Sabines Geschichte - Teil 34

Aug 9, 2026 · 15 min read · Voyeurism
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“Wollen wir dann mal wieder zurück in die Tretmühle?”, fragte Matthias, als er seine Flasche neben die von Sabine auf den Tisch stellte.

“‘Wollen’ ist so ein starkes Wort.” meinte Sabine, stand aber auf,nahm ihr Tablett samt Flasche und brachte beides zurück zum Truck. 

Nachdem auch Matthias und Erika ihre Tabletts zurückgebracht hatten und sie alle zusammen standen, sah Sabine ihre Chance gekommen.

“Wenn wir schon mal hier sind, muss ich noch eben ein paar Sachen einkaufen.”, sagte sie so nebenläufig wie möglich.

Die Gesichtsausdrücke ihrer Begleiter zeigten widersprüchliche Gefühle. Matthias wirkte, als ob er gerade einen Energy Drink auf Ex getrunken hätte, plötzlich sehr wach und aufmerksam. Erika hingegen wirkte eher so, als ob man ihr gerade gesagt hätte, dass der Osterhase nicht echt sei. 

“Eigentlich eine gute Idee, ich könnte auch noch was bei der Gelegenheit holen.”, stimmte Matthias zu.

‘Na sicher, diese ‘Gelegenheit’ möchtest du dir bestimmt nicht entgehen lassen.’, dachte Sabine, obwohl sie schon damit gerechnet hatte.

Nun war es an Erika, Farbe zu bekennen. Matthias und Sabine schauten sie fragend an. Ihr Blick wechselte zwischen ihnen hin und her, unschlüssig, wie sie mit der Situation umgehen sollte.

“Du willst so..”, sie blickte kurz auf die nackten Füße von Sabine, “... einkaufen gehen?”

“Klar, oder ist das etwa verboten?”, wollte Sabine wissen.

‘Verboten nicht, aber unkonventionell.', stimmte die leise Stimme Sabine zu.

“Ich… brauche aber nichts.”, versuchte Erika, sich aus der Affäre zu ziehen.

“Gut, dann kannst du ja eben die paar Minuten hier auf uns warten.”, verkündete Matthias frech.

Erstaunt blickte Sabine ihn von der Seite an. Sie hatte nicht erwartet, dass er Erika derart die Pistole auf die Brust setzen würde. Andererseits war sie ganz froh, dass dieses Ultimatum nicht von ihr ausgehen musste. Sie konnte erkennen, wie Erika ihre Möglichkeiten gegeneinander abwägte. 

Entweder begleitete sie Matthias und Sabine, wo sie wahrscheinlich von allen anderen Kunden begutachtet werden würde, ohne die Möglichkeit sich zu verstecken oder irgendwie auszuweichen. Aber sie wäre nicht allein und würde die Aufmerksamkeit mit Sabine teilen. 

Oder sie könnte hier alleine warten, im Blick der ein- und ausgehenden Kunden und der potentiellen Kunden des Foodtrucks. 

Beides wahrscheinlich für sie keine einfachen Optionen, doch Sabines Meinung nach war es an der Zeit, sie ein wenig in tieferes Wasser zu schubsen. Ansonsten würde ihr Ausflug am Wochenende im schlimmsten Fall ein totaler Reinfall werden.

“Du könntest aber auch schon mal vorgehen und wir treffen uns dann im Büro wieder.”, schlug Sabine vor. Damit wäre Erika zwar noch immer allein, doch sie wäre zumindest in Bewegung und bräuchte nicht wie auf dem Präsentierteller zu stehen.

“Ja, wenn du wirklich nichts brauchst, wäre das wohl auch eine Möglichkeit.”, stimmte ihr Matthias zu. 

Auch Sabine fand die Idee eigentlich sehr gut, damit sie noch etwas Zeit zu zweit mit ihm verbringen konnte. Vielleicht bot sich ja die ein oder andere Gelegenheit, um ein paar offene Punkte zu besprechen.

Erika kaute auf ihrer Unterlippe, während ihr Blick immer wieder zwischen dem Geschäft und Sabine hin und her wanderte. Sabine war gespannt, wie sie sich entscheiden würde. Es dauerte ein paar Sekunden, dann straffte sie ihre Schultern und sah sie herausfordernd an: “Dann gehe ich schon mal zurück. Lasst euch nicht zu viel Zeit, sonst sucht euch hinterher noch Herr Voss.”

‘Herausforderung angenommen.’, dachte sich Sabine und war insgeheim stolz auf ihre Kollegin. Es bestand also durchaus Hoffnung, dass das Wochenende interessant werden könnte.

Zusammen mit Matthias sahen sie Erika hinterher, als sie zielstrebig die Straße entlang ging. Bei jedem Schritt konnte Sabine einen kurzen Blick auf ihre dunklen Fußsohlen werfen und nach ein paar Metern griff sie nach Matthias Ellbogen und drehte ihn zum Eingang des Supermarkts. 

“Sind meine Sohlen auch so dunkel?”, wollte sie von ihm wissen, während sie ins Geschäft gingen.

Matthias nickte, hielt den Blick aber geradeaus gerichtet: “Aber ja, vielleicht sogar noch etwas dunkler als die von Erika.”

Als sie sich einen Korb nahm, grinste sie ihn kurz an: “Also nach meinem Waldspaziergang waren die aber nicht so dunkel.”

Das hatte gesessen. Über die Schulter hinweg sah sie zu Matthias zurück, der ihr sprachlos nachsah. Als kleines Sahnehäubchen winkelte sie noch kurz das Bein an, so dass er einen ungehinderten Blick auf ihre gesamte Fußsohle werfen konnte, bevor sie in einen Gang abbog.

Nun stand sie alleine zwischen den Aufbackbrötchen und wurde sich langsam bewusst, was sie gerade machte. Nach dem rauen Asphalt der Straße waren die glatten Fliesen des Supermarkts eine willkommene Abwechslung, vor allem, da sie deutlich kühler waren als der von der Sonne aufgeheizte Boden draußen. 

Sabine ging die Regale entlang, packte hier und dort etwas in ihren Korb, während ihr Hauptaugenmerk auf den Reaktionen der anderen Kunden und Angestellten lag. Tatsächlich gab es nur vereinzelt Regungen, hier und dort mal ein längerer Blick, als wenn sie sich vergewissern wollten, dass dort tatsächlich eine junge Frau barfuß durch das Geschäft ging. Als sie an zwei Hausfrauen vorbei ging, hörte sie hinter ihrem Rücken, wie die beiden aufgeregt miteinander tuschelten, ohne jedoch Details aufschnappen zu können. Doch niemand stellte sie zur Rede oder konfrontierte sie direkt.

‘Warum auch, du machst ja nichts Verbotenes. Wenn allerdings dein Kleid jetzt offen stehen würde…’

Sabine lauschte der Stimme in ihrem Kopf und fühlte das leichte Kribbeln in ihrem Schoß, schaffte es aber, ihre Hand davon abzuhalten, zu den Knöpfen ihres Kleids zu wandern. Sie verwarf den Gedanken aber nicht komplett, sondern schob ihn nur so weit zur Seite, das er sie nicht zu irgendwelchen Dummheiten verleiten konnte.

Auf ihrem Weg durch die Gänge sah sie Matthias immer mal wieder wie zufällig auftauchen. Bei jeder Gelegenheit wurde er kurz etwas langsamer und Sabine konnte seine Blicke praktisch fühlen. Jedoch blieb er immer auf Abstand und nahm die Szenerie im Ganzen auf, anstatt neben ihr zu gehen.

‘Soll er doch die Aussicht genießen, so was bekommt er ja auch nicht alle Tage zu sehen.’, dachte sich Sabine. Sie selbst genoss es ja schließlich auch. Der kühle, glatte Boden unter ihren Sohlen fühlte sich einfach gut an und gerade im Bereich der Kühltheken war es schon fast zu frisch. 

Ein kurzer Blick in ihren Korb zeigte ihr, dass sie praktisch alles beisammen hatte. Jetzt wollte sie die Gelegenheit nutzen, noch etwas für ihren Ausflug am Wochenende einzupacken. Ein kleiner Snack für unterwegs wäre bestimmt nicht schlecht, also ging Sabine in den Gang mit Süßwaren und Knabberkram. Schokoriegel fielen wegen der vorhergesagten Temperaturen weg, es sei denn, sie wollten sich mit halb geschmolzener Schokolade vollsauen. Also packte sie ein paar Müsliriegel in ihren Korb und wollte gerade weitergehen, als ihr Blick auf eine Merci-Packung fiel.

“Was überlegst du?”, sagte Matthias neben ihr.

Sabine zuckte erschrocken zusammen und hätte beinahe ihren Korb fallen lassen.

“Mensch, schleich dich doch nicht so an. Mir ist fast das Herz in die Hose gerutscht.”, blaffte sie ihn erschrocken an.

An seinem Gesichtsausdruck konnte sie erkennen, dass er ihr ihren Tonfall nicht übernahm.

“Wäre bestimmt interessant gewesen, das zu sehen, besonders da du ja keine Hose an hast.", meinte er grinsend.

‘Aha, der Herr wird lockerer.’, dachte sich Sabine, sagte aber nichts. Sie wollte nicht riskieren, diesen kleinen Fortschritt mit einer unbedachten Äußerung zu ruinieren.

“Ich dachte darüber nach, Erika eine kleine Belohnung zu besorgen. Sie ist heute etwas über ihre Grenzen gegangen, findest du nicht?”, fragte Sabine und deutete auf die Schachteln vor ihr.

Matthias überlegte kurz, nickte dann aber nur und griff sich die größte Packung aus dem Regal. Mit einem Blick zu Sabine zuckte er nur mit den Schultern: “Ist ja dann von uns beiden.”

Es sollte Sabine nur Recht sein, dass er sich beteiligt, schließlich hatte er heute ja auch etwas von der ganzen Situation gehabt. Und mal sehen, vielleicht bot sich ja noch die ein oder andere Gelegenheit, um ihn zum Schwitzen zu bringen.

“Gut, ich brauche jetzt nur noch etwas aus der Getränkeecke. Was ist mit dir?”, wollte Sabine wissen.

Matthias senkte seinen Blick, neben der Packung Schokolade hatte er nur einen einzelnen Apfel in den Händen.

“Ich seh schon, du hast deine ‘wichtigen’ Besorgungen wohl schon erledigt, nicht wahr?”, neckte sie ihn. 

“Ich brauche halt nicht so viel.”, versuchte Matthias, sich aus der Affaire zu ziehen, doch Sabine war klar, dass er nur mitgekommen war, um sie zu beobachten.

“Na dann kannst ja gleich mitkommen.”, forderte sie ihn auf und ging voran.

Sie brauchte noch eine Flasche Limo für sich und für ihren Ausflug wollte sie zwei kleine Flaschen Wasser oder so holen.

Bei den Getränken angekommen, griff sie sich das Gesuchte aus dem Regal, doch als sie dann zur Kasse wollte, merkte sie einen Widerstand an ihrem linken Fuß. Irritiert hob sie den Fuß an und hörte ein schmatzendes Geräusch. Als sie auf den Boden sah, bemerkte sie einen großen, hellbraunen Fleck, in den sie unwissend getreten war. Anscheinend hatte jemand hier etwas verschüttet und man hat es noch nicht für nötig gehalten, wieder sauber zu machen. Sie wollte weiter, doch der Blick von Matthias ließ sie innehalten. Er starrte geradezu auf den Fleck und Sabine wollte schon fragen, was los ist, als sie selbst noch einmal zurück sah. Mitten in dem Fleck zeichnete sich ein dunkler, fast schwarzer Fußabdruck ab. Die klebrige Oberfläche hatte ihr wohl einen Teil des Drecks von ihrer Fußsohle abgezogen und jetzt hatte sie sich wie auf dem Walk of Fame mit einem Abdruck von sich verewigt.

‘Da wird sich die Reinigungskraft bestimmt freuen’, dachte sich Sabine und machte sich auf den Weg in Richtung Kassen. Bei jedem Schritt blieb ihr linker Fuß leicht am Boden kleben, doch es kümmerte sie nicht besonders. Das war halt eine der Gefahren, wenn man barfuß einkaufen geht. 

Plötzlich hörte sie hinter sich ein Klicken und drehte sich um. Sie konnte gerade noch sehen, wie Matthias sein Handy schnell wieder in die Hosentasche steckte und so tat, als wenn nichts gewesen wäre. Mit ein paar raschen, patschenden Schritten, war sie wieder an ihn herangetreten und baute sich nur eine Handbreit von seinem Gesicht entfernt auf.

“Hast du etwa gerade ein Foto von meinem Fußabdruck gemacht?”, zischte sie ihn gepresst an, da sie nicht durch den ganzen Laden schreien wollte.

Matthias starrte sie groß an, wandte dann aber seinen Blick ab und holte sein Telefon wieder hervor.

“Ich dachte nicht, dass es dir etwas ausmachen würde.”, sagte er leise.

Es machte Sabine auch nichts aus, aber das würde sie ihm nicht auf die Nase binden. Zumindest nicht sofort. Sie wollte lieber noch etwas Spaß damit haben, ihn zappeln zu lassen. 

“Dann lass mal sehen.”, forderte sie ihn auf. Als er sie ungläubig ansah, nickte sie ihm auffordernd zu, ohne den Augenkontakt zu lösen.

Leicht zittrig entsperrte Matthias sein Telefon und hielt es Sabine hin. Ja, da war das Foto von ihrem dunklen Fußabdruck in dem Fleck. Deutlich konnte sie den Umriss ihres Fußes erkennen, auch die Zehen waren gut zur Hälfte sichtbar. An und für sich war es eigentlich ein schönes Foto, aber sie wollte ihn nicht jetzt dafür loben. Sie wollte gerade sagen, dass er das Bild behalten dürfte, da sah sie unten auf dem Bildschirm die Miniatur der vorherigen Aufnahme.   

Bevor Matthias reagieren konnte, hatte sie ihm das Telefon aus der Hand genommen und blätterte durch die Aufnahmen. 

“He, was… Sabine, warte…”, hörte sie seinen Protest, doch ihre Aufmerksamkeit galt den Bildern, die sie sah. Da war sie, wie sie an den Kühltruhen stand und auf Zehenspitzen nach etwas im oberen Regal griff. Dann sie, im Gang von hinten beim Gehen fotografiert, einen Fuß im Schritt angehoben. Das nächste Bild überraschte sie, es waren nur ihre Füße, die unter einem Regal hinweg zu sehen waren. Für diese Aufnahme musste er im Parallelgang auf dem Boden gelegen haben, anders konnte sie es sich nicht erklären. Sie wischte noch ein paar Mal weiter und bekam dann auch Aufnahmen von sich und Erika zu sehen, wie sie an dem Foodtruck saßen und Sabine ihre Füße ausgestreckt hatte.

Mit finsterer Miene sah sie Matthias über das Handy hinweg an. Es war offensichtlich, dass ihm die ganze Situation mehr als unangenehm war und er am liebsten in irgendeinem Loch verschwunden wäre. 

Wortlos reichte sie ihm das Handy zurück und Matthias nahm es vorsichtig wieder an sich.

“Ich… ich werde die Aufnahmen sofort löschen.”, sagte er leise und schaffte es dabei nicht, ihr in die Augen zu sehen.

“Ne, lass mal.”, erwiderte Sabine und sie hätte gerade viel dafür gegeben, um ihrerseits ein Foto von seinem Gesichtsausdruck machen zu können.

“Aber…. warum?”, stotterte Matthias und sah sie fragend an.

“Du hast dir so viel Mühe mit den Aufnahmen gegeben, das soll ja nicht umsonst gewesen sein. Aber merk dir, in Zukunft keine heimlichen Aufnahmen mehr, verstanden?

Matthias nickte heftig und konnte sein Glück wohl kaum fassen. Nicht nur, dass Sabine ihm wohl anscheinend nicht wirklich böse war, er konnte seine kleinen Kunstwerke auch noch behalten.

Sabine ging ein paar Meter in Richtung Kasse und sah dann über die Schulter hinweg zurück zu Matthias, der immer noch wie angewurzelt im Gang stand.

“He, wird das heute noch was?”, rief sie ihm zu. Als er jedoch einen Schritt auf sie zu gemacht hatte, rief sie erneut: “Das hier ist doch ein viel schöneres Motiv.”

Irritiert sah Matthias sie an und sein Mund stand erstaunt auf, als Sabine ihre Pose vom Eingang wiederholte. Sie winkelte das rechte Bein an, präsentierte die dunkle Fußsohle dem verdutzt guckenden Matthias und lächelte ihn dabei über die Schulter hinweg an. Es dauerte ein paar Sekunden bis er reagierte und die Szene im Bild verewigte.

“Siehst du, ist doch viel einfacher auf die Art.”, feixte sie ihm zu und ging endgültig voran zur Kasse.

Auf dem Rückweg vom Supermarkt ging Matthias neben ihr her. Zum einen hätte es bestimmt komisch gewirkt, wenn er ein paar Meter hinter ihr gelaufen wäre, zum anderen musste er jetzt nicht mehr zurückbleiben um heimlich Fotos von ihr zu machen. 

“Es wäre eigentlich nur gerecht, wenn du mir die Bilder von mir auch zur Verfügung stellst, findest du nicht?”, fragte sie ihn unschuldig.

Matthias sagte einen Moment lang nichts, wahrscheinlich musste er kurz über die daraus entstehenden Konsequenzen nachdenken. Wäre er ehrlich und würde alle betroffenen Bilder teilen, würde Sabine wohl erfahren, wie lange er sie schon heimlich fotografierte. 

“Ja, das wäre wohl nur fair.”, stimmte er schließlich zu. 

Insgeheim freute sich Sabine darauf, die Aufnahmen zu sehen, auch wenn sie wohl nicht so aufregend wären, wie die Bilder in ihrem eigenen, speziellen Fotoalbum. 

‘Aber wer weiss, was nicht ist, kann ja noch werden.’, dachte sie sich.

Schweigend gingen sie die Straße weiter entlang, bis sie nur noch eine Kurve von der Zielgeraden zum Büro trennte. Sabine blieb plötzlich stehen und Matthias ging noch ein paar Schritte an ihr vorbei, bevor auch er stehen blieb.

“Was ist los?”, wollte er wissen.

Sabine schaute sich kurz um, doch sie sah und hörte keine anderen Personen auf der Straße. 

‘Warum sollte ich nicht schon gleich mal damit anfangen, die Qualität seiner Aufnahmen etwas zu steigern?', überlegte sie sich.

“Ich dachte, du würdest die Gelegenheit vielleicht noch für ein, zwei Aufnahmen nutzen wollen, bevor wir wieder im Büro sind.”, gab sie ihm zu bedenken.

Matthias schluckte einmal sichtbar und kam dann langsam zu ihr zurück.

“Und was stellst du dir vor?”, fragte er unschuldig, doch Sabine konnte die Vorfreude in seinen Augen erkennen.

Sie sah sich kurz um und stelle ihre Einkaufstasche an einer niedrigen Begrenzungsmauer ab. Dann kniete sie sich auf die Mauer, verschränkte die Hände hinter dem Kopf und streckte leicht den Hintern raus. Als sie nichts hörte, schaute sie hinter sich und sah Matthias einfach nur da stehen.

“Wird das noch was?”, fragte sie ihn, was ihn schließlich aus seiner Starre riss. Hastig holte er sein Telefon aus der Tasche und Sabine schaute wieder die Büsche vor sich an. Sie hörte ein paar Mal den Auslöseton der Kamera und als es still blieb, stand sie wieder auf.

“Dann zeig mal.”, forderte sie Matthias auf und er reichte ihr noch immer stumm das Telefon. Sabine wischte langsam durch die Aufnahmen, eine Totale ihrer dunklen Füße, gefolgt von ein paar Aufnahmen, die sie im Ganzen zeigten. Ihr gefielen die Bilder, die Pose hatte etwas Verletzliches an sich, doch dadurch, dass sie hier im Freien gemacht wurden, strahlte Sabine dabei auch eine Art der inneren Stärke aus. Zumindest war es das, was sie für sich da hinein interpretierte.

“Das war… toll. Danke.”, brachte Matthias hervor und wollte das Handy schon wieder wegstecken, als Sabine ihm die Hand auf den Arm legte und leicht den Kopf schüttelte.

“Eine Einstellung machen wir noch.”, kündigte sie an.

Die Freude in seinen Augen war nun nicht mehr zu übersehen. 

“Und was schwebt dir vor?”, fragte er neugierig.

Sabine grinste ihn an: "Weißt du noch die kleine Diskussion, als wir drei losgegangen sind?”

Matthias nickte, schließlich war es ja nicht alltäglich, dass eine Arbeitskollegin mitten auf der Straße ihr Kleid Stück für Stück raffte, bis es fast nichts mehr verdeckte.

“Nun, ein Rock muss ja nicht zwangsläufig kurz sein, um als minimalistisch zu gelten, findest du nicht?”, fragte sie ihn, noch immer grinsend.

Er wollte gerade darauf antworten, als Sabine anfing den untersten Knopf ihres Jeanskleides zu öffnen. Er lag etwas oberhalb ihrer Knie und kaum war er offen, nestelten ihre Finger bereits am nächsten Knopf. Dieser war auf Höhe der Mitte ihrer Oberschenkel und als er offen stand, klaffen die Seiten des Kleides deutlich auseinander. Sabine hatte zwar schon früher mal gewagte Kleider getragen, die auch vergleichbar viel Bein gezeigt hatten, doch sie war hier nicht auf dem Weg zu irgendeiner Party, sondern stand mitten auf der Straße, praktisch gesehen vor ihrem Büro und war dabei, sich auszuziehen.

‘Nicht wirklich ausziehen, ich mache mich doch hier nicht am helllichten Tag mitten auf der Straße für ein paar Fotos nackig.’, dachte sie sich. ‘Aber zumindest etwas weiter kann ich noch gehen.’

Mit einem wohligen Kribbeln in ihrem Schoß und heftig klopfendem Herz fing sie an, den dritten Knopf zu öffnen. Er lag knapp unterhalb ihres Schamhügels und war damit definitiv höher als die Position, bis wohin sie vor knapp einer Stunde ihr Kleid gerafft hatte.

Bevor der Knopf endgültig aufsprang, drehte sie sich zur Seite, sodass Matthias nicht das Finale in seiner ganzen Pracht sehen konnte. Stattdessen wollte sie ihm etwas geben, das seine Fantasie anregte. Sie stellte die Zehen des rechten Fußes auf die Mauer und das Kleid teilte sich so, wie Sabine es sich vorgestellt hatte. Ihr rechtes Bein lag nun bloß und lugte aus dem Schlitz des Kleides heraus. Sie wollte Matthias gerade wieder zu ein paar Aufnahmen animieren, doch diesmal war er schneller und Sabine hörte nur den Auslöseton des Handys immer und immer wieder klicken. Dabei ging er von einer Seite zur anderen und schoss beinahe ununterbrochen Fotos. Wann immer es möglich war, schaute Sabine in Richtung der Kamera und lächelte für die Aufnahmen. Das Finale war dann, als Matthias fast über die Mauer fiel, als er versuchte, sie möglichst von vorne zu fotografieren.

“So, das reicht für heute.” Sabine nahm den Fuß wieder runter und knöpfte flink das Kleid zu. 

“Die Bilder schauen wir uns dann zusammen zum Feierabend an, in Ordnung?”

Es war weniger eine Frage als eine Feststellung, die Sabine da machte, doch Matthias nickte nur. Wahrscheinlich hätte sie gerade alles von ihm verlangen können, doch so gemein war sie nicht. Und außerdem hatten sie beide so etwas, auf das sie sich am Ende des Tages freuen konnten.

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