Stefan


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12.07.2009
Kunst

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Stefan Klein war in unserer Stadt bekannt, wie ein bunter Hund. Er war angeblich als Unternehmer reich geworden, ein echter Selfmademan und seit ein paar Jahren ganz nebenbei noch zu einem der erfolgreichsten Konzertveranstalter der ganzen Region geworden. Auch aus den benachbarten Großstädten kamen die Besucher in Kleins Astoria.
 
Aus der Zeitung kannte ich sein Bild. Das graue Haar sehr kurz geschnitten, ein Dreitagebart und immer ein Lächeln auf den Lippen, das unterstrich, wie sehr er sich gerade wieder über den neuen Coup freute, über den die Zeitung berichtete.
 
Ich hatte ihn nie kennengelernt, er hatte mir aber hin und wieder zugelächelt, wenn ich ein Konzert oder eine Lesung besucht hatte. Doch ich hatte das Gefühl, das tat er mit allen. Er mochte sein Publikum und sie trugen ihn auf den Händen.
 
Für mich war es mit den Veranstaltungen so eine Sache, allein ging ich einfach nicht gerne, so musste ich immer eine meiner Freundinnen für einen Ausflug gewinnen. Elke war 20 Jahre älter als ich, ihr Mann war frühzeitig gestorben und zu diesem Konzert hatte ich sie überreden können.
 
Wir freuten uns auf Laura X, eine große Jazzsängerin und mit ihren bestimmt 50 Jahren immer noch eine attraktive Frau. Wir waren früh da, standen an der Bar und tatsächlich suchte mein Blick nach Stefan Klein. Ich entdeckte ihn, er steuerte direkt auf mich zu. Was wollte er von mir. Doch sein Interesse hatte Elke gegolten, er nahm sie in den Arm und küsste sie auf die Wange. Sein linker Arm blieb locker auf ihrer Schulter, als sie mich vorstellte. „Stefan, das ist Helen.“ Er gab mir die Hand, „Ich bin Stefan.“ War ich jetzt mit einem der einflußreichsten Männer der Stadt per Du.
 
Als er weitergegangen war, um die Ansage zu machen und wir unsere Plätze eingenommen hatten, erzählte Elke kurz: „ Er ist so ein lieber Kerl, wir kennen uns noch aus Osnabrück. Hat mich sehr unterstützt als mein Mann starb. Schade, wir sollten uns öfter sehen.“ Sie bemerkte meinen Augenaufschlag. „Nein, Helen, nicht was Du denkst, da steht der, glaube ich, drüber.“
 
Wir hatten tolle Plätze in der dritten Reihe und Stefan war nach der Ansage zu seinem Stammplatz in der ersten Reihe außen gegangen. Er saß da allein und versank in die Musik. Die Sängerin war ein Traum. Als die Band zu einem Instrumental ansetzte, kam sie plötzlich einfach runter und setzte sich neben Stefan. Legte sie sogar ihren Kopf an seine Schulter? Elke sah meinen neugierigen Blick. „Helen, verrenkt Dir nicht den Hals. Er kennt sie wirklich alle. Aber das hat nichts zu sagen.“
 
Im Astoria gab es auch diese Ü30 Partys. Dieses Mal ging ich allein. Stefan lehnte um 10 schon etwas gelangweilt an einem Pfeiler und beobachtete das Treiben. Ich kannte das: es war voll, alles lief, irgendwann ging er dann und überließ den Rest seiner Crew. Er sollte nicht gehen. Ohne die zwei Gläser Sekt hätte ich mich nie getraut. Ich stellte mich neben ihn. „Ich bin …“ „Helen,“ ergänzte er, „die schöne Freundin von Elke.“ Er hatte mich also nicht vergessen, obwohl doch ständig 100 Leute um ihn rumschwirrten. Es war laut. Ich legte meinen Mund ganz nah an sein Ohr und schrie fast: „Ich wollte nur sagen, wie schön es ist, dass Du alle die tollen Leute in die Stadt holst.“ Und gab ihm einen Kuss auf die Wange. Er lächelte. „Danke, und genau für diese Momente mache ich das.“ Er küsste mich auf die Stirn, streichelte meinen Arm und ging, weil ihm wohl gerade was an der Theke aufgefallen war.
 
Wochen später kam ich in einem Restaurant dazu, wie er mit einer großen Gruppe von Männern laut lachend tafelte. Sie waren bester Laune. Er sah mich und winkte mich zu sich und bot mir an, mich zu setzen. Das ging nicht, Elke kam noch, wir waren im Kino gewesen und wollten jetzt noch einen Happen essen. Da kam sie schon, trat direkt auf uns zu und dachte nicht eine Sekunde daran, Stefan Einladung abzuschlagen. Es war jetzt eng geworden und ich musste mich zu Stefan auf eine Eckbank quetschen. Die Nähe war mir alles andere als unangenehm.
 
Die Männer am Tisch waren die Crew von Konstantin Wecker, der an dem Abend ein Konzert im Astoria gegeben hatte. „Oh Schande, das hatte ich doch sehen wollen!!!“ War meine Reaktion. „Da kommt Konstantin,“ sagte Stefan mit Blick auf die Tür, „Vielleicht singt er Dir nachher noch ein Lied.“ Ich errötete, musste dann tatsächlich noch etwas rücken und saß zwischen Stefan Klein und Konstantin Wecker. Sie redeten wie alte Freunde und nach einiger Zeit sprach Stefan mein verpasstes Konzert an. „Nein, ich singe heut nicht mehr, Dein Publikum ist so toll; aber es laugt einen auch aus. „Aber bring doch Deine Freundin einfach nächsten Monat mit nach Travemünde. Ich spiel doch die Abendgala des Kongresses.“ War die spontane Reaktion Konstantin Weckers.
 
Ich wartete auf Stefans Widerspruch, doch der sagte nur: „Wenn Helen nichts vorhat wäre mir das wirklich ein großes Vergnügen.“ „Geh Helen, kam es von der anderen Seite. Sehen wir uns also im AROSA. Ich bin übrigens der Konstantin.“ Er gab mir die Hand. Der Abend war nett, die Musiker waren nach einem anscheinend wunderbaren Konzert bester Laune und zu meinem Riesenerstaunen sah ich plötzlich wie sich der Arm eines deutlich jüngeren Musikers auf Elkes Schulter schob.
 
Auch Konstantins Bemerkung, „Geh Helen, soll ich Dir noch meine Zimmernummer geben, falls Du noch eben schnell mit Stefan Schluss machen willst,“ bleib von Stefan unkommentiert. Um 2 ging dieser schöne Abend zu Ende. Das würde ich nie vergessen. Ungläubig betrachtete ich immer wieder das Foto von uns dreien, das ein Musiker mit meinem Fotohandy gemacht hatte. Nett, wie die beiden Männer ihre Köpfe an meine Schulter gelegt hatten.
 
Das Treffen war schon lange eine schöne Geschichte aus der Vergangenheit geworden, als sich am Telefon jemand meldete mit „Büro Klein, ich verbinde.“ „Hallo Helen, hier ist Stefan, na, hast Du Samstag Zeit?“ „Wozu,“ war meine erstaunte Antwort. „Na, ich dachte wir fahren nach Travemünde?“
 
Das konnte doch alles nicht sein. Aber warum sollte er mich nicht am Samstag früh abholen? Ein dunkelblauer VW hielt pünktlich um 6 vor der Tür, der Kongress begann um 10 und wir hatten fast 400 km vor uns. Es war ein ungeheuer angenehmes Auto, leise und es flog praktisch über die Straße. „Meine Güte, das hat aber gar nichts mehr mit meinem alten Passat zu tun,“ sagte ich bewundernd. „Ja, sagte er, die Autos werden immer komfortabeler; und wir muten uns immer längere Strecken zu und kommen dann erschöpft an wie früher auch schon.“
 
Als wir um 9 ankamen, fühlte ich mich aber herrlich entspannt. Stefan war ein so unterhaltsamer Mensch. Er erzählte von Büchern und Filmen. Lauschte scheinbar gierig meinen Erzählungen und machte oft Einwürfe, die bei mir einfach die Frage auslösten, um wie viel Ecken denkt der eigentlich?
 
Unser Tag hatte sich dann grundsätzlich unterschieden. Stefan hatte am Kongress teilgenommen, es ging um Kulturmanagement und hatte auch eine anscheinen viel beachtete Rede gehalten und ich hatte die riesige Sauna und Schwimmlandschaft genutzt, einen kleinen Bummel gemacht, ein kleines Schwarzes gefunden, eine Kosmetikerin gesehen und eine wundervolle Massage genossen. Dann hatte ich geschlafen und war erst kurz vor der Gala wieder aufgewacht. Schnell angekleidet und runter zum Buffet. Ich hatte Hunger wie ein Wolf und freute mich auf das Konzert von Konstantin, wie ich ihn seit unseren Treffen für mich nannte.
 
Die Leute wussten offensichtlich zu leben, es gab ein wunderbares Buffet. Ich entdeckte Stefan lange bevor er mich sah. Er kannte auch hier anscheinend jeden. Endlich sah er mich. Er kam auf mich zu, gab mir einen Kuss auf die Wange und hielt mich dann an beiden Schultern, wie um mich genau zu betrachten. Er sah wirklich genau hin. „Helen, großartig. Du bist und bleibst eine Schönheit. Gnädige Frau, würden Sie trotzdem für das kommende Konzert mit mir altem Zausel vorlieb nehmen?“ Ich ging auf sein Spiel ein. „Mit dem allergrößten Vergnügen, ich könnte mir keinen besseren Begleiter vorstellen.“ ‚Das ist sogar wahr’, dachte ich bei mir.
 
Das Konzert war schön und Konstantin musste 4 Zugaben geben, bevor er endlich in sein Zimmer durfte. „Er wird da verschwinden.“ sagte Stefan, „Er mag den Rummel nicht.“ Schade, ich hätte gerne gewusst, ob er sich noch an mich erinnerte.
 
Zwischen Stefan und mir gab es eine ungewohnte Nähe. Oft stand ich bei ihm eingehakt, manchmal legte er eine Hand auf meine Schulter. Wie leicht alles mit ihm war, wie einfach er mich in die Gespräche mit all den Prominenten einbinden konnte. Es war eine Männergesellschaft in der nur wenige Frauen Platz gefunden hatten. Und ganz offensichtlich gefiel ich nicht nur einem. Warum interessierte es eigentlich Klaus Hoffmann, mit dem mich Stefan bekannt gemacht hatte, dass mir seine alten Lieder besser gefielen als seine neuen.
 
„Entschuldige Helen, ich hatte einen harten Tag, ich denke, die anderen Herren werden Dich sehr gerne unterhalten. Darum bin ich so frei und geh jetzt ins Bett.“ Stefan hatte sich noch eine Flasche Wein mitgenommen und war offensichtlich auf dem Weg in sein Zimmer. ‚Schade’, dachte ich; aber ich hab ihn ja morgen noch ein paar Stunden auf der Rückfahrt. Es muss bestimmt eine Viertelstunde später gewesen sein, als ich mir ein Wasser holen wollte. Da sah ich ihn im Gespräch mit einem jungen Mann. Ich wartete, bisd er weiterging, dann schob ich mich vorsichtig von hinten an ihn ran und fragte, „mein Herr, nicht für ungut; aber würde es Ihnen was ausmachen, wenn ich sie noch ein Stück begleitete?“ „Es ist mir eine Ehre,“ sagte er, dann machten wir uns auf den Weg in sein Zimmer.
 
Der Wein war schwer und gut. Er hatte sich auf ein Sofa gesetzt und ich saß im Sessel. Ich begann von meinem Tag zu erzählen. Plötzlich unterbrach er mich: „Helen, es ist Nacht, das ist die Zeit für die Liebe, nicht die für Gespräche.“ Er steckte seine Hand aus und sagte: „Komm!“ Perplex stand ich auf und näherte mich ihm. Er erhob sich und kam auch auf mich zu. Mit beiden Händen nahm er meinen Kopf und küsste mich. Nicht gierig oder fordernd, einfach nur unendlich zärtlich und leidenschaftlich. Mein Kleid leistete ihm nur eine Sekunde Widerstand und seine Hände schmolzen praktisch meinen Körper. „Lass mich erst duschen,“ sagte er, „ich habe heute geschwitzt.“
 
Ich erwartete ihn in seinem Bett. Er hatte zwei Bademäntel mitgebracht, hob die Bettdecke, kniete sich vor mich aufs Bett, auch ich kniete mich hin. Er legte mir einen Badmantel um die Schulte und schlang sich auch einen um. Da knieten wir, eine halbe Armlänge voreinander entfernt, seine Hände streichelten meinen Kopf und mein Haar, ich streichelte seine Körper. Ja, er war deutlich älter als ich und so konnte er sein Übergewicht auch kaum verbergen.
 
Meine Brustwarzen richteten sich sofort auf, als er sie berührte und als er endlich, endlich zwei Finger mit traumwandlerischer Sicherheit auf genau die Stelle in meiner Scheide legte, die praktisch nach ihm geschrien hatte, konnte ihm meine Nässe ganz sicher nicht mehr verborgen bleiben.
 
„Ich glaube, ich habe jetzt lange genug diese Maske eines alten Mannes für Dich getragen,“ sagte er plötzlich. Was sollte das bedeuten? Im selben Moment zog er einen schwarzen Seidenschal aus der Bademanteltasche und verband mir die Augen. Ich rührte mich nicht. Er legte meine Hände auf meine Brüste und führte mit meinen Fingern streichelnde Bewegungen aus. Ich verstand und streichelte weiter. War das seine Zunge, die da in meine Scheide glitt? Oh, seine Zunge, seine Lippen, seine Zähne, alle waren anscheinend Experten für die weibliche Anatomie. Es würde nicht mehr lange dauern, bis ich kam. Ich streichelte heftiger.
Sein Mund verschwand von meiner Scheide. Oh bitte, bitte lass jetzt nicht nach, ich platze vor Lust!!!! Doch da griff er meine Hüften, er hatte sich auf den Rücken gelegt und zog mich jetzt sanft auf seine Mitte.
 
Ich senkte meinen Körper und sein Penis fuhr tief in meine Scheide. Seine Hände waren noch an meinen Hüften und bewegten mich vor und zurück, hoch und runter. Meine Hände hatten wieder meine Brüste gefunden und streichelten schnell und zielstrebig. Ich hörte ihn schwer unter mir atmen, nein, er war noch nicht soweit, da strichen sein Hände an meiner Seite hoch und ich kam. Immer und immer wieder nahm ich seinen Penis tief in mir auf. Ich war ausgebrannt, doch was war das? Er bewegte sich immer weiter in mir. Ich konnte es kaum ertragen. Meine Scheide war mit dem Orgasmus so empfindlich geworden. Ich stöhnte, war das Lust, war das Schmerz? Noch immer bewegte er sich in mir, jetzt stöhnte er auch in tiefer Lust. Hätte er mich nicht an der Hüfte gehalten, ich wäre von ihm abgestiegen, doch so war ich ihm ausgeliefert, obwohl ich ja auf ihm saß.
 
Ich stöhnte auf, ja, auch mich hatte die Lust gepackt, heftiger als je. Ich kniff in meine Brustwarzen und beugte mich runter und biss in seine. Dann kamen wir. Wenn das vorhin eine Flut war, dann war das jetzt wenigstens eine Sturmflut.
 
Er nahm mir die Binde ab und blieb rücklings auf dem Bett liegen. Ich kuschelte mich an ihn. Ein Arm lag unter mir, der andere fuhr zu meiner Scheide und schon lag ein Finger auf meiner Klitoris. „Oh bitte, Stefan. Ich habe das Gefühl, mein Hirn setzt aus, wenn die nächste Welle noch höher wird.“ „Keine Angst Helen, es würde nicht aussetzen. Aber meine Hand liegt gar nicht deshalb dort. Sie will Dich einfach nur die ganze Nacht an diese Explosion erinnern.“ Ich nahm seinen Penis in die Hand, er sagte: „Schön.“ Dann schliefen wir ein.
 
Ich wachte vor ihm auf und küsste ihn. Auch er erwachte. Wir machten uns fertig für das Frühstück. Stefan war bester Laune, er scherzte, wir tauschten kleine Zärtlichkeiten aus. Ich freute mich schon auf die Rückfahrt in diesem schönen Auto, mit diesem interessanten Mann. Beim Frühstück trafen wir Konstantin und setzten uns an seinen Tisch. Er war schon angefangen und wir holten uns schnell etwas vom Buffet.
 
Als wir wiederkamen lag Konstantins Schlüssel direkt neben Stefans, den wir auf dem Tisch liegenlassen hatten. 432, 433 las ich. Konstantin guckte auf die Schlüssel und lächelte dann. „Woasts was ihr beiden, das Frühstück habt ihr Euch aber wirklich verdient. Ihr habt ja das reinste Schicksalsduett gesungen.“ „Haben wir Dich geweckt?“ fragte Stefan bloß. „Schon,“ sagte Konstantin; aber das war’s ja auch wert.“ Ich musste rot wie eine Tomate geworden sein. Er sah mich an und lachte. „Helen, Du musst nicht rot werden. Ich gönn Euch das so sehr. Obwohl mein letztes Angebot durchaus ernst gemeint war. Du bist einfach so eine Schönheit.“
 
Dann hieß es aber Packen. „Können Sie bitte meinen Wagen holen,“ bat Stefan den Portier und gab ihm den Schlüssel. „Das war der dunkelblaue Phaeton, nicht wahr.“ Stefan nickte nur. ‚Doch kein Passat,’ dachte ich. Es war eine sehr schöne Rückfahrt. Wir plauderten. Ja, Zeit für Gespräche und nicht für Liebe. „Danke Helen, Du bist wunderbar.“ Mit diesen Worten verabschiedete er sich von mir.
 
Ansonsten hat sich wenig geändert. Wenn wir uns jetzt treffen, nehmen wir uns in den Arm. Er sieht mich dann immer etwas länger an, als es eigentlich üblich ist; dann bohren sich seine schönen Augen immer direkt in mein Fleisch. 2 Mal hab ich ihn angerufen. Es waren immer ganz kurze Gespräche: „Hallo Stefan, hier ist Helen.“ „Hallo Helen, hier ist gerade Nacht, Zeit für die Liebe nicht für Gespräche. Komm doch vorbei.“ Manchmal warte ich so sehr darauf, dass er anruft. Doch das ist noch nie passiert. Wer wohl zu ihm sagt „Zeit für die Liebe, nicht für Gespräche.“


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