Verschneit - Teil 1


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Hallo zusammen

Hier der erste Teil meiner neuen Geschichte. Dieser ist vor allem da, den Leser in die Welt einzuführen und die Charaktere kennenzulernen. Dieser Teil ist also Optional

Da ich selten solche Geschichten schreibe, bin ich dankbar für ein konstruktives Feedback. Macht gerne auch Aufgaben für Wahrheiten, Pflichten oder Strafen, da ich diesbezüglich noch auf der Suche bin.

Und jetzt viel Spass beim Lesen.



 

Teil 1
 

Nebst dem Rauschen eines Baches und einem Eichhörnchen, das seinen letzten Vorrat für den Winter vorbereitet, ist hier im Westen Österreichs nicht viel los. Ohnehin sind nur einzelne Häuschen in der kargen Berglandschaft verteilt. Das ist halt im November in den Bergen so. Doch der erste Schnee sollte nicht mehr lange auf sich warten lassen. Der Wetterbericht hat schon seit Tagen ein starkes Tiefdruckgebiet über ganz Europa und somit viel Schnee in den Bergen versprochen.

Aus der Ferne ertönt ein anderes Rauschen. Es ist ein Auto. Hinter dem Steuer sitzt Jana. Mit ihren 19 Jahren hat sie erst kürzlich den Fahrausweis erhalten. Dies nutzt sie nun aus, um das erste Mal ohne Eltern in die Ferien zu gehen. Ihr Ziel ist ein Häuschen, ein bisschen versteckt in einem Seitental. In diesem hatten ihre Großeltern mal gewohnt. Nachdem ihr Großvater in einer Stadt einen guten Job ergattert hatte, gaben sie ihren Bauernhof auf und zogen fort. Lange stand das Haus leer, bis ihre Tante eines Tages auf die Idee kam, dieses in ein Ferienhaus umzuwandeln.

Neben ihr sitzt Mira. Sie ist schon seit dem Kindergarten Janas beste Freundin und ist mit 18 Jahren ein Jahr jünger. Wenn sie sich nicht gerade in Gefahr sieht, was leider ab und zu passieren kann, dann hat sie einen guten Humor und kontert jeden Spruch. Glücklicherweise kamen sie in dieselbe Klasse als diese vor drei Jahren einmal vermischt worden sind. Mit Livia, Ben und Noah, die auf der Rückbank sitzen, hat sich im Laufe dieser Zeit eine Freundschaftsgruppe gebildet.

Noah ist zwar ruhig, aber auch ziemlich intelligent. Aus diesem Grund hat er eine Schulstufe übersprungen und ist deshalb auch nur 17 Jahre alt. Er hatte nie besonders viele Freunde, da er eher für sich und alles Spannende um sich reserviert war, ist aber sehr froh in so einer Gruppe gelandet zu sein.

Neben Noah sitzt Ben. Er ist im Gegensatz zu Noah sehr wagemutig und bleibt selten ruhig. Schon auf der ganzen Fahrt hat er erzählt, wie er sich auf die folgenden Tage freut. Kommt es zu neuen Situationen, ist er immer der Erste, der diese annimmt. So war er es auch, der beim Schild: «Privatstraße – Nur Anwohner» gegrinst hat und Jana aufforderte weiterzufahren. Er würde das schon klären wenn es Probleme gäbe, meinte er.

Ganz links sitzt Livia. Mit ihrem Organisationstalent hat sie das ganze lange Wochenende durchgeplant, inklusive eines Essplanes und verschiedensten Aktivitäten, die mit oder ohne Schnee in dieser Gegend gemacht werden können.

Inzwischen ist das Auto vor dem Häuschen angekommen. Es ist ein dunkles Holzhaus, das zur Überraschung der Besucher einen überdeckten Balkon besitzt. Während Ben schon eifrig alle Koffer und Taschen ins Haus schleppt und Jana alle Fensterläden öffnet, versucht Livia die anderen zwei zum Helfen zu bewegen und findet sich gleichzeitig in der Küche zurecht. Noah ist jedoch nur am Fluchen. «Mist, ich habe ja kaum Empfang». Verzweifelt sucht er jede Ecke des Hauses für den besten Empfang ab.

«Ich zeige euch doch mal das Haus», unterbricht Jana die anderen als alle Fensterläden offen sind, bevor Ben noch einen weiteren Koffer in irgendeine Ecke wirft. Sie klatscht die Hände als ob sie eine Führung beginnen will und deutet auf den schmalen Flur.

Das Häuschen ist klein, aber umso gemütlicher. Es gibt zwei Schlafzimmer mit niedrigen Decken und knarrenden Holzböden. In einer Ecke steht ein altes Kinderbettchen, das inzwischen als Lagerplatz für Bettlaken umfunktioniert wurde. «Das ist wohl für dich, Mira», witzelt Ben. «Schlaf doch du dort, kleiner», antwortet Mira, die lediglich 10 Tage älter ist als Ben. Neben dem Bett hängen einige uralte vergilbte Fotos: Menschen mit großen Jacken, Milchkannen oder Heuballen.

Im zweiten Schlafzimmer befindet sich ebenfalls ein Doppelbett, das den knappen Platz mit einem uralten grossen Schrank teilt. «Also ich sehe nur 4 Betten, wir sind aber zu fünft», fällt Livia sofort auf. «Genau», antwortet Jana, «Jemand schläft im Wohnzimmer». «Ich sicher nicht!», antwortet Livia schnell. «Na ja, Jana und Mira teilen sich bestimmt ein Bett. Außer du möchtest mit mir oder Ben in einem Doppelbett schlafen, sehe ich keine andere Möglichkeit» analysiert Noah und blickt von seinem Smartphone auf das er immer noch in die Höhe streckt.

Glücklicherweise ist das Problem schnell geklärt, als Livia das Wohnzimmer erblickt. Ein großes Sofa und davor ein dicker Teppich lassen den Raum sehr einladend wirken. An der Seite steht ein massiver Ofen mit sauber aufgestapeltem Holz. An den Wänden hängen Tierköpfe.

Das Bad ist gleich an das Wohnzimmer angeschlossen. Es ist sehr funktional eingerichtet: Ein Waschbecken, WC und eine Dusche, die auch gleich als Badewanne fungiert. Der Vorhang ist dabei leicht durchsichtig und viel zu kurz. Auch die Küche ist sehr simpel eingerichtet. Einige Schränke mit Geschirr, ein alter Kühlschrank, ein altes Radio, das bestimmt nur noch rauschen würde, wenn es sich überhaupt einschalten lässt und zuletzt ein Holzofen zum Kochen.

«Ich feuere mal den Ofen im Wohnzimmer an», so Jana, «Richtet euch doch schon mal ein». Während es noch einige Diskussionen gibt, wer wo schläft und die Hütte langsam aufwärmt, fällt tatsächlich die erste Schneeflocke gefolgt von einer zweiten bis es ganz stark schneit. Mira will den Wetterbericht auf dem Smartphone ansehen. «Das kannst du vergessen», schimpft Noah. Im ganzen Haus kein einziger Balken Empfang.

«Essen ist fertig!», ruft Livia, die nicht nur ihren Platz im Wohnzimmer so gut wie es halt geht eingerichtet hat, sondern auch den Tisch gedeckt und gekocht hat. «Es wird übrigens die ganze Nacht durch schneien» klärt sie die Situation auf.

So vergeht der Abend, während die Schneedecke immer größer wird. Sie spielen noch Spiele, bis sich zuerst Mira, dann Ben und schlussendlich Jana abmelden. Während Noah und Livia noch ein wenig weiter Dobble spielen, wird es langsam ruhig. Letztere hat dabei kaum eine Chance. Nicht nur, weil Noah ihr intellektuell überlegen ist, auch weil sie ihn mit seinen blonden welligen Haaren und seinem Rollkragenpullover ziemlich süß findet.

Nach einer weiteren siegreichen Runde zieht sich auch Noah langsam zurück. Livia richtet sich auch ihr Bett ein und betrachtet anschließend die Schneedecke aus dem Küchenfenster. Sie ist bereits beträchtlich gewachsen. Das wird ein Spaß morgen, denkt sie sich.

Ganz vertieft in ihren Gedanken nimmt sie ihren Schlafanzug und geht ins Bad ohne zu merken, dass da Noah noch am Duschen ist. Sie steht schon im Bad als sie es doch bemerkt. Noah scheint sie noch nicht wahrgenommen zu haben. Eigentlich will sie sofort wieder aus dem Bad gehen, jedoch erregt sie diese Situation irgendwie. Nachdem sie einige Sekunden Richtung Dusche gestarrt hat, kommt sie aber wieder zu Sinnen und zieht sich schnell unbemerkt wieder aus dem Bad zurück. Bald wird dieses auch frei und sie kann sich ihren Schlafanzug anziehen und ihre Zähne putzen.

Noah hat den seltsamen Blick von Livia bemerkt, sich aber nicht besonders viel dabei gedacht, als er schleichend zu Ben ins Bett schlüpfte. «Du Noah», ertönt es plötzlich von nebenan, «Wie findest du Mira?». «Was?», fragt dieser. «Ich glaube, ich habe mich in sie verliebt. Weißt du, ihre Schlagfertigkeit ist einfach mein Ding.» «Nicht wirklich. Ich würde eher Jana nehmen, das würde aber sowieso nicht klappen.» «Doch sicher. Du musst dir das nur zutrauen». Doch Ben bekommt keine Antwort mehr. Noah ist eingeschlafen.

Nebenan ist auch nur noch Jana wach. Mit der Hilfe ihrer Handytaschenlampe liest sie noch in ihrem Liebesroman. Die zwei Hauptprotagonisten haben endlich zusammengefunden und es wird bis aufs äußerste Detail genau beschrieben, wie er sie verehrt. Ganz unbewusst wandert Janas Hand zwischen ihre Beine und beginnt sie zu streicheln. Ach wäre nun nur Ben neben ihr, der sie wie im Buch verwöhnen würde. Sie hatte schon länger kein Freund und somit kein Sex gehabt, vermisst ihn aber mehr und mehr. Die Hand wird immer schneller, als ihr jedoch ein kleiner Stöhner entweicht, hört sie lieber auf, nicht um noch Mira zu wecken. Sie legt ihr Buch weg und döst auch langsam ein.

Ein dumpfer Wurms durchbricht die morgendliche Stille. Mira schreckt sofort aus dem Schlaf auf und gerät in Panik. «Ein Erdbeben, ein Erdbeben», ruft sie, während sie Jana durchschüttelt. Als diese langsam aufsitzt, rennt sie ins Wohnzimmer und weckt dort auch Livia. Als dies getan ist, rennt sie zu den Jungs, die durch das ganze Drama bereits wach sind.

Inzwischen sind auch die anderen Mädchen im Zimmer der Jungs. «Wieso so eine Aufregung?», fragt Ben. «Habt ihr es nicht gehört … dieses Wurms … es ist ein Erdbeben», warnt Mira. Noah beruhigt: «Ach nein, das war einfach eine Dachlawine. Komm ich zeig dir, dass alles in Ordnung ist.» In dem Moment, wo er aufsteht, glaubt Livia seine Latte zu sehen, bevor er sich wegdreht und Richtung Fenster läuft. Schon wieder dieses Gefühl. Was soll das?

Noah versucht, die beschlagene Scheibe zu wischen. Doch es scheint nicht zu klappen. Langsam wird allen klar: Sie sind zugeschneit. «Nun ja, keine Panik» übernimmt Jana die Organisation, da Livia immer noch in Gedanken zu sein scheint. «Jetzt ziehen sich alle mal an und dann essen wir unser Morgenessen. Danach können wir das sicher klären.»

Gesagt, getan und schon bald sitzen alle friedlich am Küchentisch und essen nicht nur Brot mit Butter und Konfitüre, sondern auch Käse, den die Gruppe spontan auf dem Weg gekauft hat. Die Situation scheint schon fast wieder in Vergessenheit zu geraten als Ben, der vor seinem leeren Teller wartet bis alle aufgegessen haben, aufsteht und voller Motivation zur Tür marschiert und diese öffnet. Oder so versucht er es zumindest. Schon nach den ersten 10 cm bewegt die Tür sich nämlich keinen Millimeter mehr auf. Von oben bröckelt noch ein wenig Schnee in die Hütte.

«Verdammt», ruft Ben auf, «wir sind gefangen. Nicht einmal Handyempfang gibt es». «Jetzt beruhige dich einmal. Unsere Eltern wissen ja, dass wir hier sind. Sie haben bestimmt bereits Rettungskräfte organisiert» merkt Mira an. «Stimmt. Machen wir doch mal ein Feuer und vertreiben und die Zeit mit Spielen», findet Livia. Diesem Vorschlag stimmen alle zu und bald sitzen alle um den warmen Ofen.

«Was spielen wir nun?» will Noah wissen. «Wie wäre es mit einem Mensch ärgere dich nicht?», fragt Jana. «Nein, das ist langweilig und außerdem kann man das zu fünft gar nicht spielen», meint Livia und bringt den Vorschlag, über den sie seit dem Zwischenfall im Bad nachdenkt, «Wie wäre es mit Wahrheit oder Pflicht?».

Ben beginnt zu grinsen: «Das nenn ich mal ein Vorschlag. Ich bin dabei». Jana blickt zu den anderen. «Von mir aus», das war Noah. Janas Herz beginnt schneller zu schlagen. «Also, das ist die Mehrheit. Ich erkläre die Regeln. Wenn alle einverstanden sind, beginnt es.»

Jana geht zum Spielschrank und holt Stifte, eine Schere und ein Block Papier. «Ich zerschneide dieses Blatt jetzt in 20 Stücke. Jeder schreibt zwei Wahrheitsfragen und zwei Pflichten auf. Diese müssen mindestens eine Person beinhalten, dürfen aber auch mehrere, die dann auch ausgelost werden. Danach drehen wir eine Flasche und die Person, auf der sie landet, muss sich für eine Wahrheit oder eine Pflicht entscheiden, die sie danach aufdeckt. Wenn man etw­as nicht machen möchte, dürfen die anderen eine Strafe ausdenken. Alle Aufgaben betreffen nur Personen in der Hütte und bleiben danach auch unter uns. Gefährliche Aufgaben sind verboten. Verstanden?» erklärt sie und teilt bereits die Zettel aus. Die anderen nicken und beginnen zu schreiben.

 


Hast du Ideen für mögliche Wahrheiten, Aufgaben oder Pflichten? Dann schreib sie in die Komentare.


Kommentare

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sommerkind schrieb am 31.12.2025 um 10:16 Uhr

mädchen müssen lernen nackt zu schlafenn                  

xaverle schrieb am 31.12.2025 um 11:34 Uhr

Lange Einleitung mit einem Cliffhanger, der auf vielfach bekanntes schließen lässt. Schauen wir mal wie's weitergeht.