Modepapst -2-
Die vier jungen Frauen waren schon etwas aufgeregt, als sie am nächsten Samstag bei der Firma vorfuhren. Diesesmal hatten sie peinlichst darauf geachtet, nur Kleidungsstücke zu tragen, die im Konzern hergestellt wurden und keine Fremdmarken. Damit wollten sie sicherstellen, sich nicht wieder wie letztesmal ausziehen zu müssen.
Aber daran waren sie schließlich selbst schuld gewesen, denn die Herren aus dem Vorstand und nicht zuletzt auch den Modepapst mit Fremdmarken zu empfangen, war nicht zu entschuldigen gewesen und sie waren heilfroh, dass dies für die geschäftlichen Beziehungen keine Auswirkungen gehabt hatte.
Das lag nicht zuletzt auch daran, dass sie kooperiert hatten und die Kleidungsstücke vor den Augen der drei Herren auszogen. Dass Clara dabei auch anwesend war, hatte sie schon ein wenig beruhigt.
Mara war schon einmal hier gewesen und kannte sich daher ein wenig aus. Mit dem Aufzug fuhren sie in den fünften Stock hoch. Nach dem Überqueren eines kurzen Flurs hatten sie die Tür zum Vorzimmer des CEOs erreicht und klopften vorsichtig an.
Nachdem sie ein weibliches „Ja.“ gehört hatten, öffnete Mara die Tür und sie gingen hinein.
Umbertis rechte Hand Clara kam ihnen entgegen und begrüßte jede mit festem Handschlag.
„Hallo zusammen, schön dass ihr pünktlich seid.“
„Ja, wir haben gut hergefunden.“ gab Mara zur Antwort.
„Fein. Ich möchte euch auch gleich meine Gratulation aussprechen! Der Vorstand hat heute Vormittag beschlossen, dass ihr die ideale Besetzung als Werbegesichter für unsere Straps-Kollektion seid. Naja, ‚Gesichter‘ ist wohl ein bisschen falsch ausgedrückt“, lachte Clara und musterte mit einem kritischen Blick die vier Damen.
Die Vier ließen diese Ankündigung unkommentiert, denn das war zum einen vollkommen überraschend und außerdem wussten sie nicht, was mit dieser Wahl jetzt von ihnen erwartet wurde.
„Nun, da wir hauptsächlich geschäftlich miteinander zu tun haben werden, finde ich es angebracht, dass wir das vertauliche ‚Du‘ beiseite legen und förmlicher miteinander kommunizieren. Wenn ihr mich ansprecht, dann bitte mit ‚Madam‘“. schob sie hinterher und machte damit ihren Status klar.
„Verstanden, Madam.“ sagte Mara verwundert, wollte sich aber dem Wunsch Claras nicht entgegenstellen.
Claras Auftritt zeigte Wirkung auf die vier, denn sie trat selbstbewusst und mit klarer Ansprache auf. Nach wie vor waren sie ja nur die kleine Modeabteilung und dies hier war der große Konzern, was sie ihnen im Moment eindeutig klarmachte.
„Hört zu, ich muss euch wohl einiges erklären, was die Verwendung eurer Bildmaterialien betrifft.“ ergriff Clara erneut das Wort.
Nach dieser Einleitung holte Clara ein gerahmtes Bild in der Größe von ca. 50*50cm aus ihrem Schreibtisch hervor und legte es offen auf den Schreibtisch.
Geschockt starren es die vier Frauen an, denn es war kein anderes als das, welches zum Abschied ihres Treffens gemacht wurde.
Ganz links stand Alexia, daneben der CFO Klaus Hürter gefolgt von Mara. Dann kam wieder ein Mann, nämlich der Modepapst Andreas Gallinari, daneben stand Judy. Den Abschluss bildete der CEO Marvin Umberti sowie Chantal.
Das besondere an dem Bild war allerdings, dass sämtliche vier Frauen nur mit schwarzen, spitzenbesetzten Strapsen bekleidet waren, sonst nichts! Keine von ihnen hatte einen Slip oder einen BH an, sie hatten sich also wirklich getraut, so für das Foto zu posieren!
Dass dieses Bild nun in diesem Großformat in der Firma existierte, war ihnen mehr als peinlich, damit hatten sie nie und nimmer gerechnet. Vielmehr dachten sie, dass die Vorstandsmitglieder das geheim halten würden und sie es sich vielleicht mal zuhause anschauen würden.
„Der Konzern möchte gerne dieses Bild als Werbung benutzen. Dafür benötigen wir eure Einwilligung.“
Clara kramte kurz in ihren Unterlagen und überreichte dann jeder ein Formular zum Unterschreiben.
„Was? Nein, das unterschreibe ich nicht.“ hatte Chantal als erste ihre Sprache wiedergefunden.
„Außerdem werden wir dieses Bild mitnehmen und verlangen auch das Negativ. Die Aufnahme war nie dafür vorgesehen, dass sie in Umlauf gerät.“
„Aber meine Dame, so einfach ist das nicht. Wir haben die Verwendung natürlich mit unseren Anwälten abgeklärt und in der Tat dürfen wir dieses Bild für Werbezwecke erst verwenden, sobald sie dazu ihre Einwilligung erteilt haben. Anders verhält es sich mit der Verwendung hier im Konzern. Dafür sind wir allemal berechtigt, denn das Bild entstand während eines offiziellen Firmentermins und wie darauf klar ersichtlich, nicht entgegen ihrem Willen. Sie werden es also in Kürze an allen möglichen Wänden hier im Konzern finden. Moment, ich möchte Ihnen noch etwas zeigen.“
Clara drehte sich erneut zu ihrem Schreibtisch und nahm eine Zeitschrift in die Hand, welche sie Chantal reichte.
„Schlagen Sie Seite 3 auf. Hier in der Firmenzeitschrift ist das Bild incl. eines kleinen Artikels auch bereits erschienen. Es wurde lange diskutiert, ob das Bild auf das Cover soll oder erst auf Seite 3 und ich denke, es war in Ihrem Sinne, dass es nicht auf dem Cover ist.“
Chantal hatte natürlich sofort umgeblättert und fassungslos starrten die Frauen auf ihr Bild in der Zeitschrift!
„Aber das können Sie doch nicht so einfach tun!“ protestierte nun auch Judy.
„Sie sehen doch, dass wir es können.“ antwortete Clara süffisant.
Dann ließ sie die vier Frauen ein wenig schmoren und wieder zu klaren Gedanken kommen.
‚Wenn die schon wüssten, was ihnen gleich noch blüht!‘ dachte Clara hämisch, denn sie war ziemlich eifersüchtig auf die sexy Bodys dieser Frauen aus der kleinen Modeabteilung.
Als sie der Meinung war, dass die Pause lang genug gewesen war, fuhr sie fort: „Würdet Ihr euch dann bitte den Vertrag durchlesen und unterschreiben? Darin findet ihr auch die euch dafür zustehenden Tantiemen.“
Alle vier nahmen ihr Formular in die Hand und lasen es sich durch, wobei ihnen viele Gedanken durch den Kopf gingen. Jede las dann mit weit aufgerissenen Augen den Absatz über die Tantiemen ein zweitesmal, denn sie konnten die Summe gar nicht glauben, die dort stand.
Darin stand nämlich, wenn sie ihr Bild- und Videomaterial zu Werbezwecken freigaben, würde jede von ihnen 20000€ Handgeld sowie weitere Tantiemen für jede Veröffentlichung bekommen.
„Wieso Videos?“ fragte Mara.
„Nun, Videos sind bei Werbeaufnahmen üblich.“ bekam sie lapidar als Antwort.
‚Ja klar‘, dachte Mara, welch dumme Frage von mir. Laut sagte sie jedoch: „Dürfen wir uns kurz besprechen?“
„Aber selbstverständlich.“ antwortete Clara nun wieder freundlicher. Sie blickte auf die Uhr und meinte dann: „Ihr könnt hier blieben, während ich etwas anderes zu erledigen habe. In etwa 15 Minuten komme ich zurück, dann können wir alles Weitere besprechen.“
Nachdem Clara das Zimmer verlassen hatte, fand eine lebhafte Diskussion zwischen unseren 4 Mädels statt.
Mara argumentierte: „Die Bilder sind ja bereits im Umlauf und somit haben sie schon sehr viele Leute des Konzerns gesehen. Dafür haben wir noch keinen Cent bekommen. Wenn wir aber den Vertrag unterschreiben, dann wird uns das gut vergütet.“
Diesem Argument schloss sich Alexis an, aber die anderen beiden waren davon noch nicht so überzeugt und hatten ihre Bedenken. Nicht zu unrecht, wie sich bald zeigen sollte!
Nach langem Hin und Her waren sich aber alle vier einig und als Clara das Zimmer wieder betrat, nahm sich jede einen Stift und füllte das Formular nebst Unterschrift aus. Jede gab ihre Adresse, Handynummer, Email und Bankverbindung an, denn dies war ein offizieller Arbeitsvertrag zwischen dem Konzern und den Privatpersonen Mara, Judy, Alexis und Chantal. Die Modeabteilung mit Mara als Chefin war hier außen vor.
Clara sammelte die Verträge ein und legte sie unter den Kopierer, um sie einzuscannen.
„Möchtet ihr eure Kopie in Papierform oder genügt es per Email?“
Alle meinten, per Email wäre in Ordnung, dann brauchten sie das Papier nicht rumzuschleppen.
Clara versandte dann sofort die Emails, die auch sogleich auf den Handys der vier ankamen.
Nachdem sie die Originale in ihrer Schreibtischschublade eingeschlossen und den Schlüssel eingesteckt hatte, wandte sie sich an die neu eingestellten Models. „Sehr schön, dann wären die Formalitäten erledigt.“ meinte sie zufrieden. „Die Überweisung übernimmt die Personalabteilung. Ich denke, das sollte morgen schon passieren.“, worauf die vier Frauen zufrieden nickten.
„Ich habe die Anweisung, zu überprüfen, ob eure Kleidung diesesmal auch wirklich vom Konzern ist. Der CEO möchte nämlich nicht nochmal so eine Blamage wie neulich erleben.“ wechselte Clara das Thema.
Mara lief bei diesem Ausspruch ein wenig rot an, denn das war schon ein ziemlicher Hammer von ihr gewesen, da nicht darauf geachtet zu haben.
Bereitwillig schlüpfte jede aus ihrem Minikleid, welches sie heute anhatten.
Dabei kamen ihre Dessous zum Vorschein, welche diesesmal allerdings unterschiedlich waren.
Mara hatte wieder schwarze an, Alexis violette, während Chantal ganz in Rot und Judy in pink war.
Clara bewunderte die schlanken, durchtrainierten Körper und beneidete sie richtiggehend. Aber mit diesem Anblick gab sie sich heute nicht zufrieden.
„Legt bitte eure Kleidungsstücke dort in den Korb.“
Mara dachte sich, ‚Kleidungsstücke? Richtig wäre wohl Kleider‘. Sie sagte aber nichts und legte ihr Kleid hinein, was auch die anderen drei taten.
Als sie dann unschlüssig dastanden, präzisierte Clara: „Bitte alles.“
„Was? Wieso sollten wir unsere Unterwäsche ausziehen? Sie können doch auch so ganz gut kontrollieren, dass die Teile vom Konzern sind.“ muckte Mara auf, worauf Clara die Stirn runzelte.
„Das mag schon sein, aber ich habe meine Anweisungen. Also, wenn ich bitten darf?“
Die vier starrten sie verständnislos an, bis Mara sagte: „Dann wären wir hier im Büro ja nackt und es könnte jederzeit jemand reinkommen.“
„Das ist natürlich richtig, aber ich sehe darin kein Problem.“ meinte Clara trocken.
„Sie vielleicht nicht, aber wir!“ fauchte Chantal.
„Meine Damen, bitte mäßigen Sie sich. Sie wollen doch nicht jetzt schon auf Konfrontation gehen? Haben Sie sich den Vertrag denn nicht durchgelesen? Darin steht, dass ich die einzige Person bin, die euch gegenüber weisungsberechtigt ist, was Sie bei Firmen- und Werbeterminen anzuziehen haben. Und ganau das habt ihr alle vier soeben mit eurer Unterschrift akzeptiert.“
„Ja, aber nur bei Werbe- oder Firmenterminen.“ warf Judy ein.
„Und was glauben Sie, ist eine Vorstandssitzung?“
Darauf hatte weder Judy noch die anderen eine Antwort, bis es Chantal heiß rauflief.
„Sie meinen doch nicht etwa, wir sollen da nackt reingehen?“
Nun musste Clara schmunzeln, denn endlich hatte eine von ihnen den Durchblick.
„Genau das, meine Damen, aber nicht allzu lange. Dort drinnen liegen Strapse bereit, die ihr nach der Vorstellungsrunde anprobieren dürft. Damit seid ihr dann ja nicht mehr nackt.“
Diese Ankündigung wirkte wie ein Hammer und alle vier waren wie erschlagen davon. Argumente dagegen schienen sinnlos, denn Clara ließ sich einfach nicht davon abbringen. Egal, wie sehr sie dagegen protestierten.
„Wenn wir uns jetzt einig sind, dann sollten wir langsam mal reingehen, bevor die Vorstandsmitglieder unruhig werden.“ bestimmte Clara schließlich.
Nach der aufgebrachten, aber letztlich nutzlosen Diskussion fügten sich unsere Mädels niedergeschlagen und folgten Clara, die voran ging und darauf achtete, dass ihr alle vier folgten.
Sobald sie das Zimmer betraten, sahen unsere vier Frauen einen großen viereckigen Tisch, an dem 6 Männer und 2 Frauen saßen und natürlich alle aufblickten.
„Stellt euch bitte auf die Bühne!“ kam die Anweisung von Clara.
Sie entdeckten an der rechten Wand ein etwas erhobenes Podest, worauf die vier mit hochroten Köpfen ihren zugewiesenen Platz einnahmen.
Der CEO begrüßte sie und hielt eine kleine Ansprache: „Willkommen bei unserer Vorstandssitzung. Schön, dass die heute durch euren Besuch ein wenig aufgelockert wird.“
Zu seinen Kollegen am Tisch meinte er: „Dies sind unsere neuen Models für die Strapskollektion. Ihr müsst verzeihen, dass es sich dabei um Amateure handelt und um keine professionellen Models. Wir wollten mal neue Wege gehen.“
Interessiert blickten alle auf die vier nackten Frauen und es war klar, dass sie dies ‚verzeihen‘ würden.
„Klaus, Sie hatten sich bereit erklärt, den Frauen ein wenig zu assisiteren?“ wandte er sich an seinen Finanzchef.
„Natürlich, gerne.“
Sofort ging er zu einem Tisch und nahm von dort die bereitgelegten Strümpfe. Dann überreichte er jeder der Frauen einen davon.
„Für das rechte Bein, bitte anziehen.“
Während die Frauen sich die halterlosen Strümpfe anzogen, fotografierte Clara mit einer Spiegelreflexkamera. Dann brachte der CFO die restlichen vier Strümpfe für das andere Bein, auch dabei machte Clara jede Menge Fotos.
„Geht einmal um den Tisch herum und kommt dann wieder hierher. Bemüht euch, dabei wie ein Model zu laufen.“ forderte sie dann.
Immer noch mit hochrotem Gesicht gingen die Frauen ziemlich hölzern um den Tisch herum und versuchten, besonders an den Männern schnell vorbeizuschlüpfen.
„Das muss besser werden! Versuchts gleich nochmal. Bemüht euch, lockerer zu sein.“ wies Clara sie an. Es war aber auch diesesmal nicht viel besser als vorhin, zu verkrampft waren die Ladys.
Eine Frau aus dem Vorstand machte die Bemerkung: „Ich glaube, sie brauchen einen professionellen Trainer.“
„Wie wärs mit dem Modepapst? Wenn jemand weiß, wie sich die Models bewegen, dann er.“ fragte ein anderes Vorstandsmitglied.
„Gute Idee. Soll ich ihn gleich verständigen?“
„Ja, bitte mach das.“
Während alle darauf warteten, bis Andreas Gallinari kam, unterhielten sich die Vorstandsmitglieder miteinander und besprachen die Idee mit den Amateuren. Dabei warfen sie natürlich immer wieder interessierte Blicke auf die nackten Frauen. Allgemeiner Tenor war natürlich, dass sie es mit ihnen versuchen wollten.
Die vier Frauen fühlten sich sichtlich unangenehm, hatten sich im Kreis aufgestellt und unterhielten sich selbst flüsternd miteinander.
Clara beobachtete sie dabei sehr intensiv, ließ sie aber gewähren.
Ihre Gedanken verhießen aber nichts Gutes für die Vier…
‚Am liebsten würde ich sie auf allen Vieren hier rumkrabbeln lassen. Aber im Moment ist das leider undenkbar, immer eins nach dem anderen. Sie laufen mir ja nicht weg, der Vertrag mit ihnen läuft ja 2 Jahre. Oh, ich habe soviele schöne Ideen…‘
Trotz der anfänglichen Weigerung der Frauen, sich auszuziehen, war sie höchstzufrieden, wie sich die Dinge entwickelt hatten. Im Laufe der Zeit würde sie die Schlinge schon enger ziehen…
Sie blickte hoffnungsvoll und voller Erwartung in die Zukunft, ihre angeborene Dominanz endlich auch in der Arbeit ausleben zu können.
Dann trat der Modepapst auch schon ein und blickte fragend in die Runde.
„Hallo Andreas, schön dass Sie sich für uns Zeit nehmen.“ begrüßte ihn der CEO. „Dies sind unsere neuen Models, Sie kennen die Frauen ja bereits. Leider haben sie noch keine Laufstegerfahrung. Irgendwie müssten wir sie fit für die Werbeauftritte machen. Außer Ihnen ist uns niemand eingefallen, den wir fragen könnten.“
Andreas Gallinari verzog abschätzend seine Mine, trat aber näher an unsere vier Mädels heran und nahm sie in Augenschein. Mit dem Ergebnis schien er zufrieden zu sein.
„Ja, ich denke, das bekommen wir hin, sofern die Damen motiviert sind und das Training gut mitmachen.“
„Seid ihr motiviert, Ladys?“ fragte Clara.
„Ja, Madam.“ kam es im Chor zurück, denn vor Clara hatten sie mittlerweile einen Höllenrespekt.
„Nun, ich denke, die Vier werden ihr Bestes geben. Stellt euch jetzt bitte Gallinari mit Name und Alter vor.“
„Ich bin Judy und 22 Jahre alt.“
„Alexis, 23 Jahre.“
„Mara, 28 Jahre.“
„Chantal, 23 Jahre.“
„Sollen wir gleich mit ersten Tests loslegen?“ fragte Gallinari den CEO.
„Ja, bitte.“ bekam er von ihm zur Antwort.
‚Wie? Hier?‘ dachten sich die zukünftigen Models, als sich Gallinari auch schon an Judy wandte:
„Judy, lauf bitte mit wiegenden Schritten zum Fenster, drehe dich zu uns und bleib stehen.“
Judy blieb also gar keine Zeit, darüber nachzudenken. Unter den Augen des Modezars versuchte sie, möglichst locker zu bleiben und bewegte ihre Hüften nur leicht. Als sie am Fenster ankam, warf sie für einen Moment den Blick nach draußen, bevor sie sich umdrehte.
Die Fenster hatten natürlich keine Vorhänge und sie stand jetzt ohne jegliche Kleidung unmittelbar davor. Dass sie sich im fünften Stock befanden, beruhigte sie nicht unbedingt, denn auch andere Bürogebäude in Sichtweite der Fenster hatten dieselbe Höhe und wenn dort jemand hierher blickte, dann konnte er sie hier nackt stehen sehen.
‚Verdammt, ich kann doch hier nicht so stehenbleiben.‘ dachte sie sich und versuchte, sich ein wenig zur Seite zu bewegen.
„Alexia, bitte du jetzt.“ sagte Gallinari in diesem Moment und die setzte sich auch sofort in Bewegung und zog damit alle Aufmerksamkeit auf sich. Alexia fühlte sich bei ihrem Marsch zum Fenster ebenfalls äußerst unwohl und hätte am liebsten fluchtartig den Raum verlassen. Aber der Gedanke daran, was das für Folgen haben würde, ließ sie doch bis zum Fenster gehen.
Dort hatte sie denselben Schockgedanken wie zuvor Judy, deshalb wandte sie sich in die andere Richtung seitlich des Fensters.
Diese Möglichkeit hatten dann Mara und Chantal nicht mehr, denn die mussten direkt vor dem Fenster stehenblieben mussten und sich wenigstens damit trösten, mit der Kehrseite zum Fenster zu stehen. Diese Zurschaustellung ihres nackten Körpers war ihnen natürlich noch viel unangenehmer als bei den anwesenden Personen.
„Wir haben in der Tat viel Arbeit vor uns.“ sagte da Gallinari und riss die Ladys aus ihren Gedanken.
„Ich sehe, dass ihr viel Sport macht. Welche Art von Sport ist das?“
Er bekam von allen die Antwort, dass sie hauptsächlich im Fitnessstudio trainierten und ab und zu mal joggten.
„Joggen ist gut, ihr solltet aber auch öfters mal schwimmen, Brustschwimmen ist am besten. Wie schauts mit tanzen aus? Walzer, Tango?“
Hier bekam er zur Antwort, dass sie manchmal in der Disco ein wenig tanzten, dort aber meist auseinander oder eben Discofox.
„Naja, Fox ist ok. Haben wir hier eine Möglichkeit für Musik?“ wandte er sich an Clara.
„Ja, das ist kein Problem.“ antwortete sie, verließ den Raum und schaltete wohl von ihrem Büro aus Tanzmusik ein.
„Meine Herren, wir bräuchten vier Tänzer!“
Sofort sprangen einige der Herren auf und machten sich auf den Weg zu den Damen. Diejenigen, die zu langsam gewesen waren, setzten sich enttäuscht wieder auf ihre Plätze.
Der CFO kam als erstes an, verbeugte sich galant vor Judy und fragte: „Darf ich bitten?“
Judy war ganz verwirrt, sie konnte doch hier nicht einfach tanzen! Schon gar nicht nackt!
Aber sie musste einsehen, dass sie genau das jetzt tun sollte, also zwang sie sich zu einem gekünstelten Lächeln und antwortete mit einem „gerne.“
Der Platz war nicht groß und bald hatten sich dort vier Paare verteilt, die zu Walzer- und Tangomusik tanzten. Dabei gabs öfters mal kleine Zusammenstöße, welche die Athmosphäre aber sogar ein wenig auflockerten.
„Schritte und Wendungen mehr auf den Zehenspitzen ausführen.“ korrigierte Gallinari.
„Aufrechter halten, Brust mehr rausdrücken. Nicht soviel Abstand zwischen Mann und Frau!“
Er gab sich erst zufrieden, als die Brustwarzen der Frauen öfters mal an das Sakko oder das Hemd der Männer anstießen. Dass sich die Nippel dabei mehr und mehr versteiften, war nur eine natürliche Folge und wurde von den beobachtenden Männern und Frauen aufmerksam registriert.
Nach einer Weile unterbrach der CEO und meinte: „Ok, ich denke, wir haben davon genug gesehen. Die Damen sollten fleißig üben, damit ihre Körperbeherrschung besser wird. Auch solltet ihr den Rat des Brustschwimmens beherzigen.“
Nachdem alle vier Frauen dazu nickten, wandte er sich an Gallinari. „Sonst noch irgendwelche Vorschläge?“
„Nun ja, ich müsste ihnen wohl erst die grundlegenden Körperhaltungen eines Models beibringen. Stellt euch bitte alle nebeneinander hin, am besten wieder auf die kleine Bühne.“
Nachdem die Frauen dort ihre Positionen eingenommen hatten, korrigierte er deren Körperhaltung.
„Ein Bein ein wenig nach vorne, auf der anderen Seite mit der Hand auf der Hüfte abstützen. Vor allem immer wieder den Körper aufrecht halten!“
Bei der Erwähnung des letzten Punkts drückten alle vier Frauen ihren Oberkörper aufrechter und wurden sich dabei bewußt, dass sie sich tatsächlich immer wieder ein wenig zusammensacken ließen.
„Merkt euch diese Position genau! Diese nehmt ihr immer ein, wenn ihr keine anderen Anweisungen habt.“ wies sie Clara an, worauf erneut alle vier nickten.
Dann hatten die Vorstandsmitglieder wohl noch andere Themen zu besprechen und entließen die Damen, welche zusammen mit Clara und Gallinari das Büro verließen.
In Claras Büro ließ er die Damen noch ein paar Bewegungen einstudieren. Dann führte er sie hinaus auf den Flur, wo sie mit wiegenden Hüften hin und her marschieren mussten.
Anfangs waren die Ladys dabei total verkrampft und zuckten bei jedem Geräusch zusammen, in der Angst, dass jemand aus dem Lift oder der Treppe oder aus anderen Büros herauskam.
Nachdem diese Sorge lange unbegründet war, beruhigten sie sich allmählich ein wenig und ihr Gang wurde etwas besser. Sie bekamen sogar das ein oder andere Lob von Gallinari.
Dann öffnete sich eine Bürotür und alle vier zuckten zusammen. Aber es war ‚nur‘ die Tür aus dem Vorstandsbüro, die direkt auf den Flur führte. Heraus kamen nacheinander alle Vorstandsmitglieder und Gallinari rief ihnen leise „Grundstellung!“ zu.
Jede der Vier stellte ein Bein heraus und stellte sich aufrecht hin.
Gallinari und Clara waren mit der Ausführung sichtlich zufrieden und wohl auch die Vorstandsmitglieder, die ihnen zwar interessierte Blicke zuwarfen, aber ansonsten schweigend vorbeigingen.
Lediglich der CEO meinte; „Sehr schön, meine Damen. Wir benötigen unbedingt professionelle Auftritte von euch, übt also fleißig!“
Er bekam ein vierstimmiges „Ja, Sir.“ zur Antwort.
Mittlerweile war es 19 Uhr geworden und Clara führte sie nach dem Abschied von Gallinari wieder ins Büro, wo sie ihnen den Korb mit den Kleidungsstücken reichte.
Während sich die neuen Models wieder anzogen, erklärte ihnen Clara noch die geplante weitere Zusammenarbeit.
„Wir werden nicht immer Termine haben, wo ihr alle Vier zusammen benötigt werdet. Manchmal wird auch nur eine von euch einen solchen Termin wahrnehmen müssen. Ich wollte nur, dass ihr das wisst und euch darauf einstellen könnt.“
„Ok“, „Ja, ist klar.“ bekam Clara zur Antwort.
„Fein, ich melde mich, sobald ich einen Job für eine oder mehrere von euch habe. Das kann schon morgen sein oder auch erst nächste Woche. Wenn eine von euch einen kurzfristigen Termin nicht wahrnehmen kann, dann ist es auch ok, wenn sie eine andere von euch vertritt. Aber das sollte nicht die Regel sein. Bei manchen Terminen ist so ein Tausch nicht möglich, aber das lasse ich euch dann auf jeden Fall wissen.“
Damit verabschiedeten sich die Vier von Clara und machten sich auf zu ihrem Auto.
Während der Heimreise diskutierten sie lebhaft und nicht nur Judy wollte am liebsten sofort mit diesem neuen Modeljob aufhören. Aber je mehr sie sich darüber unterhielten, desto mehr kamen sie ins Grübeln, denn Clara hatte sie ja eindeutig auf etwaige Vertragsstrafen hingewiesen.
Kommentare
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super, weiter so, bitte bald den nächsten Teil veröffentlichen
Danke Frosch für diese wunderbar prickelnde Geschichte die im Besten Sinne zu den Wurzeln von schambereich.org zurückführt. Ich hoffe auf noch so einige Fortsetzungen in denen die Grenzen der Protagonistinnen stetig weiter hinausgeschoben werden.
sehr schön, wie gehts weiter?
Wirklich gelunges Kopfkino, Andy hat Recht back to the roots.
Einen weiteren Teil habe ich schon geschrieben, den gibts die nächsten Tage.
Wenn ich mal wieder Lust habe, schreibe ich vielleicht weiter...