Das Weinbacher Kaiserfest - Kapitel II


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13.10.2014
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Anna tollte mit ihren kleinen Geschwistern auf der Weide neben der Mühle herum, als sie die Männer kommen sah. Es waren zwei kräftige Pikeniere von der Stadtwache und ein untersetzter Glatzkopf in der einfachen, aber respektheischenden schwarzen Tracht eines Stadtschreibers, und sie machten laut auf sich aufmerksam, als sie den Mühlengrund erreichten.

“He, Müller! Komm heraus, wir haben mit Dir zu reden!”

Anna nahm den kleinen Otto an der Hand und winkte ihre Schwester Grete zu sich. “Kommt, Kinder, wir wollen sehen, was die Herren wollen.” Sie liefen fröhlich zurück zur Mühle und reihten sich nebeneinander am Weidenzaun auf, wo sie die Szene aus sicherer Entfernung beobachten konnten.

“Müller! Sieh zu! Wir haben besseres zu tun, als hier auf Dich zu warten!”

Annas Vater kam aus seiner kleinen Töpferwerkstatt heraus und wischte sich mit einem fleckigen Tuch den Ton von den Händen. “Ja doch. Ich komme doch schon. Seid gegrüßt. Wie kann ich den Herren dienen?”

Der Schreiber zog einen Federkiel hervor und rollte ein Pergament aus. “Ihr seid der jüngere Albrecht, Sohn des Otto, Müller und Hafner zu Waid bei Weinbach?”

“Der bin ich, Herr.”

"Und Du hast zwei unverheiratete Töchter, Anna und Margarete, ist das richtig?"

"So ist es, Herr. Sie stehen dort am Zaun." Anna wunderte sich, dass die Herren nach ihr und Grete fragten. Wie aufregend, dachte sie.

"Nun, Albrecht, der Rat hat Nachricht vom Kaiserhof erhalten. Seine Majestät wird zu Beginn des Nachsommers mit großem Gefolge Weinbach erreichen und beabsichtigt, für einige Tage in unserer Stadt Halt und Rast zu machen. Die Ratsherren haben daher den Beschluss gefasst, seiner Majestät angemessenen Empfang und festlichen Aufenthalt zu bereiten, wie es Sitte und Pflicht der Untertanen seiner Majestät ist." Der Schreiber zog ein weiteres kleines Stück Pergament hervor und drückte es dem Müller in die Hand, der es verständnislos anblickte. Er kam mit Zahlen zurecht und konnte notdürftig seinen Namen schreiben, wenn er musste, aber richtig zu lesen hatte er nie gelernt.

"Es wird sich von selbst verstehen", fuhr der Glatzkopf fort, "dass ganz Weinbach und alle städtischen Güter zu diesem festlichen Anlass ihren Beitrag zu leisten haben. Wie Du diesem Dokument entnehmen kannst, hast Du die Mühle von Bernhardi bis zur Abreise seiner Majestät für die Bedürfnisse des Rats freizuhalten und ferner die verzeichneten Steingutwaren in allerbester Güte sechs Tage vor Beginn der Festlichkeiten zu liefern. Ich muss wohl nicht gesondert erwähnen, welche Ehre es für Dich ist, dass die Ratsherren gerade Deine Dienste in Anspruch zu nehmen beschlossen haben.“

Der Müller zuckte mit den Schultern. „Natürlich, Herr. Es wird mir eine Freude sein.“ Wenn von Ehre die Rede war, hieß das immer, dass keine Bezahlung zu erwarten war, aber was sollte ein einfacher Mann da machen? Er konnte noch froh sein, dass die Mühle zur Stadt gehörte und nicht zu einem der Adelsgüter in der Umgebung. Die Ratsherren verlangten selten viel mehr als die vereinbarte Pacht, und er würde es verschmerzen können, wenn er dies Jahr ein, zwei Wochen für Gotteslohn arbeitete.

"Fein, fein, mein lieber Albrecht", lächelte der Schreiber. "Du bist ein kluger Kopf, nicht alle Deiner stinkenden Standesgenossen hier draußen wissen solche Dinge zu schätzen. Gut…“ Er schrieb etwas auf seine Pergamentrolle, dann sagte er ohne aufzusehen: “Dann ruf jetzt bitte Deine Töchter herbei.”

“Warum? Was wollt ihr von meinen Mädchen?” Albrecht war ein freundlicher und gemütlicher Mann, der mit aller Welt gut auskam, und er hatte früh im Leben gelernt, dass es keinen Sinn hatte, sich mit edlen Herrschaften anzulegen. Aber wenn es um seine Kinder ging, verstand er wenig Spaß.

“Oh, kein Grund zur Sorge, mein guter Albrecht!” lachte der Schreiber. Trotz seiner bewaffneten Eskorte schien ihn der plötzliche Stimmungsumschwung des eben noch so unterwürfigen Müllers ein wenig nervös zu machen. “Wir wollen nur eben sehen, ob Ihnen vielleicht eine noch größere Ehre zuteil werden könnte als Dir. Nämlich hat der Rat auch beschlossen, dass die liebreizendsten Jungfern der Stadt seiner Majestät entgegeneilen und ihn nach Weinbach geleiten sollen. Wir nehmen daher alle jungen Mädchen in der Umgebung in Augenschein, um eine Vorauswahl zu treffen. Ich kann Dir versichern, dass ihnen niemand Leid zufügen wird, im Gegenteil.”

“Nun gut, Herr, ich verstehe”, brummte der Müller. “Anna! Grete! Die Herrschaften wollen euch sehen!”

Grete sprang sofort über den Zaun und rannte so schnell sie konnte über den Mühlengrund. Anna nahm mit Otto an der Hand den Umweg durch das Tor und bemühte sich, gelassen und damenhaft zu erscheinen, obwohl sie mindestens so aufgeregt war wie ihre kleine Schwester. Den Kaiser in die Stadt geleiten! Das war wahrlich eine große Ehre!

“Ah, da hast Du ja zwei feine Mädchen, Müller. Du bist die kleine Grete, nicht wahr?” sagte der Schreiber, packte Annas Schwester grob am Kinn und drehte ihren Kopf hin und her, um ihr Gesicht zu begutachten. “Nun ja, Du wirst sicher in Bälde ein recht hübsches Ding werden, aber Du erscheinst mir doch etwas jung, nicht wahr. Wie alt ist sie, Müller?”

“Zwölf Lenze hat sie gesehen”, sagte Albrecht. Anne betrachtete die beiden Pikeniere. Der eine war etwas jünger als ihr Vater, hatte Narben im Gesicht und starrte unbewegt in die Ferne. Aber der andere war ein junger Mann, kaum älter als sie selbst, blond, groß gewachsen, gut gebaut und mit einem drolligen hellen Flaum auf der Oberlippe, der wohl dereinst ein Schnurrbart werden sollte. Er gab sich redlich Mühe, ähnlich unbeteiligt zu wirken wie sein Kamerad, aber es gelang ihm ganz und gar nicht. Anna senkte den Blick, als er sie ansah. Hatte er sie gerade angelächelt?

“Zwölf… nun, das ist zu jung. Der Rat wünscht Jungfrauen, keine Kinder. Tut mir Leid, meine Kleine, vielleicht ein andermal.” Der Schreiber tätschelte Gretes Wange und wandte sich Anna zu. “Dann musst Du Anna sein. Du bist fünfzehn, nicht wahr?”

“Sechzehn, schon seit Dreikönig”, antwortete Anna. Der Schreiber musterte auch sie eingehend, behandelte sie aber bei weitem nicht so unsanft wie ihre kleine Schwester. Er strich ihr eine Haarlocke aus dem Gesicht und streichelte mit den Fingerrücken über ihr Gesicht bis hinunter zu ihrem Hals. Aus den Augenwinkeln konnte Anna erkennen, dass auch der junge Pikenier sie wieder ansah. Er wirkt gar nicht soldatisch, dachte sie, eher ein bisschen verträumt.

“Ah… Sechzehn. Nun, das ist besser. Viel besser. Hat Dein Vater denn schon einen Gemahl für Dich ausersehen?”

“Nein”, antwortete ihr Vater an ihrer Statt. “Sie kann so bald nicht heiraten. Nicht, solange Otto noch so klein ist. Ihre Mutter ist…” Der Satz blieb ihm im Halse stecken. Vier Jahre waren es nun schon, seit sein gutes Weib, die Mutter seiner Kinder, vom himmlischen Vater abberufen worden war, aber es fiel ihm noch immer schwer, auch nur an sie zu denken.

“Nun, wie dem auch sei, Müller”, sagte der Schreiber. “Es ist gut, dass sie noch nicht gebunden ist, denn ich denke, sie kommt in Frage. Der Rat wird sie jedenfalls begutachten wollen, und sollte sie auserwählt werden, so wird es Dein Schaden nicht sein.” Er machte eine Notiz auf seiner Pergamentrolle und fügte hinzu: “Natürlich muss ich sie, um eine endgültige Empfehlung aussprechen zu können, ohne ihr Gewand sehen.”

Annas Vater schnappte nach Luft. “Ihr müsst was, Herr?”

“Nun, lieber Müller”, sagte der Schreiber, “ihr denkt doch wohl nicht, dass der Rat die Jungfern in Kartoffelsäcken präsentieren will?” Er deutete auf Annas einfachen Kittel aus grober Wolle. “Ich muss mir nun einmal ein genaues Bild machen. Ich kann die Zeit des Rats schließlich nicht mit Mädchen verschwenden, die sich als schmerbäuchig oder in anderer Weise unansehnlich erweisen. Also, bittesehr, zieh Dich schon aus, meine Kleine.”

Anna zögerte. Sie badete nackend im Fluss, seit sie klein war, aber in letzter Zeit ermahnte sie ihr Vater immer wieder, sich wenigstens dann zu bedecken, wenn die Jungen vom Auwiesenhof oder die Söhne des Schmieds herüberkamen. Sie war kein Mädchen mehr, sagte er immer wieder, sondern eine junge Frau, und junge Frauen sollten sich nicht aller Welt zur Schau stellen. Natürlich hielt sie sich nicht immer daran. Schließlich sah sie am Flussufer ja auch nicht alle Welt, sondern nur ihre Freunde aus dem Dorf. Aber sich vor dem glatzköpfigen Schreiber zu entblößen fühlte sich irgendwie falsch an. Und da war ja auch noch der junge Pikenier… Ihr Bauch kribbelte seltsam bei dem Gedanken, nackend vor diesem hübschen Jüngling stehen zu müssen. Sie sah ihren Vater fragend an, und ihr Vater sah abwechselnd sie und den Schreiber an und wirkte etwas ratlos.

“Versteh einer euch Herren”, sagte er. “Der Pfaffe predigt von morgens bis abends von Keuschheit und weiß nichts wichtigeres, als dass die Mädchen immer recht züchtig gekleidet sind, und dann sollen sie für euch grad so aus dem Gewand springen als ob’s nichts wäre.”

Der Schreiber lachte. “Ach Müller, was bist Du doch köstlich! Das eine hat doch mit dem anderen nicht das geringste zu tun! Aber, nun ja, euresgleichen hat natürlich keinen Sinn für moralische Feinheiten.” Er wurde schlagartig wieder ernst - sogar fast ein bisschen bedrohlich, fand Anna. “Deswegen ist es ja auch das stets das Beste, wenn ihr einfach tut, wie euch geheißen ist. Also genug der Disputationen, Du stiehlst uns die Zeit, Müller, wir haben heute noch anderes zu tun.”

Albrecht zuckte resigniert mit den Schultern. “Natürlich, Herr. Es ist gut, Anna. Zeig Dich den Herren.”

Anna schluckte, kicherte aufgeregt und wurde ein bisschen rot, aber sie öffnete folgsam den Knoten in dem Strick, das den Kittel an ihrer Taille zusammenhielt. Sie schlüpfte aus den Ärmeln, faltete das einfache Kleidungsstück zusammen und drückte es ihrer Schwester in die Hände. Darunter trug sie gar nichts - das einzige Unterkleid, das sie besaß, hatte sie von ihrer Mutter geerbt. Sie hielt es in Ehren und trug es fast nur an hohen Feiertagen.

Sie wusste nicht recht wohin mit ihren Händen, als sie da nun so ganz bloß vor ihrem Vater, ihren Geschwistern und den hohen Besuchern stand. Sie verschränkte die Arme vor der Brust, fand aber gleich, dass das irgendwie trotzig wirkte, und das wollte sie nicht. Mit den Armen hinter dem Rücken hatte sie das Gefühl, sich gar zu ungeniert zur Schau zu stellen, also nahm sie nach einigem Herumzappeln die Hände vor dem Körper zusammen, so dass wenigstens ihre Scham ein bisschen bedeckt war. Aber der Schreiber fasste sie sogleich an den Unterarmen und zog ihre Hände wieder beiseite.

“Nein, Kind, Du musst Dich doch nicht schämen. Sieh doch, wie hübsch Du bist!” Er strich mit dem Finger an ihrer Körperseite entlang, von den Hüften aufwärts bis unter den Busen. Es kitzelte ein bisschen, und Anna zuckte unwillkürlich zurück. Der Schreiber sah auf und lächelte sie an. Dann legte er seine raue, faltige Hand auf ihre linke Brust, knetete und wog sie und streichelte mit dem Daumen sanft über die Brustwarze. Es fühlte sich beinahe sachlich und prüfend an, aber nicht zur Gänze. Sowas auch, dachte Anna. Wenn die Nachbarsjungen das versuchen, jagt Vater sie immer stracks vom Hof…

Sie blickte zu den beiden Pikenieren. Der Alte starrte noch immer soldatisch streng ins Leere, aber der jüngere ließ seine Augen ausgiebig über Annas nackten Körper schweifen. Als er bemerkte, dass sie ihn ansah, blickte er sogleich verschreckt zu Boden. Anna fand das irgendwie süß.

“Ah, welch gefällige Form, sehr schön. Und auch die Größe ist sehr ansprechend”, sagte der Schreiber. Er ließ von Annas Brüsten ab, fasste sie an den Hüften und gab ihr damit zu verstehen, dass sie sich umdrehen sollte. Dann ging er in die Knie und wandte sich ihrem Hinterteil zu. Wieder massierte er beide Backen forschend durch, gab ihnen jeweils einen kleinen Klaps - wohl um die Festigkeit zu prüfen - und zog sie schließlich etwas auseinander. Anna kicherte. Sie hatte keine Ahnung, wozu das gut sein sollte.

Der Schreiber befahl ihr erneut, sich umzudrehen. “Und stell die Beine etwas auseinander, mein Kind”, sagte er. Anna gehorchte. Wieder ertappte sie den jungen Soldaten, wie er sie anstarrte. Diesmal lächelte er schüchtern, bevor er den Blick abwandte.

Das Gesicht des Glatzkopfs befand sich nun nicht einmal eine Elle entfernt von Annas dicht behaarter Scham, und sie musste sich sehr beherrschen, sich nicht wieder mit den Händen zu bedecken. Er streichelte mit den Fingen durch das Haarbüschel, murmelte leise, dass man da wohl etwas stutzen müsste, und ließ seine Hand noch ein Stück tiefer gleiten.

Anna zuckte zusammen, als er mit zwei Fingern an ihrer Spalte entlangstrich. An dieser Stelle berührte sie sich kaum je selbst, geschweige denn, dass schon irgendwann ein Mann Hand angelegt hätte. Und besonders peinlich war ihr, dass sie merkte, wie feucht und glitschig sie zwischen den Beinen geworden war. Der Schreiber ließ seine Finger jetzt über eine bestimmte Stelle kreisen. Anna stöhnte unwillkürlich auf. Was macht er denn da? Das fühlte sich seltsam… gut an, und dass der hübsche Pikenier nun wie gebannt zwischen ihre Beine starrte, verstärkte die Empfindung noch…  Als sie fühlte, wie der Schreiber nun auch noch mit einem Finger in sie eindrang - ohne mit dem Daumen von der empfindlichen Stelle abzulassen - entfuhr ihr ein leiser Seufzer.

“Jetzt ist aber gut, mein Herr”, rief ihr Vater plötzlich. “Ich sehe wirklich nicht, wozu das alles nötig sein soll!” Seine Stimme klang ungewöhnlich aufbrausend, und Anna hatte schon Angst, der Schreiber würde jetzt eine Bestrafung anordnen. denn schließlich wusste jeder, dass man zu den hohen Herren nicht so sprechen durfte. Aber der Glatzkopf lachte nur, streichelte ein letztes mal sanft über Annas Geschlecht und erhob sich. Der junge Soldat reichte ihm dienstfertig ein Tuch, mit er sich die Hand abwischte, bevor er noch einige Notizen auf sein Pergament kritzelte.

“Natürlich wisst ihr das nicht, Müller”, sagte er, lächelnd und ohne aufzusehen. “Aber ich bin nun mal vom Rat angewiesen, sehr gründlich vorzugehen. Wie ich schon erwähnte, wird es sicherlich von Vorteil für Dich sein, wenn Deine Tochter vom Rat ausgewählt wird, und ihre Chancen sind wirklich sehr gut…” Er leckte sich die Lippen und betrachtete noch einmal ausgiebig Annas nackten Körper. “Es sei denn natürlich”, fuhr er fort, “ich müsste vermerken, dass Du den Anordnungen des Rates Widerstand leistest…”

“Nein, Herr”, antwortete Albrecht. “Natürlich ist es mir und Anna eine Ehre, dem Rat dienen zu dürfen.”

“Das will ich wohl meinen”, sagte der Schreiber. Er wandte sich wieder Anna zu. “Ich darf Dich beglückwünschen, Mädchen. Wir werden Dich als hervorragende Kandidatin empfehlen. Du wirst sicherlich von uns hören. Natürlich wird sich der Rat mit eigenen Augen überzeugen wollen.” Anna konnte sich gut vorstellen, was das bedeutete. Es war wohl nicht das letzte Mal gewesen, dass sie sich vor Vertretern der Obrigkeit zur Schau stellen musste. Die Ratsherren würden sich sicherlich nicht mit einer weniger genauen Untersuchung als ihr Büttel zufriedengeben.

“Und Dir, lieber Albrecht, muss ich den Rat geben, Dich zusammenzunehmen. Deine Tochter kann sich als großer Glücksfall für Deine Familie erweisen, aber natürlich nur wenn Du Deine rebellische Natur zügeln kannst.” Albrecht brummelte etwas in seinen Bart, nickte aber unterwürfig. Der Schreiber lächelte. “Fein, dann wünsche ich Dir einen gesegneten Tag. Und Dir ebenso, meine Schöne.” Er deutete gegenüber der immer noch gänzlich entblößten Anna eine leichte Verbeugung an und schritt von dannen. Die Soldaten machten zackig kehrt und folgten ihm. Als sie den Mühlengrund schon fast verlassen hatten, blickte der jüngere noch einmal scheu zurück, und als er sah, dass Anna ihn anlächelte, lächelte er zurück. Annas Bauch hörte gar nicht mehr auf zu kribbeln.

“Du kannst Dich wieder anziehen, Anna”, grummelte ihr Vater. “Ich frage mich nur, was die hohen Herrschaften mit Dir im Sinn haben. Es sieht nach nichts Gutem aus…”

Aber Anna lachte nur, als Sie ihr Gewand wieder überzog. “So schlimm wird es schon nicht sein, Vater”, erwiderte sie gelassen und fröhlich. Der Schreiber mochte ein seltsames altes Männchen gewesen sein, und sie musste sich auch nicht alle Tage von fremden Männern nackend begutachten lassen, aber sie hatte nun auch nicht viel Schlimmes daran finden können. Im Gegenteil... Sie fragte sich, ob es wohl sündhaft wäre, diese Stelle, die der Schreiber da untersucht hatte, auch selbst zu berühren…

“Nun ja”, lachte nun auch ihr Vater. “Du hast recht, es wird schon alles gut werden, mit Gottes Hilfe… Und hast Du gesehen, wie dieser Soldat Dir schöne Augen gemacht hat? So einer wäre doch eine gute Partie für Dich, eines Tages…”

Anna fühlte sich ein bisschen ertappt. “Ich weiß nicht… Wenn Du meinst, Vater…”, sagte sie und errötete leicht.


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