Weeslower Chroniken - Teil V - 2008 - Mila - Kapitel 1 Das Familienmädchen


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01.04.2019
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Mila – das Familienmädchen

Nadine Bauer war im Stress. Nachdem sie ihr Studium zunächst erfolgreich mit einem Bachelor – so bezeichnete sie es gegenüber allen unter 40 – beziehungsweise einem Diplom – so nannte sie es gegenüber ihren Eltern – und in diesem Jahr auch mit einem MBA abgeschlossen hatte, arbeitete sie als Personalreferentin von Sylvia Pröschl an der H:S. Im nächsten Jahr, so hatte sie mit Weber abgesprochen, sollte sie die Nachfolge von Daniela Bodenhain als Managerin des Hotels „Garten Eden“ bei Weeslow übernehmen, wenn diese in den Ruhestand ging.

Doch es gab so viel zu tun. Die Arbeit an der H:S, die gerade viel Personal einstellte, der Aushilfsjob als Rezeptionistin, den sie immer noch im Eden hatte, ab und an auch noch Vereinsarbeit. Und natürlich ihre beiden Kinder. Ihre ältere Tochter Sara, das Kind von Michael, war mittlerweile fast sechs Jahre alt, Ivy, ihre Kleinere, die gemeinsame Tochter mit York, erst drei. Dazu kam die Pendelei. In der Woche wohnten sie und die Kinder bei York in Berlin, am Wochenende bei Michael in Weeslow. Oder auch mal umgekehrt. Zum Glück, das pries sie täglich, verstanden sich York und Michael bestens, und jeder nahm das Kind des anderen wie sein eigenes auf. Die Mädchen hatten so zwei gleichberechtigte und gleich geliebte Väter. Und Nadine ihrerseits wollte keinen von beiden missen. Dass sie beide jeweils auch mit anderen Frauen teilen musste, gehörte zu ihrer gemeinsamen Vereinbarung. Michael lebte in wechselnden Beziehungen, gern zu Ex-Schülerinnen, York hatte immer noch Bindungen an seine Ex-Frau in Wien, wo er außerdem auch einen weiteren Lehrauftrag hatte und oft die Woche verbrachte. Wie lange das alles noch so weitergehen sollte, das wusste sie nicht. Aber erstmal war es gut, so wie es war, wenn auch sehr anstrengend.

Nun kam hinzu, dass sie aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen auch noch in diesem IT-Projekt der H:S gelandet war, zum Aufbau eines neuen, endlich funktionstüchtigen Intranets.

An diesem Morgen schaute sie als erstes, als sie ins Büro gekommen war, auf die neue Seite, die seit dem vorigen Tag freigeschaltet war. Erstmals gab es dort im Log-In-Bereich nun auch verschiedene Chats, in denen sich Lehrkräfte untereinander oder Studierende zu bestimmten Themen austauschen konnten. Einige Einträge gab es bereits. In einem Chat, den sie „Schwarzes Brett“ in Anlehnung an analoge Zeiten getauft hatten, war erst ein Eintrag.

            Mila, 1. Semester, sucht Job (10 Stunden Woche) und günstige Zimmer. Tel…

Wie viele Zimmer brauchst Du denn, fragte sich Nadine schmunzelnd.  Sie antwortete über die interne Funktion des Admin, die nur für Mila sichtbar wurde:

Hallo Mila, kleine Korrektur: „günstiges Zimmer“. Oder suchst Du mehrere? Liebe Grüße, Nadine (Admin)

Einen Tag später erst kam die Antwort.

            Danke, Nadine. Ich suche ein Zimmer. Kannst Du mir helfen, wie ich noch suche?

Ich kann es ja mal versuchen, dachte sich Nadine. Sie rief Mila an, die keine fünf Minuten später an ihre Bürotür klopfte.

Na, das wäre was für Michael, dachte Nadine spontan, als sie die junge Studentin hereinkommen sah. Blutjung, bildhübsch, gertenschlank, scheuer Blick.

„Hallo, ich bin Nadine.“ Sie erhob sich von ihrem Drehstuhl am Schreibtisch, gab dem Mädchen die Hand und bat es, an ihrem kleinen Besprechungstisch Platz zu nehmen.

„Wie alt bist Du?“

„18. Fast 19.“ Sie sagte das so, als würde sie sich dessen schämen.

 Wusste ich es doch, sagte sich Nadine.

Mit gesenktem Blick strich Mila das sehr – sehr! -  kurze Röckchen glatt, dann legte sie ihre Hände auf die nackten schlanken Schenkel und schaute ein wenig ängstlich, ein wenig erwartungsvoll zu Nadine auf.

„Und Du suchst einen Job und ein Zimmer?“

„Ja. Zimmer. Soll nicht viel kosten.“

Nadine schätzte anhand des Akzents, dass sie irgendwoher vom Balkan kam. Auch ihre dunkelbraunen Haare, dichten Brauen, tiefdunklen Augen und ihr dunkler Teint deuteten darauf hin.

„Und der Job?“

Mila richtete sich auf, setzte sich kerzengerade hin. „Ich kann viel.“ Das hautenge gelbe T-Shirt spannte sich über den Oberkörper, der Push–up-BH hob ihren schönen, nicht allzu großen Busen dem tiefgehenden Ausschnitt entgegen. „Beispiel Servieren, das habe ich schon oft genug in meiner Heimat. Büro. Alles.“

Nadine hatte eine Eingebung. „Auch Kinder? Also Kinder betreuen?“

„Ja, schon. Ich habe kleine Geschwister.“

„Wo kommst Du her?“

„Aus Albanien. Ich habe in Tirana die deutsche Schule besucht.“

„Und seit wann bist Du hier in Deutschland?“

„Seit März.“

„Seit zwei Monaten erst? Und wo wohnst Du?“

„Bei Onkel und Tante. Aber das geht nicht, die Wohnung ist zu klein.“

„Vielleicht habe ich was für Dich.“

Milas Augen strahlten. „Das wäre gut.“

Nadine erhob sich. Mila war einige Zentimeter größer als sie selbst. „Ich bespreche das mal und melde mich bei Dir.“ Als sie einander gegen überstanden, deutete sie mit einem Blick an Mila herab und meinte schmunzelnd zum Abschied: „Und ich dachte schon, mein Rock sei kurz.“

 

Am Abend besprach sich Nadine mit York. Er hatte selbst schon lange mit dem Gedanken gespielt, ihnen eine Hilfe zu holen, aber Nadine hatte immer den Eindruck gemacht, alles selbst schaffen zu wollen. Umso mehr war er über den unerwarteten Vorschlag erfreut. Und wenn es passte, könnte man ihr auch noch ein Zimmer anbieten. Das Stadthaus, vielmehr eine Villa, das York von seinen Eltern geerbt hatte, war viel zu groß für die vierköpfige Familie, selbst wenn Michael mit seiner Freundin mal zu Besuch war. Die Räume im Dachgeschoß und im Keller standen mehr oder weniger leer. Sie luden Mila für den kommenden Abend ein. Nicht zu spät, damit die Kinder sie noch erleben konnten. Und umgekehrt.

 

Um 18 Uhr klingelte Mila, auf die Minute genau. Nadine öffnete, ganz entgegen ihrer sonstigen Gewohnheit, vollständig bekleidet in einem engen Sommerkleid. Man wollte Mila ja nicht gleich verschrecken. Auch York, den Mila schon mal in einem Vortrag an der H:S hatte erleben können, kam in Hemd und Hose zur Tür. Nur die beiden Mädchen liefen wie immer, wenn es dazu warm genug war, nackt herum. Sie hüpften draußen im Garten auf einem Trampolin.

Mila selbst trug fast dasselbe wie am Tag zuvor, denselben hellbraunen Minirock, dieselben Sandaletten, dasselbe scheue Lächeln. Nur das T-Shirt hatte eine andere Farbe, war dunkelbraun, und war noch etwas tiefer ausgeschnitten. York war, wie Nadine erwartet hatte, sehr beeindruckt.

Schüchtern sah sich Mila um. Sie ihrerseits war stark beeindruckt von dem, was sie umgab. Alte Möbel, hohe Decken mit Stuck, ineinander übergehende Zimmer, hell, aufgeräumt, freundlich. Im Wohnzimmer, der ihr wie ein Saal vorkam, stand ein Konzertflügel. Nadine widerstand dem Impuls, sich für all das sogleich rechtfertigen zu müssen, und führte ihren jungen Gast auf die Terrasse hinaus.

Nadine rief die Kinder heran, die sich brav nacheinander vorstellen.

Die Größere: „Hallo. Ich bin Sara.“

„Und ich bin Mila.“ Sie beugte sich herab und gab dem Mädchen spielerisch die Hand.

Die Kleinere: „Hallo.“

„Und Du bist?“

„Drei.“

„Und wie heißt Du?“

Vorgeschobene Unterlippe, Schritt zurück, anklammern an Mama. „Sag schon!“ meinte die Mama milde und streichelte über den Lockenkopf.

Lächeln. „Ivy.“ Dann hüpfte sie auf einem Bein um die Mutter herum.

Das Eis zwischen Mila und den Kindern war bereits nach wenigen Sekunden gebrochen. Bei den Eltern dauerte es keinen Augenblick länger.

Mila beantwortete bei eisgekühlter Limo und Erdbeeren mit Sahne artig alle Fragen, traute sich aber selbst noch kaum, welche zu stellen. Nadine und York tauschten ab und an kurze Blicke. Sie waren sich längst einig. Auch was die Unterkunft anging. Aber eines nach dem anderen, hatten sie schon vorher vereinbart, erstmal Mila als Babysitterin testen.

Und so vereinbarte man schon für den nächsten Abend, dass Mila von sechs Uhr bis etwa Mitternacht auf die Kinder aufpassen sollte, denn das gab Nadine die Gelegenheit, sich mit einer Freundin zu verabreden, während York ohnehin nach Wien aufbrechen musste.

Als Mila sich von den Kindern verabschieden wollte, schleppten diese sie mit sich zum Trampolin. Lachend zog sich die junge Studentin ihre Sandaletten aus und stieg in das runde Gerüst. Dort hüpfte sie vergnügt mit den beiden nackten Kleinen und wirkte dabei selbst sehr jung. Ihre langen schwarzen Haare wirbelten, ihr fester Busen wogte auf und ab wie auch ihr Röckchen, das man viel weniger wahrnahm als vielmehr ihren knappen schwarzen Tanga. Dann fiel das Röckchen auch noch ganz ab, aber sie hüpfte einfach weiter.

Völlig außer Atem kletterte sie nach ein paar Minuten aus dem Gestell und band sich das hellbraune Teilchen erst davor wieder um. Dann kehrte sie lachend auf die Terrasse zu den Eltern zurück und verabschiedete sich.

 

„Und?“ Nadine sah ihn grinsend an, nachdem sie die Tür hinter Mila geschlossen hatte.

„Perfekt.“

„Habe ich mir gedacht.“

 

Am nächsten Abend kam Mila wieder sehr pünktlich. Ihr T-Shirt war blau, sonst trug sie alles wie immer. Nadine empfing sie, bereit, sogleich das Haus zu verlassen. Zusammen mit den wie immer nackten Kindern besprachen sie zuvor noch den Abend – Spielen, Abendessen, Zähneputzen, Vorlesen. Einschlafen.

„Und Du, Mila, kannst es Dir danach gemütlich machen, bis ich komme, so zwischen elf und zwölf.“ Sie erklärte ihr kurz, was sie beim Fernseher beachten musste und mit welchem Passwort man an den PC und ins Internet konnte. „Und hier ist meine Mobilnummer, falls was ist. Ich wäre in fünfzehn Minuten hier.“ Sie schaute sich noch einmal um. „Ach so. Der Pool. Die Kinder wollen vielleicht noch planschen. Aber die können beide noch nicht schwimmen. Lass sie bitte keinen Moment aus den Augen, wenn Ihr da hingeht, okay?“  Nachdem Mila ihr das versprochen hatte, gab es ein Wangenküsschen, und Nadine eilte davon.

Sara und Ivy hatten sich schon wieder in den Garten verzogen. Mila folgte ihnen, wobei sie sich neugierig umschaute. Es gab hier so viel zu entdecken. Auf der Terrasse legte sie ihre Schuhe ab und betrat den Rasen. Der Abend war wunderschön, die Sonne stand noch hoch, ein paar Schleierwolken vor tiefblauem Himmeln, die Luft angenehm warm, ein perfekter Frühsommerabend.

Trampolin. Na klar. „Ich komme!“ rief sie. Sie sah sich um. Der große Garten mit der riesigen Rasenfläche war von hohen Bäumen umstanden. Kein Nachbarhaus zu sehen. Hier konnte wohl niemand hineinschauen. Also band sie sich ihr Röckchen diesmal schon im Gehen auf, ließ es auf den Rasen fallen, und stieg dann in das Gestell. Es stand noch halb in der Sonne, also entledigte sie sich nach wenigen Momenten ihres T-Shirts und warf es über das Netz nach draußen. Sie hüpfte einfach im knappen schwarzen BH und passenden winzigen schwarzen Slip.

Und so blieb sie, auch als sie anschließend das Abendessen vorbereitete. Nadine hatte bereits eine Pasta-Sauce vorbereitet, Mila musste nur noch die Nudeln kochen. Die Kinder saßen hungrig und müde an der Bar, die die Küche vom Esszimmer trennte, Sara auf einem Hocker, Ivy in ihrem hohen Kinderstuhl.

„Wie ist das – habt Ihr Schlafanzüge oder Nachthemden oder so?“ fragte Mila.

„Nein. Wir schlafen immer nackig. Außer im Winter.“ antwortete Sara.

„Okay.“

„Mama und Papa sind auch nackig.“ berichtete nun Ivy.

„Immer.“ ergänzte die Große.

„Soso.“

„Und Du?“

Mila lächelte und wies an sich herab. „Na, seht Ihr doch. Auch fast.“

„Ja.“ meinte Sara, sichtlich darüber nachdenkend. Dann meinte sie: „Zieh Dich doch auch ganz aus.“

Das große Mädchen lächelte und füllte die Nudeln auf die Teller. „Ach nee, ich bleibe lieber so.“

 

Nach dem Essen spielten sie nochmal Fangen im Garten. Dabei entdeckte Mila auch den Pool, der groß und innen türkis schimmernd in einer Art Nebengarten stand, der sich abgeschirmt von einer Hecke am hinteren Grundstückrand befand. Darum herum standen Sonnenliegen und eine Außendusche. Dieser Teil des Gartens war Mila noch gar nicht aufgefallen.

Doch zum Baden war es nun schon zu frisch geworden. Sie liefen lieber hinein, wo sich Mila oben im Kinderzimmer all das Spielzeug und die Puppen der Kleinen zeigen lassen musste.

Anschließend gingen sie ins Bad zum Zähneputzen und kehrten dann zurück. Es war schon ziemlich spät geworden. Mila verdunkelte den Raum und ließ sich ein Bilderbuch zum Vorlesen und Vorzeigen vorschlagen. Dazu setzten sich sonst Vater oder Mutter in das größere Bett von Sara, ein Kind links, eines rechts angekuschelt. So sollte es Mila jetzt auch machen.

„Das drückt.“ beschwerte sich Ivy, die ihren Kopf an Milas Seite unter ihre Achsel gelehnt hatte, und fasste sich an die Schläfe. Sie meinte damit Milas schwarzen BH. Sie versuchten es nochmal mit einer anderen Stellung, aber Ivy war immer noch nicht zufrieden. Schließlich gab Mila nach, band sich den BH ab und warf ihn vor das Bett. So las sie weiter, lange, denn die Kinder wollten und wollten nicht einschlafen trotz all der Müdigkeit. Viel zu spannend fanden sie, dass sie eine neue Vorleserin hatten.

Plötzlich ging die Tür zum Kinderzimmer auf. Nadine war überraschend früh nach Hause gekommen.

„Ihr Süßen, Ihr schlaft ja noch gar nicht.“

Doch, Ivy war endlich eingeschlafen, und Sara rekelte sich nur noch selig in Milas Arm.

Nadine ließ einen Blick über Milas hübsche Brüste gleiten, die diese vor lauter Überraschung ganz vergaß zu bedecken. „Und Du, Mila, möchtest Du gern hier übernachten?“ fragte sie und hob dabei den BH vom Boden auf.

Jetzt erst hielt sich Mila verschämt die Arme vor den Busen. „Ich… weiß nicht. Vielleicht…“

„Kannst Du gern machen, wirklich. Aber nicht in Saras Bett natürlich. Du kannst zu mir kommen, wenn Du magst. York ist nicht da, und das Bett habe ich heute erst frisch bezogen. Und morgen nehme ich Dich zur H:S mit, nachdem ich die Kinder zum Kindergarten gefahren habe. Was meinst Du?“

Mila streckte einen Arm in Richtung ihres BH aus. „Ja, also… Okay. - Ich rufe nur schnell noch meine Tante an, damit die sich keine Sorgen machen.“

„Super. Magst Du einen Schluck Wein?“ Erst jetzt übergab sie ihr den schwarzen Stoff.

Ob sie wollte oder nicht, zum Umbinden des BHs musste Mila den Blick freigeben, und außerdem wollte sie Ivy nicht wecken  Also stieg sie behutsam aus dem Bett und band ihn sich im Stehen um.

„Brauchst Du hier bei uns eigentlich nicht.“ kommentierte Nadine das beiläufig. Aber zu mehr wollte sie Mila auch nicht drängen. Noch nicht. Sie wollte das scheue Wesen nicht gleich verschrecken. „Und Du, Sara, Du schläfst jetzt ein, ja, Liebes?“ Sie setzte sich an den Bettrand und gab ihrer Tochter einen Kuss, deckte sie zu, löschte das Licht und ging mit Mila hinaus.

Mila, nur in Unterwäsche, wollte eigentlich schnell in den Garten flitzen, um Shirt und Rock zu holen, aber Nadine verwickelte sie in ein Gespräch, während sie dabei eine Flasche Wein entkorkte. Außerdem knöpfte sie ganz beiläufig nach und nach ihr Kleid auf, bis sie es schließlich auszog und auf einen Barhocker legte. Nadine stand nun oben ohne in ihrer Küche vor ihrer neuen Babysitterin, nur in einem ebenfalls schwarzen, aber noch winzigeren Slip bekleidet. Und schien dem nicht die geringste Beachtung zu schenken.

Mila kam in den Sinn, was die Kinder berichtet hatten. Nun gut, warum nicht, dachte sie, es ist ihr Zuhause. Auf jeden Fall schien es ihr jetzt nicht mehr angebracht, sich ihre Sachen von draußen zu holen angesichts ihrer halbnackten Gastgeberin. Ich kann nicht glauben, dachte sie, während sie Nadine dabei beobachtete, wie sie Knabbereien aus einem Schrank holte und in Schalen schüttete, dass diese wunderbar jugendliche Frau schon Mutter zweier Kinder sein soll.

Die beiden sprachen eine Weile im schwachen Licht einer gedimmten Leuchte über der Bar. Nun traute sich auch Mila, das eine oder andere von Nadine zu erfragen, die ihr bereitwillig Auskunft gab. So erfuhr sie, dass die beiden Mädchen nur Halbgeschwister waren.

„Und Du, das wollte ich Dich eigentlich fragen“, meinte Nadine, während sie Wein nachschenkte, „bist Du eigentlich Muslimin oder Christin?“

„Albanerin.“ lachte Mila. „Albanerin - und Christin. Katholisch. Wie Mutter Teresa.“

 

Schließlich gingen auch sie nach oben, der Tag war lang und anstrengend gewesen. Nadine führte ihren Gast in das riesige, moderne Badezimmer, wo sie selbst als erstes ihren Slip ablegte und in den Wäschekorb warf, dann Mila eine neue Zahnbürste gab. Beinahe so vertraut wie Geschwister putzten sie gemeinsam vor den beiden nebeneinander angebrachten Waschbecken ihre Zähne. Dann gingen sie hinüber ins gemeinsame Schlafzimmer. „Yorks Seite. Meine Seite.“. Nadine legte ihre Halskette und ihre Armbanduhr ab und legte sich in ihr Bett. Mila ging auf Zehenspitzen ums Bett herum und schlüpfte hinein.

„Schlaf gut!“ flüsterte Nadine und machte das Licht aus. Sie rückte ein wenig herüber, küsste Mila auf die nackte Schulter und legte sich dann brav zurück auf ihre Seite.

Wie gern hätte sich Nadine jetzt an das bezaubernde Wesen an ihrer Seite gekuschelt. Vor ihrem inneren Auge wurden die Szenen, die sie sich ausmalte, immer leidenschaftlicher, immer wilder. Sie hatte mittlerweile einige Erfahrung mit Frauen, wusste die gelegentliche Abwechslung sehr zu schätzen. Allen voran mit Jasmin, ihr besten Freundin.

Doch diese Mila wollte sie erst noch in Ruhe lassen. Alles zu seiner Zeit, sagte sie sich, auch wenn es schwer fällt. Umso schwerer, als sie kurze Zeit später anhand des Raschelns im Bett neben ihr bemerkte, dass Mila sich den unbequemen BH abband und neben das Bett fallen ließ. Doch mehr als das gab es nicht mehr zu hören, so sehr sie auch lauschte.

Woher sollte sie auch wissen, dass Mila ebenso mit offenen Augen neben ihr lag und in diesem Moment genau dasselbe dachte. 

Eine gute Stunde später, als Mila sich ihrerseits sicher schien, dass Nadine eingeschlafen war, schlüpfte sie auch aus ihrem Slip und rückte ein wenig näher an Nadine heran. Sie ertastete deren Hand. legte ihre darüber und konnte nun endlich selbst einschlafen.

Nadine, die sich nur schlafend stellte, spürte am ganzen Körper, dass sie verliebt war. – Es ist so sonnenklar, dachte sie, wir alle werden uns nach und nach, reihum, in diese Mila verlieben... Absolut sicher. Wie schön das ist… Und vielleicht brauchen wir für sie gar kein Zimmer, vielleicht kann sie auch einfach immer hier schlafen, zwischen York und mir…

Sie drehte sich auf die Seite, nahm ganz vorsichtig Milas Hand und legte sie sich zwischen ihre Schenkel, nah bei ihrem Schoß. klemmte sie dort ein. Jetzt konnte auch sie einschlafen.

 

So erwachten die beiden fast gleichzeitig. Es war noch früh, aber die Sonne schien bereits ins Zimmer. Die Decke war von Milas Busen hinunter bis zum Bauch verrutscht. Ihre zwischen Nadines Schenkel geklemmte Hand lag noch immer dort.

„Guten Morgen, Mila! Gut geschlafen?“ fragte Nadine leise.

Mila wandte ihr den Kopf zu, lächelte sie an, wieder auf diese scheue, verletzliche Art, die bei Nadine sofort den Instinkt weckte, das Mädchen in den Arm nehmen zu wollen. „Ja. Sehr gut.“

Nadine rückte etwas zu ihr heran, wobei unweigerlich ihr Schoß bedenklich nah an Milas Hand geriet, und küsste die junge Studentin auf die Stirn. „Ich mache uns Frühstück, Du kannst noch ein bisschen ruhen.“ Sie schlug ihre Decke zurück und schwang sich aus dem Bett, ging herum auf Milas Seite und zog die Vorhänge ganz auf. „Was für ein schöner Morgen.“ Sie schaute lächelnd auf Mila herab, die sich halb aufgerichtet hatte, erblickte BH und Slip und hob beides vom Boden auf. Dann wies sie an sich herab. „Ich hoffe, es stört Dich nicht, aber ich bleibe immer so, bis ich aus dem Haus gehe. Kannst Du auch gern machen.“ Ohne eine Antwort abzuwarten kehrte sie sich um und ging zur Tür. Dort angekommen warf sie Milas Wäsche in einen Korb. „Kannst von mir heute neue Wäsche haben, wenn Du magst.“

Mila sah ihr nach. Sollte sie etwa wirklich so zum Frühstück hinunter gehen? – Doch weiter kam sie mit dem Gedanken nicht. Die halb geschlossene Tür öffnete sich wieder, es erschienen zwei nackte Kinder, erstaunt, Mila im Bett des Vaters anzutreffen. „Wo ist Mama?“

„Die macht Frühstück.“

„Ach so.“ Dann kamen beide ans Bett heran und umarmten gemeinsam Mila. „Wohnst Du jetzt hier bei uns?“ fragte Sara, die Ältere.

„Vielleicht.“

Die beiden nahmen ihr neues Kindermädchen an die Hand und führten es nach unten. Viel Zeit zum Überlegen, ob sie nun so oder angezogen oder wie auch immer hinunter gehen sollte, war Mila nicht geblieben. Sie folgte einfach.

Nackt erschienen die drei in der Küche. Mila bemühte sich, dabei so locker wie möglich zu erscheinen. Dabei lief sie sonst nie so herum, schon gar nicht vor fremden Menschen.

Nadine schaute sich um, erfreut, Mila so sehen zu dürfen. „Du bist wunderhübsch, Mila.“

„Danke. Du auch.“ Wahrhaftig, dachte sie, was für eine Traumfigur diese Frau immer noch hat.

„Was meint Ihr, Kinder, soll Mila immer so nackig hier herumlaufen?“

Großer zweistimmiger Jubel.: „Jaaa!“

Nadine grinste. „Da siehst Du es.“

„Und wenn Professor Simonsen da ist?“ fragte Mila vorsichtig.

„Der läuft hier ja auch so herum. – Du gewöhnst Dich ganz schnell daran.“ An Milas betroffenem Gesichtsausdruck merkte sie, dass sie zu schnell zu weit gegangen war. „Aber keine Sorge, Du musst das nicht. Das wäre auch echt zuviel verlangt. – Du musst nur damit umgehen können, dass wir hier oft nackig sind. Also auch er.“

„Na gut.“ Mila klang schon wieder einigermaßen beruhigt.

„Aber wenn wir Mädels hier unter uns sind“, rief Nadine fröhlich in Richtung der Kinder, „dann ist das ja kein Problem, dass wir alle nackig sind, oder?“

Alle drei stimmten ihr zu, auch Mila. Die war bereits so sehr beseelt von dem Gefühl, dieser Familie nahe sein zu dürfen, dass sie ohnehin allem zugestimmt hätte.

Sie frühstückten zu viert auf der Terrasse, dann gingen alle zusammen in das riesige Bad. Ohne dass man sie dazu aufgefordert hatte, putzte Mila den beiden Kleinen die Zähne. Das kannte sie von ihren kleinsten Geschwistern, vor allem aber wollte sie sich sogleich nützlich machen. Sie ließ sich auch gleich von Nadine in den Kleiderschränken der Kinder zeigen, wo sie was fände, dann half sie den Mädchen beim Anziehen.

Zuletzt waren nur noch die beiden Großen nackt. Mila ging nach unten und holte ihr T-Shirt und ihren Rock aus dem Garten herein. Beides war feucht, beinah nass vom Morgentau.

„Das kannst Du natürlich nicht anziehen.“ meinte Nadine kurzerhand. „Komm, ich gebe Dir was.“ Sie stellte sich vor ihren Schrank und überlegte. „Du magst es ja gern kurz und sexy.“ Dann zog sie ein schlichtes helles Sommerkleid aus Baumwolle heraus und reichte es Mila. Es war dezent gemustert, mit kurzen Ärmeln, eng tailliert und sehr kurz. „Probiere es mal.“ Das Telefon klingelte, und Nadine eilte hinaus in den Flur.

Sie erzählte York, dass Mila noch da sei, sie sich gerade anziehen und bald aufbrechen würden. Dann fuhr sie etwas leiser fort, so dass Mila nicht mehr alles verstand. Das junge Mädchen zeigte sich ihr derweil in dem Kleid, und Nadine gab ihr durch die Zimmertür hindurch mit Augenzwinkern und entsprechenden Gesten zu verstehen, dass es ihr wunderbar stehe. Der Saum, der bei Nadine schon kurz war, war bei Mila mit ihren einen Meter sechsundsiebzig noch kürzer. Dann legte sie auf und kehrte ins Bad zurück, um sich um ihre vom Duschen noch feuchten Haare zu kümmern. Mila folgte ihr und stand etwas verloren und ratlos hinter ihr.

Nadine sprach Milas Spiegelbild an. „Was möchtest Du?“

Mila druckste etwas herum. Nadine verstand erst nach einem Augenblick, dass sie um Unterwäsche bat.

„Ach ja, klar. Ganz vergessen. Einen Moment, ja? Bin gleich fertig.“ Doch es brauchte noch eine ganze Weile, auch die Haare der Mädchen musste ja noch umständlich zu Zöpfen geflochten werden, und allmählich wurde Mila, die sonst nichts mehr zu tun hatte als zu warten und zuzuschauen, immer nervöser. Schließlich hatte Nadine Mitleid, sah ein, dass es für Mila einfach noch zu viel verlangt wäre, ohne aus dem Haus zu gehen, und überreichte dem armen Mädchen einen winzigen Slip. „Meine BH werden Dir wohl nicht passen.“ Sie wog scherzhaft ihre eigenen festen, vollen Brüste. „Aber das geht auch mal ohne, oder?“

Mila machte große Augen.

„Oder?“ wiederholte Nadine schmunzelnd. „Komm schon! Ein Mädchen, das sich sonst so sexy anzieht... Außerdem sieht man es gar nicht.“ Das war nicht nur ein bisschen geflunkert, das war glatt gelogen. Milas mädchenhafte Brüste waren in der Tat etwas kleiner als Nadines, aber dennoch deutlich als nackt unter dem dünnen Stoff zu erkennen. Für Nadine aber war das Thema damit endgültig erledigt. „So, jetzt müssen wir aber.“ entschied sie, suchte für die Mädchen noch Schuhe heraus, holte aus der Küche das Frühstücksbrot für die beiden, und erst ganz zum Schluss warf sie sich ein knielanges Jeanskleid über den nackten Leib, schickte alle hinaus, schlüpfte in offene Sandalen, schloß die Haustür, und knöpfte sich das noch offene Kleid erst auf dem Weg zum Auto nachlässig zu, wobei erstaunlich viele Knöpfe oben und unten offen blieben. Doch wenn man, anders als Mila, nicht wusste, dass sie nichts darunter trug, konnte man das unter dem dichten Stoff auch nicht ohne weiteres erahnen. Sie selbst verlor darüber kein Wort.

Sie gaben die Mädchen in der Kita ab (Nadine gab dort gleich bekannt, dass Mila fortan die beiden abholen dürfe) und fuhren zur H:S.

„Magst Du heute Abend wieder kommen?“ fragte Nadine, als sich ihre Wege im Foyer trennten. „Ich bin zwar zu Hause – aber ich würde mich sehr freuen. Und die Mädchen auch.“

Mila hatte die ganze Zeit so sehr gehofft, dass diese Einladung ausgesprochen werden würde, dass sie sich nun fast verhaspelte. „Ja, klar. Gern. Wann?“

Sie verabredeten sich für sechs Uhr. Mit Übernachtung.

„Und dann sprechen wir mal mit York, wie es weitergeht, ja? Er kommt Freitagabend aus Wien zurück.“

Als Nadine dem zarten, schlanken Geschöpf mit dem stillen, sanften Wesen nachsah, in dem herrlich kurzen Kleid mit dem schwingenden Saum, da spürte sie, dass sie es den ganzen Tag lang sehnsuchtsvoll vermissen werde.

 

Nadine öffnete die Tür. „Kinder, Sexy Mila ist da!“. Sie selbst war nackt. Mila war nicht im geringsten darüber überrascht. Sie trat ein, nahm lächelnd die stürmischen Begrüßungen der ebenfalls nackten Kleinen entgegen, und kam mit hinaus auf die Terrasse. Es war ein wunderschöner Abend Ende Mai. Es duftete herrlich nach Lavendel, der in großen Kübeln rund um die Terrasse schön früh blühte. Ohne Nadines Aufforderung - die ohnehin kommen würde, sagte sich Mila - abzuwarten, zog sie das Kleid aus, faltete es sorgsam zusammen und legte es über einen Stuhl. Als nächstes zog sie mit einem schnellen Ruck auch das Höschen aus und warf es daneben. So sehr hatte sie sich den ganzen Tag innerlich auf diesen Moment vorbereitet, dass ihre aufgeregte Vorfreude ihre anerzogene Scham besiegte.

Zuerst spielte sie mit den Kindern, hüpfte auf dem Trampolin, schubste sie auf den Schaukeln an, dann probierte sie mit den Kleinen und Nadine zusammen den noch in der Sonne liegenden Pool aus.

Noch nie hatte Mila all so etwas ohne Badezeug getan. Ihre Herkunft, ihre Kultur gab so viel Freiheit nicht her. Ihre Familie verbot so etwas nicht etwa – sie kannte so etwas einfach nicht. Man wäre nie auf den Gedanken gekommen, nicht mal im eigenen Garten, in den eigenen vier Wänden. So locker und freizügig sich albanische Mädchen und junge Frauen kleiden, so knapp deren Bikinis auch sein durften, das Letzte zu zeigen war undenkbar. - Doch ihre Familie war weit weg. Und sie hier in Berlin, bei Nadine. Also bei ihrer neuen Familie. Und es fühlte sich zwar ungewohnt und kribbelig, aber auch überrachend gut an.

Später standen die beiden Frauen in der noch immer von Sonnenlicht durchfluteten Küche und bereiteten das Abendessen vor, während die Mädchen nebenan fernsehen durften. Ab und an hielt Mila beim Gemüseschneiden inne und betrachtete erst Nadine, dann sich selbst, kaum glaubend, dass das alles wirklich wahr war und sie es nicht bloß träumte. Am merkwürdigsten war die Selbstverständlichkeit, mit der sich Nadine in dieser Situation bewegte, so als wäre es das Normalste der Welt. Es schien, als würde Nadine ihrer beider Nacktheit gar nicht wahrnehmen. Das wiederum führte dazu, dass auch Mila sich mehr und mehr daran gewöhnte, sich entspannte, sich wohl fühlte.

Mit einem Mal stand Nadine dicht hinter ihr, drehte sie sanft zu sich herum, presste Milas nackten Körper an sich und küsste sie leidenschaftlich. Ohne zu zögern öffnete Mila den Mund. Ihre Zungen fanden sich, ihre vier Hände jedoch wussten gar nicht so schnell wohin, wollten alles gleichzeitig erobern. Nadine zog sanft ihren Kopf zurück, sah Mila in die schönen braunen Augen. Ihre Hände lagen je auf einer von Milas festen Pobacken. „Sorry“, murmelte sie, „das kam gerade so über mich.“ Statt einer Antwort hielt Mila ihr erneut ihre wunderschönen Lippen hin.

Sie mussten sich noch ein wenig zusammenreißen, denn zunächst galt es zu essen und die Kinder ins Bett zu bringen. Zwischendurch gab es kleine Streicheleinheiten im Vorbeigehen und hie und da einen Kuss. Die kleinen Mädchen freuten sich zu sehen, dass die Mama und das große Mädchen sich so gut verstanden.

……….

Was passiert nun? Wie ist das mit einer Frau, fragte sich Mila auf dem Weg ins Elternschlafzimmer. Sie folgte ihrer älteren Freundin brav an der Hand, nachdem sie den Kleinen bis zum Einschlafen vorgelesen hatte – die beiden hatten darauf bestanden, dass Mila das tun sollte. Nun war ihr etwas mulmig zu mute, und doch vertraute sie Nadine so vollkommen, dass sie ihr ohne weiteres folgte.

Nadine ihrerseits verspürte die Angst der jüngeren Freundin und wusste, dass sie behutsam vorgehen musste. Sie dimmte das Licht fast vollständig, so dass sich die beiden nur noch schemenhaft erkennen konnten, dann legte sie sich auf das Bett und zog Mila langsam zu sich hinunter. Ihre Küsse waren liebevoll und zärtlich, das Streicheln sanft, erkundend, vorsichtig. Allmählich entspannte sich Mila, kuschelte sich an, begann ihrerseits Nadines Körper mit den Händen zu erkunden. Nadine küsste sich derweil an Mila herunter, ihre Zunge umspielte zärtlich die kleinen, harten Brustwarzen, Mila lehnte sich zurück, legte sich auf den Rücken, und Nadine glitt langsam erobernd an ihr herab. Sie berührte Milas Venushügel mit den Lippen, tippte mit der Zunge daran, spürte das Zucken des jungen Mädchens. Dann schließlich leckte sie einmal an Milas äußeren Lippen entlang, spürte, wie Mila sich frei gab, lockerte, drang mit ihrer Zunge tiefer hinein, spürte Milas Klitoris. Mila stöhnte auf. „Wenn die Kinder…“ „Die schlafen, keine Sorge…“ Und selbst wenn, dachte Nadine, dann erleben die eben etwas sehr, sehr Schönes. Nun übernahmen Nadines Finger, während sie Bauch und Busen küsste. Immer tiefer drangen sie in Mila ein, mehrere zugleich, das Mädchen zuckte und bäumte sich auf, ja tatsächlich, es brauchte nicht viel, um es zum Höhepunkt zu bringen.

Dann war Mila dran. Sie machte alles nach, was sie gerade gelernt hatte. Und Nadine genoß jede Berührung, jeden Kuss, jedes Lecken. Sie war endlos verliebt, und gab sich vollkommen hin. Dieses erste Mal wollte sie mit allen Sinnen genießen und für immer in Erinnerung behalten. Und Mila hatte schnell verstanden, wie es gingt. Sie wusste sofort, wo sie wie zu berühren hatte, konnte Nadines Punkte richtig gehend lesen, und ihre Zunge war wunderbar. Nadine stöhnte laut auf – noch immer konnte sie sich beim Sex nicht beherrschen, leise zu bleiben - warf ihren Kopf zurück, als Mila mit der Zunge tief in ihre Vagina eindrang, krampfte sich mit den Finger ans Laken, in Milas langen Haare und wurde endlich erlöst.

Und wieder wechselten sie sich ab, bis Nadine einen kleinen Vibrator aus ihrem Nachtschrank holte, den sie zuerst an Mila und dann Mila an ihr ausprobierte. Erst gegen drei Uhr morgens ließen sie erschöpft voneinander ab, kuschelten sich aneinander und schliefen selig ein, Nadines Hand schützend auf Milas Schoß.

Es dämmerte, als Mila spürte, dass auch Nadine ein wenig wach war. „Bin ich jetzt eigentlich noch Jungfrau?“ fragte sie plötzlich in die Dunkelheit hinein.

Nadine richtete sich auf. „Heißt das… Du hast noch nie… mit einem Mann…?“

Mila schüttelte leicht den Kopf, aber da sie glaubte, dass Nadine das nicht sehen konnte, sagte sie leise. „Noch nie.“

Nadine Fassungslosigkeit legte sich schnell. Okay, ihre Familie und so, dachte sie, da war das bestimmt so üblich, da ließ man so ein Mädchen nicht früher. Aber wenn ich das York erzähle…

Sie strich sanft über Milas Kopf, wie sie es bei ihren Töchtern getan hätte. „Ja, bist Du, keine Sorge.“

Nach kurzem Zögern meinte Mila. „Wäre auch nicht schlimm. Es war wunderbar.“

Jede legte der anderen sanft die Handfläche auf den Schoß, als Zeichen des gegenseitigen Schutzes und Vertrauens, spürte die Wärme darunter, vergewisserte sich sanft mit einem Finger des Feuchtseins der anderen, der Schwellung der Klitoris, und damit konnten sie beide selig wieder einschlafen.

……….

Am nächsten Morgen verschliefen sie allesamt beinahe. In großer Eile machten sie sich und die Kinder fertig, Frühstück im Gehen, schnelles Losfahren. Mila trug das nächste Kleid von ihrer neuen Freundin, ähnlich geschnitten und ebenso gewagt kurz, sogar noch ein Stück kürzer. In der Hektik hatte es Nadine schließlich ganz vergessen, ihr einen Slip herauszugeben. Und allzu eindringlich danach zu fragen hatte sich Mila nicht so recht getraut. Aber niemals würde sie so aus dem Haus gehen. Also hatte sie sich einfach einen dieser winzigen Strings, die Nadine immer trug, aus deren Schrank genommen.

Um 14.00 Uhr wurde sie in Yorks Büro erwartet. Seltsamerweise überkam sie, je näher dieser Termin rückte, eine immer stärker aufkommende Beklommenheit. Es ging um viel, nicht nur um eine Wohnung und um einen Job, nein, um eine ganze Familie, um Nadine, um weitere solcher schönen Nächte - und jetzt hing ihr ganzes Herz daran. Aber etwas machte es noch viel schlimmer: York Simonsen war Professor. Das galt in ihrer Familie etwas, das war eine Autorität, der man zu gehorchen, zu der man aufzusehen hatte. Kaum dass Mila sonst den Mut aufbrachte, so jemandem direkt in die Augen zu schauen, vielleicht sogar noch offen und unbefangen mit so jemandem zu sprechen, selbst jetzt nach einigen Monaten an der H:S. So etwas fiel ihr immer noch sehr schwer, da hemmte sie ihre Erziehung gewaltig. Schon gegenüber Nadine hatte sie sich vor zwei Tagen anfangs stark befangen gezeigt. Nur hatte sie da wenigstens nicht so eine lange Zeit davor zum Nachdenken gehabt. Wollten die beiden sie wirklich haben? War die Entscheidung günstig ausgefallen, hatte sie sich bewährt? Oder gab es noch eine Art Bewährungsprobe? – Mila zweifelte umso mehr, je näher die Stunde rückte.

Sie klopfte und wurde hinein gebeten. Nadine stand am Fenster, York saß an seinem Schreibtisch. Er erhob sich, gab Mila förmlich die Hand – die doch tatsächlich einen unterwürfigen Knicks andeutete – und bat sie, sich auf das Sofa in seiner Sitzecke zu setzen. Sofa, ein Sessel je links und rechts davon, ein flacher Couchtisch davor, York hatte all das auf eigene Kosten aus seiner Wohnung hergebracht. Er hasste die üblichen geistlosen Büro- und Besprechungsmöbel. Mila sank überraschend tief ein und war froh, sogar heilfroh über ihr heimlich geliehenes Höschen, das unweigerlich in dieser Haltung sofort zum Vorschein kam. Dennoch – wie irre es ist, dachte sie, vor wenigen Tagen noch hätte ich mich in Grund und Boden geschämt, wenn ich einem Professor oder sonst wem auf diese Art und so offen mein Höschen präsentiert hätte - und nun bin ich erleichtert, dass ich es tue…

„Nadine hat mir viel von Dir erzählt“, begann York freundlich und wandte sich dann seiner Freundin Nadine zu. „Wir sind uns bereits einig. Aber möchtest Du auch gern bei uns wohnen und dafür ab und zu auf die Kinder aufpassen?“ Bevor Mila antworten konnte, ergänzte er: „Natürlich kannst Du bei uns kostenlos wohnen. Und für das Kinderhüten gibt es ein Taschengeld.“   

Milas Strahlen war Antwort genug. Ihr fehlten ohnehin gerade die richtigen deutschen Worte. „Ja.“ kam es dann doch leise aus ihr heraus, fast gehaucht. Sie konnte ihr Glück kaum fassen.

„Prima.“ Nadine sprang vor Freude auf. „Wann willst Du bei uns einziehen?“

Sie zuckte mit den Schultern. „Sofort?“ fragte sie vorsichtig.

„Sofort!“ bestätigten die beiden wie aus einem Munde und lachten.

 

Man einigte sich dann doch auf das Wochenende. Mila musste das Ganze noch ihrer Familie in Berlin beibringen und wollte deren unermüdliche Gastfreundschaft nicht durch einen überstürzten Auszug mit scheinbarer Undankbarkeit vergelten, und ebenso der Familie daheim, die ohnehin misstrauisch und ängstlich jeden Schritt ihres Mädchens in der Ferne beäugten. Am besten wäre es, schlug Mila vor, sie bäte ihren Onkel und ihre Tante, beim Umzug – sie hatte nur zwei Koffer – zu helfen und sich selbst davon überzeugen zu lassen, dass es ihre junge Nichte gut getroffen habe. Nadine bot an, die drei anlässlich des Umzugs zu Kaffee und Kuchen einzuladen. „Aber bitte“, meinte darauf Mila mit einem scheuen, aber verschmitzten Lächeln, „zieht Euch alle was an.“   

Vier Tage lang musste daraufhin Nadine auf Milas Gegenwart verzichten, vier Tage, die sich wie eine Ewigkeit anfühlten. Am Sonntag war es dann soweit. Der gemeinsame Nachmittag mit Milas albanischen Verwandten wurde fröhlich und ausgelassen, auch wenn es regnete. York grillte für alle später noch, bevor er am frühen Abend wieder zum Flughafen fuhr, um die Woche in Wien zu verbringen.

 

Milas Koffer wurden in ein ungenutztes Zimmer im zweiten Stock gestellt, wo sie sich bei Bedarf etwas herausholte. Ansonsten kam es weder ihr noch Nadine in den Sinn, ein separates Zimmer für sie einzurichten. Sie schlief einfach im Elternzimmer, bei Nadine. Und mit ihr, jede Nacht. Das Wetter, ein Mix aus Sonne und Wolken bei stets knapp über zwanzig Grad, ließ es zu, dass alle vier drinnen rund um die Uhr und draußen bei längerem Sonnenschein nackt herumlaufen konnten. So vergingen für Mila der Montag und der Dienstag, die Morgen und die Abende mit den süßen Kindern, die Nächte mit der geliebten Frau. – Wie das aber werden würde, wenn York am Freitagabend dazu kam? Noch mochte sich Mila das nicht ausmalen, sie verdrängte es.

 

Am Mittwoch kündigte sich schon morgens ein heißer Frühsommertag an. Nadine kehrte von der Terrasse in die Küche zurück, wo Mila die Milch für die Kinder aufschäumte.

„Mila, es ist an der Zeit.“

Ahnungslos schaute sich Mila zu ihr um. „Wofür?“

„Heute Nachmittag fahren wir vier ins FKK-Bad.“

„Oh.“ Mila schaute sie mit großen Augen an. „Du meinst…“

Nadine trat an ihre Seite und klopfte ihr verspielt auf den Po. „Ja. Nacktbaden. - Du wirst es lieben!“ Und da Mila noch immer unsicher schien, redete Nadine einfach weiter: „Du hast ja heute eh nichts Besonderes in der H:S, oder? Ich kann gegen Mittag Schluß machen, dann holen wir die Kleinen ab und fahren dahin, ist nur 20 Minuten von der H:S entfernt. Ist ein kleines, ganz familiäres Vereinsbad.“ Und so war es für sie schon eine ausgemachte Sache. Mila blieb nur noch zu nicken.

 

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Im Bad war es noch ruhig, der große Ansturm würde erst am Nachmittag kommen. Vereinzelt lagen einige alte Menschen auf mitgebrachten Liegen auf den verschiedenen Wiesen, eine junge Mutter spielte mit ihrem Kind im Sandkasten, ein älterer nackter Herr fegte den Plattenweg. Es war ansonsten noch herrlich ruhig hier. Nadine, Mila und die beiden Kinder legten ihre große Picknickdecke mitten auf ein großes Rasenstück in der Nähe des Sees. Die junge Mutter und ihre Kinder waren innerhalb von Sekunden ihrer Kleidung entstiegen. Mila legte T-Shirt und Rock ab – und zeigte sich in einem nagelneuen matt-schwarzen Bikini. Ihr Herz klopfte.

„Was willst Du denn damit?“ fragte Nadine entgeistert.

Genau deswegen hatte sie solche Herzklopfen. Weil sie mit dieser Reaktion gerechnet hatte. Und nichts wollte sie weniger als Nadine verärgern. Doch sie konnte nicht anders. So sehr sie hin- und her überlegt hatte, sich alles ausgemalt, sich versucht hatte Mut zu machen, sie hatte sich nicht vorstellen können, nackt in der Öffentlichkeit, nackt vor anderen, wildfremden Menschen herumlaufen zu können. Und so hatte sie sich kurz aus der H:S davongestohlen und sich das Stück extra noch gekauft. So knapp und Sexa wie möglich, vielleicht konnte sie damit Nadine erweichen. - Und nun stand sie da, angezogen in einem Nacktbad.

„Mila! Süße! Das muss doch nun wirklich nicht sein.“ Nadine fand selbst, dass sie klang, als würde sie auf ein krankes Kalb einreden. „Schau Dich mal um! Und sieh uns an! Wir sind alle nackt.“

„Aber…“ Mila spürte bereits, dass sie schwach wurde, dass sie nachgeben würde. Und dass Tränen in ihr aufstiegen.

Da schaltete sich die kleine Ivy ein. „Was ist denn los? Ich will baden!“

„Gleich, Liebes!“ Nadine trat an Mila heran und band ihr das Oberteil auf. „So, das brauchst Du schon mal gar nicht.“ Mila ließ es geschehen. „Und ehrlich gesagt, Süße – Du fällst mit Höschen hier viel mehr auf als ohne.“ Und mit diesen Worten zog sie Mila auch das herunter. Mila hob die Füße nacheinander und stieg hinaus. Nadine warf es achtlos beiseite, dann drückte sie ihre junge Geliebte an sich. „Vertrau mir, Mila, es ist wunderbar, hier so herumzulaufen. - So, und jetzt gehen wir baden!“

Das junge Mädchen seufzte. Oh Gott, was tu ich hier nur?! Doch viel Zeit zum Nachdenken blieb ihr nicht, sie sah die anderen drei sich im Davonlaufen nach ihr umdrehen. Also lief sie ihnen nach. Also los, versuchte sie sich zu trösten, einmal muss es ja sein. Vor allem, wenn Du mit einer FKK-Familie zusammen leben willst. Sie zog schnell das Höschen herab und warf es in ihre Tasche.

Auf dem Weg zum Ufer schaute sich Mila möglichst unauffällig um – aber anscheinend beachtete sie niemand besonders. Das beruhigte sie ein wenig. Das Wasser fühlte sich noch sehr kalt an, und die warme Mittagssonne ließ sie das Nass als noch kühler empfinden. Den Kindern machte das nichts aus, die sprangen sofort hinein. Nadine klapperte zwar auch mit den Zähnen, als sie langsam hinein schritt, aber sie musste ihren Kleinen folgen. Das wäre vermutlich auch ihr Job, dachte Mila, wenn sie mal allein mit den Kleinen hierher käme - und nun wurde ihr mit einem Mal klar, was das hieß: Sie musste sehr bald offenbaren, dass sie gar nicht schwimmen konnte! – Sie konnte alles: Reiten, Motorrad fahren, Bäume fällen, Melken. Alles Dinge, die sie in Albanien von ihren Brüder und Schwestern, Cousins und Cousinnen gelernt hatte. Aber nicht schwimmen.

 

Also blieb sie am Ufer und schaute den anderen beim Planschen zu. Ab und an drehte sie sich um, und ja, doch, der eine oder andere Mensch schien sie zu beobachten, den Anblick ihrer nackten Hinterseite zumindest. Sie schaute an sich selbst herunter. Vor gerade mal acht Tagen hatte sie Nadine und ihre Familie  kennen gelernt, und nun stand sie splitternackt an einem FKK-Strand. Das Nacktsein selbst fühlte sich gar nicht so anders an als im Garten. Nur dass sie hier nicht unter sich waren. Aber da muss man wohl durch, wenn man Nadines Freundin sein will, dachte sie.

Die anderen drei kehrten schon wieder zurück, selbst die beiden Mädchen froren bereits. Und auf dem Rückweg zur Decke stellte Mila ein wenig erleichtert fest, dass ihr die Blicke, die sie von links und rechts verspürte, doch nicht so viel ausmachten wie sie dachte. Abgetrocknet, in der Sonne aufgewärmt und eingecremt lagen sie danach auf ihrer Decke. Auch Mila, die sonst eher keinen Sonnenbrand zu fürchten hatte, ölte sich mit dem herrlich riechenden Sonnenöl Nadines von Kopf bis Fuß ein.

Etwa zehn Meter von ihrem Lager entfernt breiteten sich nun zwei ältere Leute aus, ein schon dunkel gebräuntes Nudistenpaar um die sechzig. Sie grüßten freundlich, Nadine und die Mädchen kannten sie offensichtlich gut, und auch Mila grüßte scheu zurück. Kurze Zeit darauf kam ein zartes junges Mädchen an, vielleicht zehn Jahre alt und legte sich ganz in die Nähe von Mila, ebenfalls nackt. Das ist alles so entspannt hier, dachte sie noch, als sie sich hinlegte, dann schlief sie auch schon auf der Stelle ein. Allzu kraftraubend war auch diese Liebesnacht gewesen, wie schon die beiden davor.


Völlig verschwitzt und durstig lag sie in der prallen Sonne, als sie etwa eine Stunde später wieder aufwachte. Die Kinder waren mit der alten Dame von nebenan zum Spielplatz gegangen, Nadine lag neben ihr und las. Mila griff sich die Wasserflasche neben sich und trank hastig fast einen halben Liter auf einmal.

„Na, Mila, Du kleine FKKlerin, gut geschlafen?“

„Oh ja.“ Sie wischte sich noch ganz verschlafen eine Strähne aus dem Gesicht, dann streckte sie sich wohlig.

„Komm, wir erkunden mal das Gelände, ich zeige Dir alles.“

Sie erhoben sich. Mila sah sich um. Um sie herum hatte es sich noch weiter gefüllt. Ein junges nacktes, noch ganz blasses Pärchen lief an ihnen vorbei und sprang ins Wasser. Vorn spielte eine junge Familie mit kleinen Kindern mit einem großen Plastikball, ein paar ältere Leute spielten Schach unter Schatten spendenden Bäumen. Und alle Leute waren genauso nackt wie sie selbst.

Mila stieg in ihre Flip-Flops. Auf zu Deinem ersten Nacktspaziergang, sagte sie sich, schaute noch einmal an sich herab, als müsste sie sich ihrer Nacktheit noch einmal vergewissern, und folgte Nadine. Sie erkundeten das große, mit vielen einzelnen hohen Bäumen bestandene Gelände, zunächst die Wege durch die Liegewiesen hindurch bis zur leichten Anhöhe, wo ein Beach-Volleyball-Feld lag. Mit jedem Schritt fühlte sich Mila leichter. Hinter einer hohen Hecke lag das Textilbad. An einer Stelle war die Hecke durchbrochen für eine Feuerwehrauffahrt, ein Gitter trennte die beiden Bäder. Auf der anderen Seite spielten ein paar Jungen in T-Shirts und Badehosen Volleyball. Als sie Mila und Nadine erblickten, hörten sie sofort auf, gafften die beiden nackten jungen Frauen an und machten grinsend halblaute Kommentare.

Nadine lächelte nur milde, kommentierte das achselzuckend mit „Jungs halt“ und zog die grinsende Mila mit sich. Die war selbst überrascht, dass sie so schnell diese Lockerheit im Hinblick auf ihre Nacktheit geonnen hatte, und das in so kurzer Zeit. Von dem Augenblick an, in dem sie sich hier zusammen mit den anderen ausgezogen hatte – oder besser: ausgezogen wurde, war ihre Hemmung, ihre Scheu, sich nackt zu bewegen, mit jeder Minute mehr und mehr verflogen.

Das lag nicht nur an der Gegenwart ihrer Vertrauten Nadine, die ihr zusätzlich Mut gab, sondern auch an der beruhigenden Unaufgeregtheit des Geländes. Hier war es so wohltuend familiär und  übersichtlich, dass man sich ohne Badezeug genauso gut wohl fühlen konnte wie mit. Sie gingen zu den Gebäuden, wieder vorbei am Eingang, am Kiosk, am kleinen Laden, an den Umkleidekabinen – wozu gab es die hier?, fragte Mila, woraufhin Nadine nur mit den Achseln zuckte – und schließlich in Richtung Vereinsheim. An ihnen ging ein älterer Mann vorbei, noch angezogen, grüßte nett und plauderte mit Nadine, während Mila schweigend dabei stand. Wie offen ich hier schon so splitternackt herumlaufe, wunderte sie sich. Und kein Blitz fährt hernieder… Wieso hatte ich bloß immer gedacht, ich müsse irgendwas anhaben?! Geht doch auch so.

Die beiden machten kehrt und kamen durch einen wunderschönen, sehr gepflegten Blumengarten, der herrlich duftete, wieder zum Eingangsgebäude zurück. Als sie weitergingen, kam ihnen vom Eingang her ein noch bekleideter Junge mit einer Sporttasche über der Schulter entgegen, der Nadine Bauer höflich grüßte und vor ihnen stehen blieb. Nadine stellte ihn Mila als Niklas, den Sohn einer guten Freundin vor.

Er war etwa einen halben Kopf kleiner als Mila, und sie schätzte ihn auf vielleicht vierzehn, höchstens fünfzehn Jahre. Obwohl er soviel jünger war als sie, betrachtete sie ihn aufmerksam. Sein ernsthafter, schon so erwachsen wirkender Blick aus seinen schönen, tiefblauen Augen faszinierte sie. Aber nach diesem kurzen Moment der Ablenkung wurde sie sich dessen bewusst, dass sie hier vollkommen nackt vor ihm stand, und dass er es nicht nackt war – und dass sein durchdringender Blick sie mehr verunsicherte als ihr lieb war.

Er lief schließlich weiter, und auch Nadine ließ sie kurz stehen, um nach den Kindern zu sehen. So ging Mila, neugierig geworden, durch die geöffnete Tür in das Gebäude, einen schlichten eingeschossigen Pavillon, hinein. Außen und innen war alles aus Holz, sogar der Boden. Alle Räume waren menschenleer. Am Ende lag ein Fitnessraum mit einigen Geräten, daneben ein großer Saal, wohl für Veranstaltungen und Feiern. An den Wänden hingen Bilder aus alten und neuen Zeiten. Mila betrachtete sich die Fotos aufmerksam.

„Suchen Sie etwas?!“

 Mila erschrak. Hinter ihr stand die alte Dame von der Kasse, genauso nackt wie sie.

„Nein, ich wollte mich nur einmal umschauen.“

„Tun Sie das ruhig, lassen Sie sich nicht stören.“

„Danke!“

Wie freundlich die hier alle sind, dachte Mila. Die Dame kehrte um und ging in ein Nebenzimmer. Mila sah sich auch im Fitnessraum um. Ob die hier auch nackt trainieren? Die ältere Dame erblickte sie vom Flur aus: „Wenn Sie trainieren möchten, kein Problem, ich gebe Ihnen ein Handtuch zum darunter legen.“

Und schon kam sie, schob sich an Mila vorbei und gab ihr eines von einem Stapel aus einem Schrank, dann entfernte sie sich wieder.

„Danke sehr!“

Mila setzte sich an den Butterfly und presste einige Male die beiden Metallarme zusammen, dann probierte sie das Bankdrücken. Was für ein cooles Gefühl, dachte Mila. Sie wollte aber jetzt nicht ernsthaft trainieren, sie nahm das kaum benutzte Handtuch und ging wieder hinaus. Im Nebenzimmer saß die ältere Dame: „Legen Sie das Handtuch einfach hierhin, wir waschen es.“

Mila bedankte sich leise. Sie stellte fest, dass auch diese ältere Frau untenherum vollkommen rasiert war, wie so viele Frauen hier in diesem Bad, ältere wie jüngere, teils jünger als Mila selbst. Früher hätte sie – wenn sie überhaupt darüber nachgedacht hätte – gemeint, dass sie schon wegen ihrer vollständigen Intimrasur unmöglich zum Nacktbaden hätte gehen können – und dabei waren die Intimrasierten hier absolut in der Mehrzahl!

Die Dame sah sie aufmerksam an und fuhr fort: „Interessieren Sie sich für unseren Verein?“

Mila nickte. „Ja.“

„Sie sind mit Nadine hier, oder?“

„Ja.“

Daraufhin erzählte die ältere Dame, dass es den Verein seit fast neunzig Jahren gab, wovon sie achtundfünfzig Jahre lang dabei war, und dass sie Nadine und ihren Freund York schon lange Jahre gut kenne.

„Ich heiße übrigens Gerda.“ Sie gab Mila die Hand. „Aber ich muss zurück zur Kasse. Kommst Du mit?!“ Sie war unvermittelt zum Du übergegangen.

Beide gingen nebeneinander hinaus, wieder am Blumengarten vorbei.

Es schien Mila an der Zeit, nach den anderen zu schauen, und sie verabschiedete sich von Gerda.

„Kommst Du bald wieder?“

„Ja, gern. Vielleicht schon morgen.“ meinte Mila und winkte fröhlich.

Sie verbrachten noch eine Stunde im Bad, dann mussten sie los, weil die Kleinen genug Sonne bekommen hatten. 

„Und, wie hat es Dir gefallen?“ fragte Nadine auf dem Weg zum Auto.

„Gut. Sehr gut.“

„Das ist hier in Berlin das sympathischte Bad von allen, super natürlich, familienfreundlich und so. Wir gehen hier gern hin – wenn wir nicht in Weeslow an ´unseren´ See gehen. Dahin müssen wir  jetzt auch bald mal.“

„Sehr gern.“

Nadine grinste sie von der Seite her an. „Jetzt bist Du auch eine von uns. Eine Nudistin.“

„Ja. Eine Nudistin.“ wiederholte die junge Studentin.

 

 

 

 

 

Am Donnerstagnachmittag war Mila allein im Haus. Nadine war mit den Kindern bei ihrer Mutter in Potsdam, wo die beiden Kleinen dann über das Wochenende bleiben durften, denn am nächsten Tag hatte die Kita einen Schließtag. Mila hätte wohl einspringen können, aber Nadine wollte der Großmutter die geliebten Enkel auch nicht entziehen. Und ganz allein ins FKK-Bad traute sie sich noch nicht. Lieber genoß sie die Sonne nackt im Garten. Das junge Mädchen wurde beneidenswert schnell braun - und das zum ersten Mal in seinem Leben absolut nahtlos. Und so sah es bereits aus wie ein richtiger FKK-Profi.

„Hallo Mila!“

„Oh! Oh nein, Herr Simonsen. Ich…“

„Hey, wir duzen uns, schon vergessen?“

Mila hatte in der Küche gestanden und einen Fruchtsalat angerichtet. Sie trug nur weiße Turnschuhe, ein enges schmales Lederbändchen um den Hals und ein buntes Piratentuch als Sonnenschutz im Haar. Erschrocken war sie herumgefahren und stand nun in vollkommener Blöße vor dem Hausherrn. Sie hielt eine Melonenscheibe in der einen Hand, ein kleines Messer in der anderen.

„Sie, … Du…“

Er lächelte, trat an sie heran, umfasste leicht ihre Schultern und gab ihr einen züchtigen Kuss auf die Stirn. „Du hast wohl nicht mit mir gerechnet?“

„Nein. Morgen erst.“ Sie zitterte leicht.

„In Österreich ist morgen Feiertag. Dann hat Nadine wohl vergessen, Dir das zu erzählen.“ Er schaute zur Seite auf die Terrasse hinaus, wo auf einem Liegestuhl ein Handtuch lag. „Hast Du Dich gerade gesonnt?“

„Ja.“ sagte sie leise. Sie legte Messer und Melone weg und wischte sich die Hände gedankenverloren an Hüfte und Po ab. „Ja.“ wiederholte sie geistesabwesend.

„Gute Idee.“ Über ihre Schulter hinweg spähend meinte er fröhlich: „Ich gehe kurz duschen, und dann komme ich zu Dir hinaus.“ Er fing schon an, sein Hemd aufzuknöpfen, wandte sich ab und ging hinaus, nach oben.

Mila atmete erstmal tief durch. Sie spürte ihr Herz vor Aufregung klopfen. Was konnte sie nun noch anderes tun als abzuwarten, bis er herunter kam, und sich mit ihm in die Sonne zu setzen? Nackt wie Gott sie schuf. Und er vermutlich auch. Wenn doch Nadine hier wäre… Noch einmal holte sie tief Luft, dann wandte sie sich wieder ihrem Salat zu, um sich abzulenken.

Das half. Also holte sie noch eine Tischdecke, deckte draußen den Tisch mit Geschirr und Besteck, stellte den Salat hin, warf Sitzkissen auf die Stühle, spannte den Sonnenschirm auf, stellte kaltes Wasser und Limonade hin. Wartete. Prüfte den Stand des Schirmes, rückte ihn weiter an den Tisch. Schaute hinein. Blumen! Sie stellte die Vase mit den weißen Rosen, die auf der Küchenbar stand, nach draußen. Wartete, schaute, horchte. Ging hinein, setzte Kaffee für ihn auf (sie selbst trank keinen). Horchte wieder nach oben. - Der duscht aber lange, dachte sie. - Holte Eiswürfel und füllte sie draußen in die Wasserkaraffe.

Sie spielte die Dienstmagd, ein wenig aus Pflichtbewusstsein, ein wenig aus Verlegenheit. Die nackte Dienstmagd.

Mila stand horchend neben dem Terrassentisch, als sie seine Schritte hört. Sie musste schlucken, ihr Puls begann zu rasen. Tatsächlich, er kam splitternackt hinaus.

Und es ging ihr so, wie es acht Jahre zuvor der jungen Nadine ergangen, als diese ihn erstmals am Müggelsee erblickte. Er hatte sich seitdem kaum verändert. Simonsen war noch immer der Sportler, lief, fuhr Rad, schwamm noch immer auf Leistungssportniveau. Sein Körper war perfekt durchtrainiert, muskulös und ohne ein Gramm Fett.  Und sein Schwanz eine Pracht! Sie hatte noch nicht viele Schwänze in natura gesehen – tatsächlich sogar noch gar keinen! – nur auf Fotos oder in Pornos im Internet. Das hier war mehr als sie verkraften konnte… Das hatte schon etwas Angsteinflößendes; wie sollte denn ein so mächtiger Schlauch erst aussehen, wenn er groß und steif aufrecht stand – und wie sich, bitte schön, anfühlen, in sich, in ihrem zarten Leib?

Ihr scheuer Blick mischte sich bei diesen Gedanken erst mit einer Portion Neugierde und dann mit einem gehörigen Schuß Erregung. York erkannte das sofort.

Er selbst – frauenerfahren, sexerfahren, fkk-erfahren wie er war, musste sich seinerseits enorm beherrschen, sich nicht auf sie stürzen zu wollen. Er spürte, wie das Blut allzu gern in seinen Schwanz fließen wollte. Nadine hatte ihm nicht zuviel versprochen. Vor ihm stand etwas bezaubernd, fast unwirklich Schönes. Lange, volle, dunkle, lockige Haare, ebenso dunkle, tiefgründige Augen, dieser scheue Blick, dieses ebenso scheue Lächeln, die herrlich vollen roten Lippen, dieser sinnliche Mund. Der lange, zarte Hals, dann diese für den so schmalen Körper recht hohen, breiteren Schultern, diese äußerst enge Taille, dieser ganz flache, schön konturierte Bauch, diese kleinen, aber runden, festen Brüste, die schön geformten Beine und Arme, der glatte, härchenlose, flache Schamhügel mit dem unauffälligen feinen, eng geschlossenen Schlitz darin. Diese makellose, schön und durchgehend gebräunte Haut…

All das hatte ihm Nadine schon ausführlich und begeistert geschildert, und ein wenig vorbereitet war er auch schon durch ihre vorherigen Treffen, durch die engen Shirts, die superkurzen Röcke, er hatte sich einiges schon ausmalen können. All das aber jetzt live und in Farbe zu sehen, das war doch etwas ganz anderes. – Aber am geilsten war dieser schüchterne und doch alles verratende Blick einer Jungfrau…

 

Einen kurzen wortlosen Moment standen sie einander so gegenüber. Dann lenkte Mila ein Geräusch ab, das aus dem Haus kam. Und Sekunden später waren sie zu dritt.  

Ein junger Mann. Oder ein Junge, wie auch immer. Vielleicht so alt wie Mila, eher aber jünger, schwer zu schätzen für sie. Groß gewachsen, wie eben Jungs, die schnell aufschießen, noch einen halben Kopf größer als York. Dabei aber durchtrainiert und sportlich, mit sehr breiten Schultern und einem perfekten Waschbrettbauch. Schon gebräunt. Dunkel gelockt, mit ebensolch dunklen Augen. einfach hübsch, mit einer unverkennbaren Ähnlichkeit mit dem Mann neben ihm. Und ebenso splitternackt. Rasiert, wie auch York, und ebenso gut bestückt.

„Darf ich vorstellen“, meinte York, „Jesse, mein Sohn. – Jesse lebt in Wien bei seiner Mutter. Er ist einfach mal mit gekommen über das lange Wochenende. - Jesse, das ist Mila. Ich habe Dir ja schon von ihr erzählt.“

Jesse nickte ihr lässig zu. „Hi, Mila. – Ich hole mir auch einen Teller und ein Glas.“ Und schon war der nackte Junge wieder verschwunden.

York setzte sich. „Ich hoffe, es stört Dich nicht, dass wir am Wochenende zu dritt sind.“ Er schaute sich auf dem Tisch um. „Wow, wo hast Du das in der kurzen Zeit alles hergezaubert? Danke, das war echt nicht nötig.“

„Ach, ja, ich dachte…“ stotterte Mila geistesabwesend. Wie meinte er das – zu dritt? „Wann kommt Nadine?“ fragte sie vorsichtig.

„Gar nicht. Sie ist am Wochenende doch immer in Weeslow.“

Stimmt, das hatten sie ihr ganz am Anfang erzählt. Und sie hatte es vollkommen vergessen. - Und jetzt sollte sie das ganze Wochenende mit diesen beiden fast fremden Männern in diesem Haus verbringen? Nackt?! Und warum hatte sie Nadine nicht einfach mitgenommen nach Weeslow?

Jesse kam wieder und setzte sich dazu. Endlich nahm auch Mila Platz – und so war wenigstens ihr Unterkörper verborgen. Es entwickelte sich erst zögerlich, dann immer lebhafter ein Gespräch. Albanien, Wien, die H:S. Mila begann sich zu entspannen. Ihre Sorge, ja, ihre Angst verflog. Die beiden schienen keine Gefahr darzustellen, sie waren sehr nett und aufmerksam zu ihr, lustig, verstanden sich als Vater und Sohn anscheinend prächtig. Und ihre Nacktheit zeigten sie so unverkrampft und natürlich, dass auch Mila sich dahingehend freier fühlen konnte. Nur eine Bemerkung, scheinbar achtlos dahingeworfen, traf sie wie ein Schlag.

„Und es ist wahr“, fragte Jesse sie ganz direkt, „dass Du noch Jungfrau bist?“

Sie schluckte. Eben noch war man beim Thema Sport und was man da alles mochte, und nun das. „Ähm. - Ja.“

„Hätte ich nicht gedacht.“ meinte Jesse nur mit einem kurzen Blick zu seinem Vater. Dann war man schon wieder bei einem anderen Thema.

Gegen sechs gingen sie in die Küche, berieten, was man zum Abendessen machen könnte – oder ob man essen gehen wolle. Die Männer waren fürs Essen gehen.

Hemd, Sommerhose, die Männer hatten es einfach. Für Mila suchten sie gemeinsam etwas aus Nadines Schrank heraus. Immerhin, ihre Befürchtung bewahrheitete sich nicht, die beiden wählten nicht etwas extrem Auffälliges, besonders Freizügiges aus, sondern ein eng geschnittenes schwarzes Hemdblusenkleid, das fast bis zum Knie reichte. Dass Jesse darauf bestand, dass sie darunter ihr `Jungfrauenschößchen´ nicht bedecken möge, ließ sie nun nur noch schmunzeln, auch der noch folgende Reim `Unschuldsmöschen´.

Sie gingen zu Fuß zu einem Italiener am Ende der Straße, speisten wunderbar und tranken etwas zu viel Wein. Die drei verstanden sich bestens. Kurz nach Mitternacht waren sie wieder zu Hause. Jesse wollte unbedingt noch Trampolin springen. Kaum in der Tür, riss er sich die Sachen vom Leibe und rannte nach draußen.

„Geh nur!“ meinte York, „ich mache uns drei noch einen Gin Tonic.“

Jesse drängte Mila, zu ihm in das Gerüst zu steigen. Natürlich ohne das gute Kleid seiner ´Stiefmutter´. Sie gab nach, merkte aber nach wenigen Minuten, dass das nicht allzu gut für ihren Magen war. Die junge Studentin stieg wieder aus, er folgte. Arm in Arm wankten sie lachend wieder zum Haus zurück, das Betrunkensein mehr spielend als fühlend. Ehe sie die Terrasse erreichten, hielt Jesse sie fest und küsste sie. Sie hatte nichts dagegen, im Gegenteil, sie war längst zu allem bereit. Die Frage war nur noch, wer von beiden es werden würde. Was brauchte es für einen Siebzehnjährigen – so alt war er, wie sie nun wusste – um einen Steifen zu bekommen als ein paar Berührungen und eindeutige Gedanken. Und was für einen. Wie aus Stahl ragte sein großer, praller, sauberer Kolben senkrecht vor ihm auf, seine Eichel konnte beim Pulsieren seine Bauchmuskeln berühren. Er schämte sich dessen keineswegs, auch nicht, als sie von York zum Gin hineingerufen wurden. Voll erregt stand Jesse an der Bar vor ihm, nahm ihm das Glas ab und stieß mit beiden an. Er trank schnell aus, Mila dagegen nippte nur, er zog sie ungeduldig weg, die Treppe hinauf, ´bis später´ zum Vater sagend, sein Kolben prall und hart wie eine Standarte vor sich tragend. Oben warfen sie sich aufs Bett, er legte sich auf sie, sah sie an. Milas nun ängstlicher Blick erinnerte ihn daran, dass er von Vater und ´Stiefmutter´ zur Vorsicht gemahnt worden war, zur behutsamen Geduld. Also riss er sich zusammen, küsste sie, rieb seinen Schwanz an ihrem Bauch, sie entspannte sich wieder etwas, ließ ihn ertasten, erobern – und schließlich vorsichtig eindringen. Sie verzog kurz das Gesicht, es zog ein wenig, drückte, doch dann ließ der Schmerz plötzlich nach, wie befreit atmete sie auf, er war drin, tief drin, stieß immer tiefer vor, langsam, aber mit Kraft und Nachdruck, bis sein Penis endlich bis zum Schaft in ihr versenkt war. Haut auf Haut, gleitender Schaft in feuchter Scheide, auf und ab, ihre Körper erzitterten, sie stöhnte, es war so neu, so ungewohnt, so schön, Mila biss sich auf den Unterarm, wusste kaum wohin mit ihrer Lust, er richtete sich über ihr auf und rammte sie, rammte sie hart und kräftig. Jesse, noch jung, noch wild, kam früh, bäumte sich auf, spritzte in ihr ab, zog seinen festen Kolben geistesgegenwärtig noch heraus, verspritzte den Rest auf ihr. Er fiel auf sie zurück, glücklich, küsste sie. Sie zitterte unter ihm, schmiegte sich an, ließ ihn von sich abrollen, wollte nun oben sein, nahm seinen immer noch harten Penis wieder in sich auf. Nach zehn Minuten konnte er schon wieder. Er war noch immer in ihr drin, sein Glied wuchs wieder an, Stück für Stück, sie hockte nun auf ihm, ritt ihn. Da plötzlich verspürte sie etwas Unerwartetes, öffnete die Augen. Hinter ihr war jemand, sie spürte eine Hand auf ihrer Schulter, eine zweite, und etwas berührte sie im Gesicht. Ein zweiter Kolben. York! Sie drehte sich ihm zu, ohne Jesses Schwanz aus sich herauszulassen. York stand nackt und erregt vor ihr, sie öffnete den Mund und nahm seinen riesigen Schwanz auf. Das war wirklich ungewohnt, sie musste erstmal etwas üben, war außer Atem, musste Luft bekommen, verlor etwas die Konzentration, Jesse glit aus ihr heraus, zog sich unter ihr hervor, sie wechselten die Stellung, nun lag York auf dem Rücken, sie hockte zwischen seinen Beinen und blies ihm einen, während sie mit hochgerecktem Hinterteil von Jesse bearbeitetet. Diesmal brauchte Jesse länger, dafür kam York, zur selben Zeit wie sie, er spritzte ihr ins Haar und ins Gesicht, ein wenig Sperma schluckte sie.  Und nun kam auch Jesse, er stöhnte auf, rammte ihr sein Glied immer kräftiger und ungestümer in den Schoß, schließlich spritzte er zum zweitenmal ab, tief in ihr, auch diesmal den Rest auf ihr, auf ihren Rücken. – So liebten die drei sich weiter, die ganze restliche Nacht.

Am nächsten Tag erwachten sie allesamt spät, wie ein ungleiches Dreieck quer über dem Bett liegend, ohne Decke, ohne Schutz. Auf dem Laken waren einige Blutstropfen eingetrocknet. Mla war jetzt eine Frau, eine richtige Frau. Und glücklich wie nie zuvor in ihrem Leben.


Kommentare

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WikingerS schrieb am 02.04.2019 um 15:12 Uhr

Das ist eine Geschichte wie ich sie mag. Gelebter Nudismus realistischer Personen im Alltag kombiniert mit nachvollziehbaren sexuellen Erlebnissen. Wird auch nicht dadurch langweilig, weil sie der Geschichte rund um Nathalie ähnlich ist. Stil und Ausdrucksweise sind für mich sehr angenehm, sodass ich flüssig lesen kann.

Weitere Geschichten von Dir wären schön - trotz blühender Fantasie kann ich es selbst nicht so, dass mein Geschreibsel meinen Ansprüchen gerecht würde.

Neugier2016 schrieb am 02.04.2019 um 16:41 Uhr

Tolle Geschichte, danke dafür. Aber ich vermisse den 4. Teil der Storie

nudin schrieb am 02.04.2019 um 18:42 Uhr

Sorry, bin meistens zu faul, die Version auf Fehler zu überprüfen, aber hier sind doch einige drin. Ich korrigiere das, wenn Kapitel 2 von Teil V kommt.

Und Teil IV folgt später. Ich folge da mehr der Inspiration als der Chronologie.

qwertzu77 schrieb am 03.04.2019 um 17:54 Uhr

Nicht schlecht. Aber mir ging das alles etwas zu schnell. Mila zieht sich schon am ersten Abend aus. Obwohl sie selbst noch nie FKK gemacht hat. Dann wird sie mit dem Besuch im FKK Bad praktisch überrumpelt. Letztlich geht es dann auch schon mit Jesse und dann sogar mit York richtig zur Sache.

Das ist etwas wenig Entwicklung, wie aus einen wahrscheinlich ehr schüchternen jungfräulichen "gut erzogenen" Mädchen, dass sich wohl nie vor anderen einfach so nackt zeigen würde, jemand wird der sich nach kurzer Zeit zum Gruppensex mit Männern hinreißen lässt.

Wie gesagt, etwas zu schnell diese Entwicklung. 

kater001 schrieb am 06.04.2019 um 13:52 Uhr

Auch dieser Teil ist wunderbar gelungen. Mir gefällt dieser entspannte Erzählstil. Schritt für Schritt wird Mila als neue Akteurin an den freizügigen Lebensstil von Nadine und York herangeführt. Und das mit einer faszinierenden Selbstverständlichkeit, eins ergibt das andere, als wäre der jeweils nächste Schritt geradezu logisch. Man kann bei so einem Teil einfach nicht zu lesen aufhören, weil's spannend, interessant und erotisch ist.

Schon die neuen Erkenntnisse über den weiteren Werdegang Nadines, Yorks und Michaels (und in einem Halbsatz auch Jasmins) finde ich herzerwärmend. Das ist genau nach meinem Geschmack, die pure Lust am Leben, mit viel Liebe und wenig Konventionen. Dazu wird das ungewöhnliche Familienleben so harmonisch beschrieben, man hört beim Lesen fast schon das fröhliche Kinderlachen der beiden kleinen Töchter. 

familie1 schrieb am 06.04.2019 um 19:06 Uhr

sehr schön....

benaked1966 schrieb am 12.04.2019 um 15:45 Uhr

Sehr schöne Geschichten. Wenn man selbst nackt beim lesen ist, ksind sie noch viel intensiver.

Bitte unbedingt mehr davon.