Tanja (1) - Wie alles begann


Schwuppdiwupp

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10.01.2022
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Langsam fing ich an, mich zu fragen, ob ich vielleicht in irgendwas Schmutziges reingetreten war. Werner linste heute auffällig oft unter den Tisch und beäugte meine Schuhe oder auch meine Füße, das konnte ich leider nicht unterscheiden.
Werner war mein Chef. Empire Shoes war sein Ding, sein Unternehmen. Er hatte es selbst gegründet und im Laufe vieler Jahre ein großes, international agierendes Unternehmen daraus gemacht, und das in beeindruckend kurzer Zeit. Mit seinen Ende 50 verfügte er also über jede Menge Erfahrung und durch seinen überragenden Erfolg auch über die erforderliche Durchsetzungsfähigkeit und Souveränität.
Warum er mir heute aber so oft auf meine Beine und Füße schaute, wusste ich nicht zu deuten. An meinen Füßen konnte es kaum liegen, denn die waren wie immer top gepflegt. Werner achtet im Job stets darauf, dass ich in der Firma meine weiblichen Attribute gut zur Geltung bringe, ihm ist wichtig, dass ich immer modisch gekleidet bin und eine attraktive Erscheinung an den Tag lege. Nicht weiter verwunderlich, schließlich muss ich ja als Leitung des Vertriebs mit gutem Beispiel vorangehen. Was lag für eine weibliche Führungskraft im Vertrieb eines Schuhherstellers da näher, als immer topmodische Schuhe an gepflegten Füßen zu tragen? Zum Glück kann ich es mir auch erlauben, ihm diesen Gefallen zu tun, denn da ich sehr auf mich achte, ausgewogen essen und viel Sport treibe, denke ich, kann ich mich auch wirklich sehen lassen.

"Sag mal, stimmt da unten irgendwas nicht?" fragte ich ihn also nach einer Weile.
"Weißt du, Tanja" antwortete er mir, "ich habe überlegt, wie wir unseren Absatz weiter steigern können, und gerade eben ist mir eine Idee gekommen! Ich denke, wir benötigen ein neues Werbekonzept. Ein Motto, das kurz und griffig ist. Und vor allem eins, das unseren Kunden im Gedächtnis bleibt!"
Tanja bin ich. Ich selbst habe eine Führungsposition im Vertrieb inne und habe dazu mehrere, auschließlich männliche Mitarbeiter. Trotz meiner gerade mal Ende 20 habe ich meine Angestellten gut im Griff, was nicht unbedingt selbstverständlich ist als relativ junge, weibliche Abteilungsleitung mit ausschließlich männlichen Angestellten, aber unser Arbeitsklima ist sehr gut, und ich denke, wir arbeiten gleichzeitig effektiv und effizient. Hinzu kommt, dass ich wohl vor allem per Vitamin B an meine Stelle gekommen bin, denn mein Chef ist gleichzeitig auch mein Nachbar, und wir verstanden uns auch vorher schon gut. Da die Zahlen meiner Abteilung jedoch stimmen, schenkt dem niemand weiter Aufmerksamkeit.
"Hört sich gut an, aber was schwebt Dir vor?" entgegnete ich ihm. Er schmunzelte. "Warte einfach ein wenig ab, und lass Dich überraschen!"
Na, jetzt hatte er mich aber neugierig gemacht!

Wenige Tage später bat er mich zu sich und erläutete mir, dass die neue Werbekampagne unter dem Titel „Der kleine Unterschied“ stehen sollte. Es sollen Plakate und Inserate angefertigt werden, auf denen vorrangig unsere Schuhe abgebildet sind, und zwar an einem möglichst schönen Frauenfuß, daneben sollte stets mit dem gleichen Fuß in der gleichen Pose ein nahezu identisches Bild zu sehen sein, derselbe Fuß, aber ohne Schuh. Außerdem fügte er hinzu: „Und beim Fußmodel habe ich nicht an ein professionelles Model sondern an Dich gedacht!“ Das überraschte mich nun doch. Irgendwie fühlte ich mich aber auch geschmeichelt, denn wie schon erwähnt war ich stolz auf meinen Körper, aber als Fußmodel? Nun ja, man soll ja offen für Neues sein, also stimmte ich zu. Irgendwie war ich auch neugierig, wie das ablaufen sollte, und wie solche Bilder wohl aussehen würden. "Also gut" erwiderte ich ihm, "so soll es sein! Zudem sparen wir dadurch die Gage für ein echtes Model." Er hatte offenbar mit nichts anderem gerechnet, denn seine Antwort war bloß: „Der Termin ist auch schon vereinbart, Du wirst übermorgen um 9 Uhr im Fotostudio erwartet!“


Nachdem Tanja Werners Büro verlassen hatte, gingen ihn einige Gedanken durch den Kopf. Ihm war nicht zu einhundert Prozent wohl bei dem, was er da gerade angestoßen hatte. Aber der Entschluss war gefasst, und er war kein Freund halbherziger Angelegenheiten. Wenn alles so ablief, wie er sich das vorstellte, würde der Umsatz des Unternehmes in ungeahnte Höhen steigen. Das würde höhere Gewinne und damit höhere Gehälter für seine Angestellten bedeuten. Insofern war das ganze mehr als gerechtfertigt. Die sozialen Folgen aber, die sein Projekt mit sich ziehen würde, waren, ließ man den rein finanziellen Aspekt mal außen vor, schon eine ganz andere Angelegenheit. Die Folgen für Tanja lagen mehr oder weniger auf der Hand, aber alles weitere war schon schwerer abzusehen. Fürs erste beruhigte er sein Gewissen damit, dass es ja auch einen Plan gab, das Projekt für die arme Tanja angenehmer zu gestalten. Er wollte jedoch sichergehen, dass auch dort alles nach Plan verlief, also griff er zum Telefon und kontaktierte die Produktentwicklung.
 

Die Zeit bis zum Fototermin verging wie im Fluge, und die Aufnahmen haben sogar regelrecht Spaß gemacht. Es war zwar ungewohnt, immerzu peinlich genau darauf zu achten, dass ich meine Füße unentwegt in der korrekten Pose behielt, ganz zu schweigen davon, mich bzw. meine Füße so zu positionieren, dass die Haltung ohne Schuhe möglichst genau der mit bestimmten Schuhen glich, aber nach ein paar Stunden waren sämtliche Aufnahmen gemacht. Wenige Tage später gingen die Bilder unserer Werbeabteilung zu, die sie zu verschiedenen Plakaten unter dem Motto 'Der kleine Unterschied' weiterverarbeitete. Ein paar Wochen darauf zierten also meine beschuhten gegenüber meinen bloßen Füße landesweit Plakatflächen, Zeitschrifteninserate usw. Es war ein seltsames Gefühl, immerzu diese Bilder zu sehen und zu wissen, dass im Prinzip ja ich darauf abgebildet war, wenn auch nur meine Füße. Ich fühlte mich ein wenig mitverantwortlich dafür, dass die neue Kampagne zu einem Erfolg wurde, stellte ich fest. Mein Chef jedoch war davon überzeugt, dass die Aktion ein Erfolg werden würde.

Eines Abends stand mein Chef und Nachbar mit einem großen Karton und einer Flasche Champagner bei mir vor der Tür. Wie er mir erklärte, war er sehr zufrieden damit, wie "Der kleine Unterschied" sich entfaltete, und darauf wollte er mit mir anstoßen. Dagegen hatte ich natürlich nichts einzuwenden.
"Aber wofür ist denn dieser riesige Karton hier gedacht?" wollte ich nun von ihm wissen. "Gut, dass Du fragst" antwortete er, "der ist nämlich für Dich!". "Aha?" "Ja, ich habe nämlich Umfragen zur Beliebtheit unserer Schuhe durchführen lassen, weil ich wissen wollte, welche der veröffentlichten Bilder bzw. welche unserer Schuhe am besten von der Öffentlichkeit wahrgenommen werden."
Damit machte er mich nun aber neugierig, denn irgendwie betraf das ja auch mich, da ich für die Bilder ja gemodelt hatte. "Wie sich gezeigt hat, scheinen hohe Absätze derzeit im Trend zu liegen. Um das etwas greifbarer zu machen, habe ich Dir die beliebtesten Schuhe einfach mal mitgebracht, damit Du sie zukünftig tragen kannst." Ich war ein wenig skeptisch, während ich mich daran machte, den großen Karton zu öffnen. "Und die bekomme ich einfach so?" Auch dazu hatte Werner sich offenbar schon Gedanken gemacht: "Da wir ja mittlerweile schwarz auf weiß haben, dass diese Schuhe besonders gern gesehen werden, würde ich es natürlich gern sehen, wenn Du in Zukunft am besten nur noch eben diese Schuhe trägst. Vielleicht betrachtest Du sie einfach als kostenlose Arbeitskleidung?"
Ich hatte mittlerweile damit begonnen, die vielen Schuhkartons zu öffnen, die sich in der großen Kiste befanden. Schnell stellte sich heraus, dass es sich bei dieser Auswahl vorrangig um hoch abgesetzte Schuhe handelte oder um solche, die viel nackten Fuß zeigten. Sogar ein Paar Flip Flops waren enthalten.
"Du möchtest ernsthaft, dass ich in Flip Flops zur Arbeit erscheine?" fragte ich ihn belustigt. "Nun, an der Umfrage waren auch Deine Kollegen beteiligt, anscheinend würden sie es mögen, Dich in diesen Schuhen zu sehen. Der gewichtigere Punkt ist aber, dass ich es für Dich als Vertriebsleitung einfach für angemessen halte, wenn Du die Kundenwünsche nicht nur nach außen sondern auch nach innen lebst. Wenn das Flip Flops bedeutet, dann ist das halt so. Außerdem sind es ja längst nicht nur Flip Flops, eher im Gegenteil."
Da hatte er recht. Der größte Teil waren Pumps, Sandaletten, Mules und alles dazwischen. "Puh, das wird aber sicher anstrengend werden, tagein tagaus mit solchen Absätzen herumzulaufen. Aber was tut man nicht alles für die Firma." Werner versuchte, mich zu beschwichtigen: "Ich bin sicher, Du wirst das schaffen. Und wenn es Dir zuviel wird, schiebst Du einfach mal einen Tag mit den Flip Flops ein, das wird schon!".
Schließlich verabschiedete er sich wieder und mich ließ mich mit den neuen Schuhen und dem Rest des Champagners allein zurück.
Hat mein Chef gerade ernsthaft eine noch fast volle Champagnerflasche geöffnet bei mir stehen lassen? Der scheint es sich ja leisten zu können, dachte ich mir, und während ich mir im Laufe des Abend auf diesem Wege einen kleinen Schwips zu Gemüte führte, sann ich darüber nach, ob meine Kollegen wirklich Wert darauf legten, ihre Abteilungsleitung in Flip Flops oder High Heels zu sehen. Den Gedanken, dass es da vielleicht den einen oder anderen gäbe, dem sich damit der Kopf verdrehen ließe, fand ich nach mehreren Gläschen durchaus vergnüglich. Beschwingt von meiner Fantasie und dem Alkohol beschloss ich, dass es ja nicht schaden könnte, meinen Füßen ein wenig Extrapflege zukommen zu lassen.

Einige Wochen später wurden die neuesten Quartalszahlen ausgewertet, und tatsächlich war eine deutliche Absatzsteigerung zu verzeichnen. 4,7% mehr Damenschuhe verkaufte unser Unternehmen in den letzten Wochen! Darauf wurde angestoßen. Werner war voller Begeisterung und hatte bereits neue Ideen. "Tanja" setzte er an, "da unsere neue Kampagne dank Dir ein voller Erfolg geworden ist, werden wir das neue Konzept nicht nur weiterverfolgen sondern auch ausbauen. Zunächst einmal möchte ich, dass wir an unseren bisherigen Maßnahmen festhalten. Du wirst also weiterhin zukünftig nur noch die Schuhe tragen, die die höchsten Umfragewerte aufweisen. Weiterhin möchte ich, dass Du dazu keine Socken, Nylons oder dergleichen mehr trägst, denn wenn unsere Kunden Dich sehen, sollen sie stets vorgeführt bekommen, dass unser Konzept nicht nur eine leere Hülse ist, sondern dass es auch gelebt und umgesetzt wird!" Das war zwar eine ungewöhnliche Arbeitsanweisung, aber ihr Sinn leuchtete unmittelbar ein, ganz zu schweigen von den Quartalszahlen, die unumstößlich bewiesen, dass dieses Konzept Hand und vor allem Fuß hatte. "Kein Problem, ich werde mich daran halten" pflichtete ich ihm also bei.
"Sehr schön, ich habe nichts anderes von Dir erwartet" lächelte er mich an, und fuhr auch schon wieder fort: "bei dieser kleinen innerbetrieblichen Maßnahme allein soll es natürlich nicht bleiben, auch unsere Außenmaßnahmen müssen ausgebaut werden. Ich möchte daher, dass weitere Aufnahmen von Dir gemacht werden. Das Konzept bleibt wie bisher, allerdings beschränken wir uns diesmal nicht mehr nur auf Deine Füße, sondern werden etwas weiter, oder besser: höher gehen. Tanja, Du hast Beine wie eine junge Göttin, also werden wir uns das zunutze machen und in unsere Plakate und Inserate einbauen!"
 Na, das kann ja was werden, aber warum eigentlich nicht, dachte ich mir.


Nachdem Tanja Werners Büro verlassen hatte, hing dieser wieder seinen Gedanken nach. Bislang verlief alles wie am Schnürchen. Alle Tests und Simulationen verliefen wie erhofft, auch das neue Produktdesign kam mit großen Schritten vorwärts. Bald würde es an der Zeit für den ersten Test mit einer richtigen Frau sein, und wenn Werners Plan weiter so gut verliefe, dann würde Tanja, wenn auch unwissentlich, mit größter Motivation diesen Test für ihn übernehmen.

 

Ein weiterer Fototermin fand also statt, fast wie der erste. Aber eben mit dem Unterschied, dass diesmal nicht nur meine Füße abgelichtet wurden sondern auch meine Beine. Ein weiteres mal galt es also, meine Füße, die Schuhe unserer neuesten Kollektion und diesmal auch meine Beine im denkbar besten Licht zu präsentieren.
Die besten Bilder fanden erneut ihren Weg auf Plakate und in Zeitschriften im ganzen Land, und wieder schienen mir die Ergebnisse nahezu allgegenwärtig zu sein. So ganz gewöhnen konnte ich mich aber dennoch nicht so recht daran, Teile meines Körpers überall abgebildet zu sehen und sogar Leute darüber reden zu hören. Aber es war ja schließlich zum Wohl des Unternehmens.

An Werners Anweisung, ausschließlich die in den Umfragen ermittelten Lieblingsschuhe zu tragen, hielt ich mich sehr genau, stand der Sache aber ein wenig zweispältig gegenüber. Denn einerseits fand ich selbst, dass vor allem die High Heels wirklich toll aussahen und mir auch sehr gut standen, andererseits war es aber tatsächlich so anstrengend wie befürchtet, diese von morgens bis abends zu tragen. Bislang machte ich gute Miene zum bösen Spiel, aber ich war mir nicht sicher, wie lange meine Füße dabei noch mitspielen würden.

Eines Tages hatte ich einige Details mit den Kollegen von der Produktentwicklung zu klären. Das waren die, die sich um solche Produkte wie Lederpflege, Imprägnierung, typisches B-Sortiment halt, kümmerten. Als Leitung des Vertriebs musste ich natürlich auch in diesen Dinge immer auf dem Laufenden sein. Und da Werner ja nun einmal kein Freund halbgarer Angelegenheit war, kauften wir diese Produkte nicht einfach ein, sondern entwickelten und fertigten sie selbst.
Eine der dort arbeitenden Kolleginnen nahm mich kurz zur Seite "Hey Tanja, genau Dich kann ich gerade brauchen." "Was gibt es denn?" wollte ich wissen. "Wir haben hier ein neues Produkt, das kurz vor der Marktreife steht. Ich dachte mir, Du möchtest es mal ausprobieren." "Aha, und warum hast Du da an mich gedacht?" Mit der nun folgenden Erklärung traf sie bei mir voll ins Schwarze. "Du läuft doch so oft in diesen High Heels herum, da wäre das hier doch genau das Richtige für Dich!" Sie übergab mir nun ein Döschen mit einer weißen Creme, dann erläuterte sie: "Diese Pflegecreme ist speziell dafür entwickelt worden, den Tragekomfort unserer Damenschuhe zu erhöhen. Sie verbessert den Halt des Fußes am Schuh und kräftigt gleichzeitig Deine Haut. Einfach einmal täglich auftragen und ohne Einwirkzeit direkt die Schuhe anziehen. Probier´s einfach mal ein paar Tage aus."
Damit rannte sie bei mir natürlich offene Türen ein. Ich konnte es kaum erwarten, dieses Wundermittel zu testen.
Direkt am nächsten Morgen trug ich die neue Pflegecreme wie beschrieben auf und zog mir direkt im Anschluss ein paar klassischer Pumps auf meine Füße. Es dauert nur wenige Augenblicke, bis ich ein wohligwarmes Gefühl an meinen Füßen verspürte. Die leicht prickelnde Welle der Wärme verzog sich schnell wieder, hinterließ aber ein Gefühl von Leichtigkeit. Tatsächlich hatte ich den Eindruck, dass meine nackten Füße nun ein wenig komfortabler in den Schuhen ruhten als noch Augenblicke zuvor. Das war wirklich beeindruckend.

Wie einige Zeit später die nächsten Quartalszahlen schwarz auf weiß belegten, hatte mein Chef ein weiteres Mal den richtigen Riecher gehabt. Unser Absatz war um weitere 6,4% gestiegen, das war phänomenal, sogar mehr noch als mit der ersten Inseratswelle!
Werner hatte mich daher wieder in sein Büro gerufen und war kaum zu bremsen: "Unglaublich, Tanja! Ich bin wirklich stolz auf Dich!" gratulierte er mir zum erneuten Erfolg der neuen Kampagne. "Nun ja" meinte ich zu ihm," soviel habe ich ja eigentlich nicht gemacht, viel mehr als ein Fototermin war das ja eigentlich nicht." "Trotzdem darfst Du stolz darauf sein!" fuhr mein Chef und Nachbar fort, "und weil Stillstand Rückschritt ist, und wir uns ständig weiterentwickeln müssen, habe ich auch schon eine neue Idee. Wir werden die Kampagne konsequent weiterführen, und da der vorherige Schritt, ein wenig mehr Haut zu zeigen, so erfolgreich war, werden wir daran anknüpfen!" Huch, das hörte sich aber mysteriös an, jetzt wurde mir doch ein wenig mulmig zumute. Wie ich von den Mitarbeitern Deiner Abteilung erfahren habe, gefällt es ihnen, dass Du nur noch die Schuhe unserer neuen Kollektionen am sonst nackten Fuß trägst. Hier werden wir ansetzen. Analog zum Werbekonzept wirst Du Dich während der Arbeitszeit also zukünftig weitgehend beinfrei kleiden. "Hm, das ist ja mal was anderes", erwiderte ich, "aber es passt natürlich zu unserer Werbestrategie, und wenn es meine Mitarbeiter motiviert, dann werde ich es natürlich tun."
"Tanja, das ist aber noch nicht alles! Ich möchte, dass weitere Fotos von Dir angefertigt werden, selbstverständlich wieder mit unseren neuesten Schuhen, wieder jeweils mit und ohne Schuh, aber diesmal werden wir noch etwas weiter gehen, damit auch wirklich jeder auf unsere Kampagne und dadurch auf unsere Schuhe aufmerksam wird. Bei den nächsten Fotos wirst Du in Deiner ganzen Schönheit fotografiert werden!"
Jetzt wurde mir wirklich unwohl. "Wie meinst Du das?" fragte ich ziemlich skeptisch. "Wir werden uns bei den nächsten Plakaten nicht mehr auf Deine Füße und Beine beschränken, sondern Dich stattdessen vollständig zeigen, und zwar nackt!" "Was? Wie bitte? Wie stellst Du Dir das denn vor?" versuchte ich, seine Idee abzuwehren, denn das ging mir nun doch zu weit. "Du siehst doch, welchen durchschlagenden Erfolg die Kampagne hat, und mit diesem neuesten Schritt werden wir sicher noch bessere Ergebnisse erzielen. Außerdem können wir jetzt nicht plötzlich eine Kehrtwende machen und ein professionelles Model engagieren. Inzwischen weiß jeder, wie Deine Beine und vor allem Füße aussehen! Sie auf den Bildern durch irgendein Model zu ersetzen, würde auffallen, und dann steht ruckzuck der Vorwurf im Raum, dass unser Vertrieb unsere eigenen Produkte nicht gutheißt. Du bist einfach die logischste und sinnvollste Wahl! Außerdem siehst Du einfach bezaubernd aus, ich könnte mir schon allein deswegen niemand geeigneteren für die Fotos vorstellen!" Seufz, was sollte ich dagegen nun noch sagen? "Na gut, dann mache ich es eben." lenkte ich schließlich ein. "Sehr gut! Der Termin mit dem Fotostudio ist bereits gemacht, kommender Montag um 9:00, Du weißt ja, wo Du hin musst!"

Au weia, da hatte ich mir ja was eingebrockt! Hätte ich doch bloß schon von Anfang an nicht eingewilligt und auf ein externes Model bestanden, das hatte ich jetzt davon! Nacktfotos! Von mir! Naja, irgendwie schmeichelhaft ist da ja schon, zugegeben. Aber trotzdem. Ich hatte mich noch nie nackt fotografieren lassen, und jetzt sollte ich gleich auf überregionalen Plakaten nackt zu sehen sein? Ohje ohje. Mir war äußerst mulmig zumute, wenn ich nur daran dachte.


Werner ließ sich erleichtert in seinen Bürostuhl fallen. Eine der größten Hürden in seinem Plan schien nun so gut wie überwunden. Er war äußerst zufrieden und erleichtert, dass Tanjas Protest gegen das Nacktshooting sich in Grenzen gehalten hatte. Das deutete an, dass die Produktentwicklung in der Tat einen guten Job gemacht hatte. Und das war essentiell für den weiteren Ablauf seines Plans...

 


Kommentare

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Herr_Toy schrieb am 10.01.2022 um 14:23 Uhr

Hallo Schwuppdiwupp,

Deine Geschichte gefällt mir! Schöner Aufbau, gut geschrieben. Bin schon auf das Nacktshooting gespannt und wie es danach weitergeht.

andy011 schrieb am 10.01.2022 um 16:26 Uhr

wie wird's weiter gehen.

ja, es ist spannend.

andy0815 schrieb am 10.01.2022 um 17:01 Uhr

Freue mich schon auf die Fortsetzung(en)!

chriStory schrieb am 10.01.2022 um 17:40 Uhr

Absolut geniale Geschichte! Total spannend angelegt, mit einer genialen Idee, die selbst an meinen intensivsten Kopfkino Tagen noch nicht vorgekommen ist. Gefällt mir so dermaßen gut! Nur barfuß Tragen der selbst produzierten Schuhe und diese Pflegecreme... Hab eine Vermutung, woraus die besteht ;-) natürlich 5 Sterne von mir!

Rolando schrieb am 10.01.2022 um 21:50 Uhr

Auch von mir beste Bewertung, schöne Geschichte freue mich auf die Fortsetzung 

Klaus schrieb am 13.01.2022 um 12:52 Uhr

Sehr schön geschrieben.Bin auch gespannt wie das Nacktshooting ablaufen wird. Tanja splitternackt bis auf ihre High Heels ....super