Das Geschenk an Claudia


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Kleine Vorgeschichte: Thomas, ein Freund von Markus, hatte es geschafft. Als erotisches Hobby begonnen hatte sich sein „Freizeitangebot“ zum lukrativen Nebenerwerb entwickelt. Die Idee dazu kam ihm durch den Film „The Game“ mit Michael Douglas und Sean Penn.

Für einen nicht unerheblichen Geldbetrag kann für einen 6-Monatszeitraum sein Angebot in Anspruch genommen werden, etwa für 1 Wochenende pro Monat. Oft wird es als Geschenk gekauft, so dass auf spezielle Wünsche eingegangen werden kann, ohne dass die Beschenkte weiß, was auf sie zukommt. Ach ja, es handelt sich um ein Angebot ausschließlich für Frauen.


Ich, Claudia, hatte das Geschenk von meinem etwas jüngeren Bruder Markus erhalten, der dadurch auch auf seine Kosten kam.

Nach drei Wochenenden hatte ich aufgehört, mir einzureden, es sei nur ein Spiel. Als Markus mir wieder die Augen verband, spürte ich dieses vertraute Ziehen in meinem Bauch. Die Autofahrt dauerte nicht lange, aber jede Kurve, jedes Bremsen ließ meine Gedanken kreisen. Würde ich mich wieder so ausgeliefert fühlen – und es gleichzeitig genießen?

Die Luft in der Wohnung roch nach etwas Süßem, vielleicht Vanille. Als die Augenbinde endlich fiel, musste ich blinzeln. Vier maskierte Gesichter auf der Couch. Und Markus. Ohne Maske. Sein Blick ruhte auf mir – aufmerksam, prüfend, beinahe stolz.

Mein Herz schlug schneller.

„Claudia, du darfst ablegen.“

Die Stimme klang ruhig. Fast sachlich. Und doch wusste ich inzwischen, dass hinter dieser Ruhe Erwartung lag.

Meine Finger zitterten leicht, als ich den Knopf meiner Jeans öffnete. Der Stoff glitt langsam über meine Hüften. Ich spürte die Blicke auf meiner Haut – wie eine zweite Berührung. Wärme stieg in mir auf, vermischt mit einem Rest von Scham, der längst nicht mehr so stark war wie beim ersten Mal.

Als ich nur noch in meinen roten Dessous dastand, hielt ich kurz inne. Die Spitze schmiegte sich an meinen Körper, betonte jede Kurve. Ich atmete bewusst ein. Tief. Dann öffnete ich den BH. Ein leises Rascheln, als er zu Boden fiel.

Die Stille im Raum war dichter geworden. Ich spürte mich. Jede Stelle meiner Haut. Die kühle Luft, die meine Nacktheit umspielte. Mein Puls pochte in meinen Schläfen.

Als ich schließlich ganz nackt vor ihnen stand, war es seltsam befreiend. Kein Versteck mehr. Keine Hülle.

Markus trat näher, sammelte meine Kleidung ein, als würde er ein Ritual vollenden. Seine Nähe ließ mich erzittern – nicht aus Angst, sondern aus der intensiven Mischung aus Vertrautheit und Grenzüberschreitung, die dieses Spiel für mich bedeutete.

„Leg dich mit dem Rücken auf den Tisch.“

Ich schluckte. Dann tat ich es.

Die Tischdecke fühlte sich kühl unter meinem Rücken an. Ich streckte die Arme leicht aus, spürte meinen eigenen Atem. Als die anderen aufstanden, hörte ich ihre Schritte. Ein Rascheln. Ein leises Klirren von Geschirr.

Etwas Süßes berührte meine Schulter. Etwas Kühles meine Hüfte. Ich schloss die Augen.

Ich war mir jeder Bewegung bewusst. Jeder Blick traf mich wie ein unsichtbarer Strom. Mein Körper reagierte auf diese Spannung – auf das Wissen, gesehen zu werden, betrachtet, vielleicht begehrt.

Langsam ließ ich meine Beine ein Stück auseinander gleiten. Nicht auffordernd. Eher wie ein stilles Eingeständnis, dass ich dieses Spiel inzwischen ebenso wollte wie sie.

Ich wusste nicht, was als Nächstes geschehen würde. Und genau das ließ mein Herz noch schneller schlagen. Ich hörte ein leises Lachen. Nicht spöttisch. Eher gespannt.

Etwas Kühles wurde auf meinen Bauch gelegt – vielleicht eine Traube. Dann spürte ich die leichte Süße von Sirup, der langsam meine Haut entlanglief. Jeder Tropfen fühlte sich intensiver an, als er es im Alltag je könnte.

„Bleib ganz ruhig“, sagte Markus leise.

Seine Stimme war näher als zuvor.

Ich wusste, dass alle Augen auf mir ruhten. Doch diesmal war da kein brennendes Schamgefühl mehr. Es war eher ein elektrisches Prickeln, das sich unter meiner Haut ausbreitete. Ich war Mittelpunkt. Nicht Objekt – sondern bewusst gewählter Mittelpunkt.

Eine der maskierten Frauen trat näher. Ich hörte ihren Atem. Ihre Finger – vorsichtig, fast respektvoll – korrigierten die Platzierung einer Erdbeere auf meiner Schulter. Ihre Berührung war flüchtig, aber sie ließ meinen Atem stocken.

Dann geschah etwas Unerwartetes.

Nicht sofort eine Berührung – sondern ein Moment des Wartens.

Niemand sprach.

Ich lag da, spürte die Süße auf meiner Haut, das leichte Zittern meiner Muskeln, meinen beschleunigten Puls. Die Spannung wurde fast unerträglich. Ich fragte mich, wer den ersten Schritt machen würde.

Und genau in diesem Moment beugte sich jemand über mich. Ich spürte warme Nähe. Atem an meinem Hals. Doch statt sofortiger Handlung kam nur ein Flüstern: „Vertraust du uns?“

Mein Herz schlug bis zum Hals. Ich hätte lügen können. Hätte zögern können. Aber ich merkte, dass es nicht mehr nur um das Spiel ging. Nicht mehr nur um Exhibitionismus oder Reiz. Es ging um Kontrolle. Und darum, sie bewusst abzugeben.

„Ja“, hauchte ich.

Erst jetzt begann das eigentliche Ritual.
Langsam – fast feierlich – wurden die Köstlichkeiten von meiner Haut genommen. Nicht hastig. Nicht gierig. Jeder Kontakt war absichtlich. Jede Bewegung bedacht. Ich spürte Wärme, Nähe, ein Wechselspiel aus Erwartung und Erfüllung.

Gerade als ich glaubte, die Spannung würde sich endlich entladen, trat Thomas vor.
Doch diesmal stoppte er nicht alles.
Er sah mich nur lange an.

„Claudia“, sagte er ruhig, „wir müssen dir etwas sagen.“

Niemand bewegte sich. Markus wirkte plötzlich angespannt.

Ich setzte mich langsam auf. Die süßen Spuren auf meiner Haut fühlten sich jetzt nebensächlich an.

„Dieses Wochenende“, fuhr Thomas fort, „war nie Teil des ursprünglichen Vertrags.“ Mein Magen zog sich zusammen.

„Was meinst du damit?“

Thomas wechselte einen Blick mit den anderen — dann nahmen zwei der maskierten Personen gleichzeitig ihre Masken ab.

Ich kannte sie.
Nicht gut. Aber gut genug.
Eine Arbeitskollegin. Und die Freundin eines alten Studienfreundes.

Mein Puls raste. „Du…?“ Mehr brachte ich nicht hervor.

Die Frau lächelte leicht. Nicht spöttisch. Fast nervös.

Thomas sprach weiter: „Die letzten Monate waren anonym. Kontrolliert. Ein geschützter Raum. Heute wollten wir wissen, ob du auch dann zu dir stehst, wenn es nicht anonym ist.“

Mir wurde heiß. Nicht vor Lust. Sondern vor Erkenntnis.

Markus stand auf. „Es war meine Idee“, sagte er leiser als sonst. „Du hast dich verändert. Du bist selbstbewusster geworden. Aber ich wollte wissen, ob das nur im Verborgenen funktioniert.“

Ich sah ihn an.
Und dann verstand ich. Es ging nie darum, mich bloßzustellen.
Es ging darum, ob ich die Frau, die ich hier war… auch draußen sein konnte.

Die maskierte Frau – meine Kollegin – trat näher. „Du glaubst gar nicht, wie oft du im Büro klein wirkst. Als würdest du dich entschuldigen, Raum einzunehmen.“

Ihre Worte trafen tiefer als jede Berührung.

Ich stand auf. Ganz nackt. Ohne Tisch. Ohne Arrangement.
Und diesmal war die Stille anders. Nicht voyeuristisch. Sondern beobachtend. Prüfend.

Ich spürte das alte Zögern in mir. Den Impuls, mich zu bedecken. Mich zu erklären.

Doch ich tat es nicht. Ich hob nur das Kinn leicht.
„Dann schaut“, sagte ich ruhig.

Nicht trotzig.
Nicht herausfordernd.
Einfach klar.

Und in diesem Moment war es egal, wer mich kannte.
Egal, wer mich am Montag im Büro ansehen würde.

Denn ich merkte: Die Überraschung war nicht, dass sie mich kannten.
Sondern dass ich zum ersten Mal keine Angst mehr davor hatte, gesehen zu werden.


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