Ein paar Tage später hatte ich das Bedürfnis, ihr einen Brief zu schreiben, in dem ich ihr mitteilte, dass ich bereit sei, ihre Züchtigung entgegenzunehmen. An diesem Brief schrieb ich lange, doch meine Gedanken flossen ganz mühelos aus mir. Obwohl ich mit solch einer Situation absolut keine Erfahrung hatte, wusste ich intuitiv, was ich wollte. Ich hatte nur Vorstellungen von dem Setting, und ich hatte einige Wünsche. Ich wusste, dass sie in ihrer großen Wohnung ein Zimmer hatte, in dem ein Bett stand, das einen Messingrahmen hatte. Ich wünschte mir, dass sie mich in diesem Zimmer erwartete, mich fesselte und dass ich ihr vollkommen ausgeliefert wäre. Ich stellte mir vor, einen Freitag- oder Samstagabend bei ihr zu verbringen, ohne vorher wissen zu wollen, ob es dazu kommen würde, erste Erfahrungen als Gezüchtigte zu machen. Ich wusste nur, dass es ziemlich schmerzhaft sein würde und dass ich es wollte. Ich hatte große Lust, diese Schmerzen durch die Peitsche aus ihrer Hand zu spüren und mich dem ganz hinzugeben. Es erregte mich ungemein, und ich masturbierte dabei, als ich nachts alleine im Bett lag und meiner Fantasie nachging. Ich achtete darauf, dabei nicht zu kommen und die gesamte Erregung in meinem Körper zu behalten. Ich stellte mir vor, schöne Nylonstrümpfe und ein fließendes Kleid an diesem Abend zu tragen, wenn ich mich vor ihr entkleiden, mich nackt und vollkommen ungeschützt vor ihr auf das Bett legen und sie darum bitten würde, mich zu fesseln. Ich würde sie bitten, mich nicht zu verschonen. All dies stellte ich mir in meinen Gedanken vor, und es erregte mich ungemein.
Ich dachte an diese vielen aufmerksamen und liebevollen Zärtlichkeiten, die sie mir schenkte. Wie sie mich küsste, wie sie mich mit dem Mund liebte, wie sehr sie mich streichelte, wie sie zärtlich mit mir sprach und mich verwöhnte. Ich bin eine Frau, die ausschließlich Männer liebte, bevor ich ihr begegnete. Ich hatte keine Ahnung davon, wie wunderschön und befriedigend die Sexualität mit einer Frau sein kann, die endlosen Nächte voller Zärtlichkeiten, der wunderschöne Sex mit ihr, ich fühlte mich erstmals richtig als Frau. Genau diese Vorstellung, dass sie mich mit der Peitsche schmerzhaft züchtigen würde, war eine neue Dimension meiner Vorstellungskraft, und ich hatte den großen Wunsch, dieses Spiel von Schmerz und Lust durch sie zu erfahren. Dieses Mich-zum-ersten-Mal-richtig-als-eine-Frau-Fühlen, das ich durch sie erfuhr, ließ mich auch in meinem Auftreten im Alltag viel weiblicher werden. Ich trage heute ausschließlich Kleider und Röcke, besonders feine Strumpfhosen und sehr feminine Schuhe. Ich schminke mich auch viel achtsamer und trage manchmal feine Lederhandschuhe, wenn ich in der Stadt unterwegs bin. Als eine durch eine Frau geliebte Frau habe ich mich selbst noch nie so sehr genossen wie jetzt, und die Vorstellung, eine durch die Peitsche gezüchtigte Frau zu sein und mich selbstbewusst durch den Alltag zu bewegen, lässt mich tiefe Lust verspüren. Es ist eine äußerst freudvolle Art, mich selbst wahrzunehmen.
Es ist für mich ein wunderschönes Geschenk, mich heute als Frau auf eine Weise wahrzunehmen, wie ich es zuvor niemals erlebt habe. Seit ich diese Frau liebe und von ihr geliebt werde, hat sich etwas tief in mir verändert. Ich empfinde meine Weiblichkeit nicht mehr nur als einen Teil von mir, sondern als etwas, das mein ganzes Wesen durchdringt und das ich mit einer bisher unbekannten Freude zum Ausdruck bringe. Ich liebe es, mich im Alltag äußerst feminin zu zeigen, schöne Kleider und Röcke zu tragen, die feinen Stoffe meiner Strumpfhosen auf meiner Haut zu spüren, meine Schuhe sorgfältig auszuwählen, mich liebevoll zu schminken und meine Erscheinung manchmal auch im Alltag mit eleganten Lederhandschuhen zu vervollständigen. All diese kleinen Rituale sind für mich zu einem Ausdruck meiner Lebensfreude geworden. Ich genieße es, mich schön zu machen, nicht allein für meine Geliebte, sondern vor allem für mich selbst. Wenn ich mich auf der Straße in einer Spiegelung zufällig selbst sehe, empfinde ich eine tiefe Freude darüber, die Frau zu sehen, die ich heute bin. Es ist, als hätte meine Liebe zu ihr mir einen Zugang zu mir selbst eröffnet, den ich zuvor nicht kannte.
Ich empfinde es als ein unendlich kostbares Geschenk, heute eine lesbische Frau zu sein, und kann mir inzwischen nichts anderes mehr vorstellen. Früher hatte ich ausschließlich Männer geliebt, und niemals wäre mir in den Sinn gekommen, welche Tiefe, welche Zärtlichkeit und welche Erfüllung ich in der Liebe zu einer Frau finden würde. Es ist nicht allein die körperliche Nähe, die mich so glücklich macht, sondern dieses wunderbare Gefühl, von einer Frau als Frau gesehen, begehrt und geliebt zu werden. Ich liebe es, ihre Geliebte zu sein, ihre Zärtlichkeit zu empfangen und ihr meine eigene zu schenken. Unsere Liebe hat eine Selbstverständlichkeit bekommen, die mich manchmal selbst erstaunt. Ich fühle mich in ihrer Gegenwart vollkommen angenommen und frei, meine Weiblichkeit ohne jede Zurückhaltung zu leben. Ich muss nichts darstellen, nichts beweisen und keinem Bild entsprechen. Ich darf einfach die Frau sein, die ich bin, und werde genau dafür geliebt.
Besonders unsere Sexualität empfinde ich als etwas zutiefst Schönes und Kostbares. Sie ist von einer Achtsamkeit geprägt, die ich in dieser Form zuvor nicht kannte. Wir nehmen uns unglaublich viel Zeit füreinander, manchmal ganze Nächte, ohne ein bestimmtes Ziel erreichen zu müssen. Es gibt keine Eile, keine Erwartung, dass etwas auf eine bestimmte Weise geschehen müsste. Wir lassen uns aufeinander ein, begegnen uns mit Neugier und Zärtlichkeit und genießen die gemeinsame Reise durch unsere Empfindungen. Ich liebe es, wie aufmerksam wir miteinander umgehen, wie wir die Veränderungen unserer Erregung wahrnehmen und wie sich unsere Lust manchmal langsam entwickelt, dann wieder intensiver wird, sich beruhigt und erneut erwacht. Es ist diese gemeinsame Erregungskurve, dieses wunderbare Miteinander, das mich so tief berührt. Nicht jede von uns erlebt dasselbe im selben Augenblick, und doch entsteht zwischen uns eine besondere Verbundenheit, in der wir einander begleiten, aufeinander eingehen und uns gegenseitig Raum geben. Ich habe gelernt, dass Sexualität nicht auf einen Höhepunkt ausgerichtet sein muss, sondern dass die gesamte gemeinsame Erfahrung von einer Schönheit und Intensität sein kann, die weit darüber hinausreicht.
Manchmal liegen wir einfach lange nebeneinander, halten uns in den Armen, betrachten einander und sprechen über das, was wir empfinden. Diese Augenblicke sind für mich ebenso kostbar wie unsere leidenschaftlichen Begegnungen. Ich habe das Gefühl, durch die Liebe zu dieser Frau nicht nur eine neue Form der Sexualität entdeckt zu haben, sondern auch eine neue Beziehung zu meinem eigenen Körper, zu meinen Gefühlen und zu meiner Weiblichkeit. Ich bin aufmerksamer gegenüber mir selbst geworden, empfindsamer und zugleich selbstbewusster. Ich genieße meine feminine Erscheinung, meine Bewegungen, meine Kleidung und die Art, wie ich mich als Frau durch die Welt bewege. Was früher möglicherweise nur eine Sehnsucht war, ist heute zu einer selbstverständlichen Freude geworden.
Und wenn ich an meine Geliebte denke, erfüllt mich eine tiefe Dankbarkeit. Durch unsere Begegnung habe ich erfahren, wie wunderschön es sein kann, als Frau eine Frau zu lieben. Ich fühle mich nicht deshalb weiblich, weil ich von ihr geliebt werde, sondern ihre Liebe hat mir geholfen, meine eigene Weiblichkeit mit einer Freiheit und Selbstverständlichkeit zu genießen, die ich zuvor nicht kannte. Es ist ein Gefühl des Angekommenseins, eine tiefe Übereinstimmung mit mir selbst. Ich liebe diese Frau, ich liebe unser gemeinsames Leben, unsere Zärtlichkeit und unsere Intimität. Und ich liebe die Frau, die ich in mir entdeckt habe. Zum ersten Mal in meinem Leben empfinde ich meine Weiblichkeit nicht nur als etwas, das zu mir gehört, sondern als eine unerschöpfliche Quelle von Freude, Sinnlichkeit und innerem Glück.
Es ist diese tiefe Liebe, dieses wunderbare Gefühl, als Frau von einer Frau vollkommen angenommen und geliebt zu werden, das in mir eine Sehnsucht geweckt hat, die ich früher niemals für möglich gehalten hätte. Ich hätte mir nie vorstellen können, eines Tages den Wunsch zu verspüren, mich einer Domina anzuvertrauen, geschweige denn, meine eigene Geliebte in dieser Rolle zu sehen. Und doch ist die Vorstellung, die schmerzhaften Peitschenhiebe aus ihrer Hand zu empfangen, für mich von einer kaum beschreibbaren Anziehungskraft. Es ist nicht allein der Schmerz, nach dem ich mich sehne, sondern die Vorstellung, mich ihr in meiner ganzen Weiblichkeit, Verletzlichkeit und Liebe hinzugeben. Ich stelle sie mir als meine Domina vor, als jene Frau, der ich so sehr vertraue, dass ich bereit bin, auch meine Furcht mit ihr zu teilen. Der Gedanke, dass ausgerechnet ihre liebevollen Hände die Peitsche führen könnten, berührt etwas sehr Tiefes in mir. Die Frau, die mich mit so viel Zärtlichkeit liebt, wäre zugleich jene, der ich mich in einer vollkommen neuen Erfahrung anvertrauen würde. Ich empfinde darin keinen Widerspruch, sondern eine weitere, noch unbekannte Dimension unserer Intimität. Meine Sehnsucht nach dieser Erfahrung ist auch eine Sehnsucht danach, mich selbst noch tiefer kennenzulernen, meine Grenzen bewusst wahrzunehmen und mich ihr aus freiem Willen zu öffnen. Dass ich mir ausgerechnet die Frau, die ich über alles liebe, als meine Domina wünsche, erscheint mir heute nicht mehr fremd, sondern wie eine geheimnisvolle Fortsetzung unserer Liebe.
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