Der Spaziergang


joda36

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21.12.2009
CMNF

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Der Spaziergang
Es ist mal wieder spät geworden. Die Kollegen sind schon seit Stunden zu Hause. Nur ich bin noch übrig geblieben. Ich beschließe den Heimweg anzutreten. Es ist ein ziemlich kalter Dezemberabend kurz vor Weihnachten. Als ich aus dem Bürogebäude heraustrat merkte ich, wie kalt es wirklich ist. Ein eisiger Wind bläst mir ins Gesicht. Ich ziehe den Kragen ein Stück höher und gehe auf dem direkten Weg und zügigen Schrittes zur U-Bahnstation.
Am U-Bahnsteig angekommen schaue ich auf die Uhr. Na gut, wieder die falsche Zeit. Wenn ich am Bahnhof Friedrichstraße ankomme, sind es noch geschlagene zehn Minuten bis zu meiner Anschluss-S-Bahn. Trotz der Eiseskälte beschließe ich, mit der U-Bahn eine Station bis zum Oranienburger Tor weiterzufahren und zu Fuß zum S-Bahnhof Oranienburger Straße zu laufen. Nach einem 12-Stunden-Tag genieße ich die kurze Abwechslung eines Spaziergangs. Einmal tief Luft holen und durch die Fenster der zahlreichen Restaurants und Kneipen schauen.
Am U-Bahnhof Oranienburger Tor angekommen überlege ich kurz, auf welcher Straßenseite ich laufen werde. Eigentlich laufe ich immer auf der Seite mit der Apotheke, den alternativen Künstlern und dem Parkplatz. Aber als ich letzte Woche dort entlang gelaufen war und mal wieder kurz mit Josie ins Gespräch gekommen war, fragte sie mich, warum ich immer auf ihrer Seite laufe und doch nie mitkomme. Josie ist eine der Frauen, die dort an der Straße stehen um einsamen Männerherzen eine schöne Zeit zu Zweit anbieten.
Aber sie ist nicht so wie die anderen Frauen dort. Nein, sie ist etwas Besonderes. Allein ihre Kleidung unterscheidet sie schon wesentlich von den anderen Mädchen dort. Sie trägt nicht diese eng geschnürten Korsagen, bei denen die Oberweite herausquillt und herauszubrechend droht. Josie hat das gewisse Etwas. Die natürliche Schönheit, ein bezauberndes Lächeln und Augen zum Verlieben. Ach wie gerne würde ich viel Zeit mit ihr verbringen. Aber nicht als bezahlte Freundin auf Zeit, sondern als private Freundin, als Liebhaberin oder sogar besser noch als Frau fürs Leben. Doch ich weiß, dass sich dieser Traum wohl nicht erfüllen lässt. In Gedanken steht er jedoch ganz oben auf meiner Wunschliste für den Weihnachtsmann.
Ich beschließe, erneut auf dieser Seite zu laufen und hoffe, dass auch heute Abend Josie dort steht. Auf Höhe der kleinen Künstlerläden erkenne ich, dass ich Josie tatsächlich treffen werde. Dort steht sie in der Hoffnung, dass jemand sie aus dieser Eiseskälte befreit. Vor mir laufen nur Pärchen und kleinere Grüppchen, bei denen auch Frauen mitlaufen. Also keine Gefahr, dass Josie auf einmal mit einem anderen Mann ins Gespräch kommt. Ich merke, wie in mir die Sonne aufgeht. Die Mundwinkel recken sich freudig nach oben und etwas Nervosität macht sich breit.
Josie entdeckt mich erst, als ich nur noch wenige Meter entfernt bin. Sie schaut mich an. Ihre Begrüßung für mich ist „Hallo Spaßbremse“. Einen etwas zweifelhaften Kosenamen hat sie mir da gegeben. Aber seit ich sie im Sommer kennengelernt habe, habe ich halt immer irgendwelche Ausreden erfunden, warum ich nicht mit ihr aufs Zimmer gehen kann. „Hallo Josie“ erwidere ich „Wie geht es Dir? Ist das nicht eine lausige Kälte heute?“ Wir kommen ins Gespräch und sie konfrontiert mich mit der Tatsache, dass ich heute das letzte Mal die Chance habe, mit ihr mitzukommen. Morgen wird sie in den Weihnachtsurlaub gehen und danach wird sie nicht mehr an die Oranienburger Straße zurückkehren. „Also jetzt entscheide dich! Jetzt oder nie!“ Der Ton ist ganz ernst und ich habe nicht den Eindruck, dass sie mich nur überreden will mitzukommen und morgen wieder hier steht.
Eine Entscheidung ist zu treffen. Soll ich tatsächlich mit ihr mitgehen? Soll ich die Zeit mit ihr erkaufen und schauen, was sich eventuell daraus entwickeln kann? Lange hier draußen in der Kälte mit ihr reden kann ich nicht. Recht bald wird sie das Gespräch beenden und den nächsten einzelnen Herren ansprechen. Dann werde ich sie nie wieder sehen und ich muss mir das ganze Leben lang vorwerfen, dass ich vielleicht die Chance meines Lebens habe einfach so vorüberziehen lassen. Wir können ja die dreiviertel Stunde auch einfach nur reden. Was ist denn schon dabei? Schließlich sind wir beide doch erwachsene Menschen. „Na dann will ich heute mal ausnahmsweise für Dich die Spaßbremse lösen“ versuche ich die Situation aufzulockern. Über den Preis müssen wir nicht reden, denn den hatte sie ja die Male davor schon öfter genannt als ich mich immer herausgewunden habe. Josie hakt sich bei mir ein und fordert mich auf mitzukommen.
Ich bin meiner Traumfrau jetzt ganz nah. Nur die Tatsache, dass ich für ihre Nähe zahle, nagt an mir. Würde sie jemals in Erwägung ziehen, sich bei mir einzuhaken, wenn ich nicht dafür zahle? Ich bin schon ganz aufgeregt. Werden wir uns gut verstehen? Finde ich die richtigen Worte um das Gespräch am Leben zu halten? Im Smalltalk bin ich nicht so wirklich gut. Wenn ich ehrlich bin, muss ich sogar zugeben, dass ich in Gegenwart von schönen Frauen kaum ein gescheites Wort herausbringe. Langsam kommen Zweifel in mir auf, ob das wirklich eine so gute Idee war. Nach wenigen Schritten kommen wir in der Wohnung an, in der sie und ihre Kolleginnen ihre Zimmer haben.
Wir ziehen uns die Jacken und Schuhe aus und ich setze mich auf das große geräumige Bett. Sie steht noch vor mir in ihrer knackigen Jeans und dem figurbetonten Top. „Was willst Du trinken? Wasser, Cola, Sekt oder zum aufwärmen eine heiße Zitrone?“ Die heiße Zitrone hört sich prima an. Der Sekt würde mich sicherlich auch wärmen aber ich will ja einen kühlen Kopf bewahren. Sie verschwindet kurz und kommt nach kürzester Zeit mit zwei Tassen heißer Zitrone zurück. Josie stellt ihre Tasse ab. Sie beginnt ihre Jeans auszuziehen. Eilig versuche ich sie mit den Worten „Ich will eigentlich nur mit dir reden…“ zu bremsen. Mit den Worten „Ist ja in Ordnung. Aber hier drin ist es so warm und wenn ich die warmen Sachen anbehalte, werde ich nachdem draußen schnell wieder frieren.“ fällt sie mir ins Wort und zieht weiter ihre Jeans aus. Darunter verbirgt sich ein feuerroter Slip mit Spitzenbesatz. Sie legt die Jeans auf einen Stuhl, der an der Wand steht. Dazu dreht sie sich kurz um und ich kann ihren runden Apfelpo sehen. Die perfekte Form und Größe; nicht zu groß, nicht zu klein und so knackig, dass man direkt reinbeißen möchte. Geschwind folgt das Top unter dem sich ein passender ebenfalls feuerroter BH mit Spitze verbirgt. Sie sieht besser aus, als ich es mir je erträumt hätte. Ach was würde ich dafür geben, wenn sie wirklich meine Freundin werden würde. Ich wäre der glücklichste Mann auf der Welt und alle anderen Männer würden mich um eine so wunderschöne Freu beneiden.
Sie legt sich auf das Bett. „So, jetzt bist du dran. Sonst frierst du nachdem auch und holst dir womöglich noch eine Erkältung“. Da hat sie nicht ganz unrecht. Plötzlich durchfährt ein Schreck meinen Geist. Was habe ich heute eigentlich drunter? Nach kurzem Überlegen fällt mir ein, dass ich mir heute Morgen die schwarze Retroshort von Bruno Banani und ein einfaches weißes T-Shirt angezogen habe. Also durchaus passabel. Mit einem doch etwas mulmigen Gefühl entledige ich mich meiner Hose, dem Hemd und zu guter Letzt auch der Socken. Na das wär’s jetzt gewesen, die schwarzen Socken anzulassen. Peinlicher hätte es nicht kommen können. Doch ich habe ja aufgepasst. Es ist schon irgendwie seltsam, mit Josie in Unterwäsche auf einem Bett zu liegen. Hatten wir doch bislang nur ab und an einige kurze Worte gewechselt.
Ich versuche mehr von Josie zu erfahren. Wohin ihr Weihnachtsurlaub geht, welche Hobbies sie hat, was für Musik sie hört, welche Träume sie hat. Meinen Blick versuche ich dabei immer auf ihre Augen zu richten, doch ab und an schaue ich dann doch auf den wunderschönen Busen. Insbesondere wenn sie mit ihrer Hand über ihre Haut streicht, kann ich einfach nicht anders. Völlig unschuldig streichelt sie über ihre Brüste, korrigiert dann und wann die Position ihres BHs. Nur knapp bedecken die Körbchen diese wunderbaren Hügel. Zeitweise habe ich das Gefühl, als würde der Warzenvorhof bereits leicht zu sehen sein. Doch das kann auch nur Wunschdenken sein. Vielleicht ja auch nur ein Schatten, der sich dort gerade bildet. Oder halt doch die Vorboten dieser kleinen Türme.
Bereitwillig antwortet sie auf alle meine Fragen. In einer Sprachpause legt sie ihren Arm auf meinen Arm, mit dem ich meinen Kopf abstütze und fragt „Jetzt bin ich aber mal mit Fragen dran. Warum bist du vorher eigentlich nie mitgekommen?“. Allein die Berührung hat bereits einen wohligen Schauer durch meinen Körper geschickt und dann noch diese Frage dazu.
Jetzt muss ich mit der Wahrheit rausrücken und offenbahren, wie ich zu ihr stehe. Anlügen oder herauswinden kommt nicht in Frage. Sie hat mir schließlich bereitwillig all meine Fragen beantwortet. Ich druckse noch ein wenig herum, bis ich mit der Sprache herauskomme, dass sie für mich einer der tollsten und attraktivsten Menschen ist, die ich kennengelernt habe und dass ich mir vorstelle, dass dort von meiner Seite durchaus mehr sein könnte und Angst davor habe, einen Schritt weiter zu gehen und gerade einen Narren aus mir mache. Sie schluckt, schaut mich überrascht an. „Oh! Aber du kennst mich doch kaum und ich kenn dich noch viel weniger. Das erklärt jetzt natürlich einiges.“ Vor Aufregung fange ich an zu zittern. Mein Herz rast und jede Sekunde scheint eine Ewigkeit zu sein. Gleich wird sie mich ultimativ zurückweisen. Der Traum wird zerplatzen wie eine Seifenblase. „He, du zitterst ja wie Espenlaub! Beruhige Dich doch, es ist doch alles okay. Ich werde dich nicht gleich auffressen.“ Josie rückt näher an mich heran. Ihr Bein liegt jetzt auf meinem Bein. Ihre Arme umschlingen mich und streicheln meinen Rücken. Ihre Brüste drücken gegen meinen Oberkörper. Unsere Wangen berühren sich. Ich erwidere die Umarmung und drücke sie ganz fest an mich. Ich schließe meine Augen. Dieser Moment darf nie enden.
Mit sanfter, liebevoller Stimme haucht sie „Entspann dich!“. Ich atme tief durch und versuche meinen Körper wieder unter Kontrolle zu kriegen. Auch die Umarmung lockere ich wieder. Josie nutzt die Gelegenheit, zieht ihren Kopf etwas zurück. Ich spüre, wie sich unsere Lippen kurz berühren. Erneut haucht sie mir etwas ins Ohr „So ist’s gut. Entspann dich und genieße“ Sie drückt meine Schulter auf die Matratze. Ich liege jetzt auf dem Rücken. Josie sitzt auf mir. Ihre Hände legt sie auf ihren Rücken, öffnet den BH, legt ihn neben sich auf das Bett. Ihre Brüste sind wunderschön. Die Brustwarzen schauen keck hervor. Die Farbe des Warzenhofs hebt sich schön von der übrigen Hautfarbe ab. Sie ist nicht zu hell und nicht zu dunkel. Josie ist einfach eine Traumfrau. Ihre Hände greifen nach meinen Händen und führen sie zu ihren Brüsten. Ich umfasse ihre Brüste. Die Haut ist wunderbar weich und ihre harten Brustwarzen drücken gegen meine Handinnenfläche. Ein wunderschönes Gefühl diese handvoll großen Brüste mit den Händen umfassen zu dürfen. Meine Hände streichen über ihre Brüste.
Josie schiebt mein T-Shirt nach oben und will es mir ausziehen. Ich lasse es zu, hebe meinen Kopf und strecke die Arme nach oben. Josie beugt sich wieder zu mir. Erneut berühren sich unsere Lippen. Mehrfach küsst sie mich flüchtig direkt auf meinen Mund. Ihre Hände hält sie sanft an meinen Wangen. Ihr Mund wandert weiter herunter über mein Kinn, den Hals über meine Brust den Bauch hinab. Ihre Hände streichen seitlich meinen Körper entlang bis sich Ihre Fingerspitzen in meiner Short verfangen. Sie zieht den Stoff nach unten. Ich hebe mein Becken und lasse sie gewähren. Auch sie streift sich den letzten Stoff vom Körper.
Ihre Hände wandern an der Innenseite meiner Schenkel nach oben. Ein Schauer fährt durch meinen Körper. Je näher ihre Hände der Stelle kommen, an der meine Beine zusammenlaufen, umso aufgewühlter werde ich. Meine Erregung lässt sich kaum noch steigern. Bei der Berührung meines Gemächts ist es so, als würde ein Stromschlag durch meinen Körper gehen.
Für mich unbemerkt hatte sie neben mir bereits ein Kondom zurecht gelegt. Sie öffnet die Verpackung, legt es auf meinen Lustspender und rollt es nur ein wenig ab. Danach fährt sie mit ihrem Mund drüber und rollt es langsam vollständig ab. Meine Lustgöttin treibt mich an den Rand einer gewaltigen Explosion, passt jedoch auf, dass das Feuerwerk nicht zu früh zündet. Sie erhebt sich wieder und ihr Becken wandert nun in die Nähe meines Beckens. Sie setzt sich auf. Meine Hände streicheln ihre Oberschenkel. Wir blicken uns tief in die Augen. Ich habe das Gefühl, als würden wir uns direkt in die Seelen schauen können. Josie hebt ihr Becken ein wenig. Ihre Hand greift nach meinem Schlüssel der Lust und führt in das Tor des Lebens. Mit rhythmischen Bewegungen hebt sie ihr Becken und senkt es wieder. Unsere Blicke sind weiterhin auf die Augen des Anderen fixiert. Ich spüre, wie Josie ebenfalls ihrem Höhepunkt immer näher kommt. Wie schön wäre es, wenn wir gemeinsam kommen würden. Unser beider Atem wird schwerer. Mein Herz schlägt schneller und schneller. Die ganze Welt um uns herum könnte untergehen. In diesem Moment zählen nur wir beide. Josie stöhnt auf. Ich spüre das Zucken in Ihrem Körper. Fast gleichzeitig habe auch ich meinen Höhepunkt erreicht.
Ich öffne meine Augen. Um mich herum ist alles dunkel. Ich liege in einem Bett unter einer Bettdecke. Es ist mein Bett und ich habe nur geträumt. Mit einer Hand schalte ich die Nachttischlampe an. Die andere Hand wandert unter die Bettdecke. Ein feuchter Fleck befindet sich auf meiner Short. Meine armen kleinen Freunde. Sollen sie doch ihrer Bestimmung nach erst nach neuen Monaten durch das Tor des Lebens hervor preschen und das Licht der Welt erblicken.
Aus dem Augenwinkel rinnt eine kleine Träne herab. Ach hätte ich vor zwei Jahren doch die richtige Straßenseite gewählt. Vielleicht hätte Josie mir gesagt, dass sie schon in der Weihnachtswoche nicht mehr da ist. Vielleicht hätten wir wirklich zueinander finden können. So laufe ich immer wieder die Oranienburger Straße entlang. Die Weihnachtskarte von damals stets im Rucksack und voller Hoffnung, dass Josie vielleicht doch wieder dort steht.


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