Schauspieltraining

von Ecosy
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Zur Kategorie: Kunst

Mary saß allein bei einer Tasse Kaffee an ihrem Küchentisch, hatte die Beine hoch gelegt  und las  die Zeitung. Sie konnte sich, ohne  auf irgend jemanden Rücksicht nehmen zu müssen nach einem harten Tag im Institut entspannen. Ihr Mann Rick war auf einer Dienstreise und ihre Kinder waren auf mehrere Universitätsstädte in benachbarten Bundesländern verteilt. Das zweite Lebewesen im Raum war die Katze, aber die lag auf einem Stuhl und schlief.

Sie genoss diese halbe Stunde am Nachmittag und konnte alles ausblenden, was im Haus zu tun war beziehungsweise was sonst noch an Pflichten auf sie wartete. Der Informationsgehalt der Zeitung war eher bescheiden. aber etwas Unterhaltung war ja auch nicht zu verachten. Beim langsamen Durchblättern der Zeitung fiel ihr eine Anzeige  des Stadttheaters auf.

Darin wurde bekannt gegeben, dass das Stadttheater den Aufbau eines Laienensembles plane, das unter fachkundiger Anleitung  eigene Aufführungen einstudieren und auf der "Kleinen Bühne" zur Darstellung bringen wird. Des Weiteren könnten einzelne Laien auch bei den großen Inszenierungen eingesetzt werden. Das Projekt werde von den Dramaturgen Thoralf Menthert und Sebastian Trossig geleitet. Interessenten -gerne auch älter als 30 Jahre - möchten sich bitte unter Telefonnummer soundso  melden und Ort und Termin einer ersten Zusammenkunft erfahren.

Mary konnte sich nicht vorstellen, dass es einen Mangel an Schauspielern geben könnte, eher doch wohl an Engagements! Sicher war das wieder nur ein Trick, um das notorisch klamme Stadttheater finanziell zu entlasten. Statt die Profis zu bezahlen, nimmt man Amateure! Das ist doch skandalös! Gibt es denn nicht so etwas wie eine Schauspielergewerkschaft, die dagegen einschreitet? Eine Anzeige:"Schauspieler gesucht!" müsste  dem Theater doch Bewerbungen ins Haus spülen, dass man jede Aufführung drei- und vierfach besetzen kann!

Andererseits...  Vielleicht hatte man sich ja doch auf die hehren Ziele des Theaters als Institution der Verbesserung der Welt besonnen? Oder der Menschheit? Oder doch wenigstens des Kulturangebots in der Stadt? Nebenberuflich zu schauspielern  könnte doch für viele Leute eine interessantes Hobby sein. Mary hatte früher in der Schule und dann beim Studium begeistert an kleinen Aufführungen teilgenommen und verband eine Reihe netter Erinnerungen damit. Leider war das mit Beruf und Familie  dann nicht mehr vereinbar.

Nun könnte sie sich schon einmal in der Woche für eine Probe  Zeit nehmen. Fernsehen und Lesen muss  ja nicht das ganze Leben ausfüllen. Aber eine so alte Tante wie sie will ja niemand auf einer Bühne sehen. Ab Mitte vierzig kann man  beim besten Willen auch mit regelmäßigem Training und  Schönheitspflege  mit den jungen Dingern  nicht mehr mithalten... Halt! Stand da nicht "gerne auch älter als 30"? Wer kann schon ein Stück mit lauter Girlies inszenieren? Das geht bei einigen Endlos-soaps im Fernsehen, aber doch nicht  bei ernsthafter Kunst!

Mary stand auf und ging an ihren Schreibtisch. Dort bewahrte sie in einem Schubfach alle Arten von Papieren auf, die ihr zu schade zum wegwerfen waren (was sie aber schließlich  doch tat, wenn die Schublade voll war).
Nach einigen Wühlen fand sie zwei Theaterprogramme aus der letzten Spielzeit und bei der Besetzung des einen Stücks tauchten die beiden Namen Thoralf Menthert und Sebastian Trossig  auf. So schien das schon seine Richtigkeit zu haben. Die beiden gehörten zum Ensemble des Stadttheaters. Das schloss nicht aus, dass sie nicht auch Dramaturgen waren. Vielleicht wollten sie mit einem Laientheater praktische Erfahrungen sammeln.

Also, was sprach dagegen, sich da mal zu erkundigen? Vielleicht war das ja etwas für sie? Sie ging gern in das Theater und auch mal hinter der Bühne Theaterluft zu schnuppern konnte doch so verkehrt nicht sein! Es war ein kurzer Entschluss und Mary hatte die angegebene Nummer gewählt. Das Stadttheater meldete sich und sie wurde weiter verbunden. Ja, erfuhr sie, auch ihre Altersgruppe würde benötigt, die erste Zusammenkunft  würde gleich am nächsten Freitag Nachmittag sein. Möglicherweise kann da auch gleich eine Probe stattfinden. Bitte bequeme, strapazierfähige Kleidung mitbringen.

Nun kamen Mary doch Bedenken. Sollte sie so etwas nicht vorher mit Rick beraten? Doch hier ging es einzig um sie selber und  die Teilnahme an einer Laienspielgruppe  war ja nichts ehrenrühriges. Schließlich wollte sie nicht bei einer Stripshow mitmachen! Obwohl ... Mary musste kichern, da würde sie es ihrem Mann erst recht nicht sagen!  Rick würde es schon verstehen. Er gehörte nicht zu der Sorte Ehemännern, die aus Prinzip überall  dominieren  wollten.

Am Freitag lenkte Mary pünktlich auf die Minute ihre Schritte zum Stadttheater. Sie betrat das Haus zum erstenmal am Bühneneingang. Der Pförtner sagte ihr, wo sie hingehen musste: "Erster Stock, links. Probenraum Zwo!" Jetzt war Mary doch schon etwas gespannt. Was für Leute würden sich gemeldet haben? Würde sie, Mary, deren Ansprüchen genügen? Wie würde sie sich auf völlig fremde Menschen einlassen können? Von ihrer Berufstätigkeit einmal abgesehen, hatten Rick und sie nur einen kleinen Bekanntenkreis, der sich in den letzten Jahren auch kaum erweiterte.

Wie zu erwarten, war der Probenraum groß und hell  erleuchtet. Eine Seitenwand war verspiegelt, in der Ecke stand ein Flügel und auf dem Boden ein Filzteppich. An den anderen Wänden standen Stühle, auf denen aber niemand saß. Einige waren mit Taschen und Mänteln belegt. Die Teilnehmer am  Laientheater standen einzeln oder in  kleinen Gruppen  im Raum. Sofort als Mary den Raum betrat. löste sich aus einer der Gruppen ein Mann und ging auf  Mary zu.  In der Hand hielt er eine Namensliste, was ihn gleich als 'person in charge' auswies.

Er strahlte sie an, "Herzlich willkommen am Stadttheater. Das ist sehr schön, dass du zu uns gekommen bist. Mein Name ist Thoralf. Nach meiner Liste müsstest du Mary sein. Richtig?" Ganz selbstverständlich redete er Mary mit "du" an. Da man in den nächsten Monaten viele Stunden miteinander verbringen würde, wäre ein Beharren auf Konventionen an dieser Stelle fehl am Platz. Mary war in der Regel nicht so leicht bereit, vertraulich zu werden, zumal Thoralf sicher zehn Jahre jünger als sie war. Aber sie hatte hierdurch gleich das Gefühl, aufgenommen zu sein und  entspannte sich.

Thoralf ging wieder in die Mitte des Raumes, winkte einen zweiten Mann, Sebastian, heran und zeigte mit seinen Armen an, die Leute in dem Raum möchten sich in einem Halbkreis um ihn versammeln.
Es waren etwa zwanzig Menschen, die gekommen waren, keiner von ihnen jünger als dreissig. In etwa lag Mary gut im Durchschnitt, denn einige waren sicher schon siebzig. Warum auch nicht? Theater spielen kann man in jedem Alter.


"Also," fing Thoralf an "Nochmals Herzlich Willkommen! Wir freuen uns, dass ihr euch für die harte Arbeit eines Schauspielers interessiert. Sebastian und ich  werden die Arbeitsgemeinschaft leiten. Als Ziel ist uns eine Aufführung zu Beginn der Spielzeit im nächsten Herbst auf der "Kleinen Bühne"  gestellt. Bis dahin steht uns eine Menge Arbeit bevor, aber ich denke, das Ziel ist erfüllbar. Über das Stück werden wir gemeinsam in ein paar Wochen entscheiden. Alle Teilnehmer erhalten einen Hausausweis des Stadttheaters, das heißt, ihr  und Eure Partnerinnen und Partner könnt zu stark reduzierten Preisen alle Aufführungen des Ensembles besuchen.
Versicherungstechnisch  tritt  die Haftung des Hauses in kraft, wenn ihr durch das Gebäude oder einen Mitarbeiter hier einen Schaden erleiden solltet. Ich kann aber  Euch versichern, dass noch nie ein Scheinwerfer hier abgestürzt ist."

Hier machte Thoralf eine kleine Pause, offenbar um allen Gelegenheit zu geben, das kleine Späßchen über die Unwahrscheinlichkeit  eines solchen Unfalls  zu begreifen, aber die Reaktion war mäßig. "Aber," fuhr Thoralf dann fort, "für seine eigenen Handlungen ist jeder selbst verantwortlich. Wir spielen hier eine Rolle, wir dürfen uns aber nicht in ihr verlieren. Ich komme gleich noch darauf zurück." Wieder machte er eine kurze Denkpause.
"Jeder kann jederzeit hier abbrechen, wenn er sich überfordert fühlt. Jeder, der hier raus läuft, kann auch jederzeit wieder herein kommen. Schauspiel ist manchmal schwierig und nicht jeder ist immer  "gut drauf."

Mary fragte sich, was das alles zu bedeuten hat. Der tut ja,  als ob auf-der-Bühne-stehen
ein hoch riskantes Geschäft ist! Mary war sich schon immer recht genau darüber  im  klaren, was für sie gut war und was nicht. Dinge, die man nicht kann, muss man eben lassen. Thoralfs nächste Lektion befasste sich mit der eigentlichen Tätigkeit eines Schauspielers. "Ein Schauspieler ist dazu da, um gesehen zu werden. Das muss man aushalten können! Zuallererst muss man aber selbst sehen können. Das wollen wir einmal demonstrieren."

Thoralf trat zur Seite und gab die Sicht auf Sebastian frei, der an der hinteren Wand  den Raum  durchquerte.  Sebastian hatte einen großen Hut so schräg aufgesetzt, dass sein Kopf völlig verborgen war. "Schätzt doch mal, wie alt Sebastian ist." Es war ganz klar, dass Sebastian einen alten Mann spielte. Er lief etwas breitbeinig, steif in den Knien und im Rücken. Also musste man von dem Eindruck, den er machte, ein gutes Stück abziehen. Mary überlegte, wie Sebastian aussieht. Sie hatte ihn ja vorhin neben Thoralf  gesehen, aber der hatte sofort die Aufmerksamkeit auf sich gezogen.

Den Anderen ging es genau so und man einigte sich schließlich auf einen Mittelwert, vierzig Jahre.  Das wäre etwas älter als Thoralf und jünger konnte ein Mensch, der so lief, offensichtlich nicht sein. Dann nahm Sebastian den Hut ab: Er war mit Abstand  der jüngste unter ihnen, vielleicht Mitte zwanzig.
"Nun kommt die Frage zum Sehen:  Wie hat sich Sebastian so viel älter  machen können? Macht alle mal den Gang des alten Mannes  nach! Ja, gleich hier und jetzt!"

Zögernd setzte sich die Gruppe im Kreis herum  in Bewegung, jeder schaute nach den anderen, bei keinem war das Ergebnis der Bemühungen auch nur annähernd so perfekt wie bei Sebastian. Er und Thoralf  gingen zu jedem einzelnen und gaben Tipps zur Verbesserung. Nach einigen Minuten stoppte Thoralf   die Bewegung und ordnete die Gruppe wieder im Halbkreis um sich: "Also das wird einen großen Teil unseres Trainings ausmachen: Sehen und nachahmen und dabei gesehen werden. Habt ihr gemerkt, wie einige gezögert und sich vor den anderen geniert haben? Das ist ganz normal, aber für einen Schauspieler unmöglich."

Thoralf wendete sich dem neben ihm stehenden Sebastian zu und griff ihm plötzlich mit beiden Händen an den Hals und begann ihn zu würgen. "Ich sagte vorhin, wir müssen uns in die Rolle hinein versetzen, dürfen uns aber nicht darin verlieren." Sebastian versuchte verzweifelt, Thoralfs Hände von seinem Hals zu lösen. Beider Fingerknöchel waren weiß vor Anstrengung. Sebastian lief  schon rot an und fing mit geöffnetem Mund an zu röcheln. Ungerührt fuhr Thoralf fort:"Wer so eine Szene spielt, darf sich nicht dazu hinreißen lassen, Ernst zu machen. Das gilt für eine Strangulierung, aber noch mehr für eine Liebesszene."

Unterdessen fing Sebastian an, spasstisch zu zucken, er empfand das ganz klar nicht mehr als Spaß, sondern kämpfte um sein Leben. Mary war drauf und dran einzuschreiten, als Thoralf los lies. " Es darf niemandem ein Schaden entstehen. Auch ich würde nicht ungeschoren davon kommen, wenn Sebastian heute Abend mit Würgemalen zu seiner Freundin nach Hause kommt." Thoralf hatte Sebastian kaum berührt! Beide grinsten vergnügt, dass ihnen wieder eine Überraschung gelungen war und sonnten sich im anerkennenden Gemurmel der Umstehenden.

"Nun seid ihr wieder dran: Jeder stellt sich ein Tier in seinen typischen  Bewegungen vor und ahmt es dann nach. Lasst euch Zeit und überlegt, wie ihr das Tier darstellen wollt." - Mary wusste, wie wichtig es war, auch Tiere in ihrer Eigenart darzustellen. Vor vielen Jahren hatte sie in einem Aitmatov-Stück einen Schauspielstudenten bewundert, der ein Kamel spielte. Der war dermaßen überzeugend, dass sie sich immer noch daran erinnerte. Mit der Methode, die Tiere, wie zum Beispiel in "Cats" zu vermenschlichen, konnte sie nichts anfangen.

Von Thoralf aufgefordert, zeigte einer der Herren sein Tier, ein Pferd. Er "galoppierte" im Kreis umher, wieherte und drehte sich um sich selbst. Dann spielt eine Frau einen Hund. Sie machte sogar "Wau!,Wau!" und am Ende Männchen. Das alles ging nicht über das Niveau eines Kinderspiels "Heiteres Tiereraten mit Robert Lemke" hinaus. Es war eher albern. Mary hatte sich überlegt, dass hier nur reine Pantomime in Frage kam und sich einen Plan zurecht gelegt.

Sie war die nächste. Sie ging in die Mitte des Kreises, hockte sich dort hin, zog Arme und Beine unter ihren Körper und legte den Kopf auf den Boden. So verharrte sie zwei-drei Sekunden zum Zeichen, dass dies die Ausgangsposition war. Dann schob sie beide Arme langsam auf dem Filzbelag nach vorn und spreizte die Finger. Der Kopf folgte dicht über dem Boden. Damit gelangte sie in eine knieende Position mit dem Hintern hoch in der Luft und einem Hohlkreuz. Schließlich hob sie den Oberkörper an, streckte die Beine und rückte die Füße so weit wie möglich an die Hände heran. Ihr Rücken machte  dabei einen Buckel. Damit auch jeder merkte, dass damit die Vorführung beendet war, bewegte sie noch den Kopf ruckartig zum "Publikum" und verharrte wieder 2-3 Sekunden.

Spontaner Beifall belohnte Mary für diese Leistung. Da hatte sich das regelmäßige Training im Fitnesscenter  ja ausgezahlt.  Die restlichen Teilnehmer  absolvierten mehr oder weniger geschickt ihre Aufgabe. Zögern gab es nach Thorstens Ermahnung aber nicht mehr. Zwischendurch gab  Sebastian  den Schimpansen. Er war wieder so überzeugend, dass Mary ihm bestimmt eine Banane gegeben hätte, wenn sie eine zur Hand gehabt hätte.

Die letzte Übung nannte Thorsten "Sehen und Sehen aushalten". Die Teilnehmer bildeten einen Doppelkreis. Von den 19 Teilnehmern waren nur vier Männer. Sebastian nahm mit an der Übung teil, damit es zehn Paare sein konnten. Innen standen die Männer und fünf weitere Frauen. Die Aufgabe war es, sich  auf Armlänge entfernt gegenüberzustellen und eine Minute in die Augen zu sehen.

Das war schon komisch. Mary stand außen und hatte  einen Mann zum Partner. So intensiv hatte sie schon lange keinen Mann mehr angesehen. Es war ihr auch bewusst, dass dieser auch bei ihr jede Gefühlsregung wahrnehmen konnte. . Ein bisschen war es ja wie bei Scientology. Natürlich war die Übung notwendig. Es geht ja nicht an, dass in einer Liebesszene einer wegblicken muss und rot wird. Nach einer Minute wechselte der Innenkreis um eine Station nach rechts und so weiter. Mary lernte so zumindest alle Männer doch ziemlich genau kennen.

Als das überstanden war, gab es noch zehn Minuten small talk. Einige hatten noch Fragen an die beiden Dramaturgen, einige suchten noch nach einer Gelegenheit sich wichtig zu machen und  am Ende gingen doch alle hoch zufrieden  auseinander. Mary gratulierte sich zu dem Entschluss, Theater spielen zu wollen und überlegte noch kurz, ob sie Rick überreden sollte mitzukommen. Dann verwarf sie den Gedanken wieder. Rick war nicht so kulturbeflissen und in dieser Gruppe aus Einzelpersonen hätte ein Ehepaar nur gestört.

Natürlich  berichtete sie Rick von ihrer neuen Beschäftigung. Er konnte ihren begeisterten Bericht nur begrenzt Interesse abgewinnen, aber redete ihr das Theater auch nicht aus. Das wollte er sich nicht nachsagen lassen, dass er ein Haustyrann sei, der seine Frau  kaum weggehen lässt. Er sagte fest zu, er würde sich das Stück ansehen, wenn es zur Aufführung käme, was immer es auch sei. Er wusste zwar, dass  zu so einem Stück auch Liebesszenen gehören. Sich seine Frau in den Armen eines anderen Mannes vorzustellen, machte ihm  aber kein Kopfzerbrechen,  wenn das auf offener Bühne geschah.

In der nächsten Probe  kamen Atemübungen, Sprechübungen und emotionale (natürlich gespielte) Ausbrüche dran. Mary fand, die Feuerwehr, SEK oder GSG9 müssten  anrücken, wenn zwanzig Menschen auf ein Kommando hin Entsetzensschreie ausstoßen, Abscheu laut herausschreien oder vor Wut brüllen. Aber wenige Sekunden später gab es dann Gelächter oder ein mehr oder weniger gelungenes Feuerwerks-"Aaaaaaaaaaaaaahh"

Die bei den Teilnehmern mehr oder weniger dialektgeprägte Aussprache musste verbessert  werden. Thoralf ließ sie doch tatsächlich  aus Pygmalion  den Nonsens-Satz "Es grünt so grün- wenn Spaniens Blüten blühen." unzähligemale aufsagen. Körperliche Nähe aushalten war auch ein Thema. Thoralf erklärte allen, dass  jedes Lebewesen eine Fluchtdistanz besitzt,  die, wenn sie von Fremden unterschritten  wird zur Flucht oder zu Aggression, auf jeden Fall aber zu Unwohlsein führt.

Die  Ensemblemitglieder sollten lernen, wie man zum Beispiel Berührungen aushält, die Scheu  verliert, andere zu berühren. All dies sollte der Rolle dienen, die jeder später spielen würde, nichts aber mit der Befindlichkeit des Einzelnen zu tun haben. Die erste Übung im Doppelkreis war es, mit geschlossenen  Augen dem gegenüberstehenden  Menschen das Gesicht abzutasten und anschließend - weiterhin mit geschlossenen Augen- zu beschreiben.

Marys Ansicht nach ging das schief. Erstens hatte man sich schon vorher gesehen und zweitens reichte die Beschreibung nicht weiter, als das der Andere eine Nase, Augen, Mund und Ohren hatte. Aber das Gefühl , einen Fremden im Gesicht zu fühlen war schon eigenartig. Sebastian hatte ja auch am ersten Tag Thoralf an seinem Hals ertragen und eine Erdrosselung  vorgespielt.

Auch diesmal war Mary im Außenkreis und konnte nacheinander die Hände der Männer  im Gesicht spüren und natürlich deren Gesichter selbst fühlen. Vielleicht führte das zu einer emotionalen  Überlastung, am Ende jedenfalls spürte  Mary gar nichts mehr dabei. Bei der nächsten Übung stellte  Thoralf eine der jüngeren Frauen vor sich, wobei beide in die gleiche Richtung blickten. Er legte beide Hände  auf ihre Schultern und ließ dann beide Hände flach  ihren Rücken hinab gleiten, über ihren Hintern hinweg bis zu den Oberschenkeln und dann wieder zurück.

Das war keine schnelle, flüchtige Bewegung, sondern ganz bewusst auf die Wahrnehmung des Berührtwerdens
gerichtet. Diesmal übernahm Sebastian die Erläuterung: "Es erfolgt eine einfache Berührung zweier Menschen. Gefühle sind hier am besten ausgeblendet. Man kann sie dann entsprechend der Rolle spielen, aber nicht  zu sehr an sich heran lassen." Dann forderte Sebastian die Frau auf, sich umzudrehen. Beide sollten sich in die Augen sehen. Thoralf legte wieder die Hände auf die Schultern der Frau und ließ sie rechts und links ihre Arme hinunter gleiten soweit er das konnte, ohne sich vorbeugen und den Blick unterbrechen zu müssen.

Während Sebastian  die ganze Zeit davon redete, wie wichtig es sei, den Blickkontakt nicht zu verlieren, hatte  Thoralf seine Hände wieder auf ihren Schultern und führte sie nun an der Vorderseite direkt über ihre Brüste! Es hätten alle  ahnen können, das dies passiert. Die Frau sowieso. Ganz klar wollte sie auf diese Ungeheuerlichkeit reagieren, aber Thoralfs Blick hinderte sie daran. Keine Lüsternheit war darin zu sehen, sondern nur volle Konzentration. Unbeirrt strich er mit der flachen Hand wieder aufwärts, direkt über die Brustwarzen der Frau.

Im Raum war ein kollektives Schnappen nach Luft zu vernehmen, Sebastian ließ aber keinerlei  Zögern zu.
"Bitte Herrschaften!  Stellt euch im Doppelkreis hintereinander, Blick zur Mitte! Der Hintermann legt die Hände auf die Schultern ..." Genau auf Kommando führten alle die Übung durch. Sebastian mahnte , einen deutlichen Druck auszuüben, die Berührung müsse spürbar sein. Stetigkeit und Gleichmaß wurde gefordert. Beim dritten Teil der Übung  wurde an den Blickkontakt erinnert, die Hand müsse ganz flach gehalten werden.

Im Außenkreis war Mary zuerst mit dem aktiven Teil der Übung dran. Ihre Partnerin war eine etwa gleichaltrige Frau, die zwar schlank war, aber dafür auch nicht allzu viel Figur zu bieten hatte. Schon bei dem Teil der Übung mit dem ersten Blickkontakt konnte sie den kaum halten. Als Mary dann ihre Hände für den dritten Teil der Übung auf die Schultern ihrer Partnerin legte, fing diese an, mit den Augenlidern zu flattern und  als Mary die Hände über ihre Brüste führte, gerieten ihre Augen völlig aus dem Fokus. Mary hatte nicht mit einer solchen  Reaktion gerechnet, schließlich hatte sie mit sich zu tun. Noch nie in ihrem Leben hatte sie wissentlich und absichtlich die Brüste einer anderen Frau berührt.
Nun übernahm sie den passiven Teil. Die Frau hinter ihr fuhr ihr über den Rücken nach unten. Das war bei einer Physiotherapie intensiver, also nichts besonderes. Mary fragte sich, ob sie eine Berührung ihrer Brüste auch so stark empfinden würde. Wenn Rick sie streichelte, reagierte sie meistens sehr heftig. Aber hier, wo es ausdrücklich nicht um Gefühle gehen sollte, müsste das zu ertragen sein. Aber schon beim Gegenüberstehen und der Aufnahme des Blickkontaktes ging es Mary genau wie ihrer Partnerin vorher und als diese ihre Brüste berührte, ging ein Schaudern durch ihren Körper geradewegs hinunter in den Schambereich. Es war unmöglich, den Blickkontakt aufrecht zu erhalten.

Die Partner im Innenkreis wechselten und nun stand Mary hinter dem sicher ältesten der vier Männer. Er hatte, ehe er vor Mary Aufstellung nahm, seine Blicke über ihre  ausgeprägten Brüste  wandern lassen. Das passierte Mary regelmäßig, daran war auch nichts falsch, aber dieser Mann würde wenig später seine Hände darauf legen!
All dies führte dazu, dass Mary sich nicht mehr vollständig auf die Übung konzentrierte und sich entsprechend von Sebastian die Ermahnung einfing, den Blickkontakt zu halten.

Beim Blick in die Augen des älteren Mannes meinte Mary ein kleines Funkeln der Vorfreude zu entdecken, auch wenn sich alle nach außen hin total "cool" und professionell gaben. Mary  war das Gefühl der Berührung ihrer Brustwarzen durch die Frau noch gegenwärtig und als nun der Mann  seine Hände von ihren Schultern auf die Brüste zu bewegte, stockte ihr im wahrsten Sinne des Wortes der Atem. Vielleicht hatte sie auch in all den Jahren mit Rick den Reflex entwickelt, die Augen zu schließen, wenn er sie an die Brust fasste.

"Zooooom!" glitt die Männerhand  über ihre Brustspitzen und wieder schoss  ihr ein Gefühlsstrom durch den Körper. Tapfer versuchte Mary, nicht zurückzuweichen. Das gelang ihr auch einigermaßen, aber dem Mann, der direkt in ihre Augen blickte, blieb keine Regung verborgen. Er konnte ganz klar  sehen, was er  mit seiner Berührung anrichtete. Und noch einmal, bei der Aufwärtsbewegung, diese intensive Reaktion! Marys Nippel waren sicher mittlerweise vollständig erigiert und umso empfindlicher.

Die Prozedur wiederholte sich noch achtmal. Alle männlichen Teilnehmer und außerdem noch Thoralf, hatten Gelegenheit, ihren Tastsinn an Marys Brüsten zu trainieren, wobei man Thoralf zugute halten musste, dass er nicht den geringsten Anschein einer persönlichen Empfindung zeigte.  Den Frauen, denen Mary  gegenüberstand, schien es im großen und ganzen ebenso zu gehen, wie ihr. Sie machten einen mehr oder weniger verwirrten Eindruck.

Zwei schienen nicht so stark betroffen zu sein, weil sie, wie Mary merkte, einen Schalen- BH trugen, dessen  dicke geformte Cups die Berührungen dämpften. Mary hatte einmal einen solchen BH gekauft, doch Rick hatte entschieden gegen die "Rüstung", den "Brustharnisch", protestiert und so trug sie meist, so wie heute einen BH aus Spitze mit Bügeln, der jede Intervention von außen ungebremst an ihre intimsten Nervenbahnen weiter vermittelte. Die jüngste Teilnehmerin, etwa 30 Jahre alt , trug mangels Oberweite gar keinen BH und den anderen beiden Frauen, die ihr gegenüberstanden, ging es  etwa so wie Mary selbst.

Am Ende standen beide Brustwarzen steil empor, dass es schmerzte, Mary war, wie sie unschwer in der Spiegelwand erkennen konnte. krebsrot im Gesicht und ihre Vagina zuckte vor Erregung. Ihr Slip musste durchgeweicht sein, die Knie wurden ihr schwach, Sebastians oberschlaue  Erklärungen, die er in aufreizend
unbewegten Ton machte, dass es  auf offener Bühne zu einer Vielzahl von Berühungen kommen  kann und man darauf vorbereitet sein muss und das aushalten muss, nahm sie gar nicht mehr richtig wahr. Damit war die zweite Trainingsstunde im Schauspielkurs zu Ende.

Auf der Heimfahrt versuchte Mary mit ihren Gefühlen klar zu kommen. Als Frau fühlte sie sich ungerecht behandelt. Den Männern machten Sebastians Spielchen  nichts aus, im Gegenteil!
Sie selbst sah ein, dass es beim Spielen von Intimität zu Berührungen kommen muss! Wie oft hatte sie leidenschaftliche Küsse oder Bettszenen gesehen und in ihrem Innersten gewusst, dass dies nur gespielt war. Die Schauspielerinnen  wurden aber ganz echt berührt, waren nackt und hatten nicht immer mit Leuten zu tun, die sie mochten, sondern , die sie vielleicht verabscheuten.

Darüber hatte sie sich auch nie Gedanken gemacht. Vielleicht schätzte sie Schauspielerinnen  so ein, dass sie ihr Bedürfnis, sich darzustellen über alles andere stellten. Vielleicht hatte sie auch nur gedacht,  es seien alles nur Flittchen, denen es nichts ausmacht, heute mit einem Partner eine Kussszene und morgen mit einem anderen eine Bettszene zu spielen. Wieviel Selbstüberwindung und Hingabe an die Kunst dahinter stand und wie hart man sich das erarbeiten musste, kam ihr erst langsam zu Bewusstsein.

Entgegen aller Prinzipien, die sie besaß, hatte sie sich heute von einer Vielzahl von Leuten, (Männern und Frauen!) abgreifen lassen und hatte selbst dabei mitgemacht. Das hätte sie sich nie vorstellen können.
Sie schämte sich, dass sie sich dabei so erregt hatte, beinahe hätte sie einen Orgasmus gehabt! Gleichwohl  hatte sie sich schon lange nicht mehr so sehr als Frau gefühlt, wie gerade eben!  Die Männer mochten denken was sie  wollten, es war aber  niemand anzüglich geworden. Keiner hatte versucht, die Situation auszunutzen, dumme Bemerkungen gemacht oder zu grapschen versucht. Sie hatten cool ihre Rolle gespielt und von Mary und den anderen Frauen wurde erwartet, dass sie ebenso ihre Rolle spielten.

Auf diese Weise hatte Mary ihre Erlebnisse  verstandesmäßig eingeordnet und kam zu dem Schluss, das Schauspieltraining weiter zu führen. Wenn ihr irgend etwas zu bunt wurde, konnte sie jederzeit aufhören. Wo genau ihre Grenzen lagen, konnte sie nach dem heutigen Erlebnissen gar nicht mehr definieren. Kopulationen auf offener Bühne kamen natürlich nicht in Frage, aber wie würde sie reagieren, wenn sie sich auf der Bühne ausziehen sollte?

So schlimm würde es schon nicht werden. Mary war sich ziemlich sicher, dass sie nicht für eine Nacktrolle in Frage kam, dafür gab es hübschere und vor allem jüngere Frauen. Ein Problem blieb allerdings, was sollte sie Rick sagen? Nach Hause kommen und strahlend berichten, dass zehn Leute ihr heute an die Brüste gefasst hatten und sie dabei beinahe gekommen wäre, ging natürlich nicht.

Die reuige Sünderin zu spielen, der etwas schief gelaufen war und sie in ein schwüles Spielchen unter Laiendarstellern geraten war, die ihr dabei an die Brüste  gegangen waren, machte nur Sinn, wenn sie da nie wieder hin ging. Ricks Toleranz hatte  ihre Grenzen. Es war ganz sicher nicht ihre Art, Geheimnisse  vor ihm zu haben, aber wenn es deswegen nur Ärger gab, war es vielleicht besser, erst einmal nichts zu sagen und einen günstigen Augenblick  abzuwarten. Vielleicht lösten sich die Probleme  auch  am Ende von allein.

Am Anfang der nächsten Trainingsstunde lag eine gewisse Spannung in der Luft. Es waren alle wieder erschienen, obwohl man doch hätte erwarten können, dass einige Frauen zumindest  die Abgreifübung Übel genommen hätten. Dem war nicht so. Die Männer gaben sich alle Mühe , den Frauen, denen sie an die Wäsche gegangen waren, gegenüber nett zu sein. Irgendwelche plumpe Vertraulichkeiten  oder Anzüglichkeiten gab es nicht. Was Mary noch im Hinterkopf herum spukte, war der Gedanke, wie es mit dem Berührungstraining weitergehen würde.

Doch zunächst  wurde wieder beobachtet und nachgeahmt, Emotionen  ausgedrückt, Aussprache geübt und Bewegungsabläufe analysiert. Doch dann gegen Ende der Trainingsstunde leitete Thoralf wieder zum Übungsteil "körperliche Nähe erfahren und Berührung aushalten" über. Vor der Aufstellung im Doppelkreis forderte er die Männer auf, den Oberkörper frei zu machen. Er selbst und Sebastian gingen gleich mit gutem Beispiel voran. Die beiden Schauspieler waren körperlich fit und durchaus ansehnlich. Was bei den anderen Männern zum Vorschein kam, war meistens weniger Brust und mehr Bauch.

Auch die Frauen sollten sich oben herum frei machen, "so weit, wie ihr euch dabei wohl fühlt." Mary fand das akzeptabel und hatte beschlossen , die Bluse auszuziehen. Darunter trug sie ein schickes Hemd mit Spaghettiträgern und ihren BH. Doch dann kam Thoralfs Ergänzung:" Achtet darauf, dass an den Armen und am Bauch etwas Haut frei ist!" - "Na, toll! Alles was mehr als das Minimum an  Bekleidung bedeutete, ist damit ausgeschlossen.", dachte Mary. Es ließ ihr keine andere Wahl als Jeans und BH.

Zwei der Frauen hatten mit den Männern gleich gezogen: Ausgerechnet die jüngste, mit den Minimalbrüsten und die älteste, eine Frau von bestimmt 70 Jahren, aber mit einem bemerkenswert festem Körper und ebensolchen, kleinen Brüsten zogen jegliche Bekleidung ihres Oberkörpers aus.  Mary kam sich in ihrem dünnen Spitzen-BH etwas "underdressed" vor. Ihr BH saß zwar perfekt. Dass, was er an Dekolleté blicken lies, war Absicht, aber Marys Brustwarzen waren durch die Spitze hindurch für jeden, der sie sehen wollte klar erkennbar, zumal -ob aus Kälte oder anderen Gründen- sie sich schon wieder deutlich aufrichteten.

Sebastian machte die Übung mit einer der Frauen vor: Beide standen hintereinander und streckten die Arme zur Seite und fassten sich an. Dann sollten sie eine Art Tanzschritt ausführen: Einen Schritt vor, einen nach links, einen zurück und wieder nach rechts. Bedingung war, diese Bewegung so dicht wie möglich zueinander ausführen. Marys Partner, einer der beiden jüngeren Männer, war knapp zwei Meter groß. Als sie hinter ihn trat musste sie , um überhaupt seine Hände zu erreichen, sich ganz dicht an ihn schmiegen und ihre Brüste in
seinen Rücken bohren.

Nach dem Wechsel zwang die Größe ihres Partners Mary die Arme weit nach außen und hinten zu strecken. Ihre Brüste ragten dabei frei und sehr betont in die Mitte des Doppelkreises. In dieser Phase standen zehn Frauen mit durchgedrücktem Rücken im Kreis und boten ihre weiblichen Attribute mehr oder weniger oder überhaupt nicht  durch BH verhüllt dar. Dahinter standen die Männer und die übrigen Frauen. Mit geübtem weiblichen Blick erfasste Mary, dass sie in Bezug auf Körbchengröße  alle anderen Frauen in den Schatten stellte. Natürlich  folgte dann noch dieser seltsame Tanzschritt in normaler Position, das heißt die Partner standen sich ganz, ganz dicht gegenüber.

Auch diese Übung führte jeder im Außenkreis mit jedem im Innenkreis durch. Mary presste sich an neun weitere Personen, einmal an deren Rücken oder an deren Bauch oder Brüste, je  nach dem. Es war schon eigenartig zu einem fremden Mann so engen Kontakt zu haben, oder die Brüste einer fremden Frau am Rücken oder den eigenen Brüsten zu spüren. Marys rationales Denken ließ sie einsehen, dass der Trainingseffekt dieser Übung nur gering ist, wenn kein direkter Hautkontakt besteht.

Thoralf kündigte  die letzte Übung an: "Berühren und Berührungen ertragen. Ihr wisst schon, wie letzte Woche!" und als eine der älteren Frauen zu ihrem Stuhl lief, um sich anzuziehen, "Nein, lasst die Berührungen ruhig direkt wirken. Das muss auch mit direktem Hautkontakt geübt werden. Vergesst  nicht den Blickkontakt!" Da tickte die Frau aus: "Was sollen wir denn noch alles ausziehen? Wollt ihr hier ein Pornostück aufführen? Wann ist es denn endlich genug? Wenn ihr wollt, dass wir uns alle ausziehen sollen, dann sagt es doch gleich! Das könnt ihr haben!" Mit diesen Worten riss sie sich ihren BH von den Brüsten uns stellte sich mit den Händen in die Hüften gestützt herausfordernd vor Thoralf.

Der reagierte ganz cool. "Jedem steht es frei, jederzeit abzubrechen. Ja, es gibt Stücke, wo Schauspieler nackt spielen, aber ich glaube nicht, dass ausgerechnet  wir das tun sollten. Pornographie auch nicht! Ich halte diese Übung so für notwendig und bitte darum, dass das respektiert wird. Über die weiteren Trainingsstunden sage ich am Ende etwas." Woraufhin sich die Frau wieder ihren BH umband und sich  in die Reihe stellte.

Wieder strich Mary zehn Leuten über Rücken und Brust und wurde gleichermaßen von zehn Leuten berührt. Die Sensationen waren diesmal  noch unmittelbarer als beim vorigen mal. Die Brüste waren zwar vom BH bedeckt, aber oberhalb und unterhalb fuhren fremde Hände über die blanke Haut. Mary spürte ihre Nippel durch das Gewebe drängen und versuchte durch Blickkontakt, ihr Gegenüber davon abzuhalten, sich das anzusehen.

Was natürlich vergebene Liebesmüh war, da jeder der Partner die harten Brustwarzen  unter seinen Fingern spürte. Es schien Mary, als ob sie diese intimen Berührungen bei den beiden ersten besser verarbeitete, als beim letzten mal. Aber die nächsten wirkten dafür um so intensiver. Vor allem das Wissen. "Jetzt sind es noch sieben mal zwei Brustkontakte..., noch sechs mal zwei..." machte sie  ja, was denn? Scharf? Mary gestand sich das nicht  ein, aber einer sexuellen Stimulierung ausgesetzt zu sein, die sie nicht beeinflussen konnte, machte sie an.

Sie merkte die Berührungen bis hinunter in ihren Schambereich, wo sie den nur allzu wohl bekannten Ablauf der sexuellen Erregung in Gang setzten. Mary musste sich zu tiefen Atemzügen zwingen, um nicht zu hecheln anzufangen. Dabei drängten sich aber wiederum  ihre gereizten Brustwarzen  durch die Spitze des BHs. Sie fühlte, wie sich die Spannungen in ihrem Körper aufbauten. "Oh, Gott! Nur keinen Orgasmus vor allen Leuten!" dachte sie, "Und es sind immer noch zwei Partner bis zum Ende der Übung!"

Den anderen Frauen ging es auch diesmal nicht besser. Man hörte den einen oder anderen Seufzer in der Runde oder aber einen  spontanen tiefen Atemzug, weil  jemand vor all den Eindrücken vergessen hatte, Luft zu holen. Rote Köpfe hatten auch die Männer, auch wenn sie scheinbar nicht so sehr emotional gefordert waren. Wie es Mary schaffte, nicht  zu kommen oder wegen ihrer weichen Knie hinzufallen,  war ihr selbst ein Rätsel.

"Gut gemacht, Herrschaften! Das ging schon wesentlich besser, als beim letzten mal. Diese Schamgrenze müssen wir überwinden. Wir sind hier nicht im Talenteschuppen, sondern wollen  ordentliche schauspielerische Leistungen vollbringen ... Was erwartet uns in der nächsten Stunde? " Die Runde blickte Thoralf ganz gespannt an." Auf der großen Bühne werden Liebesszenen oder Bettszenen meist so gespielt, dass die Unterkörper bekleidet bleiben. Darüber möchte ich hier mit Laien auch nicht hinaus gehen. Wenn doch einmal jemand völlig nackt ist, muss das vom Regisseur mit dem Schauspieler im Einzelfall abgesprochen werden."

Man konnte wirklich Erleichterung bei den Teilnehmern spüren, dass Thoralf erstmals eine feste Grenze gesetzt hatte, wie weit er den Anspruch an die Truppe hochschrauben wollte. Mary war gar nicht so beruhigt: "Wenn der Unterköper bekleidet wird, heißt das, dass die Brüste frei bleiben sollen?" Aber Thoralf fuhr schon fort: "Zur nächsten Trainingsstunde bitte ich jeden, Frauen und Männer, eine kurze Elastikhose mitzubringen, möglichst  in Hautfarbe, mit denen wir Nacktsein simulieren können, ohne wirklich nackt zu sein.

Auf der Heimfahrt hatte Mary wieder viel nachzudenken. Thoralf und Sebastian wollten offenbar wirklich halbnackte Schauspieler auf die Bühne bringen. Wenn es das Stück so verlangte, mochte Mary das auch einsehen. Selbst würde sie davon sicher nicht betroffen sein. In der Trainingsstunde barbusig zu sein, konnte sie sich aber nicht vorstellen. Wenn ihr da jemand über die Nippel strich, würde sie sicher vor aller Welt einen Orgasmus bekommen.

Eine weitere Sorge war Rick. Der führte sie gern am Strand vor und ließ sie  ihre prächtigen Brüste  zeigen. Dass sie sich mit fremden Männern halbnackt auf der Filzmatte im Probenraum tummelte, würde er aber niemals dulden. Besser, sie sagt erst einmal nichts.  Sie musste sich in der nächsten Woche ein Höschen besorgen, in dem sie nackt aussah, es aber nicht war. Was würde Rick sagen, wenn er das mitkriegt?


Zur nächsten Stunde  füllte sich der Probenraum nur zögernd. Es war ja überhaupt bemerkenswert, dass noch niemand abgesprungen war. Würden heute wieder alle dasein? Die bereits Eingetroffenen standen unschlüssig herum, als die Zeit heran rückte waren auch alle wieder eingetroffen. Sollten sie sich jetzt ausziehen? Die Frauen dachten nicht daran. Es wäre ja höchst peinlich, sich zu entblößen und dann ist das noch gar nicht dran! Weil es die Frauen nicht taten, blieben auch die Männer bedeckt.

Da kamen  Thoralf und Sebastian herein und sie waren ... nackt! Auf den ersten Blick jedenfalls. Sie trugen hautfarbene Hosen, wie Mary sie schon einmal beim Ballett gesehen hatte. Bei beiden saßen die hauteng.  Das prächtige Muskelspiel der beiden trainierten Körper setzte sich am Hintern fort. Ja, und vorn...? Da stimmte irgend etwas nicht. Die maskuline Beule in der Hose kannte Mary von ihrem Rick ganz anders. Bei Thoralf und Sebastian sah sie irgendwie anders aus und war auch woanders.

Genaueres konnte sie in der Eile nicht erkennen, denn Thoralf klatschte in die Hände: "Einen wunderschönen guten Tag, Herrschaften! Wenn wir uns an das hautfarbene Kostüm gewöhnen wollen, müssen wir das auch tragen! Bitte fertig machen!"- Mary hatte es fast geahnt! Heute sollte sie ihre Brüste frei legen! Ein passendes Höschen hatte sie jedenfalls mit einiger Mühe gefunden.

Es war gar nicht so einfach gewesen. Einen Laden für Theaterkostüme gab es nicht. Im Sportgeschäft , was das naheliegendste gewesen wäre, gab es die Farbe "Haut" nicht. Im Dessousladen gab es jede Menge "Haut", aber Mary wollte ja nicht in offensichtlicher Unterwäsche zu den Proben erscheinen. Am Ende hatte sie in einem Kaufhaus eine Art Caprihose , nur mit kürzerem Bein in der Farbe "Aprikose" gefunden. Sie saß ihr ganz schön eng auf den Hüften, reichte aber zum Glück bis zum Nabel hinauf. Ihren Bauch sah Mary nach mehreren Schwangerschaften als ihre Problemzone und wollte ihn möglichst verdecken.

Um die Entblösung hinaus zu zögern und aus den Augenwinkeln heraus zu schauen, was die Anderen taten, zog sie erst einmal ihre Jeans aus. Aber auch da gab es die erste Peinlichkeit. Die Caprihose war so eng, dass sie sich trotz darunter getragenem String in jede Hautfalte hinein zog. Als Mary unauffällig den Sitz der Hose in ihrem Schritt kontrollierte, erblickte sie einen erstklassigen "cameltoe", einen Abdruck ihrer Vulva durch ihre Kleidung, der an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lies. Verlegen zufte sie hinten am Hosenbein, um den Stoff aus Poritze und Möse zu befreien.

Mary nahm sich vor, das regelmäßig zu kontrollieren, denn bei der nächsten Bewegung würde das einzige Kleidungsstück das sie tragen durfte, seiner Funktion  nicht mehr gerecht werden und  in ihre Weiblichkeit eindringen. Dann kam die Bluse ab und als nächstes - es half ja nichts - der BH. Da sie beim Ablegen diese Kleidungsstücks gebückt war, gaben ihre Brüste gleich ein paar Zentimeter nach und hingen frei nach unten, Als sich Mary aufrichtete, kam Bewegung in ihre Oberweite. Verlegen legte sie den linken Arm vor ihren Körper und hielt sich mit der Hand am rechten Oberarm fest und ging zu ihrem Platz im Doppelkreis.

Viel Zeit um sich zu genieren, blieb Mary nicht, denn Thoralf ergriff gleich darauf das Wort. "Damit uns die neue Situation nicht von unseren Aufgaben ablenkt, fangen wir heute mit der Übung "Sehen und gesehen werden" an. Hiermit ging  er zu Mary und zog sie in die Mitte. " Wir stellen uns gegenüber auf. Beide strecken die Arme nach vorn. Das ist etwa der beste Abstand. Die Arme kommen nun auf den Rücken, die Füße  werden etwas auseinander gestellt."

Damit stand Mary allen Blicken preisgegeben. Mit den Händen auf dem Rücken  konnte sie sich nicht mehr bedecken und schob ihre Brüste nach vorn. Die Übung ging wie folgt: Beide Partner blicken sich gegenseitig in die Augen ..."zehn - neun - acht - sieben - sechs - fünf - vier - drei - zwei - eins -" zählte Sebastian vor und spielte dabei eine Tonfolge ab, die dieser Zeit entsprach. " Jetzt blicken wir gegenseitig auf die Brust!"
Er sagte nicht "Brüste"! Mary schaute auf die kräftige Brust des Mannes und konnte nur ahnen, wie dieser den Anblick von Vollweib in sich aufnahm. Sicher pendelte sein Blick von rechts nach links und zurück.

" 'vier- drei - zwei -eins' und der Blick geht wieder zu den Augen!" Mary sah dem Mann in die Augen, der sich gerade an ihren Brüsten ergötzt hatte! Sah sie irgend etwas von  Überlegenheit, Abschätzigkeit, Geilheit darin?
Thoralf schaute sie direkt an, zwinkerte nicht und ließ sich nichts anmerken. "...drei - zwei - eins! Blickt Euch gegenseitig auf den Nabel!" - "Oh, nein! Aller Aufmerksamkeit war jetzt auf Marys Problemzone gerichtet! Was mochte Thoralf denken, wenn er ihre gar nicht so perfekte Taille sah?" Mary gaukelte sich gern vor, dass sie Menschen, die sie sahen, von ihren Schwachstellen ablenken könne. Dabei ging sie jede Woche in das Fitnesscenter, um ihre Bauchmuskeln zu trainieren!

"'vier - drei - zwei - eins' Wir sehen uns wieder in die Augen!" Zehn lange Sekunden Blickkontakt halten. Einem anderen Menschen seinen Körper auch an den kritischen Stellen zu zeigen und dann noch seinen Blick aushalten müssen ist hart.  Es bleibt keinerlei Reserve für eigene Gedanken  oder Vorbehalte. Man ist im doppelten Sinne nackt, wenn der Mensch gegenüber jede Regung wahrnehmen kann.

"'drei - zwei - eins!   '  Schaut einander auf den Schambereich!" -  Mary war so geschockt, dass sie ganz verzögert reagierte und dadurch mitbekam, wie Thoralf seinen Blick senkte und ihr geradewegs in den Schritt starrte. So wie sie die Enge ihrer Hose spürte, hatte sich bestimmt wieder der Stoff den Weg des geringsten Widerstands gewählt und sich ein warmes Plätzchen gesucht. Marys Anatomie  lag Thoralf offen.

Mary zwang sich, von diesen Gedanken weg zu kommen. Sie sollte auch Thoralf auf das Geschlechtsteil sehen. Es zeichnete sich deutlich unter dem dünnen Stoff ab. Beim direkten Betrachten der Männlichkeit ihres Dramaturgen  entdeckte sie, dass dieser sein Glied mitsamt dem Skrotum angehoben hatte und dass der Penis von der Elastik aufwärts auf  den Bauch gepresst wurde. Daher kam also der ungewohnte Anblick!

"'drei - zwei - eins' - Zehn Sekunden Blickkontakt!" - Mary schaute Thoralf in die Augen. "Ich habe die Konstruktion deiner Genitalien herausbekommen. Das scheint dir aber nichts aus zu machen" dachte sie, "Du hast wahrscheinlich meine Musch millimetergenau vermessen und geguckt, ob  mein Slip durchgeweicht ist. Wenn das so sein muss, dann macht mir das auch nichts aus! Wegen mir können alle bei mir überall hin schauen!"

"...zwei - eins! " - Die Demonstration war vorüber. Mary reihte sich wieder in den Doppelkreis ein und erwartete das gleiche noch zehnmal, Blicke auf ihre bloßen Brüste, auf den Bauch, in den Schritt und dazwischen immer wieder der entlarvende Blickkontakt, der wohl bedeuten sollte: "Ich habe von dir gesehen, was du sonst niemandem zeigst, du kannst vor mir nichts verbergen."

Blicke können eine richtige Macht ausüben. Mary spürte es jedesmal körperlich, wenn sich die Blicke der Partnerin oder des Partners in ihre Haut brannten. Andeutungsweise erlebt sie das Gleiche, wie bei der Anfassübung. Wenn diese heute noch dran käme und alle oben herum nackt wären, würde sie sich sicher nicht mehr beherrschen können. Mary konnte auch nur von der Stimulation der Brüste einen Orgasmus bekommen. Rick hatte das schon hundertmal ausprobiert.

Doch diese Übung hatte zwei Seiten. Natürlich konnte sie sich auch die anderen Teilnehmer ansehen. Es gab dabei  welche, die mehr oder auch weniger  gut anzusehen waren. Letztendlich hatten aber alle auch Schwachstellen, was der Sensation, sich  nackt vorzustellen, keinen Abbruch tat. Der Großteil hatte, wie Mary auch, versucht, sich  unauffällig  zu kleiden. Viele der angeordneten Höschen waren  keinesfalls so eng und elastisch, wie man meinen könnte.

Aber es gab auch andere: Zwei der Frauen und sogar ein Mann waren in Stringtangas gekleidet, was besonders bei dem Mann nicht unbedingt positiv auffiel. Im Vergleich mit den Profischauspielern, war bei ihm Muskelaufbau und Fettverteilung suboptimal. Es schien auch Exhibitionistinnen zu geben. Wie anders sollte man sich erklären, dass sie  fast absolut durchsichtige Höschen trugen, die  die Art und Weise ihrer Schamhaarfrisur mühelos offenbarten.

Mary beruhigte sich nach dem Sturm ihrer Gefühle etwas. Die Rechnung der beiden Dramaturgen schien aufzugehen. Mit der Übung "Sehen  und gesehen werden" hatten sie von Anfang an alle voyeuristischen Bedürfnisse im Übermaß abgegolten. Jeder hatte  von ihr gesehen, was es zu sehen gab. Somit bestand auch keine Veranlassung mehr, sich zu schämen. Zwar schämte sich Mary immer noch, aber streng rational zwang sie sich, dies Gefühl zu ignorieren.

Ihr "cameltoe" machte ihr allerdings noch zu schaffen. Das Gewebe  ihrer Caprihose klebt nach wie vor so eng auf ihrer Haut, dass sich ihr Schambereich sicher in allen Einzelheiten der Außenwelt präsentiert. Mary konnte sich nun schlecht in den Schritt fassen, um das zu richten. Mit den Händen auf dem Rücken versuchte sie verstohlen nach unten über den Hintern hinweg nach dem Saum des Hosenbeines zu langen und dort zu zupfen, damit der Stoff aus der Falte kam.

Die Beruhigung Marys fand ein jähes Ende  mit der nachfolgenden Übung. Zur "Überleitung zum Bewegungstraining" wurde diesmal ein Formationstanz gestartet. Eine flotte, rhythmische Musik zwang zu kurzen, schnellen Schritten und Tempiwechseln. Natürlich gerieten Marys Brüste sofort in heftigste Bewegung. Mit ihrem nicht unbeträchtlichem Gewicht entwickelten sie ein beachtliches Momentum. Aber auch  die kleineren Brüste der anderen Frauen , hüpften, rollten, pendelten. Der ganze Raum schien in  Bewegung zu sein. Wohin man auch blickte, hatte jede Brust ihren eigenen Rhythmus.  Natürlich konnte da niemand den Takt mehr halten und Sebastian musste gleich am Anfang unterbrechen und eindringlich "Konzentration!"  fordern.

Und wenn sich alle auf die Musik konzentrierten, war es tatsächlich möglich, der großen weiblichen Versuchung zu widerstehen. Die Teilnehmer wurden zunehmend sachlicher und wenn doch einmal einer - es waren immer Männer - eine Wendung verpasste oder aus dem Takt geriet,  gab es ein verständnisvolles Lachen : Dieser hatte sich wieder zu sehr  von einem anderen Rhythmus ablenken  lassen. Derjenige bekam pflichtschuldigst einen roten Kopf und  gab sich Mühe, nicht mehr aufzufallen.

Weitere Übungen  ohne einen besonderen erotischen  Unterton folgten. Die Teilnehmer  übten in ihren "hautfarbenen Kostümen" Bewegungsabläufe, Mimik und Aussprache. Ein paarmal erwischte sich Mary bei dem Gedanken: 'Was tust du hier halbnackt?", aber im Großen und Ganzen  verlief die Probe ziemlich sachlich.

Als letzte Übung kam dann doch noch das gefürchtete "Anfassen" bzw. "Berühren und Berührung aushalten". Insgesamt war das Verhältnis zueinander unter den Teilnehmern etwas entspannter geworden. Man hatte buchstäblich alles von jedem gesehen, man hatte sich schon gegenseitig berührt. Es bestand die Gefahr, dass sich einige ein paar Freiheiten  herausnehmen würden.

Mary erkannte, dass Thoralf die Phase, wenn sich die beiden Partner gegenüberstanden und sich zum erstenmal  in die Augen blickten,  etwas ausdehnte. Damit konnte  so etwas wie eine gegenseitige Kontrolle aufgebaut werden. Gegenseitige Achtung und  Respekt sollten gefördert werden. Es gelang  aber nur teilweise. Die Männer fuhren ganz langsam und nachdrücklich zweimal über ihre Brüste, natürlich  direkt über die, seit dem Beginn der Übung erigierten Brustwarzen. Einer nahm bei der Aufwärtsbewegung beide Brüste mit, so dass sie dann zurück fielen und pendelten. Eine Frau brachte es sogar fertig, nachdem sie mit ihren Händen über Marys Brustwarzen hinweg war, diese  schnell mit den Daumen zu reizen.

Und all das fand statt, während sich die beiden Partner in die Augen sahen! Jeder, der die Hände auf seinen Partner legte, hatte ein direktes Feedback, was dies bei jenem anrichtete. Mary kam zu dem Schluss, dass es den meisten  Frauen auch nicht viel anders ging als ihr. Bei jeder Berührung schien ein elektrischer Schlag von den Brüsten bis in den Schambereich zu fahren. In der Runde hörte man stoßartiges Atmen, gepresstes Lachen und auch einige Seufzer.

Es war nicht mehr so sehr die erotische Sensation, sich von Männern und Frauen den nackten Oberkörper betasten zu lassen, sondern mehr die Intensität und Dauer der manuellen Stimulation der erogenen Zone, die Mary immer mehr zum Höhepunkt trieb. Zum Schluss hin musste sie sich ständig zur Ruhe zwingen und  gleichmäßig  zu atmen. Ach ja, nicht vergessen, den Blickkontakt zu halten!

Als sie sich am Ende der Probe  wieder anzog, tobte ein Orkan der Gefühle in Mary. Zuhause würde sie erst einmal unter die Dusche gehen. Dabei würde sie sich unbedingt von diesem Gefühlsstau  befreien müssen, wenn sie mit ihren weichen Knien überhaupt bis dorthin kam. Und dann war da noch Rick! Sie hatte ihn bis jetzt mit ein paar allgemeinen Bemerkungen über "Bewegungs- und Sprechtraining" abgespeist. Das mochte reichen, wenn es nichts zu berichten gab. Mittlerweile gab es aber allerhand, was sie ihm berichten  müsste! So richtig beschweren konnte  er sich jedoch auch nicht, ihr Liebesleben hatte in der letzten Zeit ein deutliche Belebung erfahren, wobei Mary es vermied, einen Zusammenhang mit dem Schauspieltraining herzustellen.

Die nächste Woche verlief ereignislos. Mary ertappte sich dabei, wenn sie mit anderen Leuten zusammen war, sich zu fragen, was  die wohl sagen würden, wenn sie wüssten, dass sie einmal in der Woche  ihre Brüste durch die Gegend schwenkte und sie  außerdem  betatschen ließ? Was würde sie tun,  wenn die Tür  aufging  und ein paar  Kollegen mit einem der Teilnehmer am Schauspieltraining hereinkämen und dieser sie erkannte? Er könnte sie detailliert über ihre Brüste, Gewicht und Form, Elastizität und Farbe  informieren, ihre Brustwarzen beschreiben und  berichten, wie sie sich anfühlen, wenn man darüber streicht! Mary wurde feucht.

Zum nächsten Probentag ging sie, ohne sich über ihre Gefühle im klaren zu sein. Fühlte sie , dass sie empört sein müsste über die Zumutung, sich barbusig zu zeigen? War es Neugier, wie es nun weiter ging? Genoss sie  es, angeschaut und angefasst zu werden und  dabei von jeder Gegenreaktion abgehalten zu werden? Wie gesagt, sie wusste es nicht. Das einzige Ergebnis ihrer Überlegungen war, dass sie wieder zum Schauspieltraining ging.

Der alte Spruch von den Schmetterlingen im Bauch war wohl arg untertrieben. Eine  kaum  beherrschbare Spannung herrschte dort. Sie hatte sich diesmal besser vorbereitet. Ihr Aprikosen-Höschen hatte sie  wieder angezogen. Sie hatte noch überlegt, ob sie sich ein anderes kaufen sollte, das ihre Muschi nicht so  sehr nach außen abformte. Aber dann hatte sie den Gedanken verworfen. Es gab kein Geheimnis mehr, das man vor den anderen Teilnehmern zu wahren hatte. Alle kannten ihren Schambereich  auf das genaueste.  Um vor Durchfeuchtung sicher zu sein, hatte sie mit etwas Watte diskret vorgesorgt. Eine Slipeinlage konnte sie aus den bekannten Gründen nicht verwenden.

Im Proberaum zog sie sich sofort soweit, wie es gefordert war aus und ging zu allen bereits Anwesenden hin und gab ihnen die Hand.  Einige waren auch schon  brustfrei. Einige wollten Mary zur Begrüßung umarmen und taten dies auch mit mehr Körperkontakt als dies eigentlich notwendig war. Eine der Frauen kniff Mary ganz freundschaftlich außen in ihre linke Brust. Die Männer strahlten sie an. Es war offensichtlich, wie  sehr sie sich freuten, sie wiederzusehen und das nicht nur wegen der Beule in ihrer Hose..

Die Probe begann mit einer Runde angucken. Mary stand das ganz gefasst durch und blickte ganz gewissenhaft überall hin, wo sie sollte. Niemand würde etwas entdecken, was er nicht schon kannte. Dann schwenkte sie ihre Brüste beim  Formationstanz. Damit waren wieder alle Vorbehalte, die sich in der letzten Woche wieder aufgebaut haben könnten verschwunden.  Anschließend nahmen alle in einem Kreis auf dem Teppich platz.

Thoralf und Sebastian meinten, das Stück, das sie aufführen wollten, sollte langsam vorbereitet werden. Es wurden verschiedene Möglichkeiten erörtert. Einzelne Vorschläge fanden kein  Interesse bei der Mehrheit oder wurden zerredet. Am Ende blieb  die Idee übrig, einfach ihren Werdegang aufzuführen. "Eine Gruppe sich einander fremder Menschen findet sich zusammen und arbeitet an einem gemeinsamen Projekt". Da ließ sich Liebe und Frust, der eine oder andere Konflikt und auch vielleicht etwas Spannung einarbeiten. Das wurde allgemein akzeptiert. Spezialaufgaben wie Bühnenbild, Kostüme, Dialoge und Requisiten wurden vergeben und schließlich die Probe fortgesetzt.

Mary hatte bemerkt, wie in der Hitze der Diskussion  einer nach dem anderen  seine gesellschaftsfähige Sitzposition aufgab und sich einfach so setzte, wie es ihm im Moment am bequemsten war. Auch die anderen  hatten keine Hemmungen mehr, sich zum Beispiel mit gespreizten Beinen  zu präsentieren. Auf der anderen Seite nahm das auch einen guten Teil der erotischen Spannung, unter der Mary so sehr gelitten hatte weg.

Da die Diskussion einige Zeit in Anspruch genommen hatte, näherte sich schon wieder das Ende des Schauspieltrainings. Zwei Dinge hatten Thoralf  und Sebastian allerdings noch auf dem Programm. Natürlich die "Anfassübung!" Darauf wollten sie nicht verzichten. Die Teilnehmer gingen nun viel ungezwungener damit um.  Den Männern stand die Freude offen ins Gesicht geschrieben,  wieder Hand an die besser bestückten oder auch empfindsameren  Frauen legen zu dürfen. Einige Frauen machten sich einen Spaß daraus, ihre Geschlechtsgenossinen noch mehr zu reizen, als es die Übung vorsah.

Von den zehn Partnern mit denen  Mary zu tun hatte, hoben drei ihre Brüste an und ließen sie wieder fallen, ein Mann hielt seine Hand nicht flach, wie vorgeschrieben, sondern grapschte ganz unverfroren nach beiden Brüsten. Zwei weitere, und das waren Frauen, zwirbelten ihre Brustwarzen und das ganz schön heftig. Kurz, es reichte auch diesmal, um Mary an den Rand der Verzweiflung zu treiben.

Das andere Programmteil war diesmal eine Liebesszene.  Der Außenkreis und der Innenkreis arbeiteten diesmal jeder für sich. Jeder sollte sich einen Partner suchen und dann eine Liebesszene üben. Thoralf und Sebastian  gaben in jeder Gruppe Hinweise, beim Außenkreis mit Mary war es Sebastian.  Ein Problem dabei war, dass die erotisch geladenen Übungen immer paarweise mit dem anderen Kreis durchgeführt worden waren. Innerhalb eines Kreises hatten sich die Teilnehmer noch nicht in alle Spalten geschaut und alle Vorsprünge  betastet!

Es war also wieder einmal ungewohnt. Hinzu kam, dass in Marys Gruppe nun ausschließlich Frauen waren, die die Liebesszene spielen  sollten. Das gab natürlich etwas Unmut. Doch Sebastian nahm gleich allen den Wind aus den Segeln. Für einen Schauspieler darf das keine Rolle spielen, schließlich soll sich niemand wirklich in seinen Partner verlieben. Gerade wenn man kein persönliches Interesse hat, kann man zeigen, wie man "spielen" kann!


Marys Sparringpartnerin  war eine hübsche Brünette, Ende 30/Anfang 40. Sie war schlank und hatte niedliche, kleine , spitze Titten. Es war übrigens eine von denen,  die einen fast durchsichtigen Slip trugen. Es enstanden nun einige Probleme: Sich umarmen und küssen ging ja noch, wenn auch mit einiger Überwindung. Zu spüren, wie sich kleine spitze Brüstchen in Marys weiches Fleisch bohrten, war ganz ungewohnt. Für Frauen hatte sie noch nie etwas empfunden, aber von der vorherigen Übung war sie noch  äußerst empfindsam. Berührung an ihren sensibelsten Stellen quittierte Mary mit einem scharfen Atemzug zwischen ihren Zähnen.

Die beiden Frauen kamen mit der Rollenverteilung nicht zurecht. Wer war der Fordernde, wer der(oder die) Nachgebende? Wie sollte man sich gegenseitig stimulieren, was macht einen erotischen Kuss aus? Beide Frauen wussten natürlich, auf welche Reize sie am besten reagierten, aber würden sie das auch in der Rolle des Mannes so tun? Mit anderen Worten, wie sie so miteinander in den Clinch gingen, sah das reichlich  unbeholfen aus.

Da war Sebastian zur Stelle. Er erklärte noch einmal. was er erwartete, legte den einen Arm hierhin und die andere Hand dorthin, aber das wurde alles nichts rechtes. Schließlich schnappte er sich Mary, um die Liebesszene zu demonstrieren. Er hatte sicher eingesehen, dass Mary mit ihrer ausgeprägt weiblichen Figur für die  Männerrolle denkbar ungeeignet war.

Sebastian hielt Mary gerade soweit auf Abstand, dass er sie am Rücken halten konnte und blickte ihr in die Augen. Klar, das war nichts Besonderes, das war schon tausendmal im Schauspieltraining passiert, aber Sebastian war ein kräftiger, gut gebauter junger Mann und etwa nur halb so alt wie Mary. Dass sie das noch einmal erleben könnte, hatte sie sich nicht vorgestellt. Außerdem hatte sich durch die gereizten Brüste, die Schmetterlinge im Bauch und überhaupt, eine gewisse  Bedarfslage bei Mary entwickelt.

Sebastians Blick ging ihr ganz tief. Wie konnte sie ihn so weit unten spüren? Sebastian ließ aber nicht locker.
Dann umfasste er sie fester, drängte sich an sie und Mary spürte jede einzelne der wohl austrainierten Muskeln auf dem Brustkorb und an den Armen des Mannes. Auch sein Unterkörper drängte sich zu ihr und  die Frau hatte schon Sorge, ob der  hochgelegte, eh schon zusammengequetschte Penis nicht noch Schaden nimmt.

Dann riss Sebastian die Frau aus der Balance, hielt sie aber   sicher in seinen Armen. Sein Mund näherte sich Marys Lippen. "Gone With The Wind!" konnte sie nur noch denken, dann musste sie die Augen schließen. Ob der Kuss ein Bühnenkuss war oder mit vollem Zungeneinsatz, hätte  sie später nicht mehr sagen können. Im gleichen Moment strich Sebastians linke Hand über  Marys Rücken, wie noch nie zuvor eine Hand sie berührt hatte.

Es schien, als ob sich jedes einzelne Härchen der Berührung entgegen  reckte. Ein Seufzer Marys blieb ungehört, da sie noch im Kussmodus war.  Sebastians Hand  wanderte zu ihrem Hinterteil, streichelte es, wanderte aufwärts und  bewegte sich unterhalb ihres linken erhobenen Armes auf  Marys Brust zu.  Mary war schon längst unfähig zu irgend einer Reaktion. Seine  Hand drängte sich zwischen die beiden Leiber, fand die Brustwarze und drückte zu.

Das war die Initialzündung. Marys aufgestaute Erregung bahnte sich einen Ausweg in einem Orgasmus, wie sie schon lange keinen mehr gehabt hatte. Ein Zittern überkam sie. Die Beine versagten ihren Dienst, aber Sebastian hielt sie fest. Ein Stöhnen  drang aus ihrer Kehle und die Spannung  löste sich in endlosen Sekunden.

Sebastian stellte Mary wieder vorsichtig in die Vertikale und überzeugte sich, dass sie wieder ihren eigenen Körper kontrollieren konnte. " Sehr gut!" lobte er und fügte nach einer Sekunde Pause hinzu "...gespielt!"
Natürlich hatte er gemerkt wie es um Mary  stand. Das hatten aber auch die anderen neun Frauen, die bei dieser "Demonstration" unmittelbar drum herum standen .

"Oh, Gott!" Das war die maximale Peinlichkeit, wirklich vor Zuschauern zu kommen. Mary traute sich nicht mehr den Blick zu heben. Zum Glück war damit die Probe auch schon um und  sie wollte sich wieder anziehen, als sie Sebastian  noch einmal zu sich und  Thoralf rief. Während  die Anderen  ihre Sachen ordneten und sich schon langsam auf den Heimweg machten, stand sie zwischen den beiden jüngeren, augenscheinlich wie sie nackten Männern, im Gesicht noch das Nachglühen der eben erlebten Gefühlsstürme.

"Sebastian meint, du wärst gut geeignet für eine  Hauptrolle in unserem Stück. " meinte Thoralf. "Ich dachte an die Rolle der Frau, die zum   aufbegehrt und sich die Kleider vom Leib reißt. Damit wärst du aber die erste im Stück, die Haut zeigt und würdest auch so  bleiben müssen. Ich hoffe, das macht dir keine Probleme."
Ausgerechnet! Eine Nacktrolle in einem Stück am Stadttheater! Was wird wohl Rick dazu sagen? Aber das ist eine andere Geschichte.

 

 

 

 

 

 

 

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