Sabines Geschichte - Teil 29


Schwurbler

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1829
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04.05.2026
Schamsituation

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Sabine betrat das Büro von Herrn Voss, einen Stapel Papier in den Armen. Endlich hatte sie ihre Arbeit erledigt und konnte sie endlich vorlegen. Sie trat näher an den Schreibtisch heran, der kurzflorige Teppich kitzelte leicht ihre nackten Füße, doch sie kannte das Gefühl mittlerweile und fand es mehr angenehm als lästig. Herr Voss kritzelte auf einem Block herum, als Sabine ihre Arme ausstreckte, um ihm die Papiere zu übergeben, als er plötzlich aufsah und laut fragte: “Frau Menzel, warum sind sie nackt?”

Sie fror mitten in der Bewegung ein, die Arme noch immer ausgestreckt und sah an sich herab. Warum sagte er das, sie war doch nicht… Erschrocken fiel ihr Blick zwischen ihren Armen hindurch auf ihren Körper, der sich vollkommen nackt präsentierte. 

“Ich, äh…”, stammelte Sabine. Warum war sie nackt? Sie war doch sicher nicht nackt ins Büro gefahren, das konnte nicht sein.

Herr Voss stand auf und zeigte auf Sabine, während er immer wieder sagte: “Sie sind nackt!” Sabine ließ die Papiere fallen und stürmte aus dem Büro, während sie noch immer Herrn Voss rufen hörte: “Sie sind nackt!”

Sabine lief an den offenen Bürotüren vorbei, aus denen sie die Stimmen ihrer Kollegen hörte, die den Ruf aufnahmen. Aus jeder Tür tönte es nun “Sie sind nackt!” und nach und nach erschienen auch die ersten Gesichter, die sie mit anklagenden Blicken verfolgten.

“Sie sind nackt!”, riefen sie im Chor, als Sabine an den Türen entlang stürmte. Sie wollte nur weg, raus aus dem Büro und sich irgendwo verstecken. Während sie an immer mehr Türen entlang rannte, fingen die Leute zusätzlich an zu klatschen. Warum taten sie das? Reichte es nicht aus, sie lautstark anzuklagen, mussten sie sie jetzt auch noch während ihres Laufs der Schande anfeuern? Da, in der Ferne, kam eine offene Tür in Sicht, hinter der sich der helle Sonnenschein abzeichnete. Sie stürmte weiter auf das Licht zu, während ihr die Rufe und der Applaus folgten. Noch ein Schritt, dann war sie hindurch und…

 

Sabine schnappte nach Luft und schlug die Augen auf. Sie blickte hektisch umher, versuchte sich zu orientieren. Noch immer hörte sie den Applaus ihrer Kollegen und es dauerte einen Moment, bis sie sich gesammelt hatte. Sie lag auf dem Sofa, leicht verdreht, die Kissen waren um sie herum auf dem Boden verstreut, als ob sie sie dorthin geschmissen hätte. Langsam kam die Erinnerung zurück und Sabine setzte sich auf. Nachdem sie gestern nach Hause gekommen war, hatte sie noch kurz ein paar Kleinigkeiten erledigt, bevor sie sich erschöpft aufs Sofa gesetzt hatte. Anscheinend war sie dann eingeschlafen und hatte diesen merkwürdigen Traum gehabt. Nach den Ereignissen des gestrigen Tages war es auch kein Wunder, sie musste wohl einiges aufarbeiten. Doch warum hörte sie immer noch den Applaus? Sie blickte zum Fenster und sah die dicken Regentropfen, die prasselnd auf das Glas klatschten. Sabine setzte sich im Schneidersitz auf und wuschelte sich durch die Haare, während sie den Tropfen auf ihrem Weg das Glas hinab nachsah. Anscheinend hatte ihr Unterbewusstsein die Geräusche in ihrem Traum eingeflochten und das auch noch auf eine höchst verstörende Art. 

‘Zum Glück hat es gestern nicht so geregnet.’, dachte sie sich. Hätte es während ihres Waldspaziergangs so geschüttet, sie wäre wohl als völlig verschlammtes etwas nach Hause gekommen. Oder Schlimmer, was wäre gewesen, wenn sie auf dem Weg zum Bäcker in so einem Regenguss geraten wäre? Das Kleidchen hätte ihr garantiert keinen Schutz geboten, sondern hätte sich so wie damals eng an ihren Körper gelegt,wie eine klamme zweite Haut. Sie ließ den Kopf hängen, noch immer den Ausruf aus ihrem Traum in den Ohren: “Sie sind nackt!” Ja, es stimmte, sie war nackt. Sie hatte nackt mit den Lehmanns auf der Terrasse gesessen, war nackt in ihre Wohnung gegangen und saß jetzt nackt auf dem Sofa. Und es gefiel ihr, dessen war sie sich sicher. Ihr Blick fiel auf ihre Fußsohle, die auf dem Polster lag. Sie war ganz dunkel, fast schon schwarz, so wie der Straßenbelag, den sie gestern entlang gegangen war. 'Barfuß entlang gegangen war.’, korrigierte sie sich. Sie schaute interessiert ihren Fuß an, krümmte die Zehen etwas und war überrascht, um wie viel dunkler ihre Haut durch den Kontakt zur Straße  geworden war, im Vergleich zu dem Zustand nach ihrem viel längeren Waldspaziergang. Nun, egal ob Wald oder Straße, derart dreckig wollte sie nicht bleiben und machte sich auf den Weg zur Dusche. Mit einem Blick aus dem Fenster kam ihr die Frage, wie es wohl sein würde, wenn sie auf der Lichtung stehen würde, während solch einem Wolkenbruch ereignet. Wie es sich wohl anfühlen würde, in der freien Natur zu stehen, während der warme Regen an ihrem Körper herab lief? Nun  ja, eventuell würde sich ja mal so eine Gelegenheit bieten, wer weiß. Aber bis dahin müsste sie sich mit ihrer Dusche zufrieden geben.

Es dauerte etwas und hatte auch viel Geschrubbe erfordert, bis Sabine sich wieder sauber genug fühlte und aus der Dusche kam. Sie rubbelte sich trocken und machte sich anschließend ein ordentliches Frühstück, mit dem sie sich an den Küchentisch setzte. Genüßlich knabberte sie an ihrem Marmeladentoast, während sie ihr Handy zur Hand nahm. Die Nachrichten hatten auch nichts neues auf Lager und sie wollte das Gerät schon zur Seite legen, als sie das Symbol für eine ungelesene Mail bemerkte. 

“Was wollt ihr mir heute verkaufen?”, nuschelte sie mit vollem Mund und rief die Nachricht auf. Als sie den Absender las, erstarrte sie kurz und etwas Marmelade kleckste vom Toast auf ihre Brust. Das Gefühl der kühlen Marmelade auf ihrer Haut riss sie wieder zurück an ihren Tisch. 

‘Zum Glück muss ich mir keine Sorgen über Flecken machen.’, dachte sie schmunzelnd und sah sich den Klecks auf ihrer nackten Haut an. ‘Nacktheit hat auch seine Vorteile.’ Sie legte den Toast zurück auf den Teller und wischte sich mit dem Finger die Marmelade von der Brust, den sie dann gedankenverloren ableckte. Zu sehr waren ihre Gedanken bei der Nachricht, als das sie sich jetzt um die klebrigen Rückstände auf ihrer Haut kümmern wollte. Es war eine Nachricht von Thomas, der Betreff lautete nur “Spaß gehabt?”

“Oh ja, ich hatte meinen Spaß”, sagte sie zu dem Handy und rief den Inhalt ab. 

“Hallo Sabine,

ich hoffe du hast den gestrigen Tag trotz des doch recht kurz ausgefallenen Treffens genießen können. Zu gerne hätte ich unser Spiel noch fortgeführt, doch leider hatte ich andere Verpflichtungen zu erledigen. Deine Bitte nach einem ‘Spiel’ fand ich sehr interessant und wenn es dir gefallen hat, können wir das in Zukunft gerne wiederholen.”

Sabine erinnerte sich, wie sie sich gefühlt hatte, als ihr ‘Onkel’, sie wegen dem Strafzettel bestraft hatte, die Ansprachen, die er ihr währenddessen gehalten hatte. Ja, es hatte ihr gefallen und es boten sich ihr damit auch mehr Möglichkeiten ihre kleinen Fantasien auszuleben. Bevor sie sich in Träumereien verlor, was sie wohl als nächstes machen wollte, las sie weiter.

“Ich hoffe außerdem, dass dir dein anschließender Spaziergang auch zugesagt hat und du eine schöne Zeit in der Natur verbracht hast.

Günther hatte auf jeden Fall den Eindruck gehabt, als er dich durch den Wald kutschierte. Ich soll dich in seinem Namen bitten, deinen nächsten Besuch anzukündigen und mit mir im Vorfeld abzustimmen, um ungewollte Treffen zu vermeiden.”

Sabine las den Absatz noch einmal, während ihr Mund trocken wurde. Der Forstverwalter, Günther, wie sie jetzt wusste, hatte also die verräterischen Spuren auf dem Sitz des Quads bemerkt, die sie hinterlassen hatte. Sie spürte, wie sie einen roten Kopf bekam, bei dem Gedanken, wie er den vielleicht noch feuchten Fleck auf dem Leder entdeckt und seine Schlussfolgerungen daraus gezogen hatte. Was für ein Bild er sich dabei von Sabine gemacht haben musste, konnte sie sich fast denken. Er traf bestimmt nicht jeden Tag auf eine nackte Frau mitten im Wald, was ja schon an sich ungewöhnlich genug war. Eine nackte Frau, die dann mit ihm zusammen auf seinem Quad durch den Wald gefahren ist, ihre Brüste gegen seine Rücken gedruckt hatte, während jede Unebenheit des Bodens dazu führen musste, dass ihre Spalte über das leicht raue Ledes des Sitzes rieb, sie reizte, bis dann…

Sabine legte den Kopf in ihre Hände und konnte sich nicht von dem Gedanken trennen, was er über sie denken musste. War sie für ihn eines der Blumenkinder, die versuchten so nahe mit der Natur verbunden zu sein wie sie es konnten und nur auf einem Spaziergang gewesen war, oder die anruchige Exhibitionistion, die sich daran aufgeilte sich nackt zu präsentieren, so das sie von möglichst vielen Leuten angegafft werden konnte?

Die kleine Stimme des Teufelchens auf ihrer Schulter kicherte ihr anzüglich ins Ohr: ‘Na, was bist du denn wohl? Hast du versucht, eine bessere Verbindung zur Natur zu bekommen, als du auf diesem Baumstamm zu deinem Höhepunkt geritten bist, oder was verleitet dich dazu, dich nackt vor deinen Nachbarn zu zeigen? Oder im Büro?, Oder…?’

Sabine zuckte zusammen, als ihr all dies vor Augen geführt wurde. Ja, es stimmte, ihr gefiel es, wenn andere ihren nackten Körper betrachteten, wenn sie die gesellschaftlichen Normen dehnte, indem sie sich dort zeigte, wo es nicht üblich war. Aber machte sie das zu einem schlechten Menschen, nur weil sie sich danach sehnte, ihre eigenen Wünsche zu erfüllen? War Thomas im Vergleich ein schlechter Mensch, weil er sie und auch andere mit deren Einverständnis schlug? Sie dachte darüber nach und nahm geistesabwesend ein paar Bissen von ihrem Toast, bis sie zu dem Schluß kam, das es nichts schlimmes daran gab, sich seine Wünsche zu erfüllen solange niemand dabei zu Schaden kam, auch wenn man die Gesellschaftlichen Normen dafür beiseite schob. Ja, das war etwas, womit sie sich gut fühlte. Sollten die anderen doch empört schauen, wenn sie etwas mehr Haut zeigte als es üblich war, sollten sie doch tuscheln. Sabine war sich anhand von Erikas Verhalten sogar sicher, dass die meisten einfach nur nicht die Courage hatten, um selbst etwas zu tun, was sie sich selbst wünschten, bis sie sahen, dass es möglich war, ohne das die Welt daran zerbrach.

Mit neuem Feuer und der Gewissheit, dass ihr Handeln das war, was sie wollte, fing sie an, eine Antwort zu formulieren.

“Hallo Thomas, 

schön von dir zu hören. Auch wenn wir nicht viel Zeit hatten, fand ich unser Treffen doch sehr schön und die Art, wie es gelaufen ist, hat mir sehr gefallen. Wir sollten uns mal in Ruhe zusammensetzen und schauen, wie wir das noch verfeinern können. Und auch den Spaziergang fand ich sehr schön, der Wald hat eine Menge schöner Ecken zu bieten. Komm beim nächsten Mal doch einfach mit, eventuell kann uns Günther dann auch eine kleine Führung geben.

Gruß Sabine”

Sie drückte schnell auf den Senden-Knopf, bevor sie Zweifel an ihren Worten bekommen konnte und wunderte sich darüber, was sie da vorgeschlagen hatte. Würde Thomas annehmen, dass sie dann wieder nackt durch den Wald gehen würde? Bei dem Gedanken, nackt zusammen mit zwei vollständig bekleideten Männern unterwegs zu sein, die Verletzlichkeit und Blöße ihrerseits, spürte Sabine wie sich eine Wärme in ihrem Schoß ausbreiten und unbewusst wanderte eine Hand zwischen ihre Beine, um sich dort leicht zu streicheln.

Sie kostete das schöne Gefühl, das ihre Berührung hervorrief, noch einen Moment aus, zog die Hand dann aber wieder zurück. Sich direkt am Frühstückstisch Erleichterung zu verschaffen war zwar ein netter Gedanke, aber sie wollte es trotz allem nicht übertreiben und es mal ein oder zwei Tage etwas ruhiger anzugehen, konnte definitiv nicht falsch sein. So konzentrierte sie sich auf die Reste des Frühstücks und doch ihre Gedanken wanderten immer wieder zu den gestrigen Erlebnissen, zu den Begegnungen, die sie gehabt hatte.Mit einem Grinsen musste sie an Rudi denken, der sie so dreist überfallen hatte. Was seine Nase wohl unter ihrem Kleid so interessantes für ihn entdeckt hatte? Sie musste auch an die Reaktion seines Frauchens denken, wie überrascht sie geschaut hatte, als sie Sabine kniend  auf der Straße entdeckt hatte und vor allem ihr Gesichtsausdruck, als sie Sabines nackte Füße anstarrte. Sabine rief sich nochmal ihre Gefühle ins Gedächtnis, die sie durchflutet hatten, und die Szene, wie sie da vor der Frau auf dem Asphalt kniete, während sie die Leine in der Hand hielt, ging ihr nicht aus dem Kopf. Mit langsamen Schritten und einer Idee im Kopf ging sie ins Schlafzimmer. Sie zog ihren Spielzeugkoffer unter dem Bett hervor und betrachtete den Inhalt. Ihre Sammlung war im Laufe der Zeit gewachsen, doch was sie jetzt suchte, war erst kürzlich hinzugekommen. Ihre suchenden Finger kramten etwas herum und beinahe andächtig zog sie das Halsband hervor, das sie zuletzt im Büro getragen hatte, als sie eigentlich allein dort hätte sein sollen. Damals war ihr das Herz fast explodiert, als sie nur mit diesem Streifen Leder und ein paar Ketten am Körper über den Flur lief und plötzlich Matthias auftauchte. Das Halsband in ihren Händen haltend, kniete sie sich langsam neben das Bett, die Fersen an ihrem Hintern und in ihrer Vorstellung hörte sie die leise Stimme, die sie aufforderte, es sich anzulegen. Entschlossen schloss sie es um ihren Hals und zog es so weit fest, bis  das Leder spürbar, aber nicht zu eng auf ihrer Haut lag. Sie war noch immer kein großer Freund davon, doch in ihrer Vorstellung hatte sie keine andere Wahl, sie musste es tragen, als Zeichen für jeden, der sie zu Gesicht bekam. Ein Zeichen für… ja, für was eigentlich. Ein Zeichen des Besitzes, der Unterwerfung, ihrer Bereitschaft geführt zu werden, zu folgen, wohin man sie auch brachte? Das wäre auf jeden Fall ein Gedanke, der es wert wäre, ihn weiter zu verfolgen, entschied sie. Doch hier und jetzt war es erstmal nur eine Möglichkeit für Sabine, sich ein paar nette Empfindungen zu besorgen. Sie griff sich noch die zugehörige Kette, klippte sie in die Öse vorne am Halsbandes und hielt sie nachdenklich in der Hand. Wen würde sie gerne mit dem anderen Ende dieser Kette in der Hand sehen? Direkt fiel ihr Thomas ein, wie er sie sanft aber bestimmt  führte, damit sie ihre nächste verdiente Bestrafung erhielt. Dies war definitiv etwas, das sich realisieren lassen würde, vor allem da er ja sein Interesse an Rollenspielen bekundet hatte. Sabine dachte weiter darüber nach und ließ ihre Fantasie spielen. Eventuell Heinz und Hannelore? In ihrer Vorstellung entstand das Bild, wie sie durch die Wohnung geführt wurde, wie ein Haustier, das abgerichtet wird. Nein, Sabine schüttelt den Kopf bei diesem Gedanken. Die beiden hatten zwar ihre Marotten, doch in dieser Rolle konnte sie die beiden nicht sehen. Was wäre dann als nächstes fällig, Heinz im engen Lederdress und Hannelore in Corsage? Ein Glucksen entwich ihrer Kehle bei dieser Vorstellung und sie musste laut kichern. Nein nein, das würde nicht passieren und es war wohl auch besser so für alle Beteiligten. Ihre Gedanken schweiften noch einmal, durchforsteten ihre wenigen Freunde und Bekannte nach jemanden, dem sie diese Rolle zugestehen würde. Kurz blitzte das Bild von Viktoria vor ihrem inneren Auge auf, doch anhand ihres Stils sah sie Sabine eher an ihrer Seite knien, bereit geführt zu werden. Dann, fast zögerlich, schälte sich das Bild von Matthias aus ihrem geistigen Nebel, der ihr sanft die Kette aus der Hand nahm. Sie wusste fast nichts über ihn, mal davon abgesehen, dass er auf Frauenfüße stand und eine wohl lebhafte Fantasie von ihr hatte, seit sie zusammen in ihrem, vom Regen fast durchsichtigen, Kleid zusammen im Auto gesessen hatten. In der Sauna hatte sie sich auch dann völlig hüllenlos gegenübergestanden, doch Sabine vermutete, das dies für ihn einen gesonderten Raum mit anderen gesellschaftlichen Regeln darstellte. Daher war für sie diese Vorstellung so reizvoll, völlig darüber im Unklaren zu sein, was er wohl mit ihr anstellen würde. Die Ungewissheit kroch als kitzelnde Gänsehaut ihren Rücken empor und verschwand dann unter dem weichen Leder des Halsbandes. 

‘Es wäre vielleicht die Anstrengung wert, sich durch seinen Panzer zu sägen.’, dachte sich Sabine und legte die Kette vor sich auf den Boden. ‘Wer weiß, was sich darunter alles verbirgt.’

Mit einem Ruck stand sie auf und ging in Richtung Wohnzimmer, wobei sich die Kette kühl zwischen ihre Brüste legte, um dann zwischen ihren Beinen hindurch auf dem Boden hinterher zu schleifen. Bei jedem Schritt schoben sich die Kettenglieder ein wenig zwischen ihre Schamlippen und schon bevor sie das Schlafzimmer verlassen hatte, ging Sabine mit etwas breitbeiniger, damit das Metall sich noch etwas weiter vorarbeiten konnte. 

Im Wohnzimmer raffte sie die Kette zusammen und legte sie auf das Sofa, bevor sie sich im Schneidersitz darauf niederließ. Das zusammengerollte Ende der Kette lag zwischen ihren Beinen und Sabine spielte gedankenverloren mit dem Teil, der locker zwischen ihren Brüsten baumelte und immer mal wieder keck zwischen ihren Beinen den Hautkontakt suchte, während sie mit der anderen Hand ihr Smartphone bediente. Erst scrollte sie ziellos durch die sozialen Medien und ließ sich durch den Content berieseln, bis sie aus dem Augenwinkel die Broschüre des Naturwanderwegs auf dem Tisch vor sich liegen sah. 

‘Na hoffentlich regnet es nächstes Wochenende nicht so.’, dachte sie sich und prüfte direkt die Wettervorhersage. Die Temperaturen für die Woche hielten konstant bei angenehmen 23 bis 26 Grad, unter der Woche sollte es aber immer mal wieder ein paar Regenschauer geben. Ab Freitag jedoch zeigte das Display nur noch strahlende Sonne. 

“Dann steht dem Spaziergang ja nichts mehr im Weg, vorausgesetzt die Wetterfrösche haben recht.”, murmelte sie und war gedanklich wieder bei ihrem gestrigen Trip durch den Wald. Insgeheim war sie froh, dass sie den Mut aufgebracht hatte, sich völlig nackt in den Wald zu begeben, trotz all dem, was danach passiert war. Sie beugte sich vor und angelte die Broschüre vom Tisch, um die Bilder noch einmal genauer zu betrachten. Die Personen lächelten zu breit und sahen eher so aus, als ob man sie gerade erst in die Szene gesetzt hätte, als dass es auch nur Ansatzweise für sie sein könnte, dass sie mehr als zwei Meter unterwegs gewesen wären. 

“Wahrscheinlich haben sie sich nur kurz für die Kamera ausgezogen und sind danach direkt wieder ins Auto und ihre Klamotten gesprungen”, sagte Sabine zu sich selbst und spürte sich dabei ein wenig Stolz auf sich selbst. Sie hatte es im Gegensatz zu diesen Posern schließlich mehrere Stunden nackt in der Natur geschafft und sie konnte daher aus Erfahrung sagen, dass man anschließend nicht so… Fotogen aussah. Neugierig nahm sie wieder ihr Handy zur Hand und suchte nach mehr Informationen zu diesem Wanderpfad. In Maps war eine Markierung an der Stelle des noch deutlich sichtbaren Parkplatzes zu sehen, ansonsten konnte man von oben keine deutlichen Pfade oder gar Straßen sehen, die die Dimensionen des Pfades offenbaren würden. In einiger Entfernung vom Parkplatz konnte Sabine den kleinen See erkennen, der auch im Prospekt zu sehen war. Sie schätzte, dass wahrscheinlich nicht mehr als zwanzig oder dreißig Personen gleichzeitig am Ufer sein konnten, ohne übereinander zu stolpern. Grob geschätzt waren es wohl etwa zwei Kilometer vom Parkplatz zum See. Sabine hoffte, dass Erika zumindest bereit war, bis dorthin mit ihr zu gehen, ansonsten würde es ein kurzer Ausflug werden. Sabine suchte auf ihrem Handy nach ein paar Bildern, die von den Besuchern bereitgestellt worden waren, doch sie fand nur ein paar Landschaftsaufnahmen, auf denen ein deutlich sichtbarer Pfad im Gras zu sehen war, oder auch ein paar Schnappschüsse vom See und den kleinen Sandstrand. Auffallend war die Abwesenheit jeglicher Aufnahmen, auf denen Personen zu sehen waren. 

‘Entweder nehmen die Leute die Privatsphäre dort wirklich ernst, oder die etwas pikanten Aufnahmen werden schnell wieder gelöscht’, überlegte sie, während sie mit den Kettengliedern zwischen ihren Fingern spielte. Neugierig scrollte sie durch die Kommentare und Bewertungen, doch auch hier bekam sie nur zu lesen, wie schön die Landschaft sei und wie viel Spaß man während des Besuchs gehabt hatte.

Frustriert legte sie das Handy zur Seite und lehnte sich zurück. Mit dem Blick an die Zimmerdecke und dem Gefühl des Metalls zwischen ihren Brüsten ließ sie ihre Gedanken schweifen. Langsam bildete sich eine Idee in ihrem Kopf und mit etwas Glück und Mut würde sie sie in die Tat umsetzen.


Kommentare

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kah299887 schrieb am 05.05.2026 um 07:43 Uhr

Ich finde die Geschichte wunderschön geschrieben. Es entwickelt sich langsam und nicht so hoppla hopp. Gerne mehr davon

Rolando schrieb am 05.05.2026 um 17:19 Uhr

Ja stimmt ich lese die Teile auchbimmer sehr gerne