Die Volontärin! Kapitel I


RebeccaMontez

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27.04.2017
Voyeurismus

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Christian Peukert, Herausgeber der Wochenzeitung „Weltschau am Sonntag“, ein Mann um die 40, kurze Haare, runder Kopf, 50 Kilo zu viel, saß hinter einem Designer Schreibtisch von Flötotto in seinem Büro im 18. Stock eines Geschäftshauses in München-Schwabing, und schaute verdrossen auf seine beiden engsten Mitarbeiter.

fett ist er geworden, mein Hauptbuchhalter Kringelein und ein unscheinbares Männchen ohne Charisma ist er geblieben, mein Chefredakteur Max Wieland, dachte er…

Es war ein verhaltenes Streitgespräch im Gange und der Buchhalter meinte just in diesem Moment, da wir in die Geschichte einsteigen:

„Dieser Nonsens kostet nur Geld und bringt nichts. Stellen wir es ein, das wäre das Vernünftigste“.

Der Chefredakteur nickte:

„Das sehe ich genauso. Außerdem kostet die Bearbeitung jede Menge Zeit und ich habe dafür, nach dem Frau Stengel nun in Rente ist, niemanden mehr frei. Lassen wir die Rubrik „Kummerkasten“ einfach verschwinden, merkt sowieso niemand“.

Der Herausgeber schüttelte energisch seinen Kopf.

„Auf gar keinen Fall werde ich die Kolumne mit den Leserbriefen einstellen, ist sie doch ein wichtiges Bindeglied zwischen dem Leser und unserem Blatt“.

Der Herausgeber öffnete eine Schublade seines Passatore Humidor Palisander Schrankes, entnahm eine Havanna, zündete sie an und paffte dichte Rauchwolken in den Raum.

„Wie viele Leserbriefe kommen denn pro Woche zur Zeit?“, fragte er.

„Zwischen 250 und 300 und noch einmal die gleiche Zahl an e-mails“, antwortete der Chefredakteur.

„Sehen Sie, sehen Sie, das sind doch alles Menschen die einen Rat suchen und wenn sie den bei uns bekommen, bleiben sie unserem Blatt verbunden. Nein nein, einstellen auf keinen Fall“, meinte der Herausgeber.

„Aber wer soll es machen? Da müssen Sie mich konkret anweisen, welches Ressort dafür zu vernachlässigen ist?“.

„Keines mein Lieber, wir werden dafür einfach eine Volontärin einstellen“.

Wenig begeistert schaute der Chefredakteur nun und schüttelte missbilligend sein Haupt.

„Die Stengel, die das ziemlich gut gemacht hatte, saß manchmal über eine Stunde an der Beantwortung eines einzelnen Briefes. Die feilte an jedem Satz, an jedem Wort“.

Er schüttelte wieder den Kopf.

„Man kann da nicht einfach eine beliebige Person hinsetzen“.

„Sie werden dafür schon eine geeignete Kandidatin auswählen mein lieber Wieland“, sprach der Chef und da er der Chef war geschah es, bereits in der nächsten Ausgabe der „Weltschau am Sonntag“ erschien das Stellenangebot.

 

                      Volontärin gesucht!

         Zur Verstärkung der Redaktion suchen wir ab sofort eine Volontärin.

         Sie haben ein Händchen für Gesellschaftliches. Sie geben in ihrem        

                       Bekannten und Verwandtenkreis, auch ungefragt,

                             ständig Tipps und  Ratschläge?

                      Dann sollten Sie sich bei uns bewerben!

                                  Weltschau am Sonntag

 

                                                  XXX

 

Susanne Heim saß auf dem Besucherstuhl und da er lässig auf der Kante seines Schreibtisches saß, also quasi von oben auf sie herab sah, verfing sich sein Blick beständig an ihren Beinen, wanderte aber schließlich an ihrem Körper entlang nach oben. Unter dem Stoff ihres Kleides konnte er nicht genau erkennen, trug sie einen BH?

Interessante Frage fand er und musste sich doch nicht beherrschen sie auszusprechen. Ihr blonden Haare zu eine Pferdeschwanz zusammen gebunden, ihre blauen Augen, ihre Figur, unter dem enganliegenden braunen Minikleid gut zu erahnen, war das ein Mädchen...

hehe...mit dem wir Männer durchaus unseren Spaß haben könnten. Wir Männer, Du? Wo lebste eigentlich Wieland, du trauriger Tropf...

Der Chefredakteur wandte sich nun ab und setzte sich hinter den Schreibtisch. Er nahm ihre Bewerbungsunterlagen in die Hand.

„Frau Heim, Sie sind in der näheren Auswahl, deshalb möchte ich ihnen etwas zu ihrem Aufgabenbereich sagen“.

Er machte eine bedeutungsvolle Pause.

„Sie werden Leserbriefe beantworten“.

„Ok“.

„Trauen Sie sich das zu?“.

Und noch bevor sie antworten konnte sprach er weiter.

„Ich habe ihnen da etwas ausgedruckt und möchte, dass Sie dazu was schreiben“.

Er reichte ihr ein Blatt.

„Suchen Sie sich einen Platz draußen und sagen wir in 20 Minuten kommen Sie wieder und zeigen mir, was Ihnen dazu eingefallen ist“.

Demonstrativ schaute er auf seine Armbanduhr.

„Man hat jetzt keine Zeit mehr, lange Werke zu lesen, seit dem es zu viele kurze gibt“, hängte er noch ein Zitat von Jean Paul an.

er war neugierig, was dieses Fräulein Heim präsentieren würde. War sie doch eine der wenigen, die den Test „Allgemeinwissen“ zufriedenstellend absolvierte. Die Anderen, … nun ja, was die Schulen mittlerweile ablieferten, es war ein Skandal, aber niemand regte sich auf, ...ob er nicht mal einen Leitartikel… er sah schon die Schlagzeile vor sich: „Neulich, als der Verlag eine Volontärin suchte...“. Es würde ein bitterböser Artikel werden, das wusste er, das konnte er, immer noch, aber zugleich wusste er auch, niemals würde er diesen Beitrag schreiben...

Als es klopfte, schaute er auf seine Uhr, genau 20 Minuten hatte sie benötigt.

Sie war schnell, das war gut, dachte er.

Wortlos legt Susanne Heim das Blatt vor ihm ab. Der Einfachheit halber, hatte sie ihre Antwort direkt unter den vorgegebenen Text geschrieben. Da er sich nicht mehr an den genauen Inhalt erinnern konnte, las der Chefredakteur beides, Frage und Antwort.

 

Lieber Kummerkasten,

ich brauche deinen Rat.

Auf einem Strassensfest im letzten August, war da ein Mann, ein Nachbar, wohnt nicht weit von mir. Er ist 15 jahre älter, so um 45. Er ist sehr sympatisch und ok dann hat er mich in einem Hauseingang geküsst, angefasst, und alles.

Danach wartet er jetzt manchmal an der Bushaltestelle auf mich wenn ich von der Arbeit komme und in seinem Auto fahren wir dann in ein Waldstück.

Eines abends hat er mir gesagt seine Frau ist verreist und er hätte die ganze Nacht frei. Geschlaffen haben wir mit einander in meinem Bett und es war sehr romantisch.

Er sagt er liebe mich wie verrückt.

Ich bin auch total in ihn verliebt. Wir treffen uns immer noch schlaffen mit einander (in dem Auto) aber das ist nicht so schön und wenn es vorbei ist, hat er es auch immer ganz schrecklich eilig und ich darf ihn auch nicht anrufen.

Manchmal habe ich das Gefühl, es geht ihm nur um den Sex mit mir.

Kann das sein?

Aber wenn es in seiner Ehe gut geht macht ein Ehemann doch so etwas nicht, oder?

Hat er zuhause Probleme und kann ich diesem Mann vertrauen?

Könnt ihr mir einen Rat geben, bitte

Franzi S.

 

Liebe Franzi S.

dieser Mann hat eindeutig glaubwürdige und lautere Gefühle für Dich.

Das kannst Du schon daran sehen, dass er „wenn es vorbei“ ist, dich sogleich wieder „springen“ lässt.

Er ist augenscheinlich sehr um deinen guten Ruf besorgt, kein Schatten soll auf deine Ehre als Frau fallen.

Und natürlich ist außerehelicher Sex für einen Mann immer auch ein Schrei nach Hilfe.

Hilfe, ich suche doch nur Zuneigung und Wärme, warum hilft mir denn niemand, will er damit sagen.

Er scheint mir sehr feinfühlig zu sein und Du solltest ihn auf keinen Fall bedrängen, oder ihn in die Enge treiben.

Gerade bei einem derart sensiblen Menschen könnte es zu einer Kurzschlussreaktion kommen, um so mehr da es in seiner Ehe, wie Du sehr richtig vermutest, möglicherweise nicht gut läuft.

Sei Dir also bitte bewusst, Du trägst eine große Verantwortung im Umgang mit diesem zerbrechlichen, unbeholfenen und doch so liebenswerten Kerl,

liebe Grüße und alles Gute von deinem Kummerkasten-Team

Susanne Heim

 

Zweimal las er die Texte, nur um sicher zugehen nichts missverstanden zu haben, dann ließ er nachdenklich das Blatt sinken.

„Sehr beeindruckend ihre Erwiderung Frau Heim“

„Danke...“, entgegnete sie und schaute ihn humorlos an.

spielt dieses junge Ding mit mir? Er betrachtet sie, konnte aber in ihren Zügen nichts schelmisches entdecken…

„...sehr“.

schau mich nicht so an, sonst nagle ich dich gleich hier auf meinem Schreibtisch, dachte er und wusste doch, dass es dazu nie kommen wird. Er hatte kein Glück bei den Frauen, etwas das auch zu einem Teil daran lag, dass er eher der unscheinbare Typ war. Er hatte eine gewisse Ähnlichkeit mit Woody Allen und Frauen im allgemeinen übersahen ihn gerne. Er war in die Jahre gekommen. Mittlerweile 46 mit angegrautem, schon recht dünnem Haar und leichtem Bauchansatz fühlte er sich irgendwie gestrandet bei diesem obskuren Anzeigenblatt.

Endstation Sehnsucht!

Mehr hätte aus ihm werden können und sein Start nach dem Studium, direkt bei der MAZ, der Münchner Allgemeinen Zeitung, eine der größten überregionalen Tageszeitungen Deutschlands versprach viel, doch dann geschah diese dumme Sache… nein, er wollte sich nicht erinnern...

„Wann können Sie anfangen?“, fragte er stattdessen.

„Morgen, oder wie Sie möchten...“, entgegnete Susanne Heim.

„Morgen ist wunderbar. Seien Sie bitte um halb acht hier“.

Nachdenklich schaute er auf ihr schwingendes Hinterteil, als sie den Raum verließ.

22 Jahre alt und derart talentiert, so dachte er. Jetzt beruhige dich mal wieder, sagte seine innere Stimme, erst mal sehen, ob das nicht ein einmaliger Zufallstreffer war. Doch seine 25-jährige Erfahrung im Zeitungswesen und als Journalist sagten ihm, dieses Mädchen ist ein Naturtalent...

Er wählte die 14 auf der betriebsinternen Leitung.

„Hirschfeld, ich brauche alle unbeantworteten Leserbriefe spätestens morgen früh in Ebersberg“.

 

Verlagshaus Rudolf Peukert & Sohn GmbH Sitz in München-Schwabing.

Gesamtauflage: über 1.2 Mio Exemplare bei 20 festangestellten Mitarbeitern und immerhin über 125 nebenberuflichen Verteilerinnen.

Der Verlag war erst vor sieben Jahren, nach dem Tod Rudolf Peukert´s dem Gründer, nach München gezogen.

Seit ihrer Gründung im Jahre 1952 befand sich der Sitz der Firma in Ebersberg, 35 km entfernt.

„Wir brauchen eine Hauptstadtadresse, wer kennt denn schon Ebersberg“, hatte der Junior gesagt, kaum dass der Alte eine Woche tot war und so zog die Redaktion und Buchhaltung um.

Druckerei und auch Büroräume waren aus Kostengründen nach wie vor in Ebersberg, dort in dem Industriegebiet und in einem einstöckigen fabrikähnlichen Gebäude, verblieben.

 

Der Chefredakteur griff abermals zum Telefon und wählte die Nummer der Betriebsstätte in Ebersberg.

Der Hausmeister nahm ab.

„Behringer richten sie einen Büroraum her, mit Computer, Drucker, Telefon und so weiter, ich schick ihnen morgen eine neue Mitarbeiterin“.

 

                                                     XXX

 

Als sie auf die Straße trat, roch die Luft schon nach Herbst. Es war kalt geworden und nieselte unangenehm ins Gesicht. Die Scheinwerfer der vorbeifahrenden Wagen blendeten sie, als sie die Straße überqueren wollte.

Sie drehte sich zu dem Hochhaus und zählte die Stockwerke ab, in der achtzehnten Etage brannte noch Licht. Die arbeiten lange, dachte sie.

Sie hatte es nicht eilig, niemand wartete Zuhause auf sie.

Zuhause? Nein es war kein Zuhause mehr, nicht mehr seit...
Sie seufzte und führte den Gedanken nicht zu Ende.
Susanne Heim trottete vor sich hin, setzte mechanisch Fuß vor Fuß. Lustlos ließ sie sich durch die Straßen der Stadt treiben, immer dem Ziele entgegen, das eigentlich keins war.

Sie drehte den Schlüssel im Schloss ihrer Wohnungstür und plötzlich war ihr, als könne sie sie sprechen hören: "Susi, na wie war es, hast Du die Stelle bekommen?".

Und unwillkürlich antwortet sie: „Ja Sandra“.
Sie stutzte kurz, schüttelte den Kopf über ihre Sinnestäuschung und trat ein.
Vieles erinnerte sie noch an sie, an bessere Zeiten, die Bilder zum Beispiel, vom Urlaub in Italien zum Beispiel.
Was ist nur geworden? Wie konnte das alles geschehen? Wir hatten uns doch geliebt.
Sie nahm sich eine Cola aus dem Kühlschrank, schob eine Pizza in die Mikrowelle und schaltete den Laptop ein.

Ziellos surfte sie durch die Weiten des worldwide Web und konnte sie beim Wellenreiten meist vergessen, so heute nicht.
Sie musste wieder an Sandra denken und begann nach schwarzhaarigen, südländischen Schönheiten zu suchen.
Nein, sie wollte keine Lesben-Pornos, heute nicht. Die Suche ging weiter.
Irgendwann fand sie Bilder, die sie an sie erinnerten. Intimzone hieß die Seite.

Schöne Frauen gab es da... und alle nackt.

„Ach wenn doch nur Sandra hier wäre“, dachte sie, setzte ein Lesezeichen und holte die Pizza aus dem Ofen.

Sie schmeckte wie immer, nach Einsamkeit und auch die Tatsache, dass sie nun eine Arbeit hatte, änderte daran nichts.

Überhaupt nichts, eher das Gegenteil.

Wusste sie doch, es würde sein wie bei allen ihren bisherigen Jobs. Die männliche Belegschaft würde bemüht sein, der eine Teil charmant und witzig, der andere Teil derb und unverblümt, aber letztendlich alle nur mit dem Ziel, ihren Schwanz in sie zu stecken.

Männer waren so ekelhaft, solche Schweine, aber sie hatte gelernt sich damit abzufinden.

Es machte ihr nicht mehr viel aus.

Wie auch heute Nachmittag der Chefredakteur und nun ihr Vorgesetzter.

Kaum verbergen konnte er sein Verlangen nach ihr. Unablässig waren seine Augen zwischen ihren Beinen und Titten hin-und hergewandert und nur ein leichtes Nicken von ihr würde gereicht haben und er hätte seinen Hose fallen gelassen und sie hielt es nicht für ausgeschlossen, dass er sich nach dem sie weg war einen runter geholt hatte.

Sie schob die halbe Pizza von sich und begann, die Seite zu erforschen und entdeckte, es gab da auch Geschichten.
Einige hatte sie probeweise angelesen, doch sie kam nicht bis zum Schluss. Es waren zwar Sexgeschichten, aber erkennbar von Laien geschrieben und die meisten wohl auch ...von Frauen.

Pornographische Storys deren Autoren Frauen waren erkannte Susanne sofort.

Blümchensex in seiner harmlosesten Form, viel zu deutlich war in jedem einzelnen Satz herauszuhören: "Hallo, ich hab keine Ahnung von was ich da schreibe".

Und immer wieder dieselben Formulierungen: „Heiße Hände streichen über meinen Körper und meine Nippel werden steinhart“.

Immer wieder, bis hart an den Rand einer Körperverletzung teilen sie dem wehrlosen Leser ihre harmlosen Fantasien mit.

Unerträglich...sie wollte schon weiter surfen, doch dann…stieß sie auf die Geschichten eines Autors namens „Grizzly99“ und vertiefte sich in eine seiner historisch angehauchten Storys. Kaum zu glauben hier auf dieser Seite, aber das war große erotische Literatur. Und noch lesend und in seine Geschichte vertieft, war überraschend ein Chatfenster wie aus dem Nichts aufgegangen.

Biene42: „...biste auch neu hier HotSnow?“

Susanne zögerte etwas, doch dann:

„Ja“.

 

                                                       XXX

 

„Hallo Max“, sagte Elvira und ließ ihn eintreten.

„Hallo Max“, sagte auch Otto.

Der Chefredakteur der „Weltschau am Sonntag“, nickte Otto zu und setzte sich in einen freien Sessel. Elvira hatte ihm eine Flasche Bier gebracht und sich dann neben Otto auf das Sofa gesetzt und Otto genierte sich nicht, küsste sie und langte unter ihr Kleid.

Elvira war etwa so alt wie die Männer, also um die 45 und auch heute hatte sie wieder „vergessen“ ihre Haare zu waschen. Fettig hingen die Strähnen herunter, trotzdem schaute Max Wieland begierig unter ihr Kleid und auf Ottos Hand, die aber dort schon teilweise verschwunden war.

Elvira stöhnte und meinte zu Otto: „Komm“.

Die Zwei standen auf und Elvira meinte: „Willste gleich mit?“ und Otto nickte zustimmend.

Er schüttelte den Kopf und Elvira meinte: “Dann musste eben warten“.

Er saß da, nippte lustlos an dem Bier und da die Schlafzimmertüre offen stand, hörte er Otto stöhnen und sie schreien.

Lange würde er nicht warten müssen, Otto war ein „Speedy Gonzales“, das wusste er sicher.

„Ja Otto, komm schön, komm schön, gib alles Mutti“, und Otto „gehorchte“, denn nun verstummten jegliche Liebeslaute.

na also,...fünf Minuten, obwohl man ehrlicherweise sagen musste Elvira war auch ein Biest, die wusste wie es ging... er lächelte, kein Wunder bei der Erfahrung...

Otto kam völlig nackt ins Wohnzimmer, nahm einen großen Schluck aus seiner Bierflasche, steckte sich eine Zigarette an und meinte dann: „Die wartet“.

Und der Chefredakteur erhob sich ächzend: „Dann wollen wir mal“.

Susanne Heim hatte recht und unrecht zugleich gehabt, recht damit, dass ihn ihr Anblick erregt hatte, unrecht damit, dass er onanieren würde.

Das hatte er nicht nötig, dank sei Elvira.

Wohnte doch in dem großen Block, nur zwei Etagen unter ihm besagte Dame und einige Herren bedienten sich ihrer Freizügigkeit gerne, obwohl der Ausdruck Herren doch irreführend wäre.

Wenn Elviras „Besucher“ beim Hinausgehen zwanzig Mark auf die kleine Kommode in der Diele legten, war Elvira völlig zufrieden und das Bier gab es immer gratis dazu.

Manchmal auch, meist an Samstagabenden saßen bis zu sechs „Besucher“ in Elviras Wohnzimmer und häufig bei derartigen geselligen Zusammenkünften, wurde das Schlafzimmer nicht benötigt. Elvira ritt einen nach dem anderen ab, was insgesamt für gute Laune in der Runde und für manch zottigen Spruch sorgte.

Doch so völlig ohne Bezug zu Susanne Heim blieb der Beischlaf des Herrn Chefredakteurs nicht.

„Susanne“, stöhnte er mehr als einmal und Elvira, routiniert wie sie nun mal ist, flüsterte ihm ins Ohr: „Ja komm, besorgs schön deiner Susanne“.


 


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