Fünfkantwald I


Cove

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17.07.2020
Schamsituation

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[Im zweiten Untergeschoss des Nationalmuseums liegen Restbestände des Staatsarchivs des ehemaligen Fürstentums Razenfeld. Unter anderem findet sich dort ein grosser Umschlag mit Siegel und dem Vermerk "Darf erst 30 Jahre nach meinem Tod geöffnet werden, [gezeichnet] Leonora". Das Siegel ist gebrochen. Jemand öffnete irgendwann den Umschlag, allerdings ohne dies zu vermerken. Die Geschichts- und Deutschstudentin Jennifer Altroth sichtete Ende letzten Jahres bei der Materialsammlung für ihre Bachelorarbeit das Schriftstück und erstellte eine Abschrift unter gleichzeitiger vorsichtiger Übertragung des Textes in ein neueres Deutsch:]

 

(1) Ich stehe in der Lichtung des Fünfkantwaldes. Ich bin vollkommen nackt und habe meinen Oberkörper nach vorn gebeugt. Mit meinen Händen stütze ich mich direkt über meinen Knien auf den Oberschenkeln ab. Ich spüre das Gewicht meiner Brüste, welche sich vom Oberkörper abheben und gegen den Boden streben. Meinen Hintern strecke ich Johannes Ork entgegen. Rund um mich stehen fünf Menschen, zwei Weiber und drei Kerle, in ungefähr meinem Alter. Ich bin 23½ Jahre alt. Zuvor habe ich Johannes meine Reitpeitsche übergeben und ihm erlaubt, mir drei kräftige Streiche auf den Hintern zu geben.

Ich verspüre kein Verlangen nach Schmerz. Zu oft in meiner Jugend liess meine Mama mir eine erzieherische Pflege meiner blanken Hinterbacken angedeihen. Und selbstverständlich habe ich gelernt, dass es mir peinlich sein muss, fremden Menschen meinen blossen Leib zu zeigen. Da die fünf jungen Menschen, die mir in der Lichtung des Fünfkantwaldes auflauerten, sich aber nicht einig sind, was sie mit mir anstellen sollen und ich die Sache vor­antreiben will, habe ich mich der Scham zum Trotz überwunden, mich vor ihnen nackt zu machen und meinen Hintern für den Empfang einiger Streiche bereitzuhalten.

Johannes ist sichtlich überrascht, weiss nicht, was er von meinem Angebot halten soll. Aus einem Augenwinkel heraus erblicke ich Gerlinde Ork, die Schwester von Johannes. Sie nickt ihrem Bruder zu und zischt: "Du darfst. Mach endlich!" Der erste Streich, der nun meine linke Hinterbacke trifft, ist schwach, ein Nichts. Der zweite und der dritte Streich sind etwas stärker, aber auch wenig schmerzhaft. Ich bleibe gebeugt, denn ich erwarte einen vierten, vielleicht einen fünften oder sogar einen sechsten Streich. Dies nähme ich ohne Protest hin, denn ich verstehe, dass Johannes gegenüber seinen Kameraden Souveränität zeigen möchte. Aber Johannes wirft die Reitpeitsche ins Gras. Ich hebe meinen Oberkörper und stehe wieder gerade. Meine Arme und Hände lasse ich baumeln. Selbstverständlich würde es sich geziemen, die Hände zur Bedeckung meiner Brüste und meines Unterleibs zu benutzen. Dies würde ich auch gern tun, aber ich getraue mich nicht, da ich befürchte, mich damit lächerlich zu machen. Lieber schäme ich mich.

All dies geschah vor rund zehn Tagen. Ich schreibe diesen Bericht aber soweit möglich in der Gegenwartsform. Er dient in erster Linie mir selber, um meine Gedanken zu ordnen. Ob ich ihn später Menschen meines Vertrauens oder vielleicht nach meinem hoffentlich späten Tod gar der Öffentlichkeit zur Einsicht vorlegen werde, weiss ich noch nicht.

Ich war Leonora, Prinzessin von Razenfeld, Tochter des Fürsten Theodor von Razenfeld und der Fürstin Clara von Razenfeld, geborene Freifrau von Tessenlau. Einer meiner Urururgrossväter war Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Ich verfüge über einen eindrucksvollen Stammbaum, war aber als Persönlichkeit nahezu ein Nichts.

 

(2) An diesem Montagnachmittag im Juni 1794 reite ich mit meiner Braunen von den fürstlichen Stallungen zum Fünfkantwald. Meine Braune ist eine Stute mit niederer Höhe, breitem Leib und grossen Hufen, also ein kräftiges Arbeitspferd. Ich liebe dieses treue, nicht elegante Tier, welches einmalig in den Stallungen ist. Die Sonne wärmt sehr und ich trage ein einfaches hellrotes Baumwollkleid direkt auf der Haut, also keine Unterkleidung. Es tut mir gut, mit meinen Schenkeln das Fell der Braunen und den Sattel zu spüren.

Am Rand des Fünfkantwaldes steige ich vom Pferd und führe dieses durch den Wald, denn dieser ist sehr dicht. Ich erreiche die Lichtung und binde die Braune an einen Baumstamm. Nun ziehe ich meine Reitstiefel und die Socken aus und lege mich ins Gras mitten in der Lichtung. Ich geniesse den Sonnenschein. Meine Arme liegen links und rechts meines Leibs. Nach einigen Augenblicken hebe ich meine linke Hand und lege sie auf meine rechte Brust. Ich streichle langsam durch den Stoff hindurch meine Brust und lasse meine Hand dort liegen. Wenig später lege ich meine Hand zurück auf den Boden. Mit meiner rechten Hand streife ich mein Kleid soweit nach oben, dass ich mein rechtes Knie direkt greifen kann. Dann wandert meine Hand ein gehöriges Stück weiter nach oben und liegt nun auf meinem Oberschenkel, und zwar auf der feinen Haut der Innenseite. Dies tut wohl, ist aber gefährlich. Als wohlerzogenes junges Weib sollte ich nun einhalten. Aber der Teufel reitet mich, und ich wusste natürlich schon beim Ritt von den fürstlichen Stallungen zum Fünfkantwald, dass ich mich mit grosser Wahrscheinlichkeit an diesen Tag – wie schon an manchen früheren Tagen – in der Lichtung dem Teufel ausliefern werde. So wandert also meine Hand weiter nach oben und erreicht diejenige Stelle, wo sich die beiden Schenkel vereinigen und deren Berührung den Zweikampf zwischen der Scham und der Wollust auslöst. Die Wollust ist eine Todsünde. Sie siegt und ein Ziehen bemächtigt sich meines Unterleibs. Leise und dann lauter beginne ich zu stöhnen. Ich mache, was ich mir in meiner Kammer im Südturm der Razenburg nie erlauben würde. Darüber döse ich ein.

"Schaut, das Prinzesschen kratzt sich am Fötzchen!" Eine lachende Männerstimme reisst mich aus dem Schlaf. Ich blicke ins Gesicht von Johannes Ork, den ich bisher nicht kannte. Erschreckt ziehe ich meine Hand zurück und merke erst Sekunden später, dass ich jetzt mit gespreizten Schenkeln und weit nach oben gerafftem Kleid meinem männlichen Gegenüber den direkten Einblick ins Tor meiner Unterleibsgrotte öffne. Er lacht, und weitere männliche wie weibliche Stimmen lachen ebenfalls. Rasch streife ich mein Kleid nach unten und stehe auf. Ich sehe, dass ich von drei Kerlen und zwei Weibern umrundet bin. Ein Weib hat fast die gleichen Gesichtszüge wie der Kerl, der mich aus dem Schlaf riss. Zurecht vermute ich, dass sie Schwester und Bruder sind. Das Weib kenne ich. Es ist Gerlinde Ork. Und das verheisst nichts Gutes.

Vor anderthalb Wochen ging ich an der Küche der Razenburg vorbei und hörte Geräusche aus der benachbarten Vorratskammer. Ich öffnete die Tür und erblickte die Magd Gerlinde, wie sie eben ein grosses Stück Käse in einen Stoffsack schob. Aus dem Sack blickte bereits ein Laib Brot hervor. Ich hatte also Gerlinde beim Diebstahl ertappt. Ich packte sie am Oberarm und zerrte sie zum Hofmeister. Gerlindes Gesicht war hochrot und sie wimmerte. Der Hofmeister entliess sie umgehend aus den Diensten am fürstlichen Hof. Nun begann Gerlinde zu weinen. Ihre Familie sei arm und auf ihren Lohn angewiesen. Mit leicht zynischem Tonfall meinte ich, Gerlinde hätte sich dies vorher überlegen sollen, und sie solle sich glücklich schätzen, dass ihr Rücken und ihr Hintern nicht die Haselrute zu spüren bekämen. Gerlinde antwortete leise, sie würde noch so gern eine Tracht Prügel empfangen, wenn sie nur weiter hier am Hof arbeiten dürfte. Ich schwieg und der Hofmeister wies Gerlinde barsch an, die Burg sofort zu verlassen. Gerlinde zischte mir zu: "Dafür wirst du noch büssen!" Es war eine Unverschämtheit, mich, die Prinzessin von Razenfeld, zu duzen und mir Rache anzudrohen.

Nun stehe ich also in der Lichtung des Fünfkantwaldes eben dieser Gerlinde und vier weiteren Untertanen meines Papas gegenüber, hilflos und allein. Rasch sichere ich Gerlinde meine Bereitschaft zum Gespräch zu und stelle in Aussicht, mich für ihre Wiedereinstellung am Hof einzusetzen. Gerlinde lacht böse und hält mir vor, ich solle nicht versuchen, sie für dumm zu verkaufen. Sie wisse genau, dass ich am Hof ein Hühnchen sei, das nichts zu gackern habe. Damit hat Gerlinde recht. Mein Papa hält wenig von mir. Ich erinnere ihn immer wieder durch meine Anwesenheit daran, dass es ihm und meiner Mama misslang, einen richtigen Stammhalter zu zeugen und zu gebären. Seit meine Mama vor zwei Jahren infolge eines Schlangenbisses starb, bin ich zudem sehr einsam am Hof. Ich habe nicht die Macht, die Wiederanstellung von Gerlinde zu bewirken.

Johannes lacht auch und tritt auf mich zu. Er greift an meine Brust und meint, das da sei wunderbar gross und müsste unbedingt offengelegt zu werden. Nachdem das Prinzesschen bereits so freizügig sein Fötzchen gezeigt habe, könne es auch gleich die ganze edle Pracht seines Leibes vorführen. Ich höre Gelächter weiterer Anwesender und auch einen launigen Spruch, wie lustig es wäre, mir die Kleider vom Leib zu zerren. Ich spüre Zornes- und Schamesröte aufsteigen und mache einen Schritt zur Seite. Dann ziehe ich meine Reitpeitsche aus dem Stiefel und haue Johannes einmal kräftig auf die lüsterne Pfote. Er schreit auf. Ich erkenne sogleich, dass meine spontane Handlung unbedacht, ja angesichts meiner schwachen Lage schlicht dumm gewesen ist.

Zu meiner Überraschung lacht Gerlinde und meint ihrem Bruder zugewandt, die Prinzessin habe gut gehandelt und das habe er wohl verdient. Es folgt ein Streitgespräch zwischen den Geschwistern. Johannes hält dafür, er lasse sich nicht gefallen, vom Prinzesschen geschlagen zu werden und dessen runder Arsch lade geradezu ein, richtig verdroschen zu werden. Gerlinde kontert, sie seien heute mir gefolgt, um mit mir zu sprechen und mich gehörig in den Senkel zu stellen, nicht aber um mich zu verhauen. Johannes bezeichnet Gerlinde als gutmütiges Schosshündchen, das sich offenbar von der arroganten Prinzessin an der Leine führen lasse und vergesse, wie dieser ihre Armut völlig egal sei. So geht es noch einige Male hin und her. Das zweite Weib und die beiden anderen Kerle in der Runde lachen, sagen aber nichts. Ohnehin spielen diese drei im ganzen Geschehen nur eine amüsierte Nebenrolle.

Ich spüre Ungeduld in mir aufsteigen. So mache ich jetzt etwas, das mir sonst nie in den Sinn käme: Ich streife mein rotes Kleid ab und bin splitternackt. Dann bitte ich Johannes um Verzeihung, dass ich ihm auf die Hand gehauen habe, übergebe ihm meine Reitpeitsche und strecke ihm meinen Hintern einladend zur Vergeltung entgegen.

Nachdem diese Vergeltung äusserst mild ausgefallen ist und ich schon wenige Augenblicke nach dem letzten Streich meinen Hintern nicht mehr spüre, stehe ich wieder aufrecht und frage, ob ich mich jetzt ankleiden dürfe. Johannes stottert Ja. Aber Gerlinde meint grinsend Nein. Ich dürfe als Lady Godiva nachhause reiten. Sie verspreche mir, dass morgen meine Kleidung zur Razenburg gebracht werde. Jetzt spüre ich Panik in mir aufsteigen: Lady Godiva, die tapfere Frau, die im 11. Jahrhundert nackt durch eine englische Stadt ritt, um ihren Gemahl und Landesherrn zu bewegen, die Steuern der Armen zu senken oder diese zu erlassen. Ich habe gehofft, durch meine demutsvolle Entblössung und meine Bereitschaft, in kleinem Kreis Streiche auf den Hintern zu empfangen, die Sache glimpflich beenden zu können. Aber Gerlinde will offensichtlich ihr Versprechen, dafür würde ich noch büssen, das sie äusserte, als sie aus den Diensten am Hof entlassen wurde, in eindrucksvoller Weise erfüllen. Dass diese Aufforderung zum Godiva-Ritt ein nicht ernsthaft gemeinter böser Scherz sein könnte, um mich noch etwas zu plagen und zu demütigen, kommt mir erst viel später in den Sinn. Statt dass ich protestiere, bitte ich kleinlaut darum, wenigstens die Socken und die Reitstiefel anziehen zu dürfen, weil ich so mein Pferd sicherer führen könne. Dies wird mir erlaubt.

Gemeinsam verlassen wir die Waldlichtung und kehren zum Waldrand zurück. Dort verabschieden wir uns. Johannes meint grinsend, mein Leib sei sehr schön und er hätte grosse Lust, mich einmal zu vögeln. Das ist eine Unverschämtheit, doch ich höre mich antworten, darüber könnten wir später einmal sprechen. Johannes blickt mich fragend an.

 

(Fortsetzung folgt)


Kommentare

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nessi123 schrieb am 19.07.2020 um 22:23 Uhr

also wenn möglich, bitte keine Fortsetzung mehr ..

Cove schrieb am 20.07.2020 um 20:09 Uhr

@ nessi123: Ich veröffentlichte beide Teile der Geschichte praktisch gleichzeitig, unmittelbar hintereinander. Dein Wunsch, auf eine Fortsetzung zu verzichten, erfolgte also nach der Veröffentlichung des 2. Teils und kann nicht mehr erfüllt werden.

SB ist ein sehr gemischtes Forum, was den Inhalt, den Stil und die Qualität der Geschichten betrifft. Es ist also nicht verwunderlich, wenn die einzelnen Geschichten unterschiedliche Reaktionen auslösen. Als Autor bin ich Amateur, wie die überwiegende Mehrheit der Autoren. Ich behaupte nicht, ein schriftstellerisches Meisterwerk verfasst zu haben. Wenn dir der 1. Teil meiner Geschichte nicht gefiel, stand es dir frei, das Lesen in der Mitte abzubrechen und die Geschichte tief, vielleicht gar mit 1 zu bewerten. Du bist auch nicht gezwungen, den 2. Teil zu lesen. Das alles ist deine Freiheit

Panzerkreuzer schrieb am 20.07.2020 um 22:50 Uhr

@Cove: Ich gehe mit dem kurzen Kommentar von nessi123 nicht einig und begrüsse es, wie du auch den zweiten Teil deiner Geschichte auf schambereich geladen hast. Deine Antwort auf den Kommentar ist aber in unnötig belehrendem Ton geschrieben und damit peinlich.