Das Fest - Teil 4: Elfentanz


NicoS

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12.03.2009
Insel der Scham

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Von all meinen Erlebnissen auf Shame Island war die Begegnung mit den "Nachtgängern" gewiss das fantastischste. Es begann eines abends am Ende unserer ersten Woche ...

* * *


"Wer war eigentlich die junge Frau mit der Glatze?" fragte ich Candy, die wir als Dank für ihre vielfältige Unterstützung und die fürstliche Unterkunft zum Abendessen eingeladen und bekocht hatten. Candy tat zuerst so, als wisse sie nicht, von wem ich sprach. Fast hatte ich diese Reaktion erwartet. Es war definitiv etwas Geheimnisvolles um die Elfe ... beginnend mit der Frage, wie jemand in diesen Breiten mit Glatze und so blasser Haut herumlaufen konnte. Ich hatte mich in den vergangenen Tagen bereits ein paar Mal beiläufig nach der Elfe erkundigt, aber nie mehr als ein Schulterzucken geerntet. Doch heute ließ ich mich nicht abweisen und hakte nach.
"Ok ..., " antwortete Candy mir schließlich gedehnt, sichtlich bemüht, eine vertretbare Antwort zu formulieren. "Das ist ... schwierig für mich. Wir hätten es dir gleich sagen sollen, schon da Cindy neulich abends am Strand mit dabei war ..."
"Cindy ist ihr Name?"
"Ja. Dark Cinderella. Sie ... sie lebt nicht hier im Ort. Sie lebt im Süden. Dort ist ein altes Hotel, das einzige größere Hotel, das je auf der Insel gebaut wurde, in den 1930er Jahren. Dort lebt sie mit etwa zwanzig weiteren Frauen. Sie haben nicht viel mit uns zu tun, und das Fest ist ihnen egal. Cindy war nur da, weil eine gute Freundin gleichzeitig ihren Geburtstag gefeiert hat. Die Frauen dort in dem Hotel ... leben in ihrer eigenen Welt, und das meistens nur bei Nacht. Deshalb nennen wir sie 'Nachtgänger'."

Die Nachtgänger lebten, wie wir erfuhren, vor allem vom Tauschhandel. Sie tauschten Nahrung gegen Schmuck und Kunsthandwerk ... die Festketten und viele der erfolgreichen Exportartikel der Insel stammten aus ihrer Werkstatt. Tagsüber verkrochen sie sich in dem Hotel, und wenn sie nicht arbeiteten, verbrachten sie die Nächte mit orgiastischen Feiern, bei denen - wie Candy es ohne Abscheu, aber distanziert beschrieb - "sich alle über alle hermachten und es oft sehr extrem" zuging.

"Das ist nicht dein Ernst!" fuhr Candy auf, als ich schließlich den Wunsch äußerte, diese Nachtgänger einmal zu besuchen.
"Weshalb nicht? Ich finde das sehr reizvoll, was du mir da erzählst."
"Diese Frauen sind wirklich ... eigenartig. Und sie sind nicht unbedingt an Männern interessiert, jedenfalls nicht wie wir an dir. Vergiss nicht - dort gibt es kein 'Fest'! Hier hast du alles, was du dir nur wünschen kannst ... fast jede Frau, jederzeit. Dort wäre ich nicht mal sicher, was sie mit dir anstellen ..."
"Gar nichts. Ich komme ganz höflich als Besucher, spendiere eine Flasche Rum hier aus dem Keller, lasse meinen Sarong zu, und verschwinde nach ein paar Stunden wieder. Kannst du mir den Jeep leihen?"
Der alte Jeep hinter ihrem Haus war das modernste Fahrzeug der Insel und das einzige, das ausschließlich dem Personentransport diente. 
"Und du meinst, du kannst dort einfach hinfahren? Alex, bitte, überleg dir das nochmal! Ich habe wirklich Sorge, dass das keine gute Idee ist!"
"Nun sei mal nicht so ängstlich. Du kannst ja mitkommen."
"Nein, danke! Sie mögen mich nicht sehr dort, weißt du. Ich bin zwar die Sprecherin für ganz Shame Island, aber sie haben mich nicht gewählt. Sie haben nur einfach nicht widersprochen ... weil es ihnen sowieso egal ist. Aber wenn du unbedingt ... ich wüsste, wen du fragen kannst. Sprich mit Tim."
Dabei grinste sie mich breit an. Tims "Fehltritt" mit mir hatte sich also herumgesprochen. Nun, es gab gewiss schlechtere Reisebegleiter bei einem Besuch bei solch dämonischen Nachtwesen als einen leibhaftigen Engel.

Es stellte sich heraus, dass es eine Telefonverbindung zwischen Puerto Pudora und dem Hotel gab. Einige Male wurde hin und her telefoniert, und schließlich stand ein Abend fest, an dem ich die Nachtgänger besuchen konnte. Tim würde mich begleiten und für mein Wohlverhalten bürgen. Erstaunt erfuhr ich, welchem Umstand ich letztlich die Erlaubnis zu dem Besuch verdankte. Ich hatte bei "Dark Cinderella" einen bleibend positiven Eindruck hinterlassen, einfach indem ich an jenem ersten Abend nicht wild grunzend und wahllos über alle möglichen erreichbaren Frauen hergefallen war. Daher hatte sie ein gutes Wort für mich eingelegt, und das gab offenbar den Ausschlag.

* * *


Es dämmerte bereits, als wir uns bei Candy trafen. Tim hatte dem Plan ohne Zögern zugestimmt und verhielt sich mir gegenüber auch jetzt freundlich, wenngleich etwas zurückhaltend, fast unsicher. In dem engen Jeep rückte sie ein kleines Stück von mir ab, als wolle sie uns beide vor einer Dummheit bewahren. Gewiss, die Aussicht auf eine romantische Fahrt durch den Tropenwald an der Seite eines splitternackten Engels ließ meine Erregung schon ein wenig ansteigen. Ich war jedoch fest entschlossen, an diesem Abend ganz Gentleman zu bleiben ... was mir umso leichter fiel, als ich tagsüber bereits zwei Mal meine Pflichten als Ehrengast erfüllt hatte.

"Kennst du die Nachtgänger schon lange?" fragte ich sie, als wir unterwegs waren. Ein paar zusätzliche Informationen würden nützlich sein, denn Candys Auskünfte waren recht knapp und einseitig gewesen.
"Einige Jahre," antwortete Tim ruhig. "Ich habe dort eine Weile gelebt."
"Wow! Hat es dir gefallen?"
"Ich denke schon. Ich bin auch jetzt noch ab und zu dort. Nur Faye mag es nicht. Obwohl sie sich als Nachtgängerin sehr gut machen würde, so blass wie sie ist ..."
"Worauf muss ich dort achten? Candy hat mir zwar schon ein paar Tipps gegeben, aber du kennst dich sicher besser aus."
"Nun, du kennst ja das Programm. Zuerst zeigen sie dir das Hotel und die Werkstatt. Auf die sind sie auch mächtig stolz. Stell nur einfach immer mal wieder eine Frage. Das macht einen guten Eindruck, und du lernst gleich einige von ihnen besser kennen. Später beim Essen werden wir vermutlich Astarte treffen. Sie ist die dunkle Candy, der Boss der Nachtgänger. Bei ihr musst du dich ein wenig in Acht nehmen. Sie ist sehr intelligent, und sie verachtet Männer im allgemeinen. Auf dich ist sie scheinbar neugierig, aber das kann schnell ins Gegenteil umschlagen. Versuch einfach, ganz normal nett zu sein, ohne es zu übertreiben. Auf keinen Fall solltest du sie - oder auch eine der anderen Frauen dort - in irgendeiner Form versuchen anzumachen. Darin sind sie sehr empfindlich. Erwarte heute abend kein sexuelles Abenteuer! Wenn es dich gar zu sehr drückt, hat Faye angeboten, dass ich dich anschließend mit zu uns bringen soll ..."
Ich lachte auf. "Danke, das ist lieb! Aber ich denke, ich werde mich für einen Abend zusammenreißen können ..."

... doch das war leichter gesagt als getan. Die Nachtgängerinnen waren auf eine Weise reizvoll und faszinierend, die den eher am natürlichen Leben orientierten Frauen in Puerto Pudora mehrheitlich abging. Schönheiten im klassischen Sinn waren nur wenige, oder ihre schrillen Aufmachungen verbargen dies eher, als es zu betonen. Es war vor allem ihre Ausstrahlung, die mich in ihren Bann zog ... faszinierende Persönlichkeiten, die ihre nackten Körper voller Selbstbewusstsein, ja fast aggressiv zur Schau stellten.
"Du bist also dieser Mann," hatte mich die Leiterin der Edelstein-Werkstatt begrüßt - mit einem Blick, mit dem sie vermutlich sonst Steine von geringem Wert musterte. Natürlich empfand ich diese Haltung als Herausforderung, doch es wäre gewiss ein Fehler gewesen, darauf in gleicher Münze zu antworten.
"Wenn Ihr nicht noch ein paar andere eingeladen habt," antwortete ich lächelnd, "bekenne ich mich dieser Sünde schuldig, ja!"
Die Frau grinste. Dank Cindy und Tim hielt man mich hier zumindest nicht für einen Höhlenmenschen, und ich hatte mir ... nicht ganz uneigennützig ... vorgenommen, sie nach Möglichkeit in dieser Ansicht zu bestärken. 

Während ich in der Werkstatt herumgeführt wurde und pflichtschuldig ein gehöriges Maß an Interesse zeigte, hatte ich Gelegenheit, die Frauen dort in Ruhe zu betrachten. Sechs Nachtgängerinnen im Alter von zwanzig bis vierzig arbeiteten hier. Wie die Frauen in Puerto Pudora trugen sie keine Kleidung, doch der Unterschied hätte nicht größer sein können. Großflächige, komplizierte Tattoos bedeckten bei den meisten einen Teil des schlanken oder muskulösen Körpers, ergänzt durch Piercings an allen nur erdenklichen Stellen. Zusätzlich trugen alle einige Teile des selbstgefertigten Schmucks, oft Ketten, die an den Piercings befestigt waren und in abenteuerlichen Bahnen über den Körper der Trägerin liefen. Passend auch die Frisuren - vom punkigen Stacheligel über kurze, bürstenartige oder weit emporstehende Irokesenkämme bis zur Vollglatze.

Die meisten dieser Aufmachungen wirkten auf mich eher übertrieben als anziehend. Dennoch konnte ich mich der erotisierenden Wirkung dieser barbarischer Pracht nicht völlig entziehen ... zumal die Frauen sogar hier in der Werkstatt einen mehr als offenen Umgang mit ihren sexuellen Wünschen pflegten. Eine hatte sich einen Plug in ihre Möse gesteckt, an dem zwei glänzende Kugeln hingen. Dazu stimulierte sie sich durch rhythmisches Öffnen und Schließen ihrer Schenkel, während sie mit beiden Händen winzige Drahtstücke zu Teilen einer Kette zusammenfügte. Eine zweite hatte sich auf ihrem Stuhl zurückgelehnt, einen wohlgeformten, sehnigen Fuß auf die Kante der Arbeitsplatte vor sich gestellt, und nutzte in dieser Haltung eine kurze Arbeitspause, um sich in aller Ruhe ihren Kitzler zu massieren ... völlig unbeeindruckt von der Tatsache, dass direkt neben ihr die Werkstattchefin einem fremden und dazu männlichen Besucher einige der Werkzeuge erklärte, die sie vermutlich gerade aus der Hand gelegt hatte.

* * *


Später saßen wir ... Astarte, die meisten der Nachtgängerinnen, Tim und ich ... auf einer weitläufigen Terrasse zwischen Hotel und Strand. Auch hier brannte ein großes Feuer, doch darüber briet ein Schwein an einem archaischen Drehspieß. Im Gegensatz zu den Frauen in Puerto Pudora aßen die Nachtgängerinnen gern und oft Fleisch, meist von einem der verwilderten Schweine, die sie im Inneren der Insel fingen.

Rundum waren Fackeln aufgepflanzt, und von irgendwo her dröhnte dumpf wummernde Musik. Ich kam mir vor wie in einem jener alten Abenteuerfilme, in denen König Salomos Schätze oder das Gold der Inka gesucht wurden. Wie eine antike Stammesfürstin thronte Astarte neben mir auf einem alten Bürosessel. Als besondere Gäste durften Tim und ich daneben auf dicken Polstern sitzen, während die übrigen Frauen rund um uns in kleinen Gruppen auf dem Boden hockten. Irgendwo zwischen ihnen war auch Cindy; sie hatte mir einmal kurz und scheu zugelächelt und war dann wieder in der Nacht verschwunden.

Astarte war wirklich ein dunkles Gegenstück zu Candy. Etwas strenger vielleicht, aber in vieler Hinsicht derselbe Typ ... vermutlich mit ein Grund, dass die beiden nicht gut miteinander aus kamen ... sehnig bis muskulös, mit breiten Schultern, großen, kräftigen, schwer herabhängenden Brüsten und schlanken, ausdrucksstarken Händen. Unter einem üppigen, pechschwarzen Stachelhaarschopf leuchtete aus einem schmalen, fast aristokratischen Gesicht ein feuriger Blick hervor; sie war US-Amerikanerin mit italienischen Wurzeln, und das dazu gehörige Temperament war deutlich zu spüren. Hätte ich es mir erlaubt, so hätte ich durchaus Gefallen an dieser Frau finden können - auch wenn sie eine irritierende Mischung von Wesenszügen zeigte.

Wir unterhielten uns prächtig, und ich war nach den Warnungen von Candy und Tim positiv überrascht. Sie schien sehr interessiert an meiner Meinung als Mann und Europäer über Shame Island und das Experiment einer Frauenkolonie. Gleichzeitig gab sie sich jedoch als herrische Domina, deren Gelüste zu befriedigen niemals zu meinem Repertoire gehört hätte. Eine junge Nachtgängerin war angestellt, uns zu bedienen, und wenn das Mädchen ... eine zarte, blasse Fee mit langem, rotblondem Haar ... gerade keine Speisen oder Getränke herbeitrug, musste sie mit gesenktem Haupt vor Astarte auf dem Boden kauern, die die mageren Schultern als Stütze für einen ihrer kräftigen Füße gebrauchte.

Astarte achtete beim Sprechen und Essen auch nicht besonders auf feine Manieren. Der fettige Bratensaft tropfte reichlich auf die vorstehenden Brüste und lief schließlich auch den Bauch hinab zwischen ihre Beine. Ganz ungeniert schob sie schließlich zwei Finger zwischen ihre leicht angeschwollenen Schamlippen und leckte den vermischten Lust- und Bratensaft mit einem Ausdruck des Vergnügens ab.
"Oh, das ist gut! Komm, Fire," - Fireangel war der Name ihrer Sklavin - "leck mich sauber! Du wirst es mögen," und deutete gebieterisch auf ihre nun breit geöffneten Schenkel. Das Mädchen gehorchte und versenkte ihre kleine, rosige Zunge tief in die fettig glänzende Möse ihrer Herrin, die unterdessen mit uns Gästen weiterplauderte, als hätte das Mädchen lediglich eine herabgefallene Serviette aufgehoben. 

Astarte war nicht die Einzige, die ihrer Lust folgte. Allmählich ging das Festmahl rund um mich in eine Orgie über. Überall sah ich im Halbdunkel ineinander verwickelte, nackte Frauenkörper, und heiseres Stöhnen übertönte vielfach die Musik. Ich war nicht dazu eingeladen; das hatte Astarte mir bereits zu verstehen gegeben. Für ihre Begriffe war sie vermutlich relativ zartfühlend gewesen, als sie zu Beginn des Essens andeutete, dass mein Besuch mit dem Beginn des "gemütlichen Teils" beendet sein sollte. Immerhin ersparte sie mir jetzt unnötige Höflichkeiten: Nachdem sie sich unter der zungenfertigen Behandlung durch Fireangel eine Weile lang auf ihrem Sessel gewunden hatte, hatte sie sich dazu herabgelassen, auf den Boden zu gleiten und ihrerseits die Zunge in die rosige Möse ihrer Sklavin zu versenken.

Ich schaute mich nach Tim um, doch die war im Dunkeln verschwunden. Unschlüssig erhob ich mich. Selbstverständlich war ich geil bis in die Haarspitzen und lobte meine Voraussicht, heute Abend statt des Sarongs meine Shorts anzuziehen; der Sarong hätte gewiss wie ein großes Zelt vor mir abgestanden. Sollte ich gleich zurückfahren und Fayes mitfühlender Einladung folgen? Doch ich wollte Tim nicht einfach hier lassen; immerhin war von einer gemeinsamen Rückfahrt die Rede gewesen. So beschloss ich, im silbernen Licht der Sterne zunächst einen kleinen Spaziergang zum Meer zu unternehmen.

Eine der Frauen hatte mir von ein paar wildromantischen Klippen südlich der Bucht erzählt. Der Weg dorthin führte für einige Minuten durch einen Palmenhain, und ich fand problemlos den Trampelpfad, den mir die Frau beschrieben hatte. Ich hatte es nicht eilig; ich wollte Tim ihr Vergnügen gönnen. So schlenderte ich gemächlich den Pfad entlang, als ich in einer Biegung aus den Augenwinkeln plötzlich hinter mir eine Bewegung wahrnahm. Etwas Helles, Großes war zwischen den Bäumen hindurch gehuscht. Ich erschrak, doch gleichzeitig sagte ich mir, dass hier nichts sein konnte, was mir gefährlich werden konnte. Die größten Tiere auf der Insel waren die verwilderten Hausschweine, und die kamen nicht an die Strände, wo es für sie praktisch kein Futter gab.

Ich blieb stehen und lauschte. Nichts als die Brandung und das Rauschen der Palmwedel war zu hören. Ich ging wieder ein paar Schritte. Knackte nicht hinter mir ein Stück Holz? Abrupt fuhr ich herum. Da war es wieder: ein heller Schemen zwischen den Bäumen! Dem musste ich auf den Grund gehen. Ich ging abermals ein paar Schritte, als hätte ich nichts bemerkt, und nutzte dann eine leichte Wegbiegung, um schnell hinter die nächste Palme zu treten. Oh ja! Da kam jemand ... in vorsichtigen, gleitenden Bewegungen hinter mir hergeschlichen ... und ich musste breit grinsen. Warum so ängstlich, wenn du mir schon nachschleichst? - dachte ich. Es war eine schlanke, feingliedrige Gestalt, farblos blass in dem nächtlichen Hain ... und  auf dem blanken Schädel spiegelte sich das Licht der Sterne. Black Cinderella.

Sie hatte mich fast erreicht. Ich trat vor. Sie blieb stehen, als sei sie gegen eine gläserne Wand gelaufen.
"Oh," kam es leise aus ihrem Mund.
"Hallo!" grüßte ich freundlich. "Auch beim Spazierengehen?"
Sie starrte mich an.
"Na komm, du bist doch nicht aus Versehen hier! Wieso bist du denn so erschrocken?"
"Ich ..."
"Hab keine Angst. Ich werds den anderen nicht verraten."
"Nein ... das ... ich wollte nur ..." Sie verstummte.
"... mir nochmal Hallo sagen? Ist es das?"
"Ja ... ja, das wollte ich. Hallo."
"Ich danke dir für deine Hilfe. Ohne dich wäre ich wohl nicht eingeladen worden."
"Bitteschön! Aber ich hab doch gar nichts gemacht."
Mit den letzten Worten war sie unmittelbar vor mich getreten. Ich konnte die Spannung und Energie ihres Körpers förmlich fühlen. Sie schaute mir in die Augen, und ihr Blick im Funkeln der Sterne war eindeutig. Ich konnte nicht mehr denken. Vorsichtig griff ich nach ihrer linken Hand. Wenn sie es anders meinte, konnte sie sie jetzt zurückziehen, ohne dass einer von uns etwas zu bereuen hatte.

Sie zog sie nicht zurück. Für einen Moment lag die schlanke Hand leicht in meiner, dann spürte ich eine Erwiderung des Drucks. Wie von allein zogen uns unsere Hände zueinander. Mein Brustkorb berührte die festen Beeren, dann das weiche Polster ihrer Brüste. Zart stellten sich ihre nackten Zehen auf meine Füße. Die andere Hand legte sich um meine Hüfte. Den hohen, schmalen Schädel zurückgelegt, die Augen brennend im Silberlicht, den Mund halb geöffnet, lud sie mich ein, lag sie in meinen Armen ... ihre um meine Taille geschlungen ... und wir versanken ineinander.

Ihre vollen, weichen Lippen umfingen meinen Mund, und rascher als bei vielen anderen fanden unsere Zungen den gemeinsamen Takt. Sie küsste mich mit einer Leidenschaft, für die es keinen Grund gab als die Leidenschaft ... viel wilder, als ich es der "zarten Elfe" zugetraut hätte ... riss sie mich mit sich in einen Strudel der Erregung. Wie ferngesteuert erforschten meine Hände ihren Körper, glitten über den Rücken, wo Rippen und Wirbelsäule meinen tastenden, streichelnden Fingern eine fantastische Landschaft boten ... hinab auf die festen Hügel ihrer Pobacken und wieder hinauf über die klaren Kanten ihrer Hüfte, den Slalomkurs der Wirbelsäule folgend, bis ich schließlich ... eine für mich ganz neue, ungewöhnliche Erfahrung ... die Kuppe ihres blanken Schädels erreichte.

Gleichzeitig spürte ich ihre schlanken Finger über meinen Körper streichen, jede Faser elektrisierend, mal mit dem Hauch ihrer Fingerspitzen, mal mit einem kraftvollen Griff hinein in Gewebe und Muskeln wie ein geübter Masseur. Bald schon wanderte ihre Rechte auch nach vorn, ertastete, was meine Shorts nur noch mühsam verbargen, und schon wollte ich die Halteschnur aufziehen, als sie sich von mir löste und meine Hand festhielt.
"Nein, warte!" flüsterte sie.
"Was ...?"
"Es gibt vorn einen besseren Platz. Komm!"
Mit diesen Worten zog sie mich mit sich, weiter den Pfad entlang. Nach wenigen Schritten erreichten wir den Saum des Palmenhains. Rechts ging es in die Klippen, und links trat ein kleiner Bach zwischen den Bäumen hervor, dessen Ufer dicht mit Moos bewachsen war - ein Bett, wie geschaffen für uns.

Rasch fiel die lästige Hose, und noch bevor ich wusste, wie mir geschah, kniete Cindy vor mir, saugte meinen steil aufgerichteten Schwanz in ihren Mund und begann, ihn nach allen Regeln der Kunst zu bearbeiten. Mal leckte sie mit zarter Zunge oder zupfenden Lippen entlang des Schafts und bis zu den Hoden, mal saugte sie ihn in ihren Mund, von der prall geschwollenen Eichel bis fast zur Wurzel. Ich spürte meine Erregung dem Höhepunkt entgegentreiben, fasste sanft den glatten Schädel und schob ihn ein Stück zurück. Sie blickte auf zu mir. Wären das Sternenlicht und unsere Geilheit zuverlässigere Ratgeber gewesen, ich hätte wetten können, dass in diesem Blick neben der Lust das tiefe Brennen der Verliebtheit lag.
"Nicht so schnell," sagte ich leise. "Ich bin fast soweit."
"Oh ... ok. Dann komm, leg dich hin."
Ich tat, wie mir gehießen, und wieder begann das Küssen und Streicheln. Mir schien, es könne nichts zarteres, verletzlicheres, nackteres geben als diesen Körper, der sich so vollständig hingab, als sei mit den Kopfhaaren eine weitere, allerletzte Hülle gefallen und die Seele des Mädchen selbst liege nackt in meinen Armen.

Sie schmiegte sich an mich, fühlte sich so leicht an, eine zerbrechliche Figur, und dennoch voller ungestümer Hingabe, streichelte sie mich mit Händen, Armen, Beinen, Füßen, ja ihrem ganzen Körper ... als könne sie gar nicht genug von mir bekommen ... während meine Hände den Spuren der zarten Knochen unter ihrer Haut folgten ... auch dies eine Nacktheit jenseits der Nacktheit ... und dabei immer wieder zu ihrem Schädel wanderten, die so fremdartige Form auszukosten.

Doch nicht lange, und es hielt sie nicht mehr in dieser Stellung. Abermals beugte sie sich hinab über mich, suchte mit ihren vollen Lippen meinen Schwanz und nahm ihn in sich auf. Gleichzeitig wendete sie ihren Körper, schob mir ihre schmale Hüfte entgegen und die süße Grotte, glatt wie ihr Schädel, glänzend vor Nässe und duftend vom weiblichen Geruch. Meine Zunge tauchte ein, schob sich die heiße Spalte auf und ab, immer wieder an dem kleinen, festen Knopf des Kitzlers verharrend, spielend, zupfend, bis ... bis wir schneller als gewollt beide erbebten, sie wie unter Strom erzitterte, während ich meinen Samen hinausschießen spürte wie lange nicht ... in ihren Rachen, ihr Gesicht, ich konnte es nicht sehen, denn ihre Schenkel hielten meinen Kopf umklammert, pressten mein Gesicht auf ihre Quelle, aus der ihr Lustsaft sprudelte wie das Wasser in dem Bach neben uns.

Dann lagen wir einige Momente erschöpft und ruhig im Moos, immer noch ineinander verwickelt, und blickten hinauf zu den Sternen.
"Du ...", fing ich an, doch jedes Wort hätte die Stimmung zerstört, und so schwieg ich wieder.
"Musst du schon weg?" fragte sie Minuten später leise. Ich küsste ihren Oberschenkel.
"Nein, nicht jetzt."
"Oh ... gut ..."
Sie begann, mit zarten Lippen, meinen Schenkel zu erforschen, wanderte neugierig immer weiter hinab, bis sie die Füße erreichte und gleichzeitig ihre vor meinem Gesicht zu liegen kamen ... ein paar wunderschöne, schlanke Füße ... und ich konnte nicht widerstehen, wieso auch, nahm erst den einen, dann den anderen und küsste sie. Für jemanden, der den ganzen Tag oder vielmehr die ganze Nacht barfuß lief, waren ihre Füße erstaunlich weich. Vielleicht sorgte ja das Laufen im Sand für ein natürliches Peeling. Das dicke Moos hatte sie ausreichend gereinigt, und so versenkte ich mich für Minuten darin, an den kleinen runden Zehen zu lutschen und mit der Zunge über das feine Knochenprofil zu wandern, eine Berührung, die sie an meinen eigenen Füßen erwiderte und die meine Erregung schon wieder steigen ließ. Nein, wir waren noch nicht fertig miteinander, noch lange nicht.

Sie kam wieder herauf gekrochen und tastete nach dem Zustand meines guten Stücks. Offenbar bewegte uns beide der gleiche Gedanke. In ihren schlanken, spielerisch zupackenden Händen richtete sich mein Schwanz rasch wieder zu dienstbereiter Größe und Härte auf, und als sie schließlich förmlich auf ihn rutschte, ihre Möse wie ein Futteral über ihn schob, war sie auch schon wieder fast so feucht wie zuvor. Eine Weile blieben wir so, beide auf der Seite, Gesicht an Gesicht und Brust an Brüsten, im ewig alten Rhythmus der Vereinigung. Dann drehte ich mich, kniete nun über ihr, ihr linkes Bein zwischen meinen, ihr rechtes nach oben gespreizt, und während sie in dieser Position mein Eindringen stärker spürte als zuvor, zog ich abermals den Fuß an meinen Mund und setzte an ihren Zehen fort, was ich zuvor begonnen hatte.

Eine Weile später war sie es, die sich wendete und vor mir kniete, unser Tun mit leisen, stöhnenden Lauten begleitete ... sich dann wieder drehte und ... etwas wie "bin gleich soweit" hervorstieß. Ich ließ mir Zeit, zögerte es hinaus, spielte mit ihrer reizbaren, schleimüberfluteten Pforte im Wechsel langsamer und rascher Stöße, bis sie sich schließlich unter mir zusammenzog und in ein vibrierendes Beben verfiel, das auch mich überschwemmte und mit sich riss. Gerade noch konnte sie sich ein kleines Stück nach hinten schieben ... ich verstand, zog mein bereits zuckendes Glied heraus und ließ die Explosion gegen ihre Bauchdecke, auf ihre Brüste, bis zu ihrem Gesicht emporschießen.

>>> Ende <<<

Copyright by Nicolas Scheerbart 2009


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