"skrupellos" Kapitel 20

von RebeccaMontez
Bewertung: 4.4 von 5 Stimmen.
Zur Kategorie: Voyeurismus

 

Wir saßen nebeneinander auf dem Sofa, aßen Paprikachips und tranken Cointreau, diesen leckeren französischen Mirabellenlikör.

„Was ist das mit dem Richter?“, fragte ich.

„Wir lieben uns“.

„Julia hör doch auf, Du bist eine Nutte. Für Geld darf ein Mann so ziemlich alles machen bei Dir. Nutten sollten sich nicht in ihre Kunden verlieben, da hatte Mae schon recht und der Richter ist schließlich nichts anderes als ein Kunde“.

„Wir lieben uns“, beharrte sie.

„Und deshalb wolltest Du Dich auch umbringen, wo bitte ist da die Logik?“.

Sie schüttelte den Kopf.

„Nein, nicht deshalb“.

„Weshalb denn Julia?“.

Sie schaute mich an:

„Du willst die Geschichte hören, wie?“.

„Allerdings“, antwortet ich.

„Es ist keine schöne Geschichte“, sagte sie.

„Das macht nichts, nein das schreckt mich nicht“, sagte ich und Julia nickte.

„Ich hatte es nicht vor, ehrlich nicht, das kannst Du mir glauben. Wollte nur einige Tage zur Ruhe kommen, wieder einen klaren Kopf bekommen, wollte wohl auch wissen ob er mich liebt und mich vermisst und fuhr nach Sulingen zu Vater. Doch er war nicht da, war im Urlaub und das Haus leer“.

„Da fielst Du dann in ein Loch?“, fragte ich mitfühlend, doch sie schüttelte den Kopf.

„Nein nein, ich hätte da nicht hinfahren dürfen, nie mehr,… nie nie mehr, die ganzen Erinnerungen kamen zurück. Ich hatte irgendwie geschafft es zu verdrängen, ...doch als ich Johannas Zimmer betrat, … es sah noch genauso aus wie damals, so als würde sie jeden Moment wiederkommen. Ich brach unter meiner Schuld zusammen,...verstehst Du?“.

und obwohl ich nichts verstand, nickte ich dennoch...

Julia schluckte und ich nahm ihre Hand.

„Johanna wurde im August 1989 fünfzehn und sie sah hinreißend aus, sie hatte eine Figur...“.

Ihr war etwas eingefallen.

„Ich hab ein Bild von ihr“.

Sie kramte in ihrer Handtasche und gab mir ein Foto.

Julias Schwester sah aus wie Rachel Sweet…dachte ich...

„Sie hat Ähnlichkeit mit Rachel Sweet“, sagte ich und Julia nickte: „Ich weiß“.

Wir schauten beide das Foto an und nach einem weiteren ausgiebigen Schluck sprach sie weiter.

„Die Jungs liefen ihr in Scharen hinterher. Sie war dann aber immer öfters mit einem Typ zusammen, Pedro, er gefiel mir nicht. Ich hatte damals noch keine Erfahrung mit Männern, trotzdem sagte mir etwas, mit dem stimmt was nicht und ich sagte zu ihm, lass meine Schwester in Ruhe. Er lachte mich aus“.

Julia leerte ein halbvolles Glas Cointreau auf eine Zug und ich schenkte ihr nach. Sie fuhr sich mit dem Handrücken über den Mund.

„Dann gab es eines Abends diesen fürchterlichen Krach. Sie wollte mit diesem Jungen für ein Wochenende zu einem Rockkonzert, dort auch Zelten. Papa sagte nein, sie schrie und heulte und bettelte und ihren Augen suchten meine, hilf mir, Du bist doch meine Schwester, sagte ihr Blick“.

Das nächste Glas schüttete Julia runter als wäre es Wasser.

„Ein schlechtes Gefühl hatte ich, trotzdem stand ich ihr bei und Papa gab schließlich nach“.

„Es wird schon gutgehen“, sagte er noch.

Tränen liefen nun über Julias Gesicht.

„Nie, niemals und selbst wenn ich ewig leben würde, werde ich mir das verzeihen Rebecca“.

Sie weinte nun hemmungslos an meiner Schulter.

Ich schenkte unser beider Gläser randvoll und sagte: „Ex“.

„Ex“, sagte auch sie.

Die Flasche war leer und ich schwankte etwas, als ich aus der Küche eine Flasche Johnny Walker Black holte.

„Nur 20 Kilometer von unserem Haus entfernt, in einem kurvigen Waldstück, verlor er die Kontrolle über seinen alten Ford“.

Julia braucht nicht weiter zu sprechen, ich konnte mir den Rest zusammen reimen und nun fing ich auch an zu weinen.

„Der Wagen raste frontal in einem Baum, ihm war so gut wie nichts geschehen, aber Johanna, ...sie war tot“.

arme, arme Julia, nie hatte sie vorher mit mir darüber gesprochen. Ich hatte keine Ahnung gehabt und keine Ahnung was ich tun sollte, was ich sagen könnte… doch da hatte ich eine Idee...

Ich zog sie von der Couch hoch und wir standen uns vis a vis.

Ich streifte ihr das Kleid über den Kopf und zog ihr Höschen aus, gleichgültig ließ sie es zu, dann zog ich mich auch aus.

Nun fuhr ich mit meinen Händen leicht über ihren Körper, nahm dann ihre Hände und führte sie über meinen Körper.

„Das alles hier, geht eines Tages den Weg allen Fleisches, Julia. Wir sind seit dem Tage unserer Geburt dazu verurteilt zu sterben. Nackt bin ich von meiner Mutter Leibe gekommen, nackt werde ich wieder dahinfahren. Der HERR hats gegeben, der HERR hats genommen“.

Sie blickte mich irritiert an.

„Ich glaube nicht an Gott und ich weiß, Du tust es auch nicht Rebecca“.

Ich wiegte nachdenklich meinen Kopf.

„Und wenn wir uns irren, hast Du schon zu Gott gebetet und ihm von deiner Not erzählt?“.

„Wenn er so allmächtig ist wie alle sagen, müsste er es doch schon wissen?“, antwortete Julia ziemlich schlagfertig für ihren Promillepegel.

Kurz wusste ich keine Antwort, doch dann fiel mir ein:

„Natürlich weiß ER es, aber Du kannst ihn nur um Hilfe bitte, wenn Du betest, ...ist doch klar“.

„Immer unter der Prämisse, dass es ihn überhaupt gibt“, sagte Julia.

„Das ist korrekt“, bestätigte ich.

„Und was passiert dann Rebecca?“.

„Dann wirst Du in den Kreis derer aufgenommen die an ihn glauben“.

„Das ist alles?“.

„Dann wird Dir geholfen“, sagte ich sehr bestimmt.

Zweifelnd schaute sie drein.

„Schau mal, was riskierst Du schon dabei?“, fragte ich.

Sie schaute mich nachdenklich an.

„Kennst Du ein Gebet, ich kenne keins?“, fragte sie.

„Ich glaube, man kann einfach so mit ihm reden. Also die Hände falten schon, das muss sein, aber einen vorgegebenen Text braucht man dazu nicht“.

„Das wusste ich nicht und das gilt dann trotzdem als Gebet“, fragte sie.

„Ja sicher“.

Julia faltete die Hände.

„Und nun?“, fragte sie.

„Nun sprich zu ihm“.

Julia flüsterte plötzlich: „Aber was soll ich sagen?“.

„Sag ihm, Herr ich leide...“, flüsterte nun auch ich.

„Herr ich leide...“, wiederholte sie meine Worte.

„Sehr“, sagte ich

„Sehr“, sagte Julia.

„Und ich rufe zu Dir oh Herr in höchster Not“, gab ich vor.

„Und ich rufe zu Dir oh He...“.

„Halt, wir haben was vergessen“, unterbrach ich sie.

Fragend schaute sie.

„Du musst hinknien dabei, vielleicht da“, und deutete auf die Couch.

„Da kannst Du auch deine Ellenbogen aufstützen“, sagte ich noch.

„Man muss hinknien dabei und seine Ellenbogen aufstützen?“.

„Ja, sonst funktioniert es nicht“, bestätigte ich wissend.

„Also können Leute die aus irgend einem Grund nicht knien können, nicht beten?“, fragte sie.

„Ja sicher, das ist doch wohl klar...“.

Ich überlegte: „Außerdem kann jeder hinknien“.

„Und was ist mit der Frau im Rollstuhl, oder dem Mann im Krankenbett?“, fragte sie.

„Tja, die haben eben Pech gehabt“.

„Ach herrje...“, sagte Julia mitfühlend.

„Oder aber, die sind entschuldigt, die können auch beten ohne zu knien“, überlegte ich.

„Ist das so?“, fragte sie, aber erwartete keine Antwort mehr. Sie hatte das Interesse verloren und griff nach der Flasche, ließ sich auf das Sofa sinken und trank.

Ich setzte mich wieder neben sie und nahm ihr die Flasche weg.

Dann sprach sie wieder.

„Papa war danach ein gebrochener Mann, konnte es mir nicht verzeihen, dass ihn überredet hatte“.

Julia griff meine Hand mit der Zigarette und nahm einen tiefen Zug.

„Ich ging dann nach München. Weg, weit weit weg wollte ich. Ich hatte mein Sparbuch geplündert und einige tausend Mark in der Tasche. Ich nahm mir ein Zimmer in einem Hotel und lag die meiste Zeit heulend auf dem Bett.

Dummerweise, oder glücklicherweise, wie man es nimmt, war es ein sehr teures Hotel, mein Geld schwand wie Schnee in der Sonne, auch da ich meist in dem teuren Hotelrestaurant zu Abend aß. Immer nahm ich eine Platz am Fenster, der nächtliche Ausblick auf den Stachus, das Treiben dort unten lenkte mich ab“.

Sie griff wieder nach der Flasche, doch ich nahm sie ihr nochmals weg.

„Eines Abends funktionierte das aber nicht mehr und ich heulte was das Zeug hielt...“.

Plötzlich, als sei ihr im Moment etwas wichtiges eingefallen schaute sie mich an.

„Weißt Du Rebecca, das mit Herbert, es gibt tiefere Gefühle als Sex“.

„Ganz bestimmt“, sagte ich und sie nickte zufrieden.

„Ich hatte sie vorher nicht bemerkt, aber am Nebentisch saßen zwei Frauen, Damen wenn Du willst, eine Ältere und eine Jüngere. Die Jüngere stand dann irgendwann auf und setzte sich ungefragt zu mir.

„Wollen Sie sich nicht zu uns setzten und erzählen was Sie so traurig macht?“, sie nahm meine Hand und führte mich zu ihrem Tisch.

„Guten Abend mein Kind“, sagte Madame Eve und Mae fuhr mir liebevoll über die Wange.

„Ich erzählte den Beiden alles und obwohl ich sie nicht kannte, war es doch eine Erleichterung darüber sprechen zu können“.

Sie drehte ihren Kopf zu mir.

„Weißt Du, Herbert liebt mich wahrhaftig“.

Ich konnte nicht widerstehen, zu verführerisch war ihr Mund nur Zentimeter entfernt und wollte ihr einen Kuss geben, doch sie drehte ihren Kopf weg und sprach weiter.

„Bei uns in Asien gibt es ein altes Sprichwort, „Zorn ist ein Mann, Sanftmut eine Frau“, sagte Mae ruhig.

„Sei zornig Julia“, sprach Mae.

„Und nicht auf Dich mein Kind, Du kannst nämlich nichts dafür“, fügte Madame hinzu.

„Räche Dich, tue es, tue es für dich, er soll leiden...“, sagte Mae und und ihre Augen funkelten zornig.

„Dann geht es Dir besser mein Kind“, bestätigte Madame.

Eine Stunde später checkte ich aus und bezog bei Madame ein Gästezimmer.


 

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