Bibliothekarin & mysteriöse Kommentatorin, Eleonora 6/6 Mondlicht und Schatten
Das blaue Licht des Displays flackert über das nasse Gras, und das Wort „Brav" leuchtet wie ein Urteil, wie ein Stempel, den Misttueck mir aufdrückt, während ich auf allen Vieren im Moorgras liege, mein dunkelrotes Kleid um meine Taille gebauscht, die Nachtluft kalt an meiner nackten Haut. Mein Atem geht noch flach, stoßweise, und meine Knie zittern vom Nachbeben des Orgasmus, der mich durchrüttelte wie ein Erdbeben, das sich von meiner Mitte nach außen ausbreitete. Hinter mir spüre ich M.'s Hände, die noch immer auf meinen Hüften liegen, warm und sicher, eine Ankerstelle in diesem Moment, in dem mein Körper noch nicht ganz zu mir zurückgekehrt ist.
M. zieht ihre Hände langsam zurück. Ich höre, wie sie aufsteht, das Knirschen der kleinen Steinchen unter ihren Stiefeln, das Rascheln des Grases. Dann beugt sie sich zu mir herunter, und ihre Hand legt sich auf meine Schulter, nicht fordernd, sondern fragend. Ich nicke, und sie hilft mir auf. Meine Beine sind weich wie nasse Pappe, und für einen Moment schwankt ich, bis ich Halt finde. Das Kleid fällt zurück über meine Oberschenkel, der feuchte Stoff klebt an meiner Haut, kalt und unangenehm, aber ich bin mir seiner kaum bewusst. Mein Blick hängt an dem Telefon, das dort im Gras liegt, sein Display allmählich dunkel werdend.
M. hebt es auf. Ich sehe, wie ihre Augen über den Bildschirm gleiten, und dann — ein Vibrieren, eine neue Nachricht. Sie liest, und ihre Mundwinkel ziehen sich zusammen, nicht zu einem Lächeln, sondern zu etwas Schmalerem, etwas Berechnendem. Sie dreht das Display zu mir, und ich lese Misttuecks Worte im fahlen Licht.
„So ein kleiner Waldspaziergang wäre doch recht spaßig, finde ich. Und vielleicht noch etwas aufregender für unsere Eleonora, wenn sie nur einen Mantel trägt — offen, bis zum Waldrand. Dort wird er abgelegt. Auf eine Bank, einen Baumstumpf, was auch immer ihr findet. Er bleibt liegen. M., du hältst das bildlich fest. Und da ich weiß, dass du auch eine kleine exhibitionistische Ader hast — lege deine Kleidung dazu. Schön nebeneinander. Das Schöne daran: wenn euch jemand entgegenkommt, gibt es keinen großen Schutz. Es ist warm, es ist spät, aber es gibt sicher noch Paare, Hundebesitzer, Spaziergänger. Das ist allerdings nicht mein Problem. :-)"
Ich lese es zweimal. Die Worte setzen sich fest wie kleine Steine in meiner Brust, sie alle wühlen und brennen. Mein Mund öffnet sich, schließt sich wieder. Ich blicke zu M., und sie blickt zurück, und zwischen uns liegt eine Stille, die nicht leer ist, sondern voll — voll von dem, was Misttueck gerade entfacht hat.
„Gehen wir zurück," sagt M., und ihre Stimme ist leise, aber fest. Keine Frage. Eine Feststellung.
Der Rückweg zum Haus ist still. M. geht vor mir, ihre Stiefel knacken auf dem weichen Waldboden, und ich folge ihr, barfuß, meine Schuhe — die Stilettos, die sie mir geschenkt hat — hat sie in der Hand. Das Gras streift meine Knöchel, nass und kühl, und jeder Schritt ist ein Bewusstwerden: hier der weiche Boden, dort eine Wurzel, die unter meiner Fußsohle hervortritt, dann wieder Erde, feucht und nach Moder riechend. Ich bin mir meiner Füße bemerkungswerter bewusst als je zuvor, als wäre der Boden eine Sprache, die ich jetzt erst lerne zu lesen.
Das Haus steht dunkel am Feldweg, nur das Licht im Flur brennt, ein schmaler Streifen unter der Tür. M. schließt auf, und wir treten ein. Der Holzfußboden unter meinen Füßen ist glatt und warm nach der kühlen Erde draußen, und ich zucke zusammen bei dem Kontrast. Mein Kleid hängt schwer und nass an mir, und als M. das Licht im Flur voll dreht, sehe ich im Spiegel neben der Garderobe mein Spiegelbild: Haar verwirrt, Mascara verschmiert, das dunkle Rot des Kleides fast schwarz vor Nässe, die Schulterträger halb herabgerutscht. Ich sehe aus wie jemand, der aus einem Sturm kommt.
M. geht zum Schrank im Flur, öffnet ihn, und zieht einen Mantel heraus — meinen langen, schwarzen Wollmantel, den ich im Winter trage, schwer und geschmeidig. Sie legt ihn über den Arm und dreht sich zu mir um. „Zieh das Kleid aus," sagt sie, und ihre Stimme hat diesen Ton, den ich kenne — nicht kühl, nicht hart, aber klar, wie eine Anweisung, die keinen Widerspruch erwartet.
Ich greife nach den Trägern, schiebe sie über meine Schultern, und das Kleid fällt zu Boden, ein nasser dunkler Haufen auf dem Holzboden. Ich stehe im Flur, in meinem schwarzen BH und meinem nassen Höschen, und die Luft im Haus kühlt meine Haut. M. betrachtet mich, nicht lüstern, nicht fordernd — eher wie jemand, der ein Bild betrachtet, das fast fertig ist. Dann schüttelt sie den Kopf. „Auch das."
Ich streife den BH ab, ziehe das Höschen herunter, trete aus dem nassen Stoff. Nackt stehe ich im Flur, die Fußsohlen noch kühl und schmutzig vom Waldboden, und M. hält mir den Mantel hin. Ich streife ihn an, und die Wolle liegt warm und weich auf meiner nackten Haut, eine Hülle, die gleichzeitig Schutz und Vorwand ist. M. bindet den Gürtel nicht. Sie lässt den Mantel offen.
Dann greift sie nach dem Telefon und tippt. Ich sehe über ihre Schulter, wie sie an Misttueck schreibt: „Wir sind bereit."
Die Antwort kommt innerhalb von Sekunden. „Schön. Und M. — denk an deine eigene Kleidung. Alles, was du anhattest, kommt zum Mantel. Ihr beide, nur wie die Natur euch gemacht hat. Und M. — nutze die fünfzehn Minuten, die ihr unterwegs seid. Zeig ihr, wie leicht du gemein sein kannst. Eine kleine Rache für ihre liebevollen, leicht sadistischen Spielchen, nicht wahr? :-)"
M. liest die Nachricht, und ich sehe, wie sich ihre Hände leicht um das Telefon schließen, wie ihre Finger sich spannen. Sie blickt zu mir, und in ihren Augen liegt etwas, das ich nicht sofort benennen kann — eine Mischung aus Vorfreude und Bereitschaft, wie ein Musiker, der sein Instrument stimmt, bevor er das erste Stück spielt.
Sie legt das Telefon in die Manteltasche, dann zieht sie ihr dunkles Shirt über den Kopf, faltet es zusammen, legt es auf die Kommode neben der Tür. Dann die Hose, dann den BH. Sie zieht sich aus, methodisch, ohne Eile, und legt jedes Stück sorgfältig auf die andere. Dann stehen ihre Stiefel daneben, und sie ist nackt, ihre Haut blass im Flurlicht, ihr Körper schlank und markant, die Muskeln in ihren Schultern und Armen sichtbar wie unter einer Schicht Seide.
Sie nimmt ihre Kleidung und meinen Mantel — nein, sie behält den Mantel in der Hand, bis wir draußen sind. Stattdessen nimmt sie nur ihre eigene Kleidung und nickt mir zu. „Los."
Ich öffne die Haustür, und die Nachtluft strömt herein, warm und feucht, nach Regen und Erde und den Blüten des Flieders, der neben der Tür steht. Ich trete hinaus, barfuß, auf die Steinfliesen der Terrasse, und der Mantel öffnet sich im leichten Wind, die Wolle streift meine nackten Schenkel, und ich bin mir plötzlich bewusst, wie wenig zwischen mir und der Welt steht — ein Stück Stoff, das nicht einmal geschlossen ist.
M. folgt mir, nackt, ihre Kleidung über den Arm, den Mantel in der anderen Hand. Sie schließt die Tür hinter sich, und das Klicken des Schlosses klingt wie ein Punkt am Ende eines Satzes, den man nicht mehr zurücknehmen kann.
Wir gehen den Feldweg entlang, und die Welt ist still und warm und mondbeschienen. Das Mondlicht liegt auf den Feldern wie ein silberner Schleier, und die Wiese rechts von uns schimmert, das Gras lang und schmal, bewegt sich kaum im Wind. Ich gehe barfuß, und jeder Schritt ist ein Gespräch mit dem Boden: hier der weiche, staubige Feldweg, dort ein Steinchen, das sich in meine Fußsohle drückt, dann wieder Erde, kühl und feucht, dann ein Büschel Gras, das zwischen meine Zehen kitzelt. Ich spüre alles, jedes Detail, und die Sinnlichkeit dessen — die nackte Verbindung zwischen meiner Haut und der Welt — lässt mich atmen, lässt mich schweben und gleichzeitig tiefer treten.
M. geht neben mir, den Mantel in einer Hand, ihre Kleidung in der anderen, und sie ist still, aber nicht leer. Ich spüre, wie sie mich beobachtet, wie ihr Blick über meine Schultern gleitet, über den offenen Mantel, der bei jedem Schritt meine Brüste und meinen Bauch enthüllt und verbirgt, ein Rhythmus aus Zeigen und Verbergen, der mich schwindelig macht.
Dann spricht sie. „Du hast mir letzte Woche die Federn genommen," sagt sie, und ihre Stimme ist leise, beinahe beiläufig, aber ich höre die Schärfe darunter. „Erinnerst du dich? Die Federn, mit denen du mich so liebevoll gequält hast, bis ich gebettelt habe."
Ich erinnere mich. Ich hatte sie auf das Bett gelegt, ihr die Augen verbunden, und dann die Federn über ihre Haut geführt — über ihre Innenschenkel, über ihren Bauch, über ihre Brüste, immer wieder, stundenlang, bis sie zitterte und flehte und mich anflehte, aufzuhören oder weiterzumachen, und ich keines von beiden tat.
„Ja," sage ich, und meine Stimme ist heiser.
„Gut," sagt M., und dann bleibt sie stehen. Sie dreht sich zu mir, und ihre Hand greift nach dem Mantel — nicht um ihn zu schließen, sondern um ihn weiter zu öffnen, ihn zurückzuschieben, bis er von meinen Schultern rutscht und nur noch an meinem Hals hängt, und ich nackt dastehe im Mondlicht, auf dem Feldweg, zweihundert Meter vom Waldrand entfernt. „Dann weißt du auch, was jetzt kommt."
Sie nimmt das Telefon aus der Manteltasche, hält es hoch, und macht ein Foto. Der Blitz blendet nicht — es ist zu hell vom Mond — aber das Klicken des Auslösers ist wie ein Schuss in der Stille. Ich zucke zusammen, nicht vor Schreck, sondern von dem Bewusstsein, dass mein Körper jetzt festgehalten ist, eingefroren in Pixeln, nackt auf einem Feldweg im Mondlicht.
„Eine Erinnerung für Misttueck," sagt M., und ihre Stimme hat diesen Ton — nicht grausam, aber spielerisch, wie eine Katze, die mit einer Maus spielt. „Und eine für mich."
Sie schickt das Foto, und ich höre das leise Surren der Übertragung. Dann steckt sie das Telefon in die Handtasche, die sie an einem Haken neben der Tür vergessen hat — nein, sie hat sie geholt, ohne dass ich es bemerkt habe, und jetzt hängt sie über ihre Schulter, die einzige Sache, die sie bei sich trägt, neben meinem Mantel und ihrer Kleidung.
Wir gehen weiter, und M. beginnt ihre Neckereien. Sie sind klein, fast unscheinbar, aber jede trifft.
„Du zitterst," sagt sie, und es stimmt, ich zittere, aber nicht vor Kälte — die Nacht ist warm — sondern von der Spannung, die in mir sitzt wie ein Motor, der nicht abgestellt wird. „Soll ich dir den Mantel geben? Oder soll ich ihn weiter tragen?"
„Gib ihn mir," sage ich, aber sie schüttelt den Kopf.
„Nein. Noch nicht. Erst am Waldrand."
Dann, ein paar Schritte später: „Weißt du, was ich gerade sehe?" Sie geht hinter mir, und ich spüre, wie ihr Blick auf meinem Rücken liegt, auf meinen Pobacken, die im Mondlicht blass schimmern. „Ich sehe jeden Muskel in dir. Jeden. Du bist so offen, Eleonora. So ganz ohne Schutz."
Ich schlucke. Mein Mund ist trocken.
Dann, noch später: „Wenn jetzt jemand käme — ein Hundebesitzer, ein Paar, das spät spazieren geht — was würdest du tun?" Sie macht eine Pause. „Würdest du dich bedecken? Würdest du den Mantel nehmen? Oder würdest du stehen bleiben und dich ansehen lassen?"
Ich antworte nicht. Ich gehe weiter, barfuß, die Erde unter mir, und spüre, wie die Nässe zwischen meinen Beinen nicht nur vom Waldboden stammt, nicht nur vom Gras, sondern von mir, von meiner eigenen Erregung, die sich nicht mehr leugnen lässt.
M. lässt nicht nach. „Du hättest mich letzte Woche nicht so lange warten sollen," sagt sie, und ihre Stimme ist jetzt leiser, intimer, direkt neben meinem Ohr, denn sie ist näher getreten, ihr nackter Körper hinter mir, ihre Brüste fast an meinem Rücken. „Du hättest mich nicht so lange an der Grenze halten sollen. Ich habe geschwitzt. Ich habe gezittert. Ich habe deinen Namen gesagt, und du hast gelacht."
Ich habe gelacht. Es stimmt. Ich habe gelacht, weil ihre Verzweiflung so schön war, so rein, und weil ich wusste, dass sie es wollte — die Qual, das Warten, die Grenze, die nicht überschritten wird.
„Jetzt bin ich dran," flüstert sie, und ihre Hand streift meine Hüfte, ein einziges Mal, dann zieht sie sich zurück. „Und ich habe fünfzehn Minuten."
Wir erreichen den Waldrand. Die alten Bäume stehen wie Wächter am Rand des Feldwegs, ihre Stämme schwarz im Mondlicht, und zwischen ihnen hindurch sehe ich den Pfad, der in den Wald führt, bedeckt von Blättern und Nadeln und kleinen Zweigen. Am Rand steht eine alte Holzbank, halb verwittert, mit Moos bewachsen, und M. legt meinen Mantel darauf, glättet die Wolle mit einer Hand, und legt dann ihre eigene Kleidung daneben — das Shirt, die Hose, der BH, die Stiefel, alles sorgfältig gefaltet, wie Opfergaben auf einem Altar.
Sie macht ein weiteres Foto. Die Kleidung auf der Bank, der Wald dahinter, das Mondlicht. Dann ein Foto von mir, wie ich dort stehe, nackt, barfuß, die Zehen in das weiche Moos am Rand der Bank greifend, und mein Körper im Mondlicht silbern und verletzlich.
„Schön," sagt sie, und das Wort hat ein Gewicht, das über die Beschreibung hinausgeht. Sie schickt die Bilder an Misttueck, und die Antwort kommt sofort: „Wunderbar. Jetzt geht spazieren, ihr beiden. Und M. — erinnerst du dich an die fünfzehn Minuten?"
M. lächelt. Es ist kein warmes Lächeln. Es ist das Lächeln einer Frau, die genau weiß, was sie tun wird.
Wir betreten den Wald. Der Untergrund verändert sich sofort — weiche Erde, dann Nadeln, dann Wurzeln, die über den Pfad ziehen wie Adern, dann Steine, glatt und kühl, dann wieder Erde, feucht und nach Pilzen riechend. Ich gehe barfuß, und jeder Schritt ist eine Offenbarung, eine neue Textur, eine neue Sprache, die mein Körper liest. Die Nadeln pieksen, nicht schmerzhaft, aber spürbar, und ich zucke leicht zusammen. Die Wurzeln sind hart und uneben, und ich muss aufpassen, wohin ich trete. Die Steine sind kühl und glatt, und sie fühlen sich an wie eine Berührung, die ich nicht bestellt habe.
M. geht hinter mir, und sie beginnt.
„Stopp," sagt sie, und ich bleibe stehen, weil ihre Stimme diesen Ton hat, den ich nicht ignorieren kann. Sie tritt hinter mich, und ihre Hände legen sich auf meine Hüften, leicht, kaum eine Berührung. Dann schiebt sie mich vorwärts, einen Schritt, zwei, und ich stolpere fast über eine Wurzel, weil ich nicht sehe, wohin ich trete — ich kann nur fühlen. „Vorsichtig," flüstert sie, und ihre Lippen sind an meinem Ohr, und ihr Atem ist warm. „Du würdest fallen, wenn ich dich nicht halten würde. Du bist so hilfsbedürftig gerade, Eleonora. So ganz ohne Kontrolle."
Ich presse die Lippen zusammen. Mein Atem geht schneller.
Dann lässt sie mich los und geht um mich herum, bis sie vor mir steht, und ich sehe sie im Mondlicht, das durch die Äste fällt — ihr Körper schlank und blass, ihre Brüste klein und fest, die Muskeln in ihrem Bauch sichtbar, und zwischen ihren Beinen die Dunkelheit, die ich kenne, die ich gekostet habe, die ich berührt habe. Sie steht vor mir, nackt, und ich nackt, und der Wald um uns herum, und die Möglichkeit, dass jemand kommen könnte, irgendjemand, ein Spaziergänger, ein Hundebesitzer, ein Liebespaar, das im Wald seine Ruhe sucht — all das hängt über uns wie ein Schleier, der nicht sichtbar ist, aber spürbar.
„Die Federn," sagt M., und ihre Stimme ist leise. „Du hattest mich stundenlang berührt. Nichts als Federn. Und jedes Mal, wenn ich dachte, jetzt, jetzt kommt mehr — hast du aufgehört."
Sie tritt näher, und ihre Hand greift nach meiner Brust, nicht nach der Brust selbst, sondern nach der Stelle darunter, wo die Rippen aufhören und der Bauch beginnt, und sie drückt, leicht, aber bestimmt. Ich keuche.
„Jetzt bin ich dran," sagt sie, und ihre Finger wandern, nicht schnell, nicht langsam, sondern in einem Tempo, das sie bestimmt, über meinen Bauch, über meine Hüfte, über die Außenseite meines Oberschenkels. Dann zurück, die Innenseite hinauf, bis sie fast dort ist, wo ich es am meisten spüre, und dann — stoppt sie.
Ich wimmere. Es ist kein bewusstes Geräusch, sondern eines, das aus mir herauskommt wie ein Reflex, und ich hasse mich dafür, und ich liebe es.
M. lächelt. „So war das also," sagt sie. „So hast du dich gefühlt, als ich deinen Namen gesagt habe und du gelacht hast. Jetzt verstehe ich es."
Sie zieht ihre Hand zurück und geht weiter, als wäre nichts geschehen. Ich stehe da, zitternd, die Nässe zwischen meinen Beinen jetzt nicht mehr zu leugnen, und ich folge ihr, weil ich nichts anderes tun kann.
Der Pfad windet sich durch den Wald, und der Bach murmelt links von uns, unsichtbar im Dunkel, aber hörbar, ein ständiges Flüstern, das die Stille füllt. M. geht vor mir, und ihre Füße treten leise auf den weichen Boden, und ich bewundere ihren Rücken, die Linie ihrer Wirbelsäule, die Bewegung ihrer Pobacken beim Gehen, und ich möchte sie berühren, aber ich weiß, dass ich es nicht darf — nicht jetzt, nicht in diesen fünfzehn Minuten, die ihr gehören.
Dann bleibt sie stehen, und ich halte hinter ihr, und sie dreht sich um, und in ihren Augen liegt etwas, das über das Spiel hinausgeht, etwas Echtes, etwas, das mich atmen lässt und gleichzeitig den Atem raubt.
„Ich liebe dich," sagt sie, und die Worte fallen wie Steine in einen tiefen Brunnen, und das Wasser, das hochspritzt, ist warm und klar. „Ich liebe dich, und ich hasse es, wie gut du mich quälen kannst, und ich genieße es, dass ich jetzt dran bin."
Dann greift sie nach meinem Gesicht, hält es fest, und küsst mich, hart, fordernd, ihre Zunge in meinem Mund, und ich schmecke sie — nach Zigaretten, nach Mondlicht, nach dem Wald, nach mir selbst — und ich erwidere den Kuss, meine Hände an ihren Schultern, meine Finger in ihrer Haut, und für einen Moment sind wir ein einziger Körper, eine einzige Bewegung, ein einziger Atem.
Dann löst sie sich, und ihre Hand greift wieder nach mir, diesmal zwischen meine Beine, und sie spürt die Nässe, und ihr Atem stockt. „Du bist so weit," flüstert sie, und das Wort „weit" klingt wie ein Geständnis. „So weit schon."
Aber sie gibt nicht mehr. Sie streift mich, einmal, zweimal, entlang der Falte, und dann zieht sie ihre Hand zurück und hält sie mir hin — ihre Finger glänzend im Mondlicht — und ich sehe mein eigenes Verlangen auf ihrer Hand, und es ist demütigend und erregend und schön.
„Bald," sagt sie. „Aber nicht hier. Noch nicht."
Wir gehen weiter, und die fünfzehn Minuten sind noch nicht vorbei, und M. nutzt jede Sekunde.
Sie lässt mich stehen, während sie um einen Baumstamm geht, und ich warte, nackt, barfuß, auf einem Pfad im Wald, und ich weiß nicht, ob sie zurückkommt oder nicht, und die Ungewissheit ist eine Folter, die sie perfekt inszeniert. Dann kommt sie zurück, mit einem Grinsen, das sagt: Du hast Angst gehabt, nicht wahr? Gut.
Sie macht ein Foto von mir, wie ich dort stehe, nackt, die Hände vor meinem Körper, nicht bedeckend, sondern haltend, als könnte ich mich selbst zusammenhalten. Sie schickt es an Misttueck, und die Antwort ist ein einziges Wort: „Mehr."
M. lächelt und tut, was befohlen wird.
Sie führt mich tiefer in den Wald, zu der alten Eiche am Bach, und der Stamm ist massiv und verdreht, die Rinde rau und tief, und das Moos darauf weich wie Samt. Sie drückt mich dagegen, und die Rinde kratzt an meinem Rücken, und ich keuche, nicht vor Schmerz, sondern von dem Kontrast — die raue Rinde hinter mir, ihre weichen Hände vorne, die über meine Brüste gleiten, über meine Brustwarzen, die hart werden wie kleine Steine, und dann weiter hinunter, über meinen Bauch, und wieder — wieder — stoppt sie.
Ich stoße einen Laut aus, der kein Wort ist, sondern ein roher Klang, etwas Tierisches, das aus meiner Kehle kommt, und M. legt ihre Hand über meinen Mund. „Leise," flüstert sie. „Jemand könnte dich hören. Jemand könnte kommen und sehen, wie du hier stehst, nackt, an einen Baum gepresst, nass und bettelnd. Willst du das?"
Ich schüttle den Kopf, aber es ist eine Lüge, und wir beide wissen es. Ich will es. Ein Teil von mir will es, und der Teil ist groß und hungrig und schämt sich nicht.
M. nimmt ihre Hand von meinem Mund und greift nach dem Telefon. Sie macht ein Foto — mein Gesicht, die Augen weit, die Lippen offen, die Brustwarzen hart im Mondlicht — und schickt es.
Misttuecks Antwort: „Ich sehe, dass sie es genießt. Lass sie noch ein bisschen zittern. Die fünfzehn Minuten sind fast vorbei. Dann könnt ihr sehen, was passiert."
M. liest es mir vor, und ihre Stimme ist leise, und jedes Wort ist wie eine Berührung, und ich zittere, und die Nässe läuft an meinem Oberschenkel hinab, und ich stehe da, nackt, barfuß, an eine Eiche gepresst, und ich warte.
Dann, endlich, vibriert das Telefon ein letztes Mal.
„Die fünfzehn Minuten sind vorbei. Jetzt könnt ihr spielen. Aber — Eleonora, du gehst zuerst. Du berührst sie. Du gibst ihr, was sie dir gegeben hat. Und M. — du lässt dich fallen. Lass sie machen. Wechselkraft."
Ich lese die Worte über M.'s Schulter, und mein Atem geht schwer, und etwas in mir kippt, dreht sich, wie ein Schalter, der umgelegt wird. Die Unterwürfigkeit, die Hilflosigkeit, das Warten — es weicht etwas anderem, etwas, das ich kenne, das mir vertraut ist wie mein eigener Herzschlag.
Ich greife nach M.'s Hand, ziehe sie vom Telefon weg, und drehe sie herum, bis ihr Rücken an der Eiche liegt, bis sie es ist, die gepresst wird, und ich es bin, die presst. Ihre Augen werden groß, und dann — dann lacht sie, ein kurzes, überraschtes Lachen, das in einem Keuchen endet, als meine Hand zwischen ihre Beine greift und findet, was ich erwartet habe: Nässe, Wärme, Bereitschaft.
„Jetzt bin ich dran," sage ich, und meine Stimme ist heiser, aber fest, und die Worte schmecken nach Rache und Liebe und Verlangen, und ich beuge mich vor und küsse sie, hart, und der Wald um uns herum ist still, und das Mondlicht fällt durch die Äste, und irgendwo, weit weg, hinter einem Bildschirm, sitzt Misttueck und liest unsere Stille und weiß, was sie getan hat.
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