Der mutige Kurzfilm-Dreh


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17.05.2026
Schamsituation
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„Hey Süße, schön dich zu sehen“, begrüßte ich die attraktive Blondine. Ich freute mich über Kimmis Besuch. Sie war extra aus Berlin angereist. 

„Hey Süße, schön dich zu sehen“, entgegnete sie lächelnd, mit der Betonung auf dem „dich“. Wir umarmen uns innig.

„Komm rein, die anderen sind alle schon da.“

Die anderen, das sind Patrick, Sandra, Alex Max und eben ich. Seit einigen Jahren nun kennen wir uns und frönen unserem gemeinsamen Hobby: wir drehen leidenschaftlich gern Kurzfilme und zeigen diese auf Festivals und bei YouTube. Bisher hat es noch nicht für eine Auszeichnung oder einen Preis gereicht, doch uns geht es eher um die Freude beim Dreh und darum, gemeinsam eine gute Zeit zu verbringen. 

Unsere Kurzfilme sind, so nenne ich es gern, „künstlerisch wertvoll“, weil Patrick eher der Denker ist. Er ist aber auch derjenige, der die meisten unserer Drehbücher schreibt. Seine Lieblingsfilme sind die mit dem offenen Ende. „Der Zuschauer soll das für sich weiterdenken, das ist es doch, was den Film ausmacht“, ist seine Devise. Ich mag lieber Filme, die man gleich beim Angucken versteht. Aber da Patrick uns damals alle über seine Facebook-Gruppe zusammen gebracht hatte, war er so was wie „der Chef“ bei uns. 

Jeder hatte im Laufe der Zeit seine Passion gefunden. Während Alex und Patrick eher selten als Schauspieler auftreten wollten, hatte ich überhaupt keine Lust auf Kamerafrau oder Ton. Technik interessierte mich einfach nicht so wirklich. Daher achtete ich immer darauf, dass bei den Filmen eine schöne Rolle für mich abfiel. Auch Kimmi und Max waren eher als Schauspieler vor der Kamera aktiv. Um den ganzen Technikkram kümmerten sich noch andere Teammitglieder, wir waren bei unseren Camps also nur der wirklich harte Kern. Insgesamt waren bei unseren Drehs bis zu zwanzig Leute für Technik, als Komparsen oder als Setrunner dabei.

Heute bin ich also dran, die Gastgeberin zu spielen. Das tue ich gern. Wir treffen uns einmal jährlich auf ein Brainstorming bei einem von uns, entwickeln gemeinsam Ideen, essen dabei und haben einfach ein schönes Wochenende. Dazu kommen wir aus allen Teilen Deutschlands – Düsseldorf, Hamburg, Hannover oder eben Berlin. Samstag wird ein Stoff entwickelt und über ein paar Projekte gesprochen und Sonntags fahren alle wieder nach Hause um uns dann einige Wochen später wieder zu treffen und den gemeinsam erdachten Film, den Patrick bis dahin in ein Skript gegossen hat, zu drehen. Ich genieße diese Zeit immer sehr, kann abschalten und bin dann nicht mehr mit meinem Kopf im Job, sondern bei Menschen, die ich mag.

Ich hatte mir extra Mühe gegeben, war gestern einkaufen gewesen und hatte den halben Tag in der Küche verbracht, um Häppchen und kleine Snacks zu machen. Entsprechend gut kamen diese bei meinen Gästen an. 

„Nachdem jetzt alle da sind“, begann Patrick, an einem Gurkenstick knabbernd, „ist die Frage, was unser nächstes Projekt werden soll. „Brenntonne“ war ja sehr erfolgreich auf Youtube und bekommt wirklich gute Kritiken. Daran gilt es jetzt, anzuknüpfen.“

„Ich würde gern mal was machen, was kein offenes Ende hat, das wäre doch mal was Abwechslungsreiches“, grinste Max. Er war wie ich eher von der Fraktion „Filme müssen ein Ende haben“. Ich nickte entsprechend zustimmend.

Kimmi warf eine Idee über einen Film mit Wölfen in den Raum, die sie grob umriss. Schöne Story, aber der Wolf würde mit CGI animiert werden müssen. Das hatten wir bei „Liebe & Tod“ schon mal gemacht und das sah irgendwie künstlich aus. Hatte mir persönlich nicht gefallen. Nachdem wir Kimmis Story durchaus kontrovers diskutiert hatten, verwarfen wir sie, was mir ganz recht war – denn ich hatte auch für mich keine Rolle gefunden, in der ich mich wohlfühlen würde.

„Ich hab da eine Idee über ein Projekt mit einem Gin-Tasting“, pitchte Alex seine Idee. Er umriss sie kurz, es war eine nette Geschichte, die aber nur mit zwei männlichen Darstellern funktionieren würde. Also auch nichts, was spannend für mich war.

Eine Idee nach der anderen wurde in den Raum ge- und passenderweise gleich wieder verworfen. 

„Und wenn wir uns nochmal an Fräulein Nimmerda setzen?“, grub Max eine alte Idee von uns aus. Fräulein Nimmerda war ein Psychothriller, der auch länger als unsere normalen Kurzfilme waren. Patrick schätzte ihn auf rund zwanzig Minuten Laufzeit, was eigentlich schon kein richtiger Kurzfilm mehr wäre. Er nannte so etwas immer „Midi-Film“.

„Du willst mich ja nur wieder zur Duschszene bequatschen“, lachte Kimmi, die ursprünglich für die Hauptrolle vorgesehen war.

„Ach, stell dich doch nicht so an“, meinte Max nur. „Dir guckt da schon keiner was weg“. 

Hintergrund war, dass eine Szene unter der Dusche spielen sollte und man dort auch sehen sollte, dass die Schauspielerin keine Kleidung trägt. Das war Max, der die Regie in dem Film als Erstlingswerk übernehmen sollte, sehr wichtig. „Aus Gründen der Authentizität“, wie er immer sagte. Ich glaube eher, dass er nur Kimmis Möpse sehen wollte.

„Du kannst ja gern eine Duschszene machen, wenn du das so wichtig findest. Ich jedenfalls werde das sicherlich nicht machen“, konterte Kimmi sehr deutlich.

„Das will doch keiner sehen“, warf Patrick da lachend ein.

„Ich glaube, wir sollten mal was richtig tiefsinniges machen“, unterbrach Sandra. Ich hab da eine Idee, aber ich denke, dass Kimmi auch dafür als Schauspielerin nicht in Frage kommt. Und ich definitiv auch nicht. Da werden wir uns wohl jemanden suchen müssen.“

„Hau raus, an was denkst du“, fragte Patrick sehr interessiert.

„Ich bin ganz ehrlich, ich kanns auch für die Uni brauchen. Wir haben derzeit dort ein Thema mit Unterdrückung und Angst in der Beziehung. Und ich hatte hier schon mal ein wenig drauf rumgedacht, aber ich weiß, dass das sicherlich sehr schwierig zu drehen ist.“

„Wieso denn?“, fragte Patrick interessiert.

„Wir brauchen eine Schauspielerin, die wirklich mutig ist, die müssen wir noch casten.“

„Erzähl mal.“

„Es geht in erster Linie um Nacktheit im Netz. Stell dir vor, dein Freund hat Nacktbilder von dir veröffentlicht und alle, die du kennst, haben die gesehen. Dann fühlt man sich eben  in jeder Lebenslage nackt, eben weil jeder weiß, wie du aussiehst. Also komplett….“

„Hm, ich verstehe.“ Patrick hatte eine richtige Denkerpose angenommen, das machte er nur, wenn er an einem Stoff richtiggehend interessiert war.

„Wir müssten also“; führte Sandra weiter aus. „Wir müssten genau solche Szenen dann haben. Nicht zu plakativ, nicht sexistisch, sondern dass man zum Nachdenken kommt. Und idealerweise dann noch so, dass ich in der Uni damit bestehe.“, lachte sie. „Aber mal ernsthaft. Es gibt ja eine Menge solcher Szenen, auf der Straße, bei der Arbeit, auf ner Party, überall wo Leute sind und sie als einzige nackt ist. Und am Ende nimmt sie sich ein Herz, geht, natürlich auch nackt, zur Polizei und zeigt ihren Peiniger an. Und in dem Moment, wo der Polizist sie versteht und ihr sagt, dass sie sich für nichts schämen müsste und dass das nicht ihre Schuld wäre, da zeigen wir sie wieder angezogen.“

„Das ist wirklich eine interessante Idee. Ich denke da mal drauf rum, aber wahrscheinlich werden wir dafür niemanden finden, der das mit uns dreht. Oder“, er schaute Kimmi und mich an, „habt ihr Lust?“

Wir beide schüttelten vehement den Kopf. 

„Dachte ich´s mir doch. Aber ich denke mal drauf rum.“

Wir warfen noch verschiedene Ideen in den Raum, doch letztendlich kamen wir zu keinem wirklich guten Ergebnis, was bisher noch nie vorgekommen war.

Abends gingen wir standardmäßig Döner essen, das gehörte irgendwie schon richtiggehend zum Ritual. Ich lud zu Samy, der besten Dönerbude aus meiner Umgebung ein und wir huldigten dem gedrehten Fleisch. Max hielt sich einen Döner ans Ohr, murmelte etwas vom „Schweigen der Lämmer“ und lachte sich über seinen eigenen Witz kaputt.

Samy brachte diverse Rakis an den Tisch. Ich glaube, er war ein bisschen in mich verliebt, denn er schaute mir bei jeder Runde Raki, die er an den Tisch brachte abwechselnd in die Augen und ins zugegebenermaßen tiefblickende Dekolleté. 

 

Reichlich angeschickert wankten wir die paar Meter bis zu meiner Wohnung zurück, gut gelaunt und satt. Fett und Alkohol – eine Mischung, die mich sehr zufrieden macht, die man mir aber glücklicherweise nicht ansah. Mit meinen knapp 160 cm wog ich nur knapp über 50 Kilo, wovon ein guter Prozentsatz in meinem Vorbau gelandet war. Auf gut Deutsch: Ich mochte mein C-Körbchen, das gut ausgefüllt war.

„Wollt ihr direkt schlafen gehen oder nehmen wir noch einen? Ich hab extra Sekt gekauft.“

„Du bist die Beste, mein Engel, ich könnte dich knutschen“, sagte Kimmi und drückte mir direkt ihre warmen, weichen Lippen auf meine. Sie schmeckte immer noch ein bisschen nach Döner. 

„Krieg ich auch einen“, hörte ich Max von hinten.

„Klar“, und schwupps, hatte Kimmi auch ihm einen Kuss aufgedrückt. Max strahlte, war er doch ein bisschen in Kimmi verliebt. Sie sah aber auch gut aus. Lange Beine, blonde Haare bis unter die Schulterblätter, tolle Lippen und ein sehr attraktives Gesicht auf einem durchtrainierten Körper.

„Von dir auch“, fragte Max mich mit einem Dackelblick. 

„Reicht die geile Blonde dir nicht“, lachte ich und küsste Max auch kurz auf die Lippen.

„Wenn ich jetzt sterbe, hab ich alles erlebt“, lächelte er glückselig.

„Schlaf heute mit den Händen auf der Decke“, meinte Patrick ganz trocken und wir alle mussten schallend lachen, während Max leicht peinlich berührt auf den Boden schaute.

„Wer weiß, was der Abend noch so bringen mag?“, orakelte Patrick.

Bei mir zu Hause angekommen, wurden erstmal die Schlafstätten verteilt. Mein Sofa würde von Alex und Patrick belegt, Sandra schlief im Gästezimmer und Kimmi, mit der mich eine innige Freundschaft verband, würde bei mir im Bett schlafen. So hatten wir es immer gehalten. Max hatte lautstarke Überlegungen angestellt, ob für ihn in der Mitte noch Platz wäre, aber da er nur rund 500 Meter von mir entfernt wohnte, würde er ohnehin die Nacht zu Hause verbringen.

Ich holte für alle Gläser und zwei Flaschen Rosé , den ich kaltgestellt hatte. Großzügig schenkte ich ein.

„Auf dass uns morgen doch noch ein geiler Film einfällt.“

„Sandra hatte doch ne schöne Idee, zwinkerte Max mich an. „Die Rolle wäre dir wie auf den Leib geschnitten.“

„Ja, ist klar. Träum weiter, Honey. Erst willst du mit Kimmi unbedingt Fräulein Nimmerda drehen und nun nervst du mich, weil du bei ihr nicht weiterkommst.“

„Traust du dich nicht oder was?“

„Das hat nichts mit trauen zu tun, Hase, sondern mit Anstand.“

„Also traust du dich nicht! Wo ist denn das Problem? Wir sind nackt geboren. Ist ja nichts, was Geheim wäre.“

„Du, zieh dich gern hier aus, wenn du magst, mich solls nicht stören“, zwinkerte ich ihm zu. „In mein Bett kommst du trotzdem nicht.“

„Kannst du pokern?“, fragte er mich, plötzlich mit einem etwas ernsteren Gesichtsausdruck.

„Klar. Wahrscheinlich besser als du.“

„Ok. Wetten wir: Wir spielen eine Runde. Gewinnst du, laufe ich heute nackt nach Hause und meine Klamotten bleiben hier. Gewinne ich, spielst du die Rolle in Sandras Film.“

„Als ob….“

Ich merkte, wie ich ein wenig unruhig wurde. Aber seltsamerweise war es kein Gefühl des Ärgers oder der Unsicherheit, sondern das kickte gerade irgendwie. So kannte ich das gar nicht von mir. War es Vorfreude, war es der Nervenkitzel, oder war es einfach nur der Alkohol?

„Ok, du meinst also, dass du spielen willst? Ich hole die Karten!“

Alle schauten mich an. Damit hatten sie nicht gerechnet. Kimmi lachte lauf auf. „Das machst du doch jetzt nicht ernsthaft?“

„Klar. Wer gackert, muss auch ein Ei legen. Und Max nackt um den Block rennen zu sehen fände ich schon nice.“

Patrick mischte das Kartenspiel und war der Geber. Ich erhielt einen Buben und eine rote Zehn. Schon mal nicht schlecht.

Patrick deckte auf. Karo sieben, Herz König und Kreuz acht.

Max tauschte eine Karte, ich behielt meine auf der Hand. Eine Neun noch und ich hatte ihn.

Patrick deckte als Turn eine weitere Zehn auf. Perfekt. So hatte ich zumindest schonmal ein hohes Paar.

Max machte ein Pokerface, ich war zwischenzeitlich nun doch etwas aufgeregt. 

Patrick zog den River. Ein Ass. Shit. Aber immerhin die Zehn als Paar.

Max schaute mir in die Augen.

„Was hast du?“, fragte er mich heiser.

Ich legte die Zehnen ab. Es war totenstill im Raum.

Max legte eine Sieben auf den Tisch. Ein Pärchen. Kleiner als meins. Ich grinste. 

„Tja, Hase, dann mal runter mit der Büchs!“

Nun war es an ihm, zu grinsen. „Ach, verdammt, hier hab ich ja noch eine Karte. Bam, Baby!“. Und dann klatschte er noch einen König auf den Tisch. Zwei Paare, eins höher als meins. Verdammt. Mir wurde kalt und ich fing leicht an zu zittern. 

„Oh Süße, echt jetzt?“. Kimmi war durchaus bestürzt. Und ich ebenso. Auch von Sandra hatte ich volle Anteilnahme. 

Ich merkte, wie ich eine leichte Gänsehaut bekam. Shit, ich schaffte es wirklich, mich immer wieder in sehr besondere Situationen zu bringen. Tief durchatmen. 

„Wann drehen wir?“, fragte ich.

Nun war es an Max, überrascht zu gucken. 

„Machst du das echt?“

„Klar.“

„Lara, das kann Max doch nicht ernst gemeint haben, wir suchen da jemanden im Casting“, versuchte Patrick zu intervenieren.

Max´s und mein „Nö, gewonnen ist gewonnen“ kam witzigerweise gleichzeitig. „Wenn ich das zugesagt habe, dann mache ich das auch.“ Ich merkte, je länger ich darüber nachdachte, dass das sicherlich eine besondere, wenn auch herausfordernde Situation für mich war. Aber, uns das war seltsam, ich spürte ein leichtes, nicht unangenehmes Kribbeln…

„OK, Sandra, machst du dann das Drehbuch? Und dann können wir das eigentlich in 14 Tagen drehen, oder was meint ihr? Schaffst du das?“. Dabei schaute Patrick nicht nur Sandra sondern auch mich an. Wir beide nickten.

Der Abend lief so langsam aus, wir tranken noch ein bisschen was und Sandra fragte noch mehrmals, ob sie das wirklich so schreiben solle, wie sie es vorgeschlagen hatte, was ich aber jedes einzelne Mal bejahte und ihr erklärte, sie hätte alle Freiheiten.

Als Max sich verabschiedete, musste ich ihn aber noch etwas pricken. „Schätzelein, lässt du deine Klamotten trotzdem hier, so aus Solidarität, damit du weißt, was du mir da angetan hast?“

„Du bist doch selbst schuld, dass du dich auf die Runde eingelassen hast“, lachte er, bevor er sich seine Jacke anzog. Schade, ein ganz bisschen spitz war ich jetzt doch und der Abend hatte eine gewisse Atmosphäre entwickelt. Nicht, dass ich mit ihm ins Bett gegangen wäre, aber seinen Knackarsch hätte ich schon gern mal gesehen und umdrehen hätte er sich auch dürfen. Ich küsste ihn auf die Wange und dann verschwand er. Auch ich war jetzt müde und wollte ins Bett und den anderen erging es genauso. Patrick und Alex waren schon dabei, mein Sofa mit Decken auszustatten und Kimmi und Sandra waren bereits im Badezimmer verschwunden.

„Ich find’s krass, dass du das echt durchziehst“; flüsterte Kimmi im Dunkeln, als wir nebeneinander in meinem Bett lagen. „Ich hätte mich das nicht getraut.“

„Ganz ehrlich, Max hat mich so geärgert, dass ich´s ihm heimzahlen wollte. Ich kanns auf den Teufel nicht ab, wenn mir jemand unterstellt, ich würde mir etwas nicht zutrauen. Tja, wusste ja nicht, dass das so in den Hose geht.“

„Du bist echt ne Pflaume », lachte sie.

„Meine Pflaume wird bald jeder sehen, befürchte ich.“

Kimmi streichelte mir den Schritt meiner Hotpants, die ich zum Schlafen angezogen hatte. „Hübsche Pflaume“, hörte ich sie, dicht an meinem Ohr. Sie sollte da schleunigst die Hand wegnehmen, sonst würde sie gleich sehr nasse Finger bekommen. Ihr Atem, der an meiner Ohrmuschel kitzelte, sorgte nicht unbedingt dafür, dass ich ruhiger wurde.

Ich spürte ihre Hände, wie ihre Finger langsam an meiner Seite entlangfuhren. Mein Atem wurde schwerer, als sie die Ansätze meiner Brüste über meinem Top streichelte. Ganz still lag ich und auf dem Rücken und genoss ihre Berührungen. Sanft streichelte sie weiter, strich liebevoll an meinem Hals lang und ließ ihre Hand dann in meinem Dekolleté verschwinden. Ganz behutsam liebkoste sie meine Brustwarze, umrundete sie mit ihrem Finger, und sie dankte es ihr, indem sie sich aufstellte. 

„Gefällt dir anscheinend“, flüsterte sie.

„Oh ja. Ist lange her, dass mich jemand so berührt hat.“

„Sag Bescheid, wenn ich aufhören soll.“

„Davon war keine Rede“. Ich seufzte. „Mach weiter.“

Und sie machte weiter, streichelte mich, zwirbelte und dann zog sie mir langsam mein Oberteil aus. Im Halbdunkel schimmerten meine Brüste und Kimmi liebkoste und küsste sie und ich ließ mich einfach nur fallen. Sie umspielte meine Möpse mit ihrer Zunge, während ihre Finger nun südlich des Bauchnabels auf Wanderschaft gingen. Erst streichelte sie nur den Rand meiner Hotpants, dann rutschte der erste Finger darunter und umstreichelte meinen Venushügel. Obwohl ich seit Monaten keinen Freund hatte, war ich sehr froh, dass ich mich am Vortag noch frisch rasiert hatte.

Kimmi setze sich auf, zog ebenfalls ihr Schlafshirt aus und durch das schummrige Licht, dass durch die Straßenlaterne fiel, sah ich zum ersten Mal ihre Brüste. Wunderschön und voll standen sie von ihrem traumhaften Körper ab. Sie nahm meine Hand und legte sie auf ihre Brust. Wie weich und schön sich das anfühlte. Kimmi schien es zu genießen, denn auch ihre Brustwarzen versteiften sich. Wir streichelten uns gegenseitig und dann legte sie sich auf mich und küsste mich – lange und intensiv. Ihre Zunge fand den Weg in meinen Mund und wir küssten uns als wäre es das erste Mal. Sabber lief und aus den Mundwinkeln, der Alkohol und unsere Lust aufeinander ließ alle Hemmungen fallen. Sie rieb sich an mir und ich wollte nur noch meine Hotpants loswerden und ihren Körper vollends an meinem spüren, ohne störenden Stoff zwischen uns. Als ich mein Becken leicht anhob, erfüllte sie meinen Wunsch und entkleidete mich vollständig. Auch ihre eigene Kleidung fiel neben das Bett. Wir küssten uns, streichelten uns, und durch den leichten Schweißfilm auf unserer Haut rutschten wir aufeinander rum. Ich hatte das Gefühl, dass tausend Hände auf meinem Körper La Paloma spielten, sie waren überall. Ich wurde immer erregter, meine Lenden zogen sich zusammen. Überall waren ihre Lippen und sie rutschte auf meinem Körper nach unten und verwöhnte meine Perle mit ihrer Zunge. Ich explodierte, mein Körper stand in Flammen und ich merkte, wie ein Orgasmus mich schier überrollte. Es war ein so wunderschönes Gefühl, wie Kimmi mich zum Höhepunkt geleckt hatte.

„Das ist als kleine Widergutmachung für die Sache mit Max“, holte Kimmi mich wieder in die Realität zurück. Eng aneinander gekuschelt schliefen wir ohne Kleidung ein.

 Als Kimmi sich räkelte, wachte ich auf. Die Sonne schien in mein Zimmer. Ein Blick auf die Uhr zeigte 7:23 an. Noch früh. Wahrscheinlich schliefen die anderen alle noch. Ich warf einen Blick auf Kimmi. Die Decke war verrutscht und zeigte Kimmis Brüste in voller Schönheit. Sie sah zum Anbeißen aus. Das, was gestern vorgefallen war, war die erste Erfahrung, die ich mit einer Frau gemacht hatte. Und es war wirklich wunderschön gewesen. 

Langsam öffnete sich ein Auge von ihr. Dann das zweite. Sie lächelte mich an. „Na Prinzessin“, murmelte sie. „Ausgeschlafen?“

„Fit wie ein Turnschuh“, lachte ich.

Ihr Blick traf meinen. „Ich fand es gestern echt toll. Danke dafür. Du bist was Besonderes.“ Dann küsste sie mich, schwang sich aus dem Bett und zog sich an. „Ich würde sterben für ein Frühstück, lass uns mal die anderen wecken.“

Als wir zusammen leise das Wohnzimmer betraten, saßen Sandra und Patrick bereits zusammen am Laptop.

„Wir sind fertig. Darf ich präsentieren: Je suis nue. Sandra deutete stolz auf das offene Textdokument am Laptop. 

„Ich hab das heute Nacht angefangen und dann mit Patrick in den letzten zwei Stunden beendet. Das hat sich so runtergeschrieben, das will richtiggehend gedreht werden.“

Patrick schaute mich durchdringend an. „Willst du das wirklich machen?“ 

Ich nickte. „Wollen ist gut. Ich hab’s zugesagt, dann muss ich ja wohl jetzt auch.“

„Müssen musst du gar nichts. Du entscheidest selbst, was du machen möchtest und was nicht.“

„Wenn ich ganz ehrlich bin, finde ich ja viele Kurzfilme echt gestelzt. Die Schauspieler gehen gar nicht aus sich raus, da werden Küsse nur angedeutet, die Decke vorgehalten. So mal richtig aus sich rausgehen, das würde mich schon irgendwie interessieren. Und euch vertraue ich, da kann ich mich fallenlassen.“

„Wie du magst.“

Patrick gab mir den Laptop rüber. Ich las mir das Skript durch, machte noch einige Anmerkungen und merkte, wie mir bei manchen Szenen durchaus die Düse ging. Das würde wirklich eine ganz persönliche Herausforderung für mich werden. Nun denn….. 

Den Rest des Tages verbrachten wir mit allerlei Kram, unterhielt uns und hatten einfach nur Spaß. Niemand brachte des Thema wieder auf den Tisch.

Kimmi verabschiedete sich wieder mit einem Kuss von mir und zwinkerte mir zu. Ein bisschen weiche Knie bekam ich schon, die Erfahrung war einzigartig gewesen. Von Max kam auch wieder ein blöder Spruch, statt eines Kusses von Kimmi bekam er aber nur einen liebevollen Klaps auf den Po von ihr. „Ciao, Käpt’n Knackarsch“.

„Wenn du wüsstest“, orakelte er. 

„Wer weiß, vielleicht komm ich nochmal in den Genuss?“

„Kommt drauf an, wie flexibel du bist“. Er zeigte auf mich. „Sie würde ihre Rolle bestimmt gern tauschen.“

„Ne, dann doch lieber die Duschszene in Fräulein Nimmerda.“

„Hab ich dein Wort?“

„Ich überleg es mir“, und schon war sie verschwunden, einen leicht debil schauenden aber hoffnungsfrohen Max zurücklassend.

 

Die Tage gingen wie im Flug vorbei, ich dachte nur ab und zu an den bevorstehenden Dreh, aber dann bekam ich doch Herzklopfen. Zwei Mal musste ich mir in der Dusche Entspannung verschaffen, so sehr bewegte mich das Thema. Und dann war der finale Tag gekommen. Ich hatte die halbe Nacht wachgelegen und mich selbst gefragt, was ich da eigentlich machte, aber ein Zurück gab es für mich nicht.

Kimmi war diesmal die Erste, eine Stunde vor der vereinbarten Zeit klingelte sie bei mir.

„Oh, Bahnfahrerin und dann zu früh, das kennt man ja gar nicht. Schön, dich wieder zu sehen.“

„Ich bin zu früh, weil ich dich sehen wollte.“ Sie schaute mir tief in die Augen und mein Herz kribbelte.

Ich nahm wortlos ihre Hand und zog sie ins Schlafzimmer. Wie in einer Choreographie umflossen wir uns, küssten uns, zogen uns noch im Stehen gegenseitig aus. Sie zog mir mein Oberteil über den Kopf und ich hatte, um Druckstellen beim Dreh zu vermeiden, extra keinen BH angezogen. Keck schauten meine Brüste ihr entgegen und sofort kümmerte sie sich um sie, küsste und liebkoste sie, streichelte dabei meinen Körper und ließ sich von mir ebenfalls ausziehen. Ihr BH war bis zum Bersten gespannt, ich glaube, sie kaufte die immer eine Größe kleiner, damit die Brüste strammer saßen. Mit einer Hand öffnete ich den Verschluss und ihre Brüste sprangen mir richtiggehend ins Gesicht. Auch die weiteren Klamotten landeten direkt auf dem Fußboden und wieder waren wir eins, die Zeit schien stehen zu bleiben, so sehr übermannte uns die Lust. Speichel und Schweiß ließen unsere Körper wieder glitschig werden, wir drehten uns umeinander, sie oben, ich unten und umgekehrt und dann ging ihre Zunge wieder auf Wanderschaft und ließ mich in meinem Orgasmus erzittern, den ich nun laut herausrufen konnte. Zitternd blieb ich auf dem Rücken liegen, während Kimmi mich, auf dem Bauch liegend und lasziv auf ihren Arm aufgestützt, verliebt anschaute.

„Kleiner Motivationsorgasmus für deinen heutigen großen Auftritt.“

Dankbar lächelte ich sie an. Die Motivation war ihr gelungen.

„Deine Haare solltest du allerdings vor den Aufnahmen noch mal richten, du siehst nach Sex aus“, lachte sie.

Ich verschwand, nur mit einem Bademantel bekleidet, im Bad und Kimmi zog sich an und ging aufs Sofa.

Während ich nochmal stresspinkeln war, hörte ich gleich mehrfach die Klingel. Das Herz schlug mir bis zum Hals. Patrick, Max, Alex Sandra und Steffi waren gekommen. Zusätzlich waren Michael, Jens und Thomas zusammen erschienen, die alle die Kamera machen wollten. Wir hatten bisher noch nie mit drei Kameras gedreht, aber nach meiner Ankündigung war das Interesse der Kameramänner urplötzlich seltsamerweise riesig. Woran das wohl lag?

„Bist du bereit“, fragte Patrick verständnisvoll.

Ich nickte.

„Finde ich echt mutig von dir. Das Endprodukt wird sicherlich mega.“

„Nur der Weg dorthin wird schwer für mich.“

Auch Max kam noch dazu.

„Hey Lara, wirklich ganz, ganz stark. Hätte nie gedacht, dass meine Idee im besoffenen Kopp so enden würde.“

„Danke. Irgendwie muss ich zugeben, dass ich mich sogar ein bisschen drauf freue. Ist auf jeden Fall eine völlig neue Erfahrung für mich.“

Ich war ganz froh, dass Max so liebevoll war und kein dummer Spruch in gewohnter Manier von ihm kam. Die Stimmung war irgendwie auch komisch. Etwas gedrückt und doch voller Vorfreude und Aufregung.

Die ersten beiden Szenen, die wir drehen wollten, würden wir bei mir drehen. Wir wollten erstmal damit anfangen, dass ich alleine im Bett aufwache und bereits dabei nichts anhabe. Das konnte ich im kleinen Team mit einer Kamera, Ton und Patrick als Regie machen. Als nächstes würde es dann direkt in die Vollen gehen mit einer Szene, auf der ich als Einzige nackt auf einer Party wäre. Meine Wohnung war ja groß genug, da ging das. Und das gesamte Team würde als Partybesucher auf dieser Party sein, also wäre das mein direkter Sprung ins kalte Wasser.

„Wollen wir?“

„Du bist wirklich bereit dazu?“

„Ja. Ich wills hinter mich bringen.“

„OK. Wir bauen kurz auf und in zehn Minuten starten wir.“

Thomas und Michael verschwanden mit der Kamera und der Tonangel im Schlafzimmer und Jens baute das Licht auf.

Patrick erklärte mir, wie er sich den Ablauf vorgestellt hatte und besprach mit Thomas die Kameraeinstellungen.

„Lara, können wir?“

Jetzt wurde es ernst. Ich begann unmerklich zu zittern, Adrenalin peitschte durch meinen Körper und meine Füße begannen zu kribbeln.

Jens, Patrick, Thomas und Michael schauten mich an, als ich zur Tür hereinkam. Durchatmen. Mein Herz schlug wie wild. Ich griff an den Gürtel meines Morgenmantels, verharrte kurz. Nochmal tief einatmen, ich schloss die Augen und ließ den Morgenmantel von meinem Körper gleiten. Komplett nackt stand ich vor meinen Freunden. Es war so still, man hätte eine Nadel fallen hören können. Immer noch aufgeregt ging ich zum Bett und legte mich hinein, zog mir die Decke bis unter die Brüste, wie mit Patrick besprochen.

„Und bitte!“

Ich spielte, als würde ich gerade aufgewacht sein, räkelte mich scheinbar schlaftrunken, dann schaute ich direkt in die Kamera. Wir hatten besprochen, dass wir dieses Tabu ebenfalls brechen wollten, wir wollten den Zuschauer direkt ansehen. Wenn schon mit Konventionen gespielt wird, sollte man wenigstens alle No-Gos bedienen.

Ich stand auf und ging zur Tür, hinter der ich verschwand, während die Kamera meinen Hintern filmte.

„Danke!“

Als ich zurück ins Schlafzimmer kam, schaute Patrick mich an. „Das war richtig gut, das nehmen wir genau so.“ Er reichte mir meinen Morgenmantel, den ich schnell anzog. Die anderen schauten nicht herüber, jeder fummelte an seiner Technik rum. Mir schien, als wäre es ihnen unangenehm, etwas dazu zu sagen.

„Wollen wir gleich die Partyszene machen?“

„Ja, können wir.“

„Alles ok bei Dir?“

„Ja, geht schon. Bin noch ein bisschen aufgeregt.“
Das war nun wirklich untertrieben. Meine Nervenenden schienen zu glühen, eine Mischung aus Scham und Verlangen, Zeigefreudigkeit und Angst durchfuhr meinen Körper wie eine Achterbahn. Mein Puls dürfte irgendwo bei zweihundert gelegen haben.

Die Partyszene sollte im Wohnzimmer spielen. Als alle auf ihren Plätzen waren, überfuhr die Überwindung mich zum zweiten Mal.

Angedacht war, dass ich alleine hereinkomme und mich niemand beachtet. Daher würde ich mich bei dieser Szene wenigstens alleine im Flur ausziehen können.

„Und bitte!“ hörte ich es von innen rufen. Ich ließ wieder meinen Bademantel fallen, atmete tief durch, zögerte noch kurz, öffnete die Tür und betrat völlig nackt den Raum voller Menschen.

Dieser Take ging bei Weitem nicht so reibungslos über die Bühne wie der Erste. Angedacht war, dass ich von allen ignoriert werden sollte. Aber natürlich war das Gegenteil der Fall. Alle Augen flogen zu mir, musterten mich. Ich konnte ihnen ja nicht mal böse sein, die Neugier war natürlich einfach da. 

„Bitte in der Szene bleiben“, mahnte Patrick. „Ihr sollt sie nicht beachten, sie findet auf dieser Party ja gar nicht so richtig statt. Lara, gehst du noch mal raus? Und Kamera und Ton bitte auf Anfang.“

Beim zweiten Öffnen der Tür ging es nun doch etwas einfacher, ich betrat den Raum, setzte mich zwischen Max und Thomas aufs Sofa und beide versuchten krampfhaft, nicht zu schauen, was ihnen sogar irgendwie gelang. Dann schlenderte ich durch mein Wohnzimmer, nahem mir etwas vorbereiteten Nudelsalat und setzte mich wieder zu ihnen, während die Kamera alles verfolgte.

„Kurzer Cut! Sandra und Kimmi, ihr schaut jetzt bitte auf ein Handy, dann zu Lara und lacht, weil ihr die Nacktbilder im Netz entdeckt hat. Lara, du gehst dann bitte danach ab.“

Genauso drehten wir es und ich verschwand wieder im Flur bei meinem schützenden Frotteemantel.

Als ich wieder ins Wohnzimmer kam, sprach Max mich an. „Ich bin mega stolz auf dich, dass du das echt so durchziehst.“ Dann nahm er mich in den Arm. Es war nicht unangenehm, es war eher liebevoll und ein Zeichen der Verbundenheit und Freundschaft. Max hatte oft an Kimmi und mir rumgegraben und war bekannt für seine dummen Sprüche. Aber dass er hier nun plötzlich so handzahm war, überraschte mich doch. „Hast du wirklich gut gemacht.“ Er drückte mir einen Kuss auf die Wange.

Ich war schon stolz auf mich, dass ich die schwierigste Szene geschafft hatte. Die anderen würde ich jetzt auch noch meistern.

„Wollen wir eben das im Treppenhaus machen?“

Vorgesehen war, dass ich die Wohnung verlasse und meine Treppe heruntergehe. Selbstverständlich ebenfalls nackt. Ich hoffte nur, dass mir kein Nachbar begegnen würde.

„Jetzt bin ich gerade warm, lass uns das fix machen.“

Die Jungs bauten die Kameras auf, eine oben neben meiner Tür, eine ein Stockwerk tiefer. Patrick rief sein obligatorisches „Und bitte!“ und  ich stolzierte aus der Wohnung, als würde ich jeden Tag nackt zur Arbeit gehen.

Für die nächsten Szenen wollte wir zu Alex ins Greenscreen-Studio fahren, das er sich gebaut hatte. Ein Büro hatten wir nicht besorgen können, da bot der Greenscreen sich natürlich an.

Diesmal sollten Patrick und Jens, der die Kamera bei der Partyszene gemacht hatte, meine Kollegen spielen. Vor dem Greenscreen drehe ich ganz gern, da kann man, wenn man sich Mühe gibt, sehr frei agieren. Genauso machten wir es auch hier. Patrick hatte ein entsprechendes Bild rausgesucht, welches später in der Postproduktion zu einem Gesamtbild zusammengesetzt werden würde.

Ich hatte mir, um Druckstellen zu vermeiden, nur eine Jogginghose und einen Hoodie angezogen. Entsprechend schnell fielen die Klamotten und ich schlenderte an der grünen Wand entlang. Eine weitere Szene mit Patrick an der Kaffeemaschine, bei der er auch seltsam schaute, weil er bzw. seine dargestellte Rolle ebenfalls die Nacktbilder von meiner Rolle kannte, war ebenso schnell im Kasten.

Vor dem Greenscreen drehten wir auch die Szene mit dem Polizisten. Dieser sollte von Andreas dargestellt werden, der auch pünktlich im kleinen Studio ankam. Als es klingelte, machte ich schnell die Tür auf, da die Jungs noch am Umbauen waren. Am Blick von Andreas sah ich, dass ich mittlerweile so in meiner Rolle war, dass ich tatsächlich vergessen hatte, mir nach dem letzten Take etwas überzuziehen. Entsprechend freizügig bat ich ihn herein und musste selbst ein wenig lachen. Wir umarmten uns.

„Diese Art der Begrüßung macht noch mehr Spaß als sonst“; meinte er augenzwinkernd.

Wir besprachen kurz die Szene und dann ging es auch schon los.

Nackt betrat ich die „Polizeistation“ und erklärte Andreas mein Problem mit den Nacktfotos. Er schaute sie sich am PC an, das konnte die Kamera aber nicht erkennen, da wir hier natürlich keine Bilder vorproduziert hatten. 

„Ich fühle mich so schlecht und so schuldig.“

„Aber Sie sind nicht schuld. Das ist nur Ihr Ex, der diese Fotos von Ihnen veröffentlich hat. Machen Sie sich keine Sorgen, in ein paar Tagen ist alles vergessen.“

„Cut. Perfekt. Lara, ziehst du dich eben an?“

Der Rest des kurzen Dialoges geschah dann bekleidet.

„Jetzt fehlt eigentlich nur noch die Szene an der Straße.“

Angedacht war eine Einstellung an einer Bushaltestelle, bei der eine Frau mich verächtlich ansehen sollte. Patrick wollte allerdings unbedingt noch einen Bus ankommen lassen. Er wirkte nachdenklich. „Ich hab ehrlich gesagt noch keine Idee, wie ich diesen Bus da kommen lassen kann.“

„Und wenn wir es an einer echten Bushaltestelle drehen?“

„Draußen?“
„Ja. Wieso nicht? Mir ist das mittlerweile echt egal.“

„Ok, wenn du meinst.“ Er zuckte die Schultern.

Eine Bushaltestelle war schnell gefunden. Mir war nur wichtig, dass das nicht direkt in Hannover war und so fuhren wir nach Neustadt, ca. eine halbe Stunde von Hannover entfernt. Dort fanden wir recht schnell eine Haltestelle, die passte. Kimmi würde die empörte Frau spielen, deshalb war sie, ebenso wie Patrick und Jens, nicht in der Partyszene zu sehen gewesen. Laut Fahrplan würde der Bus in wenigen Minuten ankommen. Es war durchaus ein schwieriges Timing und als der Bus am Horizont zu sehen war, schlüpfte ich aus meinen Klamotten, Jens drückte auf Aufnahme und ich schlenderte zur Bushaltestelle, so wie der liebe Gott mich geschaffen hatte. Kimmis empörter Blick, aufgenommen von Thomas mit der zweiten Kamera, saß perfekt und der Blick des Busfahrers, den ich durch die Scheibe wahrnahm, war auch nicht ohne. Zischend gingen die hinteren Türen auf, ich stieg ein und fuhr mit dem Bus los, verfolgt von Thomas mit der Kamera direkt mit mir im Bus und Jens von außen.

Drei Schüler im ansonsten leeren Bus glotzten mir auf mein Schatzkästchen. 

„Jungs, Hände auf die Lehnen vor euch und kein Handy!“ Die klare Ansage von Thomas wirkte Wunder, die Jungs waren viel zu verblüfft um mich ihrerseits zu filmen Das hätte noch gefehlt, dass ich morgen als Highlight in allen sozialen Medien vertreten wäre. Ich blickte zum Busfahrer, der mich im Rückspiegel betrachtete. 

„Mädchen, ich frag jetzt mal nicht, wo dein Fahrschein ist.“, giggelte er. Ihm schien der Anblick zu gefallen, das hätte auch ganz anders kommen können. Aber da wir nur die Einsteigeszene im Bus brauchten, wäre das auch kein Problem gewesen.

An der nächsten Haltestelle stiegen Thomas und ich aus und gingen die paar hundert Meter zu Fuß zurück zum Drehort. Thomas war immerhin so nett, mir seine Jacke um die Schultern zu legen, denn bei der ganzen Spontanität hatte natürlich niemand dran gedacht, dass ich nackt durch den halben Ort laufen musste.

Als wir am Drehort wieder ankamen, beglückwünschte mich das ganze Team zu dem gelungenen Dreh. Auch Max kam erneut auf mich zu und nahm mich in den Arm. 

„Mega. Mein kleiner Nacktfrosch!“. 

Erneut küsste er mich, diesmal auf die Stirn. Fühlte sich irgendwie ja gut an….

Wir ließen den Abend alle gemeinsam locker bei mir zu Hause ausklingen. Niemand hatte mich seltsam angesehen, blöde Sprüche blieben auch aus und ich fühlte mich einfach wohl. Kimmi verabschiedete sich mit dem obligatorischen Kuss, nicht ohne kurz ihre Zunge spielen zu lassen und auch die anderen verschwanden einer nach dem anderen. Der letzte Anwesende war Max.

„Eigentlich müsstest du jetzt auch nackig nach Hause“, neckte ich ihn. „Ich bin immerhin ohne Klamotten durch halb Neustadt gerannt.“

„Ganz ehrlich, ich glaube, dafür bin ich nicht betrunken genug.“

„Sektchen?“

Er lachte. „Du lässt echt nicht locker, oder?“

„Ne.“

„Krieg ich einen Kuss, wenn ich das mache?“

„Klar.“

„Ich meine einen richtigen?“

„Wie richtig?“

„Richtig richtig.“

„Hm, ok. Deal?“

Er gab mir die Hand. „Deal!“

Aber eigentlich wollte ich gar nicht, dass er geht. 

„Und wenn du gar nicht gehen würdest?“

„Wie meinst du?“

Ich musterte ihn. Gut gebaut, attraktiv mit seinen kurzen Haaren und seinen ausdrucksstarken Augen. „Naja, du könntest auch einfach nackt in mein Schlafzimmer laufen.“

Er schaute mich sprachlos an.

„Da würdest du natürlich auch einen Kuss bekommen… und so.“

„Absoluter Deal!“ 

Ich glaube, so glücklich hatte ich ihn noch nie gesehen.

 


Kommentare

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wektor schrieb am 17.05.2026 um 11:25 Uhr

...und bevor wieder die Frage kommt: Die Geschichte ist hier zu Ende, eine Fortsetzung gibts bei mir nicht und der Rest ist Eurer Phantasie überlassen ;-) Juli

FreeFantasyGirl schrieb am 17.05.2026 um 16:24 Uhr

Sechs filmbegeisterte Freunde – drei Frauen und drei Männer – treffen sich, um das Konzept für einen neuen Kurzfilm zu besprechen. Der Einstieg ist stimmig, Vorschläge werden gemacht und wieder verworfen. Die Dialoge sind gut ausgearbeitet und verleihen der Handlung eine lebendige Dynamik. Die erotische Eskalation zwischen Lara und Kimmi ist stil- und niveauvoll und erzählerisch das Highlight dieser Geschichte. Einige kleine Interpunktionsfehler stören stellenweise den Lesefluß, was aber nicht gravierend auffällt. Meiner Meinung nach hätte die Beschreibung des finalen Filmdrehs gern detaillierter ausfallen können. Insgesamt ist dies eine etwas schwächere Story von @Wektor, aber immer noch weitaus besser als der meiste Schund, der hier publiziert wird. 4 Sterne von mir!

Hier findet ihr alle Links zu meinen Geschichten: https://schambereich.org/user/show/FreeFantasyGirl

wektor schrieb am 17.05.2026 um 16:38 Uhr

@FreeFantasyGirl: Ja, der eine oder andere kleine Tippfehler ist wohl durchgerutscht. Hab ich gesehen. Danke für Deine (trotzdem) schöne Rezension. Ich lege demnächst nach - versprochen ;-). Und natürlich lege ich da auch wieder ab :-D

yan1 schrieb am 18.05.2026 um 08:28 Uhr

Nette Geschichte, mal etwas anderes. Was mir nicht gefällt (und ich auch schon öfters bemängelt habe) ist, dass mal wieder der Alkohol als Starter herhalten muss. Ansonsten schöne Dialoge und Beschreibungen. Und ja, der Dreh hätte etwas ausführlicher beschrieben werden können, mit etwas mehr Gefühlen von Lara, die sich vor den Freunden (und Fremden) nackt präsentieren muss.

nylonlover schrieb am 18.05.2026 um 08:33 Uhr

Schön, mal wieder was ohne wildes rumgeficke. Mich hätte es gefreut, wenn Lara sich bei Kimmi bedankt und ihr auch einen Orgasmus geschenkt hätte.

HerrFritz schrieb am 19.05.2026 um 13:05 Uhr

woooow, nette und realistische Geschichte, wie immer super geschrieben!