Sabines Geschichte - Teil 35

Aug 18, 2026 · 18 min read · Exhibitionism
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Als sie das Büro betraten, wurden sie bereits von Herrn Voss erwartet.

"Schön, dass Sie es auch noch einrichten konnten.”, meinte er sarkastisch.

“Entschuldigung, es hat leider etwas länger gedauert.”, sagte Sabine und hob ihre Einkaufstasche leicht an, um ihrer Aussage etwas mehr Glaubwürdigkeit zu verleihen. Die Wahrheit hätte sie ihm ja schließlich nicht sagen können.

“Sie wissen doch, dass wir hier die Pausenzeiten einhalten wollen, schließlich muss die Arbeit ja erledigt werden.”, war die Gegenreaktion, doch sie fiel schon etwas sanfter aus als ihre Begrüßung.

“Natürlich. Wir werden die verlorene Zeit auch heute direkt anhängen, natürlich nicht als Überstunden deklariert.”, sagte Matthias.

Der Blick von Herrn Voss heftete sich an sein Gesicht und die vorher bemerkbare Sanftheit war wieder wie weggeblasen: “Das ist ja auch das Mindeste, was Sie zu tun haben.”

Anscheinend zufrieden mit seiner Standpauke, verschränkte er die Arme und lächelte die beiden an.

“Darüber hinaus haben Sie beide sich ja auch freundlicherweise direkt freiwillig gemeldet, mir morgen Nachmittag beim Verladen einiger Akten zu helfen. Eigentlich wollte ich später unter der gesamten Belegschaft nach Freiwilligen suchen, aber das haben Sie mir ja jetzt netterweise erspart.”

Sein Gesichtsausdruck ließ keinen Widerspruch zu und Matthias sowie auch Sabine waren beide schlau genug, den Mund zu halten. Als keine weiteren Belehrungen von Herrn Voss kamen, schoben sich die beiden an ihm vorbei, um in ihre Büros zu kommen. 

Sabine vertiefte sich wieder in ihre Akten und pflügte sich geradezu durch die Stapel auf ihrem Tisch, als es an ihrer Tür klopfte. 

Sie blickte auf und sah Erika, die sie zum Feierabend abholen wollte.

“Sorry, ich muss noch weitermachen, die überzogene Mittagspause wieder rausholen.”, entschuldigte sich Sabine. 

Erika setzte sich ihr gegenüber und lehnte sich leicht vor.

“Und, wie war der Einkauf?”, wollte sie wissen.

Sabine legte den Kopf leicht schief und lächelte sie an: “Unkomplizierter als du vielleicht denkst. Niemand hat sich beschwert oder dumme Kommentare gemacht.”

Erika sah sich überrascht an, doch bevor sie weiter fragen konnte, war Sabine an der Reihe.

“Und wie war der Rückweg, so ganz ohne uns?”

Sie zögerte einen Moment und meinte dann leise: “Irgendwie aufregender, als wenn ich mit euch zusammen gegangen war. Ich meine, ich bin zwar niemandem begegnet, aber ich fühlte mich so… verletzlich.”

‘Na dann lauf mal in einem viel zu kurzen Kleid durch die Straßen, wo du nicht nur barfuß bist, sondern dir praktisch der Hintern bei jedem Schritt frei liegt. Dann weißt du, was verletzlich bedeutet’, dachte sich Sabine und erinnerte sich kurz an ihren aufregenden Gang zum Bäcker.

“Dann freu dich schon mal auf unseren Trip am Wochenende, da werden wir bestimmt dem ein oder anderen begegnen.”, erinnerte Sabine sie an.

“Ja, das denke ich auch.”, seufzte Erika. 

Anscheinend war ihr, trotz ihrer bisherigen Erfahrungen, immer noch nicht ganz wohl bei dem Gedanken. Dabei war es nun wirklich nichts schlimmes, was sie vorhatten. Schließlich wollten sie ja nicht nackt auf Tour gehen, auch wenn es ja grundsätzlich erlaubt wäre.

Gerade als Erika aufstehen wollte, griff Sabine in die Tasche neben ihrem Tisch und holte die Packung Schokolade heraus, die Matthias und sie mitgebracht hatten.

“Hier, als kleine Belohnung dafür, dass du heute so tapfer warst. Ist eine Aufmerksamkeit von Matthias und mir.”

Erika nahm zögerlich das Präsent an: “D… Danke. Das war aber doch nicht nötig.”

‘Viel mehr, als du es dir vielleicht zugestehen möchtest.’, dachte sich Sabine, doch sie sagte stattdessen: “Doch. Du hast es dir wirklich verdient.”

Verdutzt hielt Erika die Packung an ihre Brust gedrückt und wandte sich Richtung Tür.

“Sag mal, ist Herr Voss noch da?”, wollte Sabine wissen.

“Nein, er ist schon vor einer halben Stunde gegangen. Er muss wohl noch einen Transporter für irgendwelche Akten von der Autovermietung abholen.”, kam die leicht abwesende Antwort.

“Ok, dann sehen wir uns morgen.”, rief sie Erika noch hinterher, doch diese winkte nur abwesend auf ihrem Weg aus der Tür heraus.

Wieder alleine in ihrem Büro sah sie sich die übrig gebliebenen Akten an, die noch auf ihre Bearbeitung warteten. Viele waren es nicht mehr und Sabine überlegte, ob sie jetzt auch einfach Feierabend machen sollte, um den Rest dann morgen früh zu erledigen. 

‘Ein böses Mädchen würde es wohl einfach machen, ungeachtet der Konsequenzen.’, dachte sie sich, griff dann aber doch zu dem Stapel:‘Aber hier bekommen böse Mädchen nicht einfach den Hintern versohlt, wenn sie ihre Arbeit nicht machen.’

So erledigte sie ihre Arbeit, wobei sie sich immer wieder vorstellte, wie Heinz oder Hannelore mit dem Stock hinter ihr standen, um sie daran zu erinnern, ja ordentlich zu arbeiten. Mit dieser gedanklichen Motivationshilfe dauerte es dann noch knapp eine halbe Stunde, bis sie auch die letzte Akte zuklappen konnte.

Sabine streckte sich kurz durch und nahm dann den erledigten Aktenstapel, um ihn Herrn Voss auf den Tisch zu legen. Er sollte ruhig als erstes am Morgen sehen, dass sie ihre Zusage eingehalten hatte. Alleine in seinem Büro überkam sie nochmal kurz die Erinnerung an ihren Traum.

‘Frau Menzel, warum sind sie nackt?’

Sie konnte seine Stimme geradezu deutlich hören, doch diesmal bekam sie bei diesen Worten ein wohliges Gefühl in ihrem Bauch. Zu gerne hätte sie das Kleid ausgezogen, um ihrem Traum Substanz zu geben, doch zumindest Matthias war noch im Gebäude. Auf dem Weg hierher hatte sie zwar niemanden mehr gesehen, doch wer sich in den letzten Büros noch aufhielt, konnte sie nicht wissen und das Risiko war ihr einfach zu groß.

Jetzt blieb ihr nur noch, die Abmachung mit Matthias einzufordern. Sie war schon gespannt, wie die Aufnahmen von ihr geworden waren. Mit leisen Schritten auf dem Teppich ging sie den Flur entlang und schaute durch jede offene Tür, ob nicht doch noch eine andere fleißige Seele da war, doch sie sah nur leere Stühle und verwaiste Räume.

‘Dann hätte ich tatsächlich das Kleid ausziehen können.’, überlegte sie sich und war versucht, einfach wieder umzudrehen, um ihrer Fantasie nachzugehen. Doch es waren nur noch ein paar Meter bis zu Matthias und wahrscheinlich hatte er sie dank der ruhigen Umgebung bestimmt schon gehört. Also ging sie weiter, klopfte kurz an den Türrahmen und ging zu ihm hinein.

“Hi, bist du schon mit deiner Arbeit fertig?”, begrüßte er sie, ohne von seinem Monitor aufzusehen.

“Ja, ich war brav und fleißig. Alles erledigt.”, war ihre Antwort.

‘Brav und fleißig? Bist du jetzt das kleine Dienstmädchen, das um Anerkennung betteln will?’, meldete sich eine kritische Stimme in ihrem Kopf.

Bevor sie eine Diskussion mit sich selbst anfangen konnte, drückte Matthias schwungvoll eine Taste und lehnte sich zurück: “Das ist gut, ich bin jetzt auch fertig. Perfektes Timing.”

Sabine verschränkte die Hände hinter dem Rücken und ging langsam um seinen Tisch herum: “Na dann, wir haben den Flur ganz für uns, so wie es aussieht. Der Diashow steht nichts mehr im Wege.”

“Dachte mir schon das du das nicht vergessen hast.”, seufzte Matthias. “‘Wenn die Katze aus dem Haus ist’, oder so ähnlich. Dann hol dir mal einen Stuhl ran.”

Während Sabine einen Stuhl von leeren Pappschachteln befreite und näher an den Tisch rückte, nahm Matthias sein Handy und schloss es an dem Computer an. Er klickte ein paar Mal mit der Maus und das Bild von der auf der Mauer knienden Sabine erschien bildschirmfüllend vor ihnen.

Sie betrachtete ihre Figur, die dunklen, fast schwarzen Fußsohlen, die sich dem Betrachter entgegen streckten, genauso wie ihr leicht provokant rausgedrückte Hintern. Die Hände, verschränkt auf ihrem Kopf, bildeten in ihren Augen eine Art Einladung, die besagte: “Hier, schau dir alles an, nichts ist versteckt.”

Obwohl, ihr Kleid versteckte ja doch einen Großteil ihres Körpers, überließ es damit der Vorstellung des Betrachters, was sich darunter verbarg. Wie viel schöner wäre die Aufnahme wohl, wenn sie nur in ihrem String zu sehen wäre, der sich gegen ihre gebräunte Haut abzeichnete, eng um die Hüfte laufend, um dann zwischen ihren Pobacken zu verschwinden. Oder doch lieber ganz ohne einen Fetzen Stoff am Körper, die Beine leicht gespreizt, nicht nur eine Einladung aussprechend, sondern eher eine riesige Reklametafel, die jeden aufforderte, den präsentierten Körper zu erkunden.

“Wie gefällt es dir?”, fragte Matthias und Sabine brauchte einen Moment, um nicht ihre Gedanken laut hinaus zu posaunen.

“Sieht gut aus. Jetzt sehe ich zumindest auch mal, wie sehr meine Füße durch das Laufen an Farbe bekommen haben.”

Matthias nickte nur und wollte das nächste Bild aufrufen, doch Sabine legte ihre Hand auf die Maus.

“Da wir ja jetzt etwas Zeit haben, zeig doch auch mal die ‘anderen’ Aufnahmen.”

Bei ihrer Betonung des Wortes ‘anderen’ sollte Matthias klar sein, dass sie die heimlichen Aufnahmen meinte, die er während ihrer Mittagspause gemacht hatte.

Er zögerte einen Moment, doch schließlich blätterte er eine Reihe von Bildern zurück.

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‘Schau mal einer an, da war aber einer eifrig dabei.’, dachte sie sich und staunte nicht schlecht, als die erste Aufnahme auf dem Bildschirm zu sehen war. Sie zeigte Erika und Sabine, wie sie nebeneinander im Treppenhaus hinab zur Straße gingen. Es folgten mehrere Bilder von ihnen auf der Straße, wie Sabine Erika leicht mit sich zog, oder einfach nur wo sie nebeneinander her gingen. Eine Aufnahme zeigte sogar ihre beiden Gesichter im Profil, als Erika sich anscheinend ein Steinchen vom Fuß wischte und Sabine interessiert zu ihr hinüber sah. Dann kamen ein paar Schnappschüsse vom Foddtruck, die Matthias wohl gemacht hatte, als er die Bestellung aufgegeben hatte. Deutlich waren sie beide zu sehen, Erika leicht im Schatten hinter dem Tisch, während Sabine ihre Beine in der Sonne ausgestreckt hatte. 

Ein kurzer Blick zur Seite zeigte ihr, das es Matthias wohl sichtlich peinlich war, das er sie heimlich fotografiert hatte, doch sie sagte nichts und klickte weiter durch die Bilder. Es folgten diverse Aufnahmen aus dem Supermarkt von ihr, aus den Seitengängen heraus geschossen, Mal stand sie auf den Zehenspitzen, um etwas aus einem Regal zu greifen, meistens aber schlenderte sie mit ihrem Korb in den Händen einfach durch die Gänge. Dann kam das Bild, für das er sich hatte hinlegen müssen. Es zeigte einfach nur ihre Füße von vorne unter einem Regal hinweg, aber aus einer ziemlichen Nähe.

“Da bist du ja wirklich kreativ geworden.”, stichelte Sabine und sie konnte sehen, wie unangenehm ihm diese Frage war. 

Sie tätschelte leicht seine Hand und lächelte ihn an: “Dafür ist die Aufnahme aber auch was besonderes, findest du nicht?”

Er verzog leicht die Mundwinkel, blieb aber ansonsten stumm.

Sabine klickte weiter, bis sie das Bild ihres Fußabdrucks in dem klebrigen Fleck erreicht hatte. So im Großformat betrachtet, hatte es fast schon etwas künstlerisches an sich, ihrer Meinung nach. Der Abdruck war gut umrissen, fast wie aufgemalt.

“Sehr schön, findest du nicht?”, wollte sie von Matthias wissen.

Froh, dass er, beziehungsweise sein Verhalten, nicht mehr im Fokus standen, nickte Matthias und in seinen Augen zeigte sich wirkliches Interesse: “Ja, fast so, als ob du in Tinte getreten wärst.”

“Fast, aber dann wären die Details wohl noch klarer rausgekommen. Aber eine nette Idee, das mit der Tine.”, meinte Sabine, noch immer auf den Monitor schauend, so das sie nicht sah, das Matthias sie ungläubig anstarrte.

Sabine klickte weiter und sah das Bild von sich, für das sie im Supermarkt extra posiert hatte. Einen Fuß angehoben, die dunkle Sohle zum Betrachter, während sie über die Schulter hinweg ein Lächeln zeigte. Dieses Bild gefiel Sabine besonders gut, zeigte es doch  eine Einfachheit und Freude, wie man sie in dieser Art selten zu Gesicht bekommt.

“Das gefällt mir auch sehr gut, man sieht förmlich wie unbeschwert du in diesem Moment bist.”, schwärmte Matthias. 

Sabine legte den Kopf etwas schief und betrachtete das Bild genauer. Ihr Lächeln war nicht aufgesetzt, sondern war ernst gemeint und erreichte auch ihre Augen, ihre Haltung zeigte ein Selbstvertrauen, das sie sich kaum selbst zugestehen wollte. 

“Ja, du hast Recht.”, stimmte sie ihm zu. “Nur der Hintergrund passt irgendwie nicht.”

“Was meinst du?”, wollte Matthias wissen.

“Findest du nicht, das würde eher auf einer grünen Wiese unter blauem Himmel passen?”

Er überlegte einen stillen Moment lang, schüttelte dann aber den Kopf.

“Nein, gerade in dieser Umgebung hat es mehr Aussagekraft.”

Mit einem Seitenblick zu Sabine fügte er noch hinzu: “Aber das ist nur meine Meinung dazu.”

‘Aha, du magst es also eher an Orten, die etwas aus dem Rahmen fallen.’, überlegte sie sich.

Mit dem nächsten Bild waren sie wieder da angekommen, wo sie gestartet waren, also klickte Sabine direkt weiter. Nun kamen ihre etwas freizügigen Aufnahmen. Ihr Gesicht folgte der Kamera bei jedem Bild, während sie Mal um Mal abgelichtet worden war. Jedes Mal wanderte der Bildausschnitt um sie herum, jedes Mal sah sie ihren gebräunten Schenkel keck aus ihrem Kleid heraus schauen. Die ersten Bilder waren auf ihrer rechten Seite entstanden und zeigten die Gänze ihres Beines. Sabine schielte besorgt auf den oberen Bereich ihres Beines. Während der Aufnahmen hatte sie nicht daran gedacht, dass eventuell Spuren von Hannelores Behandlung zu sehen wären, so sehr war sie in dem Moment aufgegangen. Doch im besten, oder eher im schlimmsten Fall, bildete sie sich ein, höchstens eine leichte Verfärbung zu sehen, die sich im Schatten verlief. Beruhigt klickte sie weiter, bis das brisanteste Bild zum Schluß auf den Bildschirm kam.

Matthias hatte es geschafft, sie fast direkt von vorne aufzunehmen. Ihr Bein streckte sich forsch dem Betrachter entgegen und wenn man seinen Kurven folgte, dann wanderte der Blick unweigerlich immer weiter in Richtung ihres Schoßes. Die nahtlose und gleichmäßige Bräune ihrer Haut bildete einen schönen Kontrast zu dem Blau ihres Kleides, bis sich dann beides kurz vor ihrem Schritt traf. Sabine glaubte, einen Hauch ihres Slips an dem Rand des Kleides vorbei erhaschen zu können, doch sie hätte in das Bild zoomen müssen, um ganz sicher zu sein. Da sie Matthias jedoch keinen Anhaltspunkt für weitere Betrachtungen liefern wollte, ließ sie es lieber sein.

Sabine lehnte sich zurück und atmete tief aus. Insgesamt gesehen waren die Bilder nicht anzüglich oder in irgendeiner Art verwerflich, es war aber auch nichts, was man während eines Familientreffens mal eben im Fotoalbum herumreichen würde. 

“Und, was meinst du?”, fragte Matthias. Als sie ihn ansah, konnte sie etwas Röte in seinem Gesicht erkennen. 

‘Dabei sollte es eigentlich ich sein, die sich für diese Aufnahmen schämen sollte. Aber ich finde sie eigentlich zu gut, um nicht auch etwas stolz darauf zu sein.’

“Ich finde schon, das sie Potenzial haben.”, sagte sie anerkennend. “Aber bei der Auswahl der Motive könntest du ruhig etwas mehr Abwechslung reinbringen.”

Interessiert sah er zu ihr herüber: “Hast du da eventuell Vorschläge?”

‘Gut gekontert. Jetzt muss ich wohl liefern.’, dachte sich Sabine. Sie hatte zwar ein paar aufregende Ideen, doch sie konnte und wollte nicht direkt aufs Ganze gehen. Aber ein wenig konnte sie wohl schon riskieren.

“Komm mal mit, wir müssen erstmal schauen, ob unser ‘Set’ auch ganz für uns allein ist.”, forderte sie ihn auf und stand auf.

Zögernd folgte er ihr auf den Flur und zusammen gingen sie alle Büros ab und prüften, ob sich nicht doch nicht vielleicht noch jemand unter den Tischen versteckt hatte. Selbst auf den Toiletten schauten sie vorsichtshalber nach. Als sie sichergestellt hatten, das sie wirklich alleine waren, schickte Sabine Matthias wieder den Flur ein Stück zurück, während sie vor ihrer eigenen Bürotür stehen blieb.

“Und jetzt?”, wollte Matthias wissen.

Anstelle einer Antwort drehte Sabine ihm den Rücken zu und fing mit zittrigen Fingern an, die Knöpfe ihres Kleides zu öffnen. Es war provokanter als alles, was sie bisher gemacht hatte, doch auf eine falsche Art fühlte es sich für sie so richtig an. Matthias konnte wohl ahnen, was sie tat und hielt den Mund, wofür sie dankbar war. Irgendein Kommentar von ihm würde sie nur das Ganze überdenken lassen und dann würde sie es wohl gar nicht machen.

Mit jedem Knopf wuchs ihre Aufregung, wissend, dass Matthias hinter ihr stand und sie ihre Front schutzlos jedem zeigen würde, der jetzt durch die Tür vor ihr trat. Es dauerte nicht lange, bis sie alle Knöpfe geöffnet hatte und das Kleid vorne locker offen stand. Bis jetzt war noch nichts passiert, lediglich seine Vorstellung dürfte gerade auf Hochtouren laufen, doch Sabine wollte jetzt nicht aufhören. Sie stellte ihre Füße etwa schulterbreit auseinander und griff die Seiten des Kleides auf Höhe des obersten Knopfes. Hinter sich konnte Sabine Bewegungen hören, wahrscheinlich brachte sich Matthias für die Aufnahmen in Position.

“Bereit?”, fragte sie. Sie wollte nicht riskieren, dass Matthias nur starrend alles verfolgte, ohne zumindest ein paar Fotos zu machen. Es war schließlich ungewiss, ob sie das alles nochmal wiederholen würde.

Sabine hörte ein heiseres “Ja” und fing an, das Kleid so weit es ging zu öffnen. Das Gefühl, wie ein Exibitionist zu posieren, der im Park ein paar zufällige Joggerinnen seinen nackten Körper zeigt, verursachte ein Ziehen in ihrem Bauch. 

Langsam nahm sie die Arme runter und spürte, wie der Kragen des Kleides über ihre Haut strich. Erst legte sie ihre Schultern frei und ließ das Kleid immer tiefer sinken. Als es am unteren Ende ihrer Schulterblätter ankam, wurde ihr bewusst, dass spätestens jetzt klar sein musste, dass sie keinen BH trug.

‘Wahrscheinlich hat er das schon vorher vermutet, aber jetzt hat er Gewissheit.’

Aber sie war noch nicht fertig. Sie ließ die Arme weiter sinken und fühlte die Linie des Stoffes, wie sie ihren Rücken hinab wanderte. Über ihre Taille hinweg ließ das Kleid weiter sinken, bis es an ihren Hüften ankam. Wie viel weiter wollte sie noch gehen? Wenn es nach dem Kribbeln in ihrem Körper ging, dann würde sie am liebsten das Kleid einfach fallen lassen und sich anschließend auch noch den String vom Leib reißen. Doch sie musste zumindest teilweise vernünftig bleiben. Sie wollte Matthias nicht auch noch ihr kleines Geheimnis offenbaren, dessen Spuren noch sichtbar auf ihren Pobacken zu sehen waren. Aber zumindest etwas weiter konnte sie doch noch gehen..

Unendlich langsam fiel das Kleid weiter und Sabine spürte, wie der Saum ihres Strings zum Vorschein kam. Nur noch etwas weiter….

Millimeterweise ließ sie das Kleid weiter sinken und spürte, wie sich der Stoff über die Rundungen ihres Hinterns bewegte. Noch etwas, ein kleines bisschen… Stop. Sabine hielt inne, als das obere Drittel ihres Pos über das Kleid hinweg sichtbar wurde. Sie wackelte kurz mit dem Hintern und zog dann das Kleid in einem Ruck wieder über ihre Schultern zurück.

Ohne die Knöpfe wieder zu schließen, schlug sie die Seiten übereinander wie einen knappen Bademantel und drehte sich dann zu Matthias um. Er starrte sie mit offenem Mund an, das Handy in seinen Händen noch immer auf sie gerichtet.

Sabine war sich nicht sicher, ob sie den Bogen eventuell überspannt hatte. Es war eine Sache, ihre nackten Füße zu zeigen oder mal etwas mehr Bein, doch jetzt gerade hatte sie ja fast nackt für ihren Arbeitskollegen posiert. Und das auch noch im Büro. Sollten diese Aufnahmen jemals die Runde machen, war ihr Job Geschichte. Aber es war ja immer noch möglich, die Bilder zu löschen, daher schob sie ihre Bedenken fürs Erste zur Seite.

“Ich hoffe mal, du hast nicht nur die ganze Zeit gaffend da gestanden.”, fragte sie.

Als wenn es ihm gerade erst aufgefallen wäre, klappte Matthias seinen Mund mit einem deutlich hörbaren 'Plopp' zu und blinzelte ein paar Mal.

Nach einem kurzen Räuspern meinte er: “Natürlich nicht. Aber ich hätte nie damit gerechnet, dass du so...", er suchte nach den passenden Worten, “... freizügig bist.”

‘Aha, freizügig nennst du das.’, dachte sie.

“Wollen wir uns die Bilder ansehen?”, fragte er, doch Sabine schüttelte nur den Kopf. Sie war jetzt schon so weit gegangen, da wollte sie ihm noch ein kleines Extra geben.

“Eine Sache will ich noch machen. Du bleibst da stehen, ich muss noch etwas vorbereiten.”

Er sah sie fragend an, doch bevor er etwas sagen konnte, verschwand Sabine in ihrem Büro. Für ihre Idee musste sie weniger riskieren als zuvor, doch sie hoffte, dass die Wirkung trotzdem überwältigend sein würde. Schnell zog sie ihr Kleid aus und genoss den Moment, da sie nur in ihrem String da stand. 

‘Ganz nackt wäre natürlich noch besser, aber für die Aufnahme würde es eh keinen Unterschied machen’, überlegte sie. 

Sie nahm das Kleid und wickelte den Kragen um ihren großen Zeh, sodass sie einen sicheren Halt hatte. Dann stellte sie sich an den Türrahmen, sicher, dass ihr Körper vom Flur aus nicht zu sehen war und streckte das Bein so weit nach vorne, wie es möglich war. Sie lehnte sich sogar extra weit zurück, um jeden möglichen Zentimeter mehr herauszuholen.

“Na los, lange mache ich das nicht”, rief sie Matthias zu. Eigentlich war es gar nicht so anstrengend für Sabine so zu stehen, doch sie spürte, wie das Kleid Stück für Stück von ihrem Zeh rutschte. Im Kopf zählte sie die Sekunden runter, die sie ihm für die Aufnahme zugestehen wollte, doch als sie gerade bei ‘eins’ angekommen war, passierte es. Das Kleid rutschte von ihrem Fuß auf den Boden und lag nun im Flur. 

Sabine überlegte, ob sie versuchen sollte, das Kleid mit dem Fuß zu sich zu ziehen, doch die kleine Stimme in ihrem Kopf meldete sich sofort.

‘Was soll dieses schüchterne Getue. Du warst schon vorher nackt im Büro, komplett mit Halsband, Plug im Arsch und einer Kugel in der Muschi. Jetzt hast du sogar noch deinen String an, also mach nicht so ein großes Ding daraus.’

Soweit musste sie sich selbst zustimmen, doch der entscheidende Unterschied war, dass sie damals alleine hier war und Matthias nicht mit einem Telefon in der Hand keine fünf Meter entfernt wartete. 

‘Und wenn schon, Matthias hat mich schon nackt gesehen. Ich darf ihm nur nicht den Hintern zeigen, dann passt das schon.’

Damit hatte sie ihren Entschluss gefasst. Möglichst gelassen trat sie auf den Flur, drehte sich zu Matthias und schreckte direkt zurück. Er stand keinen Meter von ihr entfernt und wirkte wie ein Reh, das in den Scheinwerfern eines heranrasenden Lasters gefangen war.

“Mensch, erschreck mich doch nicht so.”, sagte Sabine und trat instinktiv einen Schritt zurück.

Matthias sagte erstmal nichts, fing sich aber noch ein paar Sekunden: “Wäre dir dann wieder das Herz in die …”, er sah an ihrem Körper hinab, bis seine Augen am Bund ihres Strings hängen blieben, “... Hose gerutscht?”

Jetzt war es an Sabine, erstmal sprachlos zu sein. Mit so einer Antwort hatte sie nicht gerechnet, zusammen mit der Tatsache, dass sie mit weniger Stoff am Leib vor ihm stand, als ein Taschentuch zu bieten hatte, das warf sie etwas aus der Bahn. Ehe sie reagieren konnte, bückte sich Matthias und hob ihr Kleid auf. Dass sein Gesicht genau auf Höhe ihres Schritts war und er aus dieser Position einen sehr detaillierten Blick auf sie hatte, war ihr nur zu deutlich bewusst. 

Langsam stand Matthias wieder auf und hielt ihr das Kleid entgegen: “Hier bitte.”

“Danke.”, erwiderte Sabine leise. Sie war sich nicht sicher, wie sie sich verhalten sollte. Noch vor ein paar Minuten hatte sie die Situation noch völlig in der Hand gehabt. Jetzt jedoch hatte sich alles komplett umgekehrt und sie war gefühlt in die Defensive gedrängt worden. 

Er nickte ihr kurz zu und drehte sich um.

“Du kannst ja nachkommen, dann schauen wir uns die Aufnahmen an, ok?”, fragte er, schaute aber nicht wieder zurück.

“Ähh, ja, ich bin gleich bei dir.” 

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