Ausraster (Teil 3 von 3)


Corner2Kent

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Erstellungsdatum 01.01.2025
Schamsituation
fixierung krankenhaus strumpfhose fesselung
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Also gut. Da es offenbar doch einige Leute gibt, die die Geschichte zu Ende lesen wollen – hier nun endlich Teil 3.

 

Teil 1: https://schambereich.org/story/show/6497-ausraster-teil-1-von-3

Teil 2: https://schambereich.org/story/show/6511-ausraster-teil-2-von-3

 

„He!“, rief ich. „Lass das!“ So langsam bekam ich es angesichts dieses Panoptikums mit der Angst zu tun. Aber der Typ fummelte weiter an meinem Bein herum.

„Ich könnte dich befreien“, sagte er schließlich.

„Wirklich?“, fragte ich. „Und wie willst du das anstellen? Dafür braucht man einen Magneten.“

Der Schnurrbart griff in seine Hosentasche und brachte tatsächlich einen Magneten zum Vorschein. Es handelte sich ganz offensichtlich um ein Exemplar, das man bei Schranktüren fand, damit diese zugezogen wurden. Sogar ein Stück Spanplatte hing noch daran, es war kurzerhand aus dem Möbelstück herausgerissen worden, ohne eine Schraube zu lösen.

 

Aber der Magnet erfüllte seinen Zweck. Der Schnurrbart hielt ihn auf das schwarze Schloss des Gurtes an meinem linken Oberschenkel und konnte es daraufhin mühelos entfernen und den Gurt öffnen.

„Das ist ja großartig!“, rief ich. „Kannst die anderen Gurte auch öffnen, bitte?“

Eine Weile stand der Schnurrbart gedankenverloren da.

Ich schluckte. Dann öffnete er auch den Gurt an meinem anderen Oberschenkel und an meinen Fußgelenken. Meine Beine waren frei. Schamvoll presste ich die Knie aneinander. Das war schon mal eine Erleichterung, nicht mehr mit gespreizten Beinen dazuliegen und den beiden Knallköpfen unfreiwillig Einblicke zu gewähren, die ich ihnen gerne vorenthalten hätte.

 

„Das hast du prima gemacht“, lobte ich. „Jetzt auch noch die anderen Gurte, ja?“

Aber der Schnurrbart hatte nun wieder damit begonnen, sich mit meinen Nylonbeinen zu beschäftigen. Offenbar genoss er das Gefühl – und wahrscheinlich auch den Anblick. Jetzt gesellte sich auch der Hänfling dazu und tat es dem Schnurrbart gleich. Zu zweit fummelten sie an mir herum, und als die Hand des Schnurrbarts sich immer weiter nach oben bewegte und nur noch Millimeter von einer Stelle meines Körpers entfernt war, an der ich sie definitiv nicht haben wollte, platzte mir die Hutschnur. Ich war zwar noch immer sehr effektiv gefesselt, aber nicht mehr komplett wehrlos.

 

Wie wild begann ich, mit meinen schwarz bestrumpften Beinen zu strampeln und um mich zu treten. Der Schnurrbart brachte sich schnell aus der Gefahrenzone, aber der Hänfling war zu träge. Ich erwischte ihn mit einem kräftigen Tritt an der Hüfte, und er ging mit einem schrillen Aufschrei zu Boden. Jammernd blieb er liegen.

 

„Jetzt macht mich endlich los!“, keifte ich und riss an meinen Handfesseln wie … na ja, wie eine Irre könnte man vielleicht sagen.

Es bescherte mir eine gewisse Befriedigung, dass ich den Hänfling außer Gefecht gesetzt hatte – klug war meine Attacke allerdings nicht gewesen. Die Stimmung bei meinen beiden Besuchern schlug augenblicklich um.

„Sie ist böse!“, rief der Schnurrbart aufgeregt. „Und schamlos! Sie muss bestraft werden!“

Der Hänfling rappelte sich wieder auf.

„Böse!“, wiederholte er. „Schamlos! Bestrafen!“

 

Ich hatte aufgehört zu zappeln. Mit angezogenen Beinen lag ich da, bis mir bewusst wurde, dass dies eine sehr unvorteilhafte Stellung war.

„Nein, nein“, sagte ich beruhigend. „Es … es tut mir leid. Okay? Das kommt nicht wieder vor! Ich mache euch einen Vorschlag. Ihr macht mich jetzt erstmal los, und dann …“ Weiter kam ich nicht.

„Nein!“, rief der Schnurrbart. „Wir machen dich wieder fest!“

 

Er begann sich darum zu bemühen, meine Strumpfhosenbeine wieder an das Bett zu gurten. Von Sarah und Max hatte ich mich widerspruchslos fesseln lassen, aber nun lagen die Dinge anders. Ich hatte keineswegs vor mich wieder wie ein Schaf zu verhalten, diesmal würde ich das Vorhaben vereiteln, nahm ich mir vor.

 

Wieder strampelte ich umher und trat um mich, und mehrfach konnte ich den Griffen meiner beiden Peiniger entgehen oder mich wieder herauswinden. Die glatte Strumpfhose half mir dabei, sie hatten alle Mühe, mich festzuhalten. Zudem verfügt der Mensch mit den Beinen über allerhand Kraft, und wenn dann noch Verzweiflung dazukommt, kann man es zwei anderen Menschen, die einem die Beine festschnallen wollen, ziemlich schwer machen.

 

Aber andererseits waren meine Arme und mein Oberkörper noch immer perfekt fixiert, was mir nicht gerade einen Vorteil verschaffte. Darüber hinaus waren sie zu zweit, und der Schnurrbart verfügte über wahre Bärenkräfte. Wahrscheinlich hatte er den Magneten einfach so mit der Hand aus dem Schrank gerissen, so wie sich andere Leute ein Stück Schokolade von einer Tafel abbrachen.

 

Jedenfalls brachte er es irgendwann fertig, mein linkes Bein am Fußgelenk wieder am Bett zu befestigen, und von an hatte ich eigentlich schon verloren. Das zweite Fußgelenk war dann schon viel einfacher, und die Gurte an den Oberschenkeln waren für ihn dann ein Kinderspiel. Zu meinem Leidwesen zog er diese Riemen deutlich strammer als vorher.

 

Nun war es wieder soweit: Ich lag mit gespreizten Beinen bewegungslos da und kam mir vor wie ein aufgespießter Schmetterling – wie auch immer ich auf diesen Vergleich kam. Immerhin lebte ich ja noch.

 

„Jetzt bestrafen wir sie“, grunzte der Schnurrbart. Er verschwand im nahegelegenen Stationszimmer und tauchte Sekunden später mit einem Plastiklineal wieder auf, das Werbung der örtlichen Sparkasse trug. Ohne Vorwarnung holte er aus und ließ das Ding auf meinen rechten Oberschenkel klatschen. Das tat richtig fies weh.

Ich schnappte nach Luft. „Bist du wahnsinnig?“, fauchte ich. Im selben Moment ging mir auf, dass es sich hierbei wohl um eine rhetorische Frage handelte. Natürlich war er wahnsinnig – sonst wäre er nicht hier auf der Geschlossenen.

 

Er holte erneut aus und ließ das Lineal mit voller Wucht auf meinen anderen Oberschenkel sausen. Die Strumpfhose war zwar in der Lage, mich in gewissen Grenzen vor niedrigen Temperaturen zu schützen, in dieser Situation jedoch nütze sie mir überhaupt gar nichts, dafür war sie nicht gemacht. Sie ließ die Wucht des Schlages ungehindert durch.

 

„Aaah!“, machte ich und strampelte hilflos herum. „Was zum Teufel …“

Doch schon kam der nächste Hieb. Diesmal jedoch traf er den Gurt, der meinen Oberschenkel fixierte, und der minderte den Schlag ganz erheblich ab.

Der Schnurrbart hatte das Lineal schon wieder erhoben, als in der Ferne Schritte hörbar wurden. Wieselflink verschwanden die beiden in der Dunkelheit. Die Schritte kamen näher und dann stand die sehr müde aussehende Nachtschwester neben mir.

 

„Es tut mir leid, dass ich Sie hier so habe liegenlassen“, sagte sie. „Aber es gab einen C1-Alarm.“

Ich wusste noch immer nicht, worum es sich dabei handelte, aber es war mir auch ziemlich egal. Jedenfalls forderte die Schwester mich auf, meinen Hintern wieder anzuheben, so gut es eben ging, und sie legte mir eine Windel an. 

„Ich ziehe Ihnen noch eine Schutzhose an“, sagte sie. „Dann können Sie sich etwas sicherer fühlen.“

„Was ist das denn?“, fragte ich, war mir aber nicht ganz sicher, ob ich die Antwort überhaupt hören wollte.

„Eine Plastikhose, die über die Windel kommt“, erklärte sie und hielt ein Stück seltsam geformte, dicke und halbtransparente Plastikfolie in die Höhe. „Die verhindert, dass Sie auslaufen. Nochmal hoch mit dem Po!“

Sie zog die Folie unter mich und verschloss dann einige Druckknöpfe an den Seiten. Zum Abschluss zog sie mir die Strumpfhose wieder über den Hintern.

Na super, dachte ich, jetzt also auch noch eine Gummihose.

 

Die Schwester bückte sich. „Warum liegt denn hier ein Lineal herum?“, wunderte sie sich und legte es auf ihren Wagen. Dann schob sie damit ab, und ich lag wieder alleine in meinem Bett. Ich befürchtete, dass die beiden Idioten zurückkehren würden, aber es blieb alles friedlich. Schließlich fiel ich in einen unruhigen Schlaf und träumte mir allerhand Blödsinn zusammen.

 

Irgendwann erwachte die Station, und damit auch ich. Zahllose Personen liefen an der fixierten Patientin vorbei, bei der es sich unangenehmerweise um mich handelte. Schließlich baute sich eine Schwester vor mir auf und starrte mich einen Moment lang an.

„Ich mache Sie jetzt los“, sagte sie. „Unter der Voraussetzung, dass es kein Theater gibt. Wird es kein Theater geben?“

„Es wird kein Theater geben“, versprach ich.

 

Die Schwester löste die Gurte, und ich stand ein wenig wackelig auf. Sie führte mich in einen Aufenthaltsraum, in dem diverse Leute herumlungerten. Dort bekam ich etwas zum Frühstücken, und mir wurde mitgeteilt, dass ich noch warten musste, bis ein Dr. Soundso Zeit für mich hätte. So verstrich der Vormittag quälend langsam, was mich furchtbar nervte. Was mich jedoch noch mehr nervte, war die Tatsache, dass sich an meinem Outfit nicht das Geringste geändert hatte und Hinz und Kunz sich nach Herzenslust daran sattsehen konnte.

 

Kurz vor Mittag erschien endlich eine etwa dreißigjährige Pflegerin, die mir verkündete, dass der Herr Doktor nun Zeit hätte. Allerdings, erklärte sie, würden wir die Station verlassen, weswegen wiederum „bewegungseinschränkende Maßnahmen“ zu ergreifen seien. Vor aller Augen legte sie mir wieder die Gurte an, die meine Hände fesselten und meine Schrittlänge begrenzten, so wie ich es am Abend zuvor bereits kennengelernt hatte.

 

Sie führte mich über weitere endlose Gänge, so dass ich das Gefühl bekam, dass nun auch der allerletzte Trottel, der sich in diesem Krankenhaus aufhielt, in den Genuss gekommen war, sich einen Blick auf mich zu gönnen.

 

Schließlich wurde ich in einen Raum geführt, in dem sich als einziges Möbelstück ein Schreibtisch befand, hinter dem ein Mann im weißen Kittel saß, der in Fünfzigern war. Er starrte auf einen Computermonitor. Eine Sitzgelegenheit für mich gab es nicht, also blieb mir nichts anderes übrig, als zwei Meter vor dem Schreibtisch stehenzubleiben.

 

Der Mann ignorierte mich.

„Ich …“, begann ich nach einer Weile, aber er hob nur die Hand, um mir zu verstehen zu geben, dass ich schweigen sollte. Also schwieg ich.

Doch dann sah er mich an, musterte mich von oben bis unten.

„Was fühlen Sie?“, fragte er.

„Ich … na ja. Scham“, antwortete ich.

„Weswegen?“, wollte er wissen.

„Ist das nicht offensichtlich?“ Ich sah an mir herunter.

„Fassen Sie es in Worte“, forderte er mich auf.

Ich holte tief Luft. „Ich bin in Strumpfhose. Darunter trage ich deutlich sichtbar eine Windel und eine Plastikhose. Zudem bin ich an Händen und Füßen gefesselt – und kommen Sie mir jetzt nicht damit, dass Sie das irgendwie anders nennen. In diesem Aufzug darf mich mich hier jeder begaffen. Und da soll ich mich nicht schämen?“

 

„Doch“, sagte der Arzt. „Das sollen Sie.“

„Was?“, fragte ich irritiert.

„Sie sind nicht psychisch krank“, stellte er fest.

„Nein, das glaube ich auch nicht.“

„Eine Selbstdiagnose ist in diesem Bereich nicht immer unproblematisch. Aber sei‘s drum, Sie sind nicht psychisch krank, aber dennoch haben Sie eine Ladeneinrichtung zertrümmert.“

„Das ist vielleicht ein wenig übertrieben formuliert.“

„Halten wir uns nicht an Formulierungen auf. Sie haben es getan, in welchem Umfang auch immer.“

 

„Ich stand unter hohem Druck“, erklärte ich.

„Das tun andere Menschen auch“, wandte der Arzt ein, „aber die wenigsten werden deswegen gewalttätig. Es ist ganz einfach so: Sie haben sich gehen lassen – und damit einen Sachschaden verursacht und andere Menschen in Gefahr gebracht.“

„Das tut mir leid.“

„Tut es das? Eine juristische Strafe haben Sie kaum zu erwarten. Sie sind nicht vorbestraft, und wenn Sie sich einen guten Anwalt nehmen, wird er Sie da schon rauspauken. Wir hier sind in solchen Fällen aber durchaus der Meinung, dass eine Art Bestrafung sowohl angemessen als auch heilsam ist.“

 

Ich überlegte einen Moment. Ich sah wieder an mir herunter. „Und deswegen die ganzen Demütigungen? Das machen Sie alles nur, um mir eine Lektion zu erteilen?“

„Das würde ich offiziell nie zugeben. Jede Maßnahme war medizinisch erforderlich, ist alles hier lückenlos dokumentiert. Nur so viel: Reißen Sie sich in Zukunft zusammen, sonst landen Sie wieder hier, und beim nächsten Mal wird Ihr Aufenthalt ein bisschen länger sein. Und wir haben auch noch die eine oder andere Überraschung parat, die dazu führen wird, dass Sie sich einen dritten Aufenthalt nicht wünschen werden.“

„Botschaft angekommen“, sagte ich.

„Das freut mich“, sagte der Arzt süffisant. „Dann werden wir Sie jetzt entlassen.“

„Das freut mich wiederum“, erwiderte ich.

 

Man ließ es sich allerdings nicht nehmen, mich den ganzen Weg zur Station noch einmal in meinem vollen Ornat zurücklegen zu lassen. Die Entlassung würde erst auf der Station stattfinden, erklärte mir die Schwester. Bis dahin kämen dieselben Sicherheitsvorkehrungen zur Anwendung wie bislang auch. Also schlurfte ich gottergeben mit meinen kurzen Schrittchen durch das Gebäude und ließ mich noch einmal ausgiebig anstarren.

 

Auf der Station wurde ich einen Raum geführt, in dem allerhand Materialien gelagert wurden. Dort lagen auf einem Stuhl meine Klamotten. Die Schwester zog einen Magneten aus ihrem Kittel hervor und befreite mich von meinen Fesseln.

„Ziehen Sie sich Ihre Sachen an und kommen Sie dann nochmal ins Stationszimmer“, sagte sie. „Da bekommen Sie Ihren Entlassungsbrief.“

 

Ich zog mir die Strumpfhose bis zu den Knien herunter und knöpfte die Plastikhose auf. Dann befreite ich mich von der Windel und warf sie in den Müllsack eines abgestellten Pflegewagens. Ich warf einen nachdenklichen Blick auf meinen Slip und steckte ihn schließlich achselzuckend in meinen Rucksack. Zog die Strumpfhose wieder hoch und stieg in meine Jeans.

 

Als ich endlich wieder in meiner Wohnung angekommen war, zog ich gleich die Jeans aus. Ich legte mich auf mein Bett und stellte mir vor, dass ich daran festgeschnallt war. Dann wanderte meine rechte Hand wie von selber unter den Bund meiner Strumpfhose. Ich stellte mir vor, wie sich wohl ein zweiter Aufenthalt in der Psychiatrie gestalten würde. Irgendwie fand ich den Gedanken ganz verlockend, es beizeiten einmal in Erfahrung zu bringen.

 

ENDE 


Kommentare

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eckedort schrieb am 01.01.2025 um 16:18 Uhr

Ende?
Die Geschichte schreit förmlich danch das es zu einem zweiten Aufenthalt in der Psychiatrie kommt und du darüber breichtest

Lass und nicht so lange warten

Frederico schrieb am 03.01.2025 um 10:14 Uhr

Den ersten Teil fand ich herausragend und deine Sprache sehr gewählt. Das hat mir super  gefallen, neben der sehr gut aufgebauten erotischen Spannung. Beim nunmehr dritten Teil ist demgegenüber ein deutlicher Abfall festzustellen. Ich befürchte, dass dies dem Umstand geschuldet ist, dass einerseits leider unqualifizierte negative Kommentare zu lesen waren und andererseits der Wunsch nach einer Fortsetzung der Geschichte bestand. So hast du dich dazu drängen lassen, die Geschichte auf "irgendeine Weise" zu Ende zu bringen. Schade, hoffentlich schreibst du mal wieder und dann unbeeindruckt von Leuten, die einfach mal den Mund halten sollten.

walnuss schrieb am 11.01.2025 um 15:05 Uhr

Ich habe mir Jetzte nochmal Alle 3 Teile durchgelesen und ich hätte jetzte schon lust zu wissen wie ein zweiter besuch in der Psychiatrie aussehen würde :)