibier. Die Wachmänner waren sich einig.
Ursula wollte gerade etwas sagen, da wurde sie von Onael am Arm gepackt. Dem Blick der Elbin entnahm die Paladinin, dass es diesmal wohl tatsächlich besser wäre, einfach mal die Klappe zu halten.
Sachbearbeiter Walter Stein griff emotionslos unter seine Theke und holte zwei ordentlich geputzte und gefettete Gefängnisgeschirre hervor. Natürlich mit den dazu passenden Zuchtschuhen. Dann füllte er das Formular A38 zur Bestätigung der ordnungsgemäßen Übergabe von Questgegenständen aus.
"Na los", sagte einer der Wachmänner. "Ursula, Onael, ihr kennt das doch. Runter mit den Klamotten. Ihr bekommt jetzt etwas Schönes Neues zum Anziehen."
Onael kniff die Augen zusammen und sah zu Ursula. Eigentlich hatte sie die an Roswita beobachteten Feinheiten sofort vor dem Spiegel in ihre erweiterten Arroganzübungen einbauen wollen. Doch daraus wurde nun nichts, weil Ursula ihnen zwei Tickets für die Richter Wilbers-Show verschafft hatte. Erste Reihe.
Ursula kochte vor Zorn, doch Roswita war eine Nummer zu groß. Widerwillig schluckte sie ihren Ärger hinunter und begann, die Schnallen ihres gepanzerten Harnischs zu lösen.
Onael riss völlig unelbisch ihre Jacke auf, schlüpfte aus den Ärmeln und knallte das Leder auf die Theke. "Herzlichen Glückwunsch! Du hast gewonnen. Bist du jetzt glücklich?" Sie zog die Koppel aus den Schlaufen ihrer engen Lederhose und fing Langschwert und Kampfdolch auf, bevor diese sich lösten. Den Blick hielt sie fest auf Ursula gerichtet.
Ebenso entschieden donnerte der schwere Harnisch der Paladinin gleich neben die Jacke auf die Theke. Angepisst hielt Ursula Onaels Blick stand. "Und wie lange gedachtet ihr, werte Frau Elbin, euch noch über die genaue Definition von Köpfen und Ohren auszutauschen?" Ursula zog den Gürtel aus den Schlaufen ihres gepanzerten Minirocks. Die stahlbewehrten Riemen aus dickem Leder klackten gegeneinander, als wollten sie ihren Standpunkt flankierend bestätigen.
Onael öffnete die Knöpfe ihrer Lederhose und zog sie bis knapp über die Knie herunter. Sie hatte sich erst vorgestern beim Magieweber die Schamhaare rasieren lassen, weshalb nur ihre blanke Spalte mit der kleinen Fuge zu sehen war. "Lange genug, um die Eintrittskarten zur Wilbers-Show zu vermeiden."
"Frau muss tun, was eine Frau eben tun muss." Ursulas Langschwert, ihr Dolch und der gepanzerte Minirock landeten neben Onaels Ausrüstung auf der Theke. Nun trug die Paladinin nur noch ihre bis knapp über die Knie reichenden Stahlbeinschienen und ihre Schuhe. Bei ihr standen die Schamhaare noch in voller Pracht, weil sie erst in einer Woche einen Termin beim Weber hatte.
"Und dazu gehört, sich auszuziehen, sich fesseln zu lassen und mit nacktem Arsch zur Stadtwache zu marschieren?" Onael beugte sich herunter und löste die Verschnürung ihrer Stiefel.
"Wir haben wenigstens unser Gold." Ursula stellte einen Fuß auf einen Hocker und öffnete die Schnallen ihrer Beinschienen.
"Dumm nur, dass wir gerade keine Taschen haben, um es wegzustecken." Hose und Stiefel der Waldläuferin landeten auf Walters Theke. Sie hob die Arme und band sich die Haare zu einem Pferdeschwanz.
Die Paladinin knallte schnaubend Beinschienen und Stahlstulpen auf die Theke.
"Dann stecken wir uns das Gold eben bei der Rückkehr in unsere Börsen."
Onael nahm Haltung an und streckte den Nacken. Tomasz trat hinter sie und musste die Hände etwas höher nehmen, um ihr die Halskrause des Gefangenengeschirrs umzulegen. Das Leder drückte leicht gegen ihren Kiefer. Routiniert legte sie die Hände knapp oberhalb ihres Pos auf den Rücken.
"Bleibt nur zu hoffen, dass unsere ... Börsen ... bis dahin nicht überlaufen."
Horge justierte Ursulas Krause und schob einen Finger zwischen Hals und Leder. Sie schluckte kurz, drehte den Kopf und sah wieder zu Onael. Die Handgelenke legte sie knapp oberhalb ihres herausgestreckten Hinterns auf den Rücken.
"Überlaufen erscheint mir bei dir nicht das Problem. Eher auslaufen."
Die streitbaren Kameradinnen tauschten vernichtende Blicke aus. Das Thema war noch nicht beendet. Tomasz und Horge legten ihnen die Manschetten um die Handgelenke. Die Verbindungsriemen zu ihren Halskrausen verhinderten, dass sie Taille, Hüften oder Po erreichen konnten. Ihre spitzen Ellenbogen rieben aneinander, während die Männer die Schnallen festzurrten.
Die armen Kerle atmeten ein und entlüfteten ihre Lungen langsam und kontrolliert. Selbst wenn beide Damen ihre Schenkel eng zusammenführten, blieb der Spalt unterhalb ihrer Pofalte noch offen. Durchtrainiert traf es nicht einmal im Ansatz. Die langen Beine der Waldläuferin und das wohlgeformte Becken der Paladinin zogen die Blicke der beiden Männer an, ob sie wollten oder nicht.
Die Ordnungskräfte drehten die beiden Frauen an den Ellenbogen herum, gingen vor ihnen auf die Knie und stellten ihnen die Zuchtschuhe vor die Füße. Ursula und Onael verzogen die Gesichter. Sie hassten diese Schuhe. Sie waren unbequem, immer etwas zu eng und hatten vor allem viel zu hohe Absätze. Und alles nur, damit die geilen Scheißkerle ihnen besser von hinten auf die Fotzen gaffen konnten.
"Scheiße, sind die eng!", fluchte Ursula, als Horge ihr in den Zuchtschuh half. Sie hatte das Bein angehoben und hielt den Fuß nach unten gestreckt. Horge half ihr beim Einfädeln. Seine freie Hand stützte sie an der Innenseite ihres Oberschenkels.
"Du wolltest es ja nicht anders", zischte Onael und hob ihrerseits ein Bein. Tomasz hielt sie an Fuß und Wade stabil.
"Warum sind die Dinger so steif?", fragte Ursula, als Horge die Schnallen um ihre Gelenke festzog. Sie bog ihr Knie etwas nach innen und schaute seitlich an sich herab.
"Pfft." Onael verdrehte die Augen. Tomasz hatte ihr den ersten Schuh angelegt und klopfte vorsichtig gegen ihren Oberschenkel. Ziemlich weit oben.
"Was?" Ursula kam wieder in Rage. Was hatte dieses elbische Miststück jetzt schon wieder? Horge hatte sich erhoben und hielt sie an der Taille, damit sie in den zweiten Schuh einsteigen konnte.
"Man könnte meinen, du übst schon an deinem Plädoyer." Onael schaute kopfschüttelnd links und rechts an sich herab. Ihre Füße steckten nun beide in den Schuhen. Tomasz hielt sie noch ein wenig an der Hüfte. "Warum sind die Dinger so steif?", äffte Onael Ursula nach und wandte den Blick ab.
Horge und Tomasz gingen in Deckung. Zum einen war es auf Tauchstation gerade sehr viel sicherer, zum anderen mussten sie ohnehin die Schnallen der Zuchtschuhe schließen. Amüsiert sahen die beiden sich an, schlossen mitunter die Augen und zogen die Schultern ein, als fiele eine Lawine auf sie herab.
"Ich meinte die Schuhe! Warum sind die Schuhe so eng und nicht das, was du dir wieder einbildest." Ursula achtete nicht auf Horge, sondern beugte sich leicht zu Onael, als wolle sie ihr die Worte direkt in die spitzen Ohrmuscheln drücken.
"Na klar meintest du die Schuhe, was denn auch sonst. Ist ja nicht so, als wären wir gleich wieder einmal bei Richter Wilbers. Aber da bist du ja auch gleich an der richtigen Adresse. Kannst ihn ja mal fragen, warum die Dinger so steif sind." Onael richtete ihren Oberkörper ebenfalls stärker zu Ursula aus.
Horge und Tomasz erhoben sich mit schmerzverzerrten Gesichtern. Auch sie standen etwas vorgebeugt, allerdings aus anderen Gründen als die streitenden Damen.
Ursula und Onael setzten sich in Bewegung. Widerwillig staksten sie in diesen Folterinstrumenten umher, die man ihnen als Schuhe verkaufte. Die obligatorischen Klapse auf ihre Hintern quittierten sie mit halbherzigen Ausweichbewegungen ihrer Pos. Horge und Tomasz hielten nur noch die Hände hin und genossen es, wie die straffen Rundungen über ihre Handflächen strichen.
Routiniert und sehr berechnend streckten die beiden Damen beim Gehen ihre Gesäße noch etwas weiter heraus. Ursula und Onael sahen sich an. Schweigend. Sie stritten nicht mehr.
Das Gefühl der Ohnmacht kroch ihnen langsam in die Schöße. Nackt und wehrlos dem Drängen der sanften Hände an ihren Hintern folgen zu müssen. Sie gingen noch mehrmals gemeinsam mit Horge und Tomasz vor Walters Theke auf und ab. Ihre Atemfrequenz erhöhte sich leicht, und irgendwie gehörten die Hände plötzlich dazu.
Roswita sah skeptisch auf die ausgebeulten Hosen der Männer. Tomasz und Horge hatten Erfahrung, aber Onael und Ursula ebenfalls. Sie wussten genau, was Männer scharf machte, und rächten sich auf ihre Weise am System. Die Kerle zeigten bereits erste Anzeichen von Konzentrationsschwäche. Die Klerikerin gedachte nicht, es den Damen zu einfach zu machen. Ein kleines Räuspern sicherte ihr die Aufmerksamkeit aller Anwesenden. Souverän trat sie auf die angeschlagenen Männchen zu, blieb dicht vor ihnen stehen und musterte kritisch ihre Beulen.
Mit einem Mal änderte sich ihre Mimik. Verständnisvoll, fürsorglich, geradezu mütterlich hauchte sie ihnen "Einatmen ... ausatmen ... einatmen ... ausatmen ..." entgegen, während sie vorsichtig die Knöpfe ihrer Hosenlatzen öffnete. Ihr war sehr wohl klar, dass die beiden vollkommen überreizt waren und bereits eine scharfe Böe genügt hätte, um sie augenblicklich ejakulieren zu lassen.
"Ganz ruhig. Lasst Mama mal sehen. Ist es wirklich so schlimm?" Mitfühlende Anerkennung im Gesicht der Vizegildenmeisterin sah man nicht jeden Tag. Entsprechend hart traf der Anblick Tomasz und Horge. Die Männer schluckten schwer. Es war deutlich zu sehen, dass sie den Tränen nahe waren.
"vigor veni", erklang ein Flüstern.
Es klang nur leise nach, war jedoch deutlich zu vernehmen. Die beiden sahen sich um und suchten die Richtung, aus der es gekommen sein musste. Der Geruch des Frühlings schwang mit. Oder war es nur das Parfüm? Dann gingen ihnen die Augen auf, und sie spürten an ihren Organen eine frische, belebende Kälte. Erstaunt blickten sie an sich hinab. Roswita hielt die Hoden der Männer in den Fingern, ihre Daumen lagen an den Wurzeln ihrer Schäfte. Langsam strich sie an beiden nach vorn. Das Leben folgte ihrer Berührung. Der Erektionsschmerz verschwand. An seiner Stelle breitete sich plötzlich eine fordernde Wärme aus. Die Kerle schauten sich ungläubig an. Jeder wusste, was der andere gerade dachte. So hart wie jetzt waren sie nicht einmal in ihrer Jugend gewesen.
Roswita bemerkte mit Genugtuung, wie Tomasz und Horge auf die Behandlung ansprachen. Die beiden schauten zunächst ehrfurchtsvoll an sich herunter und dann zur Klerikerin. Lächelte die Vizegildenmeisterin gerade?
Sie betrachtete die beiden Stangen noch einmal kritisch. Als müsse sie sich von ihrer Einsatzbereitschaft überzeugen, strich sie ihnen noch mehrmals die Vorhäute zurecht und vergaß auch nicht, das Gewicht der Hoden zu prüfen. Einzeln und in Paaren. Dann hob sie wieder den Kopf.
Da war es. Eindeutig. Die Vizegildenmeisterin lächelte gerade. Wenn Horge das seinen Kameraden auf der Stadtwache erzählte, würde ihm niemand glauben. Verdammt, er würde es sich selbst nicht glauben, wenn er es sich heute Abend erzählte. Hoffentlich schaute Tomasz auch hin. Er brauchte einen Zeugen.
"Danke", krächzte Tomasz mit großen Augen, ohne sich etwas dabei zu denken. Bei ihm und Horge war das Blut nun dort, wo es sein sollte. In ausreichender Menge.
Roswita hob den Kopf ein wenig, öffnete den Mund und hauchte den beiden ein zartes "Keine Ursache" entgegen. "Eine kleine Aufmerksamkeit der Gilde an unsere strammen Ordnungskräfte, die immer so hart und unnachgiebig ihren Mann stehen."
"Hart", wiederholte Horge leise.
"Mann stehen." Tomasz war in Trance.
Ursula und Onael schauten sich vielsagend an. Hier war keine psychologische Ausbildung nötig. Die Kerle waren chancenlos und fraßen der Vizegildenmeisterin gerade aus der Hand. Das Problem war nur der klerikale Belebungszauber. Eigentlich eine Zweckentfremdung, doch Roswita hielt sich nicht einfach nur an Regeln. Sie stellte sie auf, setzte sie durch, machte sie hart. Die Kameradinnen blickten einen Moment zu lange auf die Erektionen. Resigniert verzogen sie die Münder. Sie wussten, was nun kam.
"Meine Damen?" Roswita klatschte kurz in die Hände und deutete auf die beiden Lanzen. "Sie wissen, was zu tun ist?"
Onael und Ursula wandten sich kurz ab und stampften genervt mit den Füßen auf. Roswita stemmte nur die Hände in die Hüften und schaute böse. Wie zwei Mädchen, deren Mutter sie zum Putzen verdonnert hatte, staksten sie auf ihren hochhackigen Schuhen zu Tomasz und Horge und gingen vor ihnen in die Knie. Die freigelegten Eicheln starrten ihnen aggressiv entgegen. Nicht weniger grimmig erwiderten Onael und Ursula ihre Blicke. Mit dem Vitalitätszauber hatte die Vizegildenmeisterin ihnen einen Haufen Arbeit eingebrockt. Eigentlich hätten sie die Dinger nur einmal versehentlich mit der Nase streifen und sofort in Deckung gehen müssen, um die Situation zu klären. Aber so? Die Teile standen hart, dick und vollkommen unbeweglich ab. Das waren keine Glieder mehr, das waren Brecheisen, mit denen sich Türen aus den Angeln heben ließen. Es würde dauern, bis diese Dinger wieder herunterhingen, und etwas zu essen brauchten sie hinterher ganz sicher auch nicht mehr.
Tomasz grinste wie ein Junge, dessen Vater ihn zum ersten Mal ein richtiges Schwert halten ließ. Horge wiederum stemmte die Hände in die Hüften, hob streng den Kopf und hielt Ursula auffordernd seinen Schaft vor die Lippen.
Macht und Verantwortung. Onael und Ursula sahen beeindruckt auf die Brecheisen.
Onael beugte sich vor und musterte Tomasz noch einen Moment. Sie war dicht genug vor ihm, dass er ihren Atem deutlich spürte, während sie seine einäugige Schlange eingehend in Augenschein nahm.
Die Elbin hatte nichts gegen menschliche Schwänze. Ganz im Gegenteil. Elben waren gewöhnlich länger gebaut, dafür aber eher schlank. Zwerge machten das auf ihre Weise wett. Was ihnen an Länge fehlte, kompensierten sie mit Umfang. Menschen lagen irgendwo angenehm dazwischen. Nicht so lang wie Elben, nicht so dick wie Zwerge, aber für Onael insgeheim genau richtig.
Vor allem für das, was sie am liebsten mit ihnen tat.
Sie mochte es, Männer mit dem Mund zu verwöhnen und ihnen dabei in die Augen zu sehen. Zu beobachten, wie aus anfänglicher Selbstbeherrschung langsam Konzentration wurde, aus Konzentration Anspannung und irgendwann dieser wunderbar hilflose Gesichtsausdruck, bei dem selbst der größte Held für ein paar Augenblicke die Welt um sich herum vergaß.
Aber sie würde den Teufel tun, sich das anmerken zu lassen. Fürchterlich angewidert drehte sie mehrmals den Kopf zur Seite, kam jedoch immer wieder zurück, um ihn aufs Neue angeekelt anzuschauen. Nur um am Ende doch, selbstverständlich nur mit größtem Widerwillen und allergrößter Abscheu, sein Teil in den Mund zu nehmen.
Tomasz sah mit großen Augen zu, wie sie ihn mit den Lippen umfasste und langsam einen Rhythmus aufbaute, mit dem sie ihn immer tiefer in ihren Mund aufnahm. Ihr strafender Blick suggerierte, dass sie dies nur tat, weil sie dazu gezwungen war und er sich bloß nichts darauf einzubilden brauchte.
Onael schloss die Augen, legte die Zunge unter seinen Schaft und suchte in ihrem Mundraum nach dem besten Platz für seine Eichel. Sie öffnete den Kiefer weiter und hielt seinen Schaft trotzdem fest mit den Lippen umschlossen. Das Vor und Zurück ihres Kopfes wurde sicherer. Rhythmischer.
Ursula hätte Horge mit den Augen verbrennen können. Sein selbstgefälliges Grinsen ging ihr gehörig gegen den Strich. Vorsichtig roch sie an ihm und prüfte zunächst mit der Zunge, ob sie es vielleicht doch noch mit diesem ekelhaft salzigen Geschmack zu tun bekäme. Nichts dergleichen. Das Teil roch und schmeckte keineswegs unangenehm.
Seufzend öffnete sie den Mund und umschloss ihn. Wachschwänze waren erstaunlich sauber. Eigentlich logisch, wenn man bedachte, dass die Dinger in Preudenburg ständig in den Mund genommen wurden. Auf der Straße ließen sich gewisse Ordnungswidrigkeiten durchaus auch auf dem kurzen, oder besser gesagt, harten Dienstweg beilegen, ohne dass gleich wieder ein Besuch bei Richter Wilbers anstand. Für sie und Onael war dieser Weg leider nicht vorgesehen.
Routiniert fand die Paladinin schnell ihr Gleichgewicht und ihren Rhythmus. Die Handgelenke auf dem Rücken und die seitlich abstehenden Ellenbogen halfen ihr, den Schwerpunkt ziemlich gut in der Mitte zu halten. Ihre wackelnde Oberweite kompensierte sie mit ihrem herausgestreckten Hintern.
Immer wieder schaute sie böse zu Horge hoch, riss an ihren Ketten und wackelte ein wenig mit Po und Brüsten. Das machte die Männer scharf, brachte sie schneller an die Ziellinie und verkürzte damit die ganze Angelegenheit. Dass ihr eigener Schoß dabei wärmer wurde, ignorierte sie. Das durften die Kerle nicht wissen. Das wäre schlecht.
Roswita beobachtete die vier noch einen Augenblick. Onael hielt die Augen geschlossen und war in ihrer vergleichenden Untersuchung versunken, während Ursula noch einmal zu Horge hinaufsah, als wolle sie ihn daran erinnern, wem er seinen derzeitigen Zustand überhaupt zu verdanken hatte. Begeisterung sah anders aus.
Die beiden Frauen knieten aufrecht mit gespreizten Beinen vor den Wachmännern. Bei jeder Bewegung schwangen ihre Brüste nach, während ihre herausgestreckten Hintern sich im Rhythmus hoben und senkten. Die glänzenden Schamlippen der beiden klafften wegen ihrer Beinhaltung weit genug auseinander, um ihre empfindlichen Hautfältchen schutzlos in den Vordergrund zu bringen. Widerwillen sah auch anders aus.
Tomasz und Horge ragten nahezu unbeweglich vor ihnen auf und sahen inzwischen aus, als hätten sie es nicht eilig. Roswita ließ den Blick noch einen Moment länger auf dem Arrangement ruhen. Beinahe lächelnd wandte sie sich ab und verschwand. Der Fall war erledigt. Die vier waren beschäftigt.
Tomasz sah wieder hinunter. Sein Schwanz wurde rhythmisch von der Elbin verschluckt und wieder freigegeben. Dabei schaute sie immer wieder zu ihm hoch. Wegen ihrer Körpergröße musste sie sich tief hinunterbeugen, weshalb die Rundungen ihres Hinterns ständig in sein Blickfeld gerieten. Eine Strähne ihres langen blonden Haars hatte sich gelöst. Hilfsbereit ließ er sie durch seine Finger gleiten und legte sie wieder ordentlich hinter ihr spitzes Ohr. Elbenohren hatte er schon immer einmal berühren wollen, und hier brauchte er seine Finger nur entsprechend zu halten, damit die hübschen Lauscher darüberstreiften.
Blasen war schwerer, als es aussah. Schließlich musste frau ihre Lippen fest geschlossen und den Kiefer weit geöffnet halten. Den Herren ihre Zähne spüren zu lassen, war ein echtes Tabu. Das tiefe Aufnehmen des Organs mit gefühlvollem Vor und Zurück war auch ohne diese Fummelei an ihren Ohren schon herausfordernd genug. Onael verzog mit vollem Mund das Gesicht. Reflexartig zog sie den Nacken ein, hob eine Schulter und schüttelte kurz den Kopf. Dabei strichen die Spitzen ihrer langen Ohren über Tomasz' Handflächen und kitzelten deren Innenseiten. Mehr als ein empörtes "Laff daff!" brachte sie nicht zustande. Böse sah sie zu ihm hoch. Tomasz selbst schaute nur verzückt.
Ursula blickte grübelnd zu Onael. "Waff haft fu?"
"Ef kiffelt feine fohren", fimpfte Fonael.
"Fell fich nifft fo fan." Fursula füttelte den Fopf.
Ursula hatte keine Elbenohren und auch keine langen, glatten Haare. Sie trug lediglich ihren geflochtenen Zopf, den sie mehrfach um den Kopf gelegt hatte. Die Frisur war streng und praktisch, was sich gerade wieder als nützlich erwies. Fußspitzen und Knie gaben ihr stabilen Halt, auch wenn ihre Haltung ziemlich unbequem war. Die Paladinin arbeitete vor allem aus der Nackenmuskulatur heraus. Sie wollte ihre Brüste nicht mehr als unbedingt nötig baumeln lassen.
Horge betrachtete die auf ihrem Rücken liegenden Hände und den Verbindungsriemen zwischen Halskrause und Manschetten. "Der Riemen ist etwas schlaff."
Ursula hielt inne und sah böse zu ihm hoch.
"Fu fifft felfer flaff."
Horge senkte den Blick und hob eine Braue. Wortlos packte er sie im Nacken und begann, ihr den Takt zu diktieren. Ursula wollte protestieren und ausweichen. Für beides fehlten ihr allerdings die Möglichkeiten. Ein gepfefferter Kommentar lag ihr durchaus auf der Zunge, das Brecheisen jedoch auch. Letzteres verhinderte außerdem sehr effizient ein seitliches Ausbrechen.
Ursula seufzte. Es gab Schlimmeres.
Eigentlich gehörte Ursula von der Lohe zum Adel. Nicht zum Hochadel, aber immerhin. Dass sie einem Gemeinen den Schwanz lutschen musste, war ihrer Entscheidung geschuldet, Abenteurerin zu werden. Unter Abenteurern galten andere Gesetze, und jetzt, da sie wieder einmal festgenommen worden war, sowieso.
Onael und Ursula legten sich mächtig ins Zeug. Sie hatten nun ausreichend Gelegenheit, ihre Differenzen zu kanalisieren. Sehr lange, dicke und harte Kanäle wurden ihnen dafür zur Verfügung gestellt. Die Kameradinnen blickten sich weiterhin böse an. Onael war sauer auf Ursulas Wutausbrüche, und Ursula war angepisst, weil Onael sie wieder anzickte, obwohl die Elbin doch einsehen musste, wer hier im Recht war. Ihre herausgestreckten Hintern und die wackelnden vorderen Gegengewichte schienen ihre Argumente zu stützen. Lediglich Onaels ständiges Kopfschütteln und der Druck auf Ursulas Nacken bremsten ihre nonverbalen Stellungnahmen ein wenig aus.
Tomasz und Horge waren gerade im Himmel, und genau dorthin blickten sie lächelnd.
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Super geschrieben