Das Urteil des Paris


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08.09.2005
Kunst

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Am Montag würde das letzte Semester an der Schauspielschule beginnen. Im Probensaal sollte die Besprechung für Abschlussaufführung stattfinden. Katrin war gespannt, was für ein Stück wohl ausgewählt worden wäre, und welche Rolle sie übernehmen sollte.
Der Rektor stand auf der Bühne und stellte den Regisseur der Aufführung vor. Zur allgemeinen Überraschung war dies der bekannte Hermann Schönfeld. Dieser hielt eine Rede, in der er erklärte, dass eine von ihm geschriebene Adaption vom Homers Iljas gegeben werden sollte. Am Nachmittag sollte ein Vorsprechen der Absolventen stattfinden, nach dem die Rollen verteilt würden. Anschließend wurden Textbücher des Stückes ausgeteilt.
Katrin nahm ihr Textbuch und ging gemeinsam mit ihrer Freundin Charlie in die gemeinsame Wohnung. Dort unterhielten sie sich über den Regisseur und waren begeistert von der Gelegenheit mit einem so berühmten Künstler zu arbeiten. Sie konnten das Vorsprechen kaum erwarten.
Katrin und Charlie sprachen ohne Probleme vor und machten sich Hoffnungen auf eine größere Rolle. Als Schönfeld die Rollen verteilte konnte sich die brünette Katrin auf die Darstellung der Göttin Hera und die blonde Charlie auf die der Athen freuen. Die dritte Göttin Aphrodite sollte die beiden völlig verhasste Verena spielen.
Die Proben sollten bis zum Abschluss des Semesters jeweils Dienstag Abend stattfinden. In den letzen drei Wochen würde dann drei mal in der Woche geprobt werden. In der letzen Woche wären dann auch die Bühnendekoration und die Kostüme fertig.
Während der nächsten Monate festigten die Absolventen ihren Text und proben die Darstellung des Stückes. In der letzen Woche wurde dann das Bühnenbild aufgebaut. Schließlich sollte die erste Kostümprobe stattfinden. Als die Schüler zur Garderobiere gingen um ihre Kostüme zu empfangen fehlte das der Aphrodite für Verena. Diese ging zu Schönfeld die Situation zu klären. Schönfeld erklärte ihr, dass die Aphrodite in der klassischen Darstellung keine Kleidung trüge, Verena also die Rolle nackt spielen solle. Die Absolventin fragte: Wie, nackt?. Worauf der Regisseur ihr erklärte: Nackt ist nackt! Verena legte wütenden Protest ein, doch Schönfeld bestand auf seiner Ansicht.
Daraufhin ging Verena zu Rektor um sich zu beschweren. Dieser erklärte ihr jedoch, dass sie den Anweisungen des Regisseurs folgen müssen, anderenfalls sei die Arbeitsverweigerung und sie erhalte keinen Abschluss.
Verena versuchte Schönfeld umzustimmen und schlug vor einen hautfarbenen Body zu tragen, doch er ließ sich nicht umstimmen. Schließlich ging Verena in die Garderobe und erschien völlig nackt an der Tafel der Götter, wo sich Katrin und Charlie schon völlig schadenfroh in ihren weißen Tuniken niedergelassen hatten. Als es zur Szene mit dem Urteil des Paris kam, standen die beiden ganz in weiß neben der nackten Verena. Zu ihrem völligen Entsetzen sagte der Regisseur jetzt: Während der Urteilsszene legen die anderen Göttinnen ebenfalls ihre Kleidung ab!
Katrin und Charlie waren wie vom Donner gerührt. Gerade noch in Schadenfreude gewiegt sollten nun auch sie völlig nackt vor ihren Mitschülern auftreten. Die beiden wollten protestieren, aber Verena konnte nun in eigener Schadenfreude sagen: Ihr kennt ja die Ansicht des Rektors!
So standen die beiden Freundinnen, nun ebenfalls völlig nackt, gemeinsam mit Verena vor dem Parisdarsteller und versuchten ihm mit Versprechungen den goldenen Apfel abzulocken.
Die wurde zwar vom schwulen Andreas dargestellt, aber die anderen Mitschüler ließen es sich nicht nehmen in den Zuschauerraum zu gehen und die drei nackten Göttinnen zur betrachten.
Doch es wurde noch schlimmer. Nach der Probe rief Schönfeld die drei zu sich und sagte: Wie sie vielleicht wissen, ist in den klassischen Darstellungen des Parisurteils kein Schamhaar zu sehen. Ich trage ihnen also auf dieses zu entfernen. Das kein Iro, kein Brasilianer, ganz blank! In der Maske kann Ihnen dabei geholfen werden. Bis morgen.
Die Mädchen fielen von einer Ohnmacht in die andere. Zur Abschlussaufführung hatten alle ihre Familien eingeladen, und jetzt sollten sie nicht nur nackt vor diesen auftreten, sondern auch die letzte Blöße freilegen.
Während der Aufführung standen sie dann mit nach griechischer Art hochgesteckten Frisuren, nur mit Messingreifen an den Oberarmen und völlig ohne Schamhaar auf der Bühne. Sie brachten ihren Auftritt so gut wie möglich hinter sich, und erwarteten die Kommentare der Familien, welche letztendlich auf ein: Wenn es sein muss. hinausliefen.
Am nächsten Tag stellten die Darstellerinnen fest, das jemand aus dem Publikum ihren Auftritt fotografiert hatte. Diese Fotos waren nun in der regionalen und überregionalen Presse mit der Überschrift Schauspielschülerinnen, nackt und schön abgedruckt.
Der Regisseur ließ alle drei zu sich rufen und erklärte ihnen, dass ihnen die Story helfen würden Auftritte zu erhalten, da Intendanten und Regisseure nun wüssten, dass sie keine Probleme mit Nacktauftritten hätten. Die Absolventinnen verließen das Büro des Regisseurs nicht ohne den Verdacht, dass er die Fotos hatte machen lassen.


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