Entführt


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Es folgt ein gemeiner Text über eine Entführung. Wem dies nicht zusagt der soll bitte weiter zur nächsten Geschichte gehen. Eine Inspiration stammt aus dem Thread „Thriller- und Horrorphantasien“ in dem vor allem Laila und Mi_Ci mitgewirkt haben.

 

 

Es war ein kalter Abend. Claire saß an einem gottverlassenen Bahnsteig. Wie war sie nur auf die Idee gekommen mit der Bahn zu fahren? Ihr Chef hatte ihr eine erste Klasse bezahlt und sie hatte die Bahn genommen. Auf der Hinfahrt hatte alles gut funktioniert und sie hatte sich schon gefragt, was die Leute immer mit der der Bahn hatten. Doch die Rückfahrt war eine einzige Katastrophe aus Verspätungen, Ausfällen und alternativen Routen. Als Ergebnis saß sie allein an diesem Provinzbahnhof im Schnee. Wie für die Jahreszeit üblich war es schnell dunkel geworden. Es schauderte sie noch beinah eine Stunde hier warten zu müssen. Sie zog ihren Mantel noch enger um sich. 

Sie ließ ihren Koffer zurück und tapste in Richtung eines Getränkeautomaten. Mit zitternden Händen warf sie ein paar Geldstücke in den Automaten. Zur Belohnung bekam sie einen dampfenden Becher Kaffee. Zumindest hatte das so auf dem Schild gestanden. Kaffee war das ihrer Meinung nach nicht. Aber die Wärme war ihr wichtiger als der Geschmack. Sie nahm auf einer Dreierbank in der Mitte Platz. Sie wollte sich die Bank nicht teilen. Auch wenn eh niemand hier war, um sich die Bank mit ihr zu teilen. 

Ein unangenehmes Gefühl fing an sich in ihrem Kopf breit zu machen. Claire fühlte sich müde. Die Woche auf der Konferenz hatte es aber auch in sich gehabt. Sie nahm einen großen Schluck von dem sogenannten Kaffee, doch das Koffein hatte nicht die erhoffte Wirkung. Ihre Augenlider wurden schwerer als sie es gewohnt war. Das letzte, was sie dachte, bevor sie das Bewusstsein verlor, war, der Kaffee schmeckte furchtbar. 

 

Der erste Gedanke den Claire wieder dachte war: Mein Kopf! Dieser schmerzte, als ob ihr jemand einen Haufen kleine Nadeln durch die Stirn gerammt hatte. Nur mühsam öffnete sie die Augen. Mit einem Mal spürte sie das Adrenalin durch ihre Adern strömen und die Müdigkeit zurückdrängen. Sie wusste nicht, wo sie war. Sie befand sich in einem weißen Raum, kein erkennbares Fenster oder Türen. Das Licht kam von der Decke, aber mehr konnte sie auch dort nicht erkennen. Sie stand wacklig auf. Das letzte, woran sie sich erinnern konnte, war, dass sie müde am Bahnhof gesessen hatte. Etwas musste in diesem scheußlichen Kaffee gewesen sein. Wäre es nicht so kalt gewesen hätte sie den niemals getrunken. 

Ihre Muskeln wollten noch nicht ganz so wie sie wollte, aber es wurde besser. Etwas mühsam kam sie auf die Beine und ging auf eine der Wände zu. Sie fühlten sich klar metallisch und lackiert an. Angst stieg in ihr auf. Warum war sie hier? Was sollte sie tun? Niemand wusste, dass sie an dem kleinen Bahnhof gewesen war. Selbst wenn sie gesucht wurde, würden alle am falschen Ende anfangen. Die Gedanken kreisten nun immer schneller, aber Claire konnte keinen Ausweg aus ihrer misslichen Lage entdecken. 

Auf der Wand ihr gegenüber erschien mit roten Buchstaben eine Leuchtschrift. Dort stand:

„Gehorsam wird belohnt“ Der Text Zug verharrte einen Moment und Claire fand die Situation von Minute zu Minute absurder und unrealer. Dann erschien unter dem Schriftzug ein zweiter. Ein einzelnes Wort. Ein Wort das Claire allerdings die pure Angst durch den Körper jagte „Ausziehen!“ Claire brachte ihre Atmung unter Kontrolle und damit auch die aufkeimende Panik. Sie schrie der Schrift entgegen: „Das werde ich ganz sicher nicht tun!“

Als ob es die Antwort wäre erschien auf der Wand zusätzlich eine Temperaturanzeige. In dem Raum waren es 17 Grad. Nach dem eiskalten Bahnhof empfand Claire das als sehr angenehm. Der Schriftzug „Ausziehen!“ blinkte einmal. Nie im Leben blitzte durch Claires Gedanken und sie drehte sie demonstrativ um. Nun entflammten ein Stück über Claire Kopf einige rote Lampen. Nein es waren keine Lampen, sondern Heizstrahler wie ihr im zweiten Blick klar wurde. Die Anzeige veränderte sich von 17 Grad auf 19 Grad. Der Schriftzug „Ausziehen!“ blinkte nun dauerhaft. Die Heizstrahler sorgten dafür, dass die Temperatur weiter anstieg. Es waren bereits 22 Grad. Claire suchte nach einem Ausweg. Aber obwohl sie mit der Hand über das Metall strich, konnte sie außer der einen oder anderen Naht nichts finden. Nun waren es 24 Grad und Claire spürte nun ihren warmen Mantel und die winterliche Kleidung deutlich. Und die Temperatur stieg auf 26 Grad. Ihre Finger strichen über die rote Schrift. Erst hatte sie gedacht es sei ein Monitor, aber die Schrift wurde wohl projiziert, irgendwo von oben. Aber die Lampen waren so hell, dass sie das nicht sehen konnte. „Lasst mich hier raus“, schrie Claire, „ich werde nicht tun, was ihr wollt“. Es waren 27 Grad und der Schweiß lief ihr nun aus allen Poren. Sie hämmerte gegen die Wand und schrie erneut: „Ich will raus“ Aber es kam keine Reaktion außer, dass das Thermostat gnadenlos um noch ein Grad nach 28 Grad kletterte. Die Temperatur ließ die Kleidung und den Raum noch enger wirken. Was sollte sie nun tun? Als 29 Grad angezeigt wurden hatte sie ihren Mantel in der Hand. Ihr war so heiß, dass sie den von ganz allein ausgezogen hatte. Als die 30 Grad erreicht wurden musste sie einsehen, dass sie keine Wahl hatte. Sie musste sich Kämpfe aussuchen, welche sie gewinnen konnte. Voller Wut zog sie ihren Blazer aus und knöpfte die Bluse auf. Beides landete auf dem Boden. Noch einmal schrie sie den Raum an: „Bitte ich gebe auf!“ Aber auch darauf gab es keine Reaktion. Die Temperatur hatte nun unerträgliche 33 Grad erreicht. Dafür, dass ihr Körper auf Minustemperaturen eingestellt war. Sie befreite sich aus ihren Winterschuhen und den Socken. Als nächstes folgte die Jeans. Nun stand sie in ihrer schwarzen unauffälligen Unterwäsche da. Herausfordernd schrie sie erneut: „Bitte nun habt ihr, was ihr wollt“ Aber es gab keine Reaktion. Das Thermostat zeigte 35 Grad. Wie weit würde wer auch immer die Kontrolle hatte, gehen? Was konnte sie aushalten? Vielleicht 40-45 Grad. Aber wie lange? Es gab nicht mal Wasser und sie hatte nun schon Durst. Ihr war klar, was man von ihr erwartete. Also griff sie auf ihren Rücken und öffnete ihren BH. Bisher war es ihr immer eine Freude gewesen ihre Brüste aus den C-Körbchen zu befreien. Aber heute nicht. Wem gab sie den Blick frei? Sie wusste es nicht. Im ersten Moment wollte sie ihre Hände vor die Brüste halten, aber die Genugtuung wollte sie ihren möglichen Zuschauern nicht geben. Das Thermostat zeigte nun 38 Grad. Ihr blieb keine Wahl mehr, das war ihr längst klar. Sie griff mit beiden Händen in den Bund ihres Slips und zog diesen herunter. Sie konnte es nicht verhindern, ihr schoss das Blut in das Gesicht, als sie den Blick auf ihre rasierte Spalte freigab. Zum ersten Mal wünschte sie sich ein wenig Schamhaar. Als sie beide Füße aus dem Slip nahm, erloschen die Heizstrahler. Dennoch stieg die Temperatur auf 39 Grad. 

Unter dem Schriftzug öffnete sich ein Fach. Darin war es schwarz wie die Nacht. Der Schriftzug änderte sich in ein „Kleidung!“ und einen Pfeil auf das Fach. Claire zögerte. Sie sollte ihre Kleidung weggeben. Aber hatte sie eine Wahl? Vielleicht konnte sie wenigstens etwas bekommen und sagte: „Ich habe Durst!“

Als einzige Reaktion erschien neben dem Schriftzug Kleidung wieder die Temperaturanzeige von 40 Grad. Selbst ohne die Strahler reichte deren Restwärme, um den Raum unangenehm weiter aufzuheizen. Schnell nahm sie ihre Kleidung und legte diese in das Fach. Unmittelbar danach wurde ihre Befürchtung war und ihre Kleidung wurde unerreichbar als das Fach sich schloss. Die Temperaturanzeige zeigte nun 39 Grad. Claire hatte mehr Angst als zuvor, war aber froh, dass die Temperatur nun fiel. 

Physisch und psychisch ermattet, setzte sie sich auf den Boden. Die Hitze machte ihr nun sehr zu schaffen. „Bitte ich möchte etwas trinken“, sagte sie deutlich, aber nun nicht mehr laut. Sie saß dort mit angezogenen Beinen und umfasste ihre Schienbeine mit den Händen. Sie versuchte so wenig wie möglich von ihrem nackten Körper preiszugeben. Hätte sie nur nicht so lange gewartet. Die Temperaturanzeige und auch der restliche Schriftzug waren verschwunden. Was wollte man nur von ihr?

Dann hörte sie das Geräusch eines Servomotors. Ein kleines Fach öffnete sich und ein Würfel kam herausgefahren. Vorne vor dem Würfel befand sich ein Penis aus Gummi. Der Penis war größer als jedes echte Objekt das Claire je zuvor gesehen hatte. Dann erschien wieder der Schriftzug auf der Wand „Trinken“ und ein Pfeil in Richtung des Würfels. Claire untersuchte diesen mit den Händen und Augen genau. Sie drückte mit den Händen, aber sie konnte nichts Trinkbares erkennen. Als sie nochmal über die Höhe nachdachte, wusste sie was das sollte. Nein das würde sie nicht tun, war ihr erster Gedanke. Doch dann erinnerte sie sich an die Folgen beim letzten Mal. Außerdem war es so warm und sie hatte so einen Durst. Ihr blieb wohl nichts anderes übrig. Sie ging auf die Knie, öffnete den Mund und versuchte das Riesenteil in ihren Mund zu bekommen. Es schmerzte am Kiefer und kostete eine Menge Überwindung. Doch dann als sie es tief im Mund hatte floss ein dünnes Rinnsal direkt in ihren Mund. Im ersten Moment war sie so erschrocken, dass sie zurückzuckte und das Rinnsal erstarb. Aber als sie die Position wieder einnahm, bekam sie mehr Wasser. Kaltes Wasser tat ihr in der Wärme so gut. Es schmeckte einfach nur herrlich. Es war so gut, dass sie die Demütigung, um an das Wasser zu kommen vergaß. Ihr Körper verlangte nach mehr, aber es kam immer nur sehr wenig Wasser auf einmal aus dem Penis. Sie fing an ihren Mund nach vorne und hinten zu bewegen und tatsächlich als sie den Dildo mit ihrem Mund fickte bekam sie mehr Wasser. Nach einer Weile hatte sie genug und stand auf. Ihre Knie waren froh nicht mehr auf dem harten Boden zu knien. Sie war erschöpft. Sie legte sich auf den Boden. Machte sich instinktiv so klein wie möglich und zog ihre Beine an. In ihrem Kopf kreisten nur kurz die Gedanken wie sie hergekommen war, wie sie entkommen sollte, oder was man noch von ihr verlangen würde. Doch die Erschöpfung brachte ihr einen schnellen Schlaf. 

 

Irgendwann erwachte sie. Der Schlaf war tief gewesen. Sie konnte nicht sagen, ob sie zehn Minuten oder einige Stunden geschlafen hatte. Schnell kam die Erinnerung zurück, wo sie war, und zu was man sie gezwungen hatte. In der Zwischenzeit war die Temperatur um einiges angenehmer geworden. Sie fühlte sich körperlich dreckig. Sie hatte vor dem Schlaf sehr geschwitzt. Außerdem spürte sie nun ihre Blase. Vielleicht hatte sie doch mehr getrunken als sie dachte. Zunächst versuchte Claire ihre Blase zu ignorieren. Aber die Zeit verging ohne jede Gnade und schließlich wurde ihr klar, dass die das nicht ewig können würde. Also holte sie tief Luft und sagte: „Ich muss auf die Toilette“ Es gab keine Reaktion auf ihren Wunsch. Sie hatte sich in eine Ecke gesetzt und wartete. Mit jeder verstrichenen Minute wurde ihr Problem größer. Nach einiger Zeit versuchte sie es nochmal: „Ich muss dringend auf die Toilette“ dann fügte sie noch eine Bitte hinzu. Es brannte heiß in ihrem Selbstbewusstsein, dass sie gerade um eine Toilette gefleht hatte. Nicht geschah. Der Druck, den ihre Blase ausübte, veränderte sich allmählich in einen deutlichen Schmerz. Noch einmal versuchte Claire ihr Glück: „Bitte lassen sie mich auf die Toilette“ Aber auch dieses Mal gab es keine Reaktion. Nervös ging sie auf und ab. Blieb stehen, kniff die Beine zusammen. Es war die Hölle, was sollte sie nur tun. Schließlich traf sie eine Entscheidung und ging in eine Ecke in dem Raum. Sie versuchte es ein letztes Mal: „Bitte. Es ist dringend“ Doch auch dieses Mal blieb ihre Bitte unerhört. Es half nichts, sie würde die Kontrolle verlieren, jeden Moment, sie spürte es deutlich. Also drehte sie sich mit dem Gesicht zur Ecke. Mehr Privatsphäre konnte sie sich nicht verschaffen, und gab den Kampf auf. Für einen Moment war es ein herrliches Gefühl, als ihre Muskeln sich entspannten und der furchtbare Druck in aus ihrer Blase wich. Aber dann wurde das Gefühl von heißer Scham überlagerte als ihr klar wurde das sie gerade einfach in den Raum gepinkelt hatte und nicht nur dies, sie war sich auch sicher, dass man ihr zusah. Sie setzte sich in die gegenüberliegenden Ecke des Raumes. Doch der Raum war klein. Jede Wand höchstens vier Meter. Sie hätte gern mehr Raum zwischen sich und ihrer Schwäche gehabt. Ein verräterischer Geruch nach Ammoniak wehte zu ihr herüber und erinnerte sie an ihre Tat.

 

Die Zeit verging. Claire konnte nicht sagen, ob sie seit Stunden oder Tagen in dem Raum festsaß. Sie hatte vor Verzweiflung herumgebrüllt, sie hatte gegen die Wände geschlagen und getreten, aber es erfolgte keine Reaktion. Die einzige Konsequenz war, dass ihr Hände und Füße wehtaten. Sie war verzweifelt. Wie sollte es nur weitergehen? Erneut öffnete sich ein Fach. In diesem lagen ein Dildo mit einem Lederband und ein paar Handschellen. Unmittelbar danach erschien ein neuer Schriftzug: „Den Dildo nimmst du in den Mund und fixierst in an Ort und Stelle mit dem Lederband. Im Anschluss bindest du deine Hände auf den Rücken.“

Claire musste Lachen. Das war doch nicht Wirklichkeit. Wie sollte sie? Warum sollte sie? Sie hatte noch keine zehn Sekunden gezögert als die Temperaturanzeige von 22 Grad erneut erschien. Sie hatte ihre Lektion mehr als nur gelernt. „Ist ja schon gut“, brüllte sie und nahm Lederband und Dildo aus dem Fach. Der Dildo hatte ein Loch, durch das Loch konnte sie das Band fädeln. Dann nahm sie den Dildo in den Mund. Das Loch war weit vorne, so dass sie den Dildo tief nehmen musste. Sie musste sich sehr konzentrieren. Sie konnte nur mit Mühe den Würgereiz im Griff behalten. Ein Knoten mit dem Lederband hinter ihrem Kopf und schon war der Dildo fixiert. Als nächstes nahm sie die Handschellen. Sollte sie das tun? Sie wäre noch hilfloser? Könnte sich gar nicht mehr wehren. Noch nicht einmal den Dildo entfernen. Doch konnte sie sich nun wehren? War das nicht eh eine Illusion. Sie musste tun was man von ihre verlangte, oder sie wurde lebendig gekocht. Sie legte sich die Handschelle um das rechte Handgelenk. Dann nahm sie ihre Hände auf den Rücken und legte ihre linke Hand in den anderen offenen Ring. Es war technisch einfach sich zu fixieren. Doch es kostete Überwindung. Dann hatte sie es geschafft. Sehr gut dachte sie ironisch. Es war doch noch schlimmer geworden.

Hinter ihr öffnete sich nun eine Tür. Sie hatte erst gedacht es sein noch ein Fach, aber nein eindeutig eine Tür. Zwei Meter hoch und einen Meter breit. Angst machte sich in ihr breit. Gefesselt, kein Schreien, würde sie ihren Entführer nun sehen. Aber niemand kam in ihren Raum. Stattdessen erschien ein neuer Schriftzug: „Geh“ Die Tür führte ins Dunkel. Das gefiel ihr nicht. Aber hatte sie eine Wahl? Langsam setzte sie einen Fuß vor den anderen und ging durch die Tür. Der Boden hinter der Tür bestand aus einem Metallgitter, das angeraut war, damit man bei Eis nicht einfach ausrutscht. Unter ihren nackten Füßen jedoch fühlte es sich einfach grausam an. Sie überlegte noch, ob sie nicht zurückgehen sollte, als sich die Tür schloss und die Möglichkeit aus der Welt schaffte. Vorsichtig ging sie um eine Ecke, hinter der sie Licht sah. Blanke Panik erfasste sie. Sie hörte Menschen. Es mussten dutzende sein. Dann spürte sie Schmerz. Ein brennender Schmerz erfasst ihre Füße. Etwas stimmte mit dem Gitter nicht es schien unter Strom zu stehen. Sie schrie in ihren Knebel. Sprang zurück in Richtung Tür aber ihre Füße konnten dem Strom nicht entkommen. Auch direkt an der Wand war es nicht besser. Eine Erleichterung als sie eine Stelle fand, an der sie stehen konnte. Sie war etwas weiter weg von ihrem Raum als zuvor. So würde man sie also vortreiben. Sie spürte schon ein Kribbeln an den Fersen und machte einen Schritt nach vorne. Es gab also keine Wahl sie musste auf das Licht und die Geräusche zugehen. Kaum bog sie um die Ecke traf Claire der Schlag sie blickte durch eine Scheibe in ein Einkaufszentrum. Hunderte Menschen liefen dort her. Panik erfasste sie, sie war noch immer nackt. Mit den gefesselten Händen war einfach alles zu sehen von ihr. Sie wollte zurück in die Sicherheit, aber das war unmöglich der Strom war fortgeschritten und ein Stehen dort unerträglich schmerzhaft. Nun langsam bemerkte sie, dass die Leute sie nicht sahen. Und dass, obwohl einige stehen blieben und sie anstarrten. Dann wurde ihr klar, dass sie hinter einem Spiegel oder sowas stehen musste. Sie konnte raussehen, die Leute aber nicht rein. Es entspannte sie ein wenig. Doch dann dachte sie, dass könne ihre Chance seien. Schreien verhinderte der Dildo sehr effizient, aber sie hatte noch eine Idee. Sie ging so weit weg vom Spiegel wie möglich und nahm Anlauf. Mit ihrer Schulter rammte sie den Spiegel. Doch die Reaktion war traurig. Ihre Schulter tat weh, aber es gab kein Geräusch und der Mann, der scheinbar direkt auf sie starrte und ein Fleischstück aus den Zähnen holte zuckte nicht einmal zusammen. Sie war frustriert, aber der Strom ließ ihr keine Zeit und trieb sie einfach weiter vor sich her. Die Spiegelwand zog sich ein Stück. Und obwohl ihr nun klar war, dass die Leute sie nicht sehen konnten, war es ihr unangenehm, nackt und gefesselt an denen vorbeizulaufen. Doch ihr blieb einfach nichts anders übrig.  

 

Endlich hatte sie ihren Spießroutenlauf hinter sich und erreichte das Ende des Ganges. Dort stand ein Stuhl auf dem Stuhl lagen Schlüssel. Diese waren für ihre Handschellen. Das Angebot musste man ihr nicht zweimal machen. Sie drehte den Rücken zum Stuhl nahm die Schlüssel und setzte sich. Sie musste sich sehr konzentrieren. Ganz genau aufpassen. Einmal fielen die Schlüssel runter und sie musste diese aufheben, aber dann waren die Hände frei. Im Grunde war sie kein Stück weiter. Noch immer gefangen, noch immer kein richtiger Ausweg. Trotzdem war es eine Wohltat die Hände frei zu haben. Die Hände frei. Hektisch hantierte sie an dem Lederband, welches den Dildo an Ort und Stelle hielt. Sie musste ihn loswerden. Vor lauter Stress hatte sie kaum bemerkt, wie ihr der Speichel in einem Sturzfall über die Brust lief. Die Angst sie könnte gesehen werden, die kleine Hoffnung zur Flucht, der schmerzhafte Strom an den Füßen. Das alles hatte sie abgelenkt. Aber nun spürte sie den Fremdkörper in ihrem Rachen sehr genau. Sie fummelte an dem Knoten und bekam es mit der Angst zu tun, als er nicht gleich aufging. Idiotin, warum hatte sie keine Schleife, sondern einen Knoten gemacht? Sie verlor die Kontrolle über ihren Würgereiz, ihr Körper kämpfte nun gegen den Dildo. Sie konnte sich nicht beruhigen. Aber so sehr sich ihre Kehle auch anstrengte, sie konnte den Dildo nicht loswerden. Endlich war der Knoten auf. Eine unfassbare Erleichterung, schnell den Dildo ausgespuckt. Sie jubelte innerlich und nahm einen tiefen Zug Luft durch den Mund. 

Noch immer pochte ihr Herz, aber sie musste sich nun selbst eingestehen, dass es nicht nur aus Angst pochte. Sondern auch aus Neugier was als nächstes geschah und ja auch aus Erregung. 

 

Sie saß auf dem Stuhl und die Zeit verging. Es war dunkel. Sie hatte versucht aufzustehen, aber das gesamte Gitter stand nun unter Strom. Nur auf dem Stuhl war es auszuhalten. Sie war erschöpft, hatte Hunger und auch Durst. Claire fragte sich wie es weitergehen würde. Zu was würde man sie noch zwingen? Bisher hatten ihre Entführer immer einen Weg gefunden sie genau das tun zu lassen, was die wollten. Konnte sie entkommen? Würde man sie gehen lassen? Vielleicht ermorden, damit sie niemandem etwas sagen konnte? Hatte man daheim ihr Verschwinden schon bemerkt? Ihre Gedanken kreisten weiter und weiter. Und wurden düster. Sie sah keinen Ausweg aus ihrer Lage. 

Ein Licht ging an und beleuchtete einen Hocker, auf dem ein Lederhalsband und ein kleines Vorhängeschloss lag. Auch hier erschien eine rote Leuchtschrift: „Leg das Halsband an und verschließe es mit dem Schloss“

Doch Claires Stolz und Sturheit waren zurückgekehrt. Man würde sie nie gehen lassen und sie hatte nicht vor den Rest ihres Lebens irgendwelches Befehlen zu folgen, also blieb sie auf ihrem Stuhl sitzen. Nach einigen Sekunden fing die Schrift an zu blinken. Dann zog Claire die Füße hoch, nun stand auch der Boden direkt unter dem Stuhl unter Strom. Nur schwer konnte sie auch die Füße auf dem Stuhl unterbringen. Dann ein kleiner Schrei von ihr, als auch der Stuhl langsam mehr und mehr unter Strom gesetzt wurde. Es war erst nur ein Kribbeln. Ein Kribbeln, welches sie mehr erschreckt als gepeinigt hatte. Aber langsam wurde aus dem Kribbeln ein Stechen. Den Boden oder den Stuhl musste sie berühren und der Strom wurde langsam aber beharrlich härter. Sie fluchte innerlich und schrie: „Schon gut! Ich mache es ja“ Aber wieder folgte keinerlei Reaktion. Sie stand auf und machte zwei große Schritte zum Tischchen mit dem Halsband. Auch dieses war aus Metall, stand aber nicht unter Strom. Als sie sich draufsetzte und das Brennen unter den Füßen verschwand war es eine Erleichterung. Diese hielt aber nicht lange an. Sie spürte wieder das Kribbeln an ihren Oberschenkeln. Auch der Tisch, der letzte Zufluchtsort wurde langsam, aber sicher unter Strom gesetzt. Sie sah keinen Ausweg, was sollte sie tun? Also ergab sie sich erneut in ihr Schicksal und legte das Lederhalsband an. In dem Moment, in dem sie das Schloss sicherte und es sich unmöglich machte das Halsband abzulegen, verschwand das Kribbeln. Sie stand probehalber auf, vorsichtig berührte sie den Boden. Auch dieser Stand nicht mehr unter Strom.

Ein lautes Klirren einer Kette zerschnitt die absolute Stille, die herrschte. Direkt vor ihr war eine Kette aus kleinen Gliedern von der Decke gestürzt. Die Leuchtschrift wollte, dass sie die Kette am Halsband befestigte. Es war ein Schnellschloss. Nach der Befestigung würde sie es nicht mehr lösen können. Sie zögerte. Sollte sie sich selbst anketten? Die Leuchtschrift lies ihr keine Zeit nachzudenken und fing an zu blinken. Claire kannte mittlerweile die Folgen und befestigte die Kette. Kaum war das Schloss zu erlosch die Schrift. Als nächstes hörte sie wieder einen Servomotor und die Kette spannte. Sie schrie aus Schreck und Angst. Das Halsband schnürte ihr die Luft ab. Sie griff mit den Händen an die Kette und zog daran, aber diese rührte sich nicht einen Millimeter. Sie stand auf ihren Zehen, das erlaubte ihr zu atmen, sie spürte aber bereits die Anstrengung in den Füßen, in den Waden und den Oberschenkeln. Sie hatte Angst. Wie lange konnte sie das aushalten? Dann erlosch das Licht um sie. Claire blieb in völliger Dunkelheit zurück. Jede Sekunde protestierten die Muskeln und Knochen in ihren Beinen mehr gegen die Position. Sie schrie ihre Entführer an. Sie bettelte. Sie wollte hier nicht sterben. Aber es kam keine Reaktion. Nach einer schieren Ewigkeit blieb ihr keine Wahl mehr. Sie wechselte zwar immer mal wieder die Füße und stand dann nur auf einem, aber ihre Muskeln wollten einfach nicht mehr. Egal wie sehr ihr Gehirn diese anflehte. Also ließ sich Claire hängen. Sie konnte nicht atmen. Ihr Körper schrie nach Sauerstoff. Die Panik wurde immer schlimmer. Dann stützte sie sich wieder ab. Ihre Beine konnten einige Sekunden Kraft sammeln. Claire hatte keine Kraft mehr zu betteln. Nach jedem hängen viel es ihr schwerer nochmal auf die Zehen zu kommen. Beim letzten Mal hätte sie fast das Bewusstsein verloren. Das durfte nicht passieren, dann wäre sie tot. Sie konnte der Falle nicht entkommen. Ihre Hände umklammerten die Kette, zogen an dieser sich hoch, versuchten die Beine zu entlasten, aber es hatte kaum einen Sinn. Ihr Herz hämmerte vor Anstrengung und Angst. Wieder einmal hing sie an der Kette. Schon beim letzten Mal hatte sie gedacht nicht wieder auf die Zehen zu kommen, aber dies Mal war sie sich sicher. Sie versuchte es als die Panik und die Dunkelheit im Geiste schlimmer wurden. Aber ihre Beine wollten ihr nicht gehorchen. Sie wollte die Hände heben, um die Kette zu umfassen, aber sie bekam die Arme nicht hoch. Dann hörte sie ein Klicken, und spürte einen Fall. Hart schlug sie ohne jede Reaktion auf dem Boden auf. Der Zug um ihren Hals war verschwunden und sie konnte die Luft wieder einsaugen. Gierig tat sie dies. Langsam verschwand der Schleier um ihre Gedanken und die Lungen hörten auf zu brennen. Sie lag auf dem Boden. Sie war erschöpft. Jeder Muskel in ihrem Körper tat weh. Sie hatte Durst, so einen Durst aber nicht die Kraft was zu sagen. Und Hunger. Seit wann hatte sie nichts mehr gegessen. Die Erschöpfung brachte ihr einen unruhigen Schlaf.

 

Als sie wach wurde fror Claire. So hatte sie noch nie gefroren. Sie lag auf dem Rücken und blickte in die Sterne. Es dauerte einen Moment, bevor sie begriff, dass sie unter freiem Himmel lag und noch einen Moment, bevor ihr klar wurde, dass sie in einigen Zentimetern Schnee lag. Sie sprang auf, klopfte den Schnee ab und fing an ihre Hände an den Armen zu reiben. Sie blickte sich um. Es war ein Parkplatz. Ihre Füße taten weh, barfuß im Schnee. Sie wollte um Hilfe rufen, als sie erkannte, wo sie war. Es war ihr Garten. Ihr verdammter Garten. Wie war sie hierhergekommen? Dann erblickte sie einen Haufen Kleidung neben ihr. Die Kälte biss in jeden Quadratzentimeter Haut, also nahm sie die Kleidung und zog sie an. Es waren ihre Sachen. Ihre Unterwäsche, ihr Pullover, ihre Jeans und ihr Mantel. Schöne Winterstiefel. 

Als sie die Sachen anhatte, bekamen wieder andere Dinge in ihrem Gehirn Platz. Die Qual der Kälte verschwand, als sie langsam wieder Wärme in ihrem Körper ausbreitete. Auf einmal schoss ihr durch den Kopf, ob die Nachbarn sie gesehen hatten. Immerhin hatte sie gerade mitten in der Siedlung nackt im Garten gelegen und gestanden. Aber ein nervöser Blick zeigte beinah alle Fenster dunkel. Außerdem war es scheinbar mitten in der Nacht, denn es war auch draußen stockfinster. Claire stapfte um das Haus und in der Einfahrt stand ihr Wagen. Der sollte eigentlich am Bahnhof stehen. Sie klopfte ihren Mantel ab und fand auch ihren Schlüsselbund. Sie floh regelrecht in das Haus. Ohne darüber nachzudenken, ging sie in die Küche und schlang förmlich Brot mit Wurst herunter. Sie hatte so einen Hunger. Sie trank das Wasser dazu so schnell, dass es eine große Sauerei gab. Endlich konnte sie sich ein wenig beruhigen. Man hatte sie also gehen lassen. Nur warum? Sie schreckte zusammen, als sie das Klingeln des Handys hörte. Auf dem Display stand, deine Gastgeber. Voller Angst ging sie an das Handy. Eine elektronische Ansage:

Alles ist auf Video aufgenommen. Wie du dich selbst quälst, wie du dich fesselst, wie du in die Ecke pisst, wie du an dem Dildo nuckelst. Soll das unser Geheimnis bleiben, dann wirst du keinem von den letzten beiden Tagen erzählen. 

Solltest du es doch tun, sei dir gesagt uns findet man nie. Aber wir wissen, wo du wohnst, dein Mann arbeitet, deine Töchter zur Schule gehen. Deine Entscheidung. 

 

Claire sank auf den Boden. Sie wusste nicht, was sie tun sollte. Meinten die das ernst. Konnte man sie nicht beschützen? Sie musste doch wem was sagen, oder? Aber allein das Video machte ihr Sorgen. Es konnte ihrer Karriere ihrem Ansehen schaden. Und es würde nicht nur ihr Schaden, sondern auch ihrer Familie. Ihr Mann wäre sicher nicht begeistert, aber würde ihr vielleicht verzeihen. Aber wenn alles so aussah, als ob sie es tat. Wenn sie genau darüber nachdachte, hatte man sie dazu gebracht sich alles selbst anzutun. Und ihre Töchter. Die würden sicher einen Spießroutenlauf erleben. Und wenn das ins Internet kam. Heutzutage würde selbst ein Umzug nichts bringen. Die Angst davor, was sie alles verlieren konnte, schnürte ihr die Kehle zu. Und hierbei ging es nur um Reputation. 

Die Drohung gegen ihre Familie war mehr als deutlich gewesen. Das konnte sie nicht riskieren. Das würde sie sich nie verzeihen können, ob Schuld oder nicht. 

Ein Rascheln an der Haustür riss Claire aus ihren Gedanken. Angst umschloss ihr Herz. Kamen die Entführer zurück? Hatte sie eingesehen, dass sie Claire nicht trauen konnten? Doch dann sah sie ihren Mann und ihre Kinder. Schnell lief sie auf diese zu und drückte ihren Töchtern einen Kuss auf die Stirn und umarmte ihren Mann. 

„Was eine Begrüßung“, sagte ihr Mann und erwiderte die Umarmung, „eine Nacht in einem Hotel der Bahn und du freust dich so uns wiederzusehen“

Claire hatte eine Eisbrocken im Magen. Sie wussten nicht, dass sie entführt worden war. Niemand hätte nach ihr gesucht. Sie setzte ein Lächeln auf und hoffte niemand würde es durchschauen und folgte ihrem Mann an seinem Arm ins Wohnzimmer: „Du machst dir keine Vorstellungen….“


Kommentare

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Muschelsucher schrieb am 10.09.2022 um 05:37 Uhr

Gefällt mir sehr gut hoffe es gibt eine Fortsetzung. 

Nerdismus schrieb am 12.09.2022 um 20:38 Uhr

Tolle Geschichte. Ich würde mich auch über eine Fortsetzung freuen. 

Neuling schrieb am 18.09.2022 um 11:15 Uhr

Gut vorbereiteter Entführer. Die Spiegelwand zur Eingewöhnung an Nacktheit ist eine schöne Idee, die dann auch noch die Hoffnung auf Erlösung zusätzlich verringert.

 

Danke fürs schreiben!